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Oktober 2017
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Fronleichnam - Donnerstag, 4. Juni
Programmwoche 23/2015
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6:00
Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (1/4)

Von Rittern und Turnieren

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

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Dem Mittelalter haftet das Attribut der Rückständigkeit an. Die vierteilige Reihe räumt mit diesem Klischee auf. In Teil eins geht es um Ritter und Turniere.

Nicht nur die Lust auf Abenteuer, sondern auch die Sehnsucht nach romantischer Liebe erfüllten damals ...

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Dem Mittelalter haftet das Attribut der Rückständigkeit an. Die vierteilige Reihe räumt mit diesem Klischee auf. In Teil eins geht es um Ritter und Turniere.

Nicht nur die Lust auf Abenteuer, sondern auch die Sehnsucht nach romantischer Liebe erfüllten damals die Ritterträume.

Die weiteren drei Teile der vierteiligen Reihe "Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter" folgen im Anschluss ab 6.45 Uhr.

Im Thementag "Kaiser König Edelmann" blickt 3sat zurück auf das mittelalterliche Ständesystem und zeigt in Dokumentationen und Spielfilmen 24 Stunden lang das höfische Leben.


6:45
Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (2/4)

Von Mönchen und Ketzern

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

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Zum Bild des "dunklen Mittelalters" trugen die Scheiterhaufen der Inquisition bei. Doch die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem entscheidend beeinflusst.

Denn zu den Gerichtsverfahren der Inquisition gehörte die Vereidigung ...

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Zum Bild des "dunklen Mittelalters" trugen die Scheiterhaufen der Inquisition bei. Doch die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem entscheidend beeinflusst.

Denn zu den Gerichtsverfahren der Inquisition gehörte die Vereidigung der Angeklagten, die außerdem das Recht hatten, Widerspruch einzulegen.


7:30
Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (3/4)

Von Bauern und Edelmännern

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

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"Bauernarbeit trägt die Welt", heißt es im Mittelalter. Über Dreiviertel der Menschen sind Bauern, Leibeigene oder Tagelöhner, die die Ritter und Geistlichen ernähren.

Aber Not macht erfinderisch: Um das Jahr 1000 beginnt eine Agrarrevolution, die Europa von ...

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"Bauernarbeit trägt die Welt", heißt es im Mittelalter. Über Dreiviertel der Menschen sind Bauern, Leibeigene oder Tagelöhner, die die Ritter und Geistlichen ernähren.

Aber Not macht erfinderisch: Um das Jahr 1000 beginnt eine Agrarrevolution, die Europa von Grund auf verändert und zu einer Bevölkerungsexplosion führt. Mit Wasser- und Windenergie und der Mühlentechnik erwächst Europa außerdem ein industrieller Vorsprung.


8:15
Videotext Untertitel

Wege aus der Finsternis - Europa im Mittelalter (4/4)

Von Städten und Kathedralen

Film von Uwe Kersken und Christian Feyerabend

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Die Welt des Mittelalters ist im Umbruch: Zwischen 1035 und 1348 werden allein in Europa 3.000 neue Städte gegründet, oftmals von genialen Stadtplanern auf dem Reißbrett entworfen.

Dabei wird so hoch gebaut wie nie zuvor. Bis heute sind die gotischen ...

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Die Welt des Mittelalters ist im Umbruch: Zwischen 1035 und 1348 werden allein in Europa 3.000 neue Städte gegründet, oftmals von genialen Stadtplanern auf dem Reißbrett entworfen.

Dabei wird so hoch gebaut wie nie zuvor. Bis heute sind die gotischen Kathedralen Wahrzeichen vieler europäischer Städte. Auch der Fernhandel entwickelt sich, Seefahrer brechen zu neuen Kontinenten auf, und Italien erfindet den bargeldlosen Zahlungsverkehr.


9:00

Der steinerne Zeuge

Der Stephansdom erzählt Geschichte

Film von Roswitha und Ronald Vaughan

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Verfolgt man die Baugeschichte und das historische Umfeld des Wiener Stephansdoms, dann zeigt sich, dass dieser Dom in vielerlei Hinsicht anders ist als andere Kathedralen in Europa.

Zunächst wird das Bauwerk erst 1136, also viel später als vergleichbare Dome, ...
(ORF/3sat)

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Verfolgt man die Baugeschichte und das historische Umfeld des Wiener Stephansdoms, dann zeigt sich, dass dieser Dom in vielerlei Hinsicht anders ist als andere Kathedralen in Europa.

Zunächst wird das Bauwerk erst 1136, also viel später als vergleichbare Dome, erstmals geschichtlich erwähnt. Es war die Zeit der Kreuzzüge, und am Rande eines Fischerdorfs an der Donau wurde eine, für die damalige Zeit, mächtige Kirche gebaut.

Der Babenberger Markgraf Leopold IV. tauschte mit dem Bischof von Passau den Baugrund, auf dem heute der Dom steht, gegen Weingärten und Jagdgebiete in der Umgebung ein. Somit war der Bischof von Passau stets der Hausherr in der größten Kirche der östlichen Grenzregion des Deutschen Reiches, aus der Österreich entstand. So war St. Stephan in Wien, nach einer Periode von rund 330 Jahren, in denen an der Kirche gebaut und erweitert wurde, in der heutigen Form nahezu vollendet, als die Erhebung zum Bischofssitz erfolgte. Die weltlichen Herrscher, die den Kirchenbau prägten, waren zunächst schlichte Markgrafen, dann Herzöge und mit dem Habsburger Friedrich III. schließlich Kaiser. Ihnen allen gemeinsam war das Exklusivrecht, den Dom durch das Riesentor betreten zu dürfen. Heute betreten jährlich rund sieben Millionen Menschen den Stephansdom durch dieses Portal.

Die Dokumentation "Der steinerne Zeuge" erzählt die Geschichte des Stephansdoms. Sie rekonstruiert die ursprüngliche Farbenpracht des Riesentors und verfolgt die Arbeit einer österreichischen Firma, die das Wahrzeichen mittels Lasertechnik vermisst.
(ORF/3sat)


9:55
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Kirche, Ketzer, Kurtisanen - das Konzil von Konstanz

Film von Luke Gasser

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1414 lädt der deutsche König Sigismund zum Konzil nach Konstanz, um die tiefe Spaltung der Kirche zu beenden. Vier Jahre dauert der Kirchenkongress.

Weltliche und kirchliche Fürsten, Prälaten, Anwälte, Magister, Doktoren und nicht zuletzt viele hundert ...

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1414 lädt der deutsche König Sigismund zum Konzil nach Konstanz, um die tiefe Spaltung der Kirche zu beenden. Vier Jahre dauert der Kirchenkongress.

Weltliche und kirchliche Fürsten, Prälaten, Anwälte, Magister, Doktoren und nicht zuletzt viele hundert Kurtisanen kommen nach Konstanz. Das Konzil von Konstanz beendet die Spaltung der Kirche und bringt kirchenrechtlich spektakuläre Neuerungen.

Es lädt aber auch Schuld auf sich: Im Sommer 1415 wird dem tschechischen Frühreformator Jan Hus trotz Zusicherung auf freies Geleit der Prozess gemacht. Jan Hus stirbt am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen vor den Mauern von Konstanz.


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10:45

Die Fugger (1/2)

Der Aufstieg

Film von Werner Köhne

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Begriffe wie globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring prägen die moderne Wirtschaftswelt. Doch sind sie keine neuen Phänomene, ihre Vorläufer reichen weit zurück.

Das beweist die zweiteilige Dokumentation "Die Fugger" über die berühmte ...

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Begriffe wie globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring prägen die moderne Wirtschaftswelt. Doch sind sie keine neuen Phänomene, ihre Vorläufer reichen weit zurück.

Das beweist die zweiteilige Dokumentation "Die Fugger" über die berühmte deutsche Kaufmanns- und Bankiersdynastie. Vor allem Jakob und Anton Fugger bauten ein weltweit operierendes Imperium auf.

Sie versorgten Herrscherhäuser mit Krediten und finanzierten Päpste, aber sie traten auch als Kunstmäzene auf und schufen mit der Fuggerei in Augsburg die erste Sozialbausiedlung.

Den zweiten Teil von "Die Fugger" zeigt 3sat im Anschluss um 11.30 Uhr.


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11:30

Die Fugger (2/2)

Jakob, der Reiche

Film von Werner Köhne

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Begriffe wie globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring prägen die moderne Wirtschaftswelt. Doch sind sie keine neuen Phänomene, ihre Vorläufer reichen weit zurück.

Das beweist die zweiteilige Dokumentation "Die Fugger" über die berühmte ...

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Begriffe wie globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring prägen die moderne Wirtschaftswelt. Doch sind sie keine neuen Phänomene, ihre Vorläufer reichen weit zurück.

Das beweist die zweiteilige Dokumentation "Die Fugger" über die berühmte deutsche Kaufmanns- und Bankiersdynastie. Vor allem Jakob und Anton Fugger bauten ein weltweit operierendes Imperium auf.

Sie versorgten Herrscherhäuser mit Krediten und finanzierten Päpste, aber sie traten auch als Kunstmäzene auf und schufen mit der Fuggerei in Augsburg die erste Sozialbausiedlung.


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12:15

Hadubrandt, ein Händler aus dem Mittelalter

Film von Peter Prestel und Rudolf Sporrer

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Hadubrandt ist ein Händler aus dem Mittelalter. Er hat Waren aus Italien geladen: Stoffe und Gewürze, die er in Venedig eingekauft hat. Sein wichtigstes Etappenziel ist Regensburg.

Er hat eine weite Reise vor sich. Das Pferdegespann quält sich über schlammige ...
(ARD/BR)

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Hadubrandt ist ein Händler aus dem Mittelalter. Er hat Waren aus Italien geladen: Stoffe und Gewürze, die er in Venedig eingekauft hat. Sein wichtigstes Etappenziel ist Regensburg.

Er hat eine weite Reise vor sich. Das Pferdegespann quält sich über schlammige Wege im Voralpenland. Schwer bewaffnete Söldner begleiten ihn. Dieser Schutz ist notwendig, denn bewaffnete Auseinandersetzungen sind bei so einer wertvollen Fracht alltäglich.

Raubritter sind zu einer wahren Landplage geworden. Am Abend kehrt Hadubrandt zu einem stärkenden Mahl in einer Schänke ein, es gibt Seefisch. Die Küche des Mittelalters war weitaus vielfältiger, als gemeinhin angenommen wird. Am nächsten Morgen kommt Hadubrandt ein anderer Händler entgegen und bittet um Almosen. Er ist auf dem Jakobsweg unterwegs, damit Gott ihm seine Sünden vergibt und ihn vom Schwarzen Tod verschont - der Pest. Nach einer wahren Odyssee, bei der der Händler sich auch Flößern anvertraut, erreicht Hadubrandt endlich sein wichtigstes Etappenziel: Regensburg, eine der bedeutendsten Handelsmetropolen Europas im Mittelalter. Die Händler sind die ersten, die die bis dato starren Ständegrenzen durchbrechen. Mit ihrem Geld werden sie zu einem Machtfaktor, an dem bald sogar der Kaiser nicht mehr vorbeikommt. Letzte Station ist die Stadt Taus im Böhmischen. Dort ist Markttag. Die aufstrebenden Händler verkaufen Tücher und Gewürze, mit gutem Gewinn. Gaukler und Feuerschlucker belustigen das Volk, Musikanten sorgen für Volksfestatmosphäre.
(ARD/BR)


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13:00
Mit AudiodeskriptionVideotext Untertitel

Mathilde von Quedlinburg

Vom Mädchen zur Machtfrau

Film von Frank Kutter

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Mathilde ist die erste Äbtissin von Quedlinburg: Mit nur elf Jahren übernimmt die Führung des Stifts und trägt maßgeblich zur großen Bedeutung Quedlinburgs bei.

Sie wird zur mächtigsten Frau des Reiches, trotz gewaltiger Widerstände. Ein Blick auf das ...
(ARD/MDR)

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Mathilde ist die erste Äbtissin von Quedlinburg: Mit nur elf Jahren übernimmt die Führung des Stifts und trägt maßgeblich zur großen Bedeutung Quedlinburgs bei.

Sie wird zur mächtigsten Frau des Reiches, trotz gewaltiger Widerstände. Ein Blick auf das Leben der Mathilde von Quedlinburg ist ein Blick auf die politischen Verhältnisse und das Leben im Mittelalter.

Quedlinburg, Winter 998: Eine Schar bewaffneter Ritter überfällt das hochadelige Damenstift in Odessa, entführt ein Mädchen aus einer der wichtigsten Familien des Reiches: Liudgard, die Tochter des Markgrafen von Meißen. Hinter der gewaltsamen Entführung verbirgt sich eine Geschichte um Eheversprechen, Wortbrüche und verletzte Familienehre. Denn auch der Anführer der Entführer, Werner von Walbeck, entstammt aus einer mächtigen Adelssippe. Er will das Mädchen, das ihm zur Frau versprochen wurde. Ein Eheversprechen, das kurz darauf aber wieder rückgängig gemacht wurde.

Der Brautraub ist nichts anderes als eine Kampfansage an Mathilde, Tochter Ottos des Großen, erste Äbtissin von Quedlinburg und Stellvertreterin des Königs, ihres Neffen Otto III. Wie wird sie reagieren? Kommt es zu einer Fehde, die das gesamte Reich bedroht? Muss Werner den Überfall mit seinem Leben bezahlen? Eine konfliktreiche Situation mit überraschenden Spielregeln der mittelalterlichen Politik.

Schon mit elf Jahren hat Mathilde die Leitung der religiösen Frauengemeinschaft übernehmen müssen, eine Art Elite-Internat des 10. Jahrhunderts. Ein Alltag voller Gehorsam und Disziplin, Keuschheit und Gelehrsamkeit, Gebete und Jungmädchenträume, die sich oft nicht allzu sehr von den Träumen heutiger Mädchen unterscheiden.

Auf den Spuren des Lebens Mathildes quer durch Mitteldeutschland: Halle, Merseburg und natürlich Quedlinburg, der wichtigste Ort der Ottonen, der erst durch Mathilde von einer Königspfalz zu einer der einflussreichsten Städte des Reiches ausgebaut wurde.
(ARD/MDR)


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13:45
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 AudioVideotext Untertitel

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Spielfilm, Deutschland/Frankreich 2009

Darsteller:
Hildegard von BingenBarbara Sukowa
VolmarHeino Ferch
RichardisHannah Herzsprung
JuttaLena Stolze
Abt KunoAlexander Held
Mutter RichardisSunnyi Melles
u.a.
Regie: Margarethe von Trotta
Länge: 103 Minuten

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Die aus adliger Familie stammende Hildegard von Bingen kam mit acht ins Benediktinerkloster. 1150, mit 52 Jahren, setzt sie die Gründung eines reinen Frauenklosters durch.

Als "geistige Mutter" vermittelt Jutta von Sponheim ihrer gelehrigen Schülerin die ...
(ARD)

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Die aus adliger Familie stammende Hildegard von Bingen kam mit acht ins Benediktinerkloster. 1150, mit 52 Jahren, setzt sie die Gründung eines reinen Frauenklosters durch.

Als "geistige Mutter" vermittelt Jutta von Sponheim ihrer gelehrigen Schülerin die Bildung der damaligen Zeit und fördert ihre musikalische Begabung. Nach dem Tod ihrer Mentorin nimmt Hildegard deren Platz als Oberin ein. Sie wird zu einer berühmten Seherin.

Der Benediktinermönch Volmar ermutigt sie, die Erlaubnis der Kirche einzuholen, um ihre Gottesvisionen zu veröffentlichen, in denen sie den Menschen im Einklang mit der Natur erlebt. Bald suchen Gelehrte und sogar der künftige Kaiser den Rat der berühmten Seherin, die immer häufiger mit ihrem strengen Abt Kuno aneinandergerät. Wenn die Unbeirrbare mit blitzenden Augen streitet, ist sie zuweilen nur um Haaresbreite vom Vorwurf der Ketzerei entfernt. Sie gründet das Frauenkloster Rupertsberg bei Bingen. Es wird zu einem Mittelpunkt geistigen Lebens und zur Schule für adlige Mädchen. Schwärmerisch verehren sie Hildegard, die in Richardis von Stade eine enge Gefährtin findet. Mit deren Ernennung zur Äbtissin eines anderen Klosters stürzt Hildegard in eine lebensbedrohliche Krise. Doch in einer weiteren Vision erfährt sie, dass ihre religiöse Mission noch nicht beendet ist.

Mit dem Historiendrama "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" setzt Regisseurin Margarethe von Trotta der Mystikerin Hildegard ein filmisches Denkmal. Das feinfühlige Porträt vermeidet esoterische Beiklänge und würdigt die heiliggesprochene Benediktinernonne als Visionärin, die sich gegen die männlich geprägte Kirchenhierarchie behauptet. Die international gefeierte Schauspielerin Barbara Sukowa verkörpert Hildegard als konsequente "Macherin", die Spiritualität mit taktischer Intelligenz vereint - und immer das letzte Wort hat.
(ARD)


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15:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Karl der Große (1/3)

Der Kampf um den Thron

Film von Christoph Weber

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Karl der Große: mächtigster Kaiser des Mittelalters und "Vater Europas". Doch niemand weiß, wer er wirklich war. Ein idealisierter Imperialist, ein politischer Intrigant, ein Frauenheld.

Von klein auf herrscht zwischen den Brüdern Karl und Karlmann eine tiefe ...
(ARD/WDR)

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Karl der Große: mächtigster Kaiser des Mittelalters und "Vater Europas". Doch niemand weiß, wer er wirklich war. Ein idealisierter Imperialist, ein politischer Intrigant, ein Frauenheld.

Von klein auf herrscht zwischen den Brüdern Karl und Karlmann eine tiefe Rivalität. Nach dem Tod ihres Vaters Pippin wird beiden im Jahr 768 die Königswürde verliehen. Das Reich wird geteilt, doch so verwoben, dass keiner ohne den anderen regieren kann.

Doch schon bald kommt es zum Machtkampf. Als Karl nach Aquitanien zieht, das einst von König Pippin erobert worden war, um dort den Aufstand des abtrünnigen Rebellen Hunold niederzuschlagen, der die fränkische Macht am Mittelmeer herausfordert, versagt Karlmann seinem Bruder die Unterstützung. Karl zieht allein gen Süden und bricht den Widerstand der Aquitanier. Anschließend schlägt er die Region seinem Herrschaftsgebiet zu: auch jene Hälfte, die gemäß der Reichsteilung seinem Bruder Karlmann zustünde.

Die Rivalität eskaliert weiter, als beide, Karl und Karlmann, ihren ersten Sohn nach ihrem Vater Pippin nennen. Die Königsmutter Bertrada versucht, zwischen ihren zerstrittenen Söhnen zu vermitteln. Ihr Plan ist typisch für das Mittelalter: Bertrada will ein Ehe-Kartell zwischen den Langobarden in Italien und den Franken schmieden; und ihre beiden Söhne sollen darin involviert sein. Sie sollen verpflichtet werden, mit den Langobarden zu kooperieren, anstatt um die Macht in Europa zu konkurrieren.

Zunächst scheinen beide Brüder auf den Versöhnungskurs der Mutter einzugehen, doch als Karlmann im Alter von 20 Jahren stirbt, greift Karl nach der Alleinherrschaft im Frankenreich. Er verjagt nicht nur die Witwe seines Bruders und deren Söhne - immerhin legitime Thronfolger - , er verjagt auch seine langobardische Ehefrau. Das ist aus Sicht der Langobarden mehr als eine tödliche Beleidigung. Rücksichtslos setzt Karl jetzt auf Krieg statt auf Diplomatie und beginnt mit der Eroberung Europas. Alle erwarten einen Feldzug gegen die Langobarden, doch Karl überrascht seine Getreuen und überfällt zunächst die Sachsen.

In einer Mischung aus aufwendigen Reenactments, packender historischer Spurensuche und lebendigen Kommentaren und Erläuterungen der führenden Experten erzählt das Dokudrama wichtige Stationen aus Karls Leben. Es wird erzählt, wie er Alleinherrscher im Königreich der Franken wird, wie er sein Reich durch Kriege gegen die Langobarden und vor allem gegen die Sachsen immer weiter vergrößert, wie er seine Herrschaft über das Riesenreich verfestigt und wie er schließlich durch die Krönung zum Kaiser durch Papst Leo III. der mächtigste Herrscher Europas wird. Keine wesentliche Facette dieser faszinierenden Persönlichkeit bleibt ausgespart: Weder seine Heldentaten noch seine Grausamkeiten, weder sein unbedingter Wille zur Macht, noch seine unbändige Fleischeslust, die ihm neben fünf Ehen eine unzählbare Reihe von Liebschaften und immer wieder die Kritik von Zeitgenossen beschert hat.

3sat zeigt im Anschluss ab 16.20 Uhr die weiteren zwei Teile des Dokudramas "Karl der Große".
(ARD/WDR)


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16:20
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Karl der Große (2/3)

Krieg gegen die Sachsen

Film von Christoph Weber

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Karl der Große erobert das Langobardenreich mit Hilfe des römischen Papstes und siegt gegen die Sachsen, die ihm allerdings in guerillaartigen Überfällen das Leben schwermachen.

Auf seinem Feldzug gegen die Sachsen macht Karl mit seinen fränkischen Kriegern ...
(ARD/WDR)

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Karl der Große erobert das Langobardenreich mit Hilfe des römischen Papstes und siegt gegen die Sachsen, die ihm allerdings in guerillaartigen Überfällen das Leben schwermachen.

Auf seinem Feldzug gegen die Sachsen macht Karl mit seinen fränkischen Kriegern reiche Beute. Nach seinem Sieg wendet er sich tatsächlich gegen die Langobarden. Deren König Desiderius drängt den Papst, Karlmanns Söhne als rechtmäßige Thronfolger zu krönen.

Als der Papst sich weigert, besetzt Desiderius einen Teil des Kirchenstaats. Der Papst ruft Karl zu Hilfe - und dieser hat einen Vorwand, gegen die Langobarden in den Krieg zu ziehen. Noch vor Wintereinbruch erreicht er Pavia, die Hauptstadt des Langobardenreichs. Die Belagerung der Stadt zieht sich über den gesamten Winter. An Ostern begibt sich Karl nach Rom. Hier erneuert er sein Bündnis mit dem Papst und bekräftigt die Pippinische Schenkung, mit der sein Vater einst die Besitzungen des Papstes in Italien garantiert hatte. Als Pavia sich kurz darauf ergeben muss, sieht Karl, der sich fortan auch König der Langobarden nennt, dies als Bestätigung seiner Haltung.

Viel schwieriger gestaltet sich das Verhältnis der Franken zu den Sachsen. Immer wieder überfallen sächsische Stoßtrupps die Kirchen fränkischer Siedler an der Weser. Karl wird in seiner Aufgabe als Beschützer der Christen herausgefordert. Im Jahr 775 fasst er den weitreichenden Entschluss, die Sachsenstämme zu unterwerfen und ins Frankenreich einzugliedern. Jedes Mittel ist ihm hierzu recht.

776 glauben Karl und seine Krieger die Sachsen besiegt, und Karl eilt nach Italien, um dort einen Aufstand abtrünniger Langobarden niederzuschlagen. Seine Abwesenheit nutzen einige unterworfene Sachsenstämme, um sich erneut zu erheben. In einem beispiellosen Kraftakt löscht Karl beide Brände in seinem Reich.

777 hält Karl in Paderborn seinen ersten Reichstag auf sächsischem Gebiet ab. Dort erreicht ihn die Bitte aus dem spanischen Saragossa, die Stadt gegen den Emir von Córdoba zu verteidigen. Karl fällt mit starken Verbänden in Spanien ein. Als er Saragossa erreicht, haben sich die dortigen Machtverhältnisse geändert. Die Tore der Stadt bleiben ihm verschlossen. Zum ersten Mal in seinem Leben erleidet Karl eine militärische Niederlage. Und der Frankenkönig zieht sich aus Spanien zurück. Auf dem Rückzug gerät Karls Nachhut in einen Hinterhalt und wird vernichtet. Widukind, ein sächsischer Adliger, nutzt die Niederlage, um sich an die Spitze des Widerstands gegen Karl zu setzen und einen Guerillakrieg zu beginnen.
(ARD/WDR)


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17:10
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Karl der Große (3/3)

Kaiser Europas

Film von Christoph Weber

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Am Ende des Konflikts zwischen Franken und Sachsen wird Karl der Große "Kaiser des erneuerten Römischen Reiches". Bis zu seinem Tod im Jahr 814 setzt er viele innenpolitische Neuerungen durch.

Im Jahr 785 kommt es zum ersten Treffen der beiden Erzrivalen Karl ...
(ARD/WDR)

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Am Ende des Konflikts zwischen Franken und Sachsen wird Karl der Große "Kaiser des erneuerten Römischen Reiches". Bis zu seinem Tod im Jahr 814 setzt er viele innenpolitische Neuerungen durch.

Im Jahr 785 kommt es zum ersten Treffen der beiden Erzrivalen Karl und Widukind. Der fränkische König empfängt den sächsischen Adligen, den er auf dem Feld nicht besiegen konnte, mit Geschenken. Als Zeichen des neuen Friedens lässt sich Widukind taufen.

Sein Taufpate ist Karl. Nach und nach hebt der Frankenkönig das bis dahin gültige, äußerst harte Besatzungsrecht in Sachsen auf. Stattdessen räumt er den sächsischen Stämmen eine Beteiligung an der Gesetzgebung ein und stellt sie damit den anderen Völkern im Frankenreich gleich. 33 Jahre seines Lebens hat der Krieg Karl gekostet.

Ein Ereignis in Rom spielt Karl in die Hände, um seine Macht nun auch durch den Kaisertitel zu dokumentieren. Im Jahr 799 kommt es zu einem Attentat auf Papst Leo III., dem seine Gegner einen lasterhaften Lebensstil vorwerfen. Der schwer bedrängte Heilige Vater bittet Karl um Hilfe, schließlich ist das Frankenheer die Schutzmacht der Christenheit. Als der Papst nach Paderborn kommt, um Karl zu treffen, befindet sich der König der Franken in einer glänzenden Verhandlungsposition. Karl schickt den Papst in Begleitung königlicher Gesandter zurück nach Rom. Dort sollen diese alle Vorwürfe gegen den Papst aufklären. Im Sommer 800 dann zieht Karl nach Rom. Am Weihnachtstag des Jahres 800 betritt der Frankenkönig die Basilika Alt-Sankt-Peter und wird vom Papst zum römischen Kaiser gekrönt. Mit dem Segen des Papstes ist Karl nun "Augustus Imperator Renovatio Imperii Romani" (Kaiser des erneuerten Römischen Reiches) und damit unangefochten der mächtigste Herrscher des Abendlandes.

Er richtet seine Aufmerksamkeit nun auf die innenpolitische Entwicklung im Frankenreich. Mit wirtschaftlichen Reformen sucht er das von den langen Kriegen ausgelaugte Land wieder aufzurichten. Er führt einheitliche Gesetze und eine einheitliche Währung ein. In Aachen lässt er eine prächtige Kaiserpfalz errichten, deren Pfalzkapelle heute noch steht. An seinem Hof versammelt er Gelehrte aus ganz Europa, um das Wissen seiner Zeit zu bündeln und die Bildung im Reich zu fördern.

Im Januar 814 stirbt Karl nach kurzer Krankheit in Aachen. Sein Reich hat unter seinen Nachfolgern nicht lange Bestand, aber auch dank seines Biografen Einhard ist Karl der Große als legendärer Herrscher bis heute im Gedächtnis geblieben.
(ARD/WDR)


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18:05
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 Audio

Die Welt der Ritter (1/3)

Männer in Eisen

Film von Christian Feyerabend und Carsten Gutschmidt

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Wann wurde aus dem Reiter ein Ritter? Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten. Einer der ersten wahren Ritter könnte Heinrich Tangel aus Thanroda in Thüringen gewesen sein.

Jahr für Jahr ziehen ungarische Reiterhorden mordend und brandschatzend ...

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Wann wurde aus dem Reiter ein Ritter? Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten. Einer der ersten wahren Ritter könnte Heinrich Tangel aus Thanroda in Thüringen gewesen sein.

Jahr für Jahr ziehen ungarische Reiterhorden mordend und brandschatzend durch deutsche Lande. In der Not ruft König Otto im Jahr 955 zur entscheidenden Schlacht. 7.000 Panzerreiter versammeln sich auf dem Lechfeld. Einer der tapferen Kämpfer ist Heinrich Tangel.

Wie viele andere in Ottos Heer ist er zunächst kein Ritter, sondern ein schlichter Kämpfer auf einem Pferd. Als Ritter bezeichnete man zunächst vor allem die Berufssoldaten zu Pferd. Tangel hingegen war ein freier Bauer, der nur in Kriegszeiten zum Waffendienst verpflichtet war und ansonsten seine Felder bestellte. Das Schicksal von Männern wie Heinrich interessiert Wissenschaftler heute ganz besonders, weil zu seinen Lebzeiten das Rittertum, wie wir es uns heute vorstellen, erste Formen annahm.

Nach der gewonnenen Schlacht zeichnet König Otto die erfolgreichen Kämpfer aus und "befördert" viele nichtadelige Reiter durch die Schwertleite zu Rittern. Diese Möglichkeit des sozialen Aufstiegs war außergewöhnlich. Adlig war man von Geburt, aber Ritter konnte man durch Tüchtigkeit werden. Allerdings gehörte auch das nötige Kleingeld dazu. Die Ausrüstungskosten waren enorm. Das Pferd allein kostete so viel wie zwölf Kühe, die Bewaffnung mehr als doppelt so viel. Den Gegenwert von 45 bis 50 Kühen hatte kaum ein freier Bauer übrig für eine neue Existenzgründung als Ritter.

Im "Terra X"-Experiment prüfen wir, was ein Ritter für sein Geld erwarten durfte. Eine High-Speed-Kamera erlaubt einen nie gesehenen Blick darauf, wie genau ein Kettenhemd gegen Schwerter und Pfeile schützte. Rechtsmediziner Prof. Markus A. Rothschild und Militärhistoriker Roland Schewe kommentieren die Ergebnisse. Gegen Schwerthiebe und -stiche bot das Kettenhemd ausreichend Schutz, etwa wie eine Kevlarweste, die heute Soldaten und Polizisten tragen. Als dann allerdings verbesserte Langbögen und Armbrüste ins Spiel kamen, hatte das Kettenhemd ausgedient. Nur der Ritter in Vollpanzerung war gegen die Fernwaffen einigermaßen geschützt.

Heinrich hatte Glück, er erhält von seinem König eine Burg samt Land und Leuten. Sie sichert sein Einkommen. Wie im Mittelalter eine Burg gebaut wurde, zeigt "Terra X" in einem einzigartigen Langzeit-Experiment in Guédelon bei Paris. Hier wird eine Burg Stein für Stein nur mit mittelalterlichen Werkzeugen gebaut. Warum nur ein Bruchteil der europäischen Burgen heute noch erhalten sind, zeigt eine spektakuläre 3D-Animation der Belagerung und Stürmung einer frühen Burg, die so manchen "Burgirrtum" widerlegt.

Die weiteren Teile der Dokumentation "Die Welt der Ritter" zeigt 3sat im Anschluss ab 18.50 Uhr.


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18:50
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 Audio

Die Welt der Ritter (2/3)

Für Ruhm und Ehre

Film von Christian Feyerabend und Carsten Gutschmidt

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Als Papst Urban im Jahr 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, legte er nicht so viel Wert auf die Herkunft der Recken wie auf deren Entschlossenheit, Jerusalem zurück zu erobern.

"Wer Räuber war, kann Ritter werden", versprach Urban, und Zehntausende folgten seinem ...

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Als Papst Urban im Jahr 1095 zum ersten Kreuzzug aufrief, legte er nicht so viel Wert auf die Herkunft der Recken wie auf deren Entschlossenheit, Jerusalem zurück zu erobern.

"Wer Räuber war, kann Ritter werden", versprach Urban, und Zehntausende folgten seinem Ruf. Während der ersten beiden Kreuzzüge quälten sich gewaltige Heerscharen aus Europa auf dem Landweg rund um das Mittelmeer und durch endlose Wüstengebiete.

Immer wieder wurden sie unterwegs von Wegelagerern und Feinden aus dem Hinterhalt angegriffen. Erst als die Seefahrerstädte Genua und Venedig neue Transportschiffe entwickelt hatten, konnten Ritter auch "Kreuzfahrten" ins Heilige Land buchen - ein gewaltiges Geschäft. Immer mehr Ritter wählten schließlich den Seeweg, unter ihnen Heinrich von Neuffen.

Im zweiten Teil der "Terra X"- Reihe "Die Welt der Ritter" überlässt Heinrich seiner Frau Adelheid die Verwaltung der heimischen Burg und bricht unter dem Stauferkaiser Friedrich II. zum fünften Kreuzzug auf. Seine Seereise hatte er sich allerdings anders vorgestellt. Der Transport von Rittern und ihren Pferden auf dem Mittelmeer war zwar eine logistische Meisterleistung, aber längst keine Vergnügungsfahrt. Im Bauch riesiger Transportschiffe saßen Pferde und Ritter gleichermaßen in der Falle.

Piraten und Stürme hatten leichtes Spiel, Schiffbrüche waren nicht selten. Wer überlebte, war schwach von der Seekrankheit und dem fauligen Wasser an Bord. Von Neuffen jedoch hatte großes Glück: Er überstand nicht nur die Überfahrt, sondern auch den Kreuzzug. Schließlich kehrte er gesund und beladen mit Souvenirs aus dem Heiligen Land zu seiner Burg zurück.

Dass die Ehefrau die Herrschaft über eine Burganlage und den zugehörigen Landbesitz übernahm, war nicht die Regel, kam aber vor. Die eine oder andere Burgherrin musste sogar Feinde abwehren und Belagerungen überstehen. Quellen belegen solche Auseinandersetzungen. Sogar im Gerichtskampf durften Frauen ihr Recht durchsetzen - auch gegen Männer. In seinem berühmten Fechtbuch erklärt beispielsweise der Fechtmeister Hans Talhoffer nicht nur den Männern, wie ein Gerichtskampf zu gewinnen ist, sondern widmet ein ganzes Kapitel den speziell für Frauen empfohlenen Techniken.

Wunschbild der mittelalterlichen Männer scheinen solche Frauen aber nicht gewesen zu sein. Der damals in Mode gekommene Minnesang beschwor ein ganz anderes Frauenbild: Die bewunderte Frau, die so genannte "Minneherrin", wird stets als schön, edel und gut gekleidet beschrieben. Sie bleibt zu jeder Zeit damenhaft zurückhaltend, und ihr Minneritter ist gezwungen, sie aus der Ferne anzubeten. Analog zur Gottesliebe des Kreuzritters wird vom Minneritter reine Liebe für seine Herrin erwartet.


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19:30
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 Audio

Die Welt der Ritter (3/3)

Die Letzten ihrer Art

Film von Christian Feyerabend und Carsten Gutschmidt

(aus der ZDF-Reihe "Terra X")

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Götz von Berlichingen gilt als Räuber, bestenfalls als Raubritter, der seinen
Lebensunterhalt durch Fehde und Überfälle bestritt. Und doch ist er einer der letzten, echten Ritter.

Er verhält sich gar nicht viel anders, als seine Standesgenossen in den ...

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Götz von Berlichingen gilt als Räuber, bestenfalls als Raubritter, der seinen
Lebensunterhalt durch Fehde und Überfälle bestritt. Und doch ist er einer der letzten, echten Ritter.

Er verhält sich gar nicht viel anders, als seine Standesgenossen in den Jahrhunderten zuvor, aber die Welt der Ritter hatte sich im 16. Jahrhundert verändert. Sein Handeln passt nicht in die neue Zeit, und er wird immer wieder mit Strafen belegt.

Auch Kaiser Maximilian, der sich selbst als "den letzten Ritter" bezeichnete, knüpfte an ritterliche Traditionen an - zumindest auf dem Hobbysektor. Er veranstaltete glanzvolle Turniere und versuchte sich sogar als Dichter von Ritterromanen. Im Alltag jedoch war Maximilian kein mittelalterlicher Ritter mehr, sondern ein moderner Fürst. In der Kriegsführung setzte er auf ein Heer aus Landsknechten, denn Ritter von Stand waren ihm viel zu teuer und nicht effektiv genug. Außerdem begeisterte er sich sehr für moderne Technologie und entwarf sogar selbst Kanonen. Seine Kavallerie bestand längst nicht mehr nur aus Rittern. Wer ein guter Kämpfer war, durfte in der Reiterei bleiben, ansonsten ersetzten nicht adlige Berufskrieger den Ritter von Stand.

1.000 Jahre lang beherrschten die Ritter das Kriegsgeschehen, aber mit Maximilian ging das Zeitalter der "Männer in Eisen" zu Ende. Götz beruft sich zwar noch auf die "alten ritterlichen Rechte und Pflichten seines Standes" und behauptet: "Wo immer Unrecht ist, nehme ich mich der Sache an." Tatsächlich verhalf er seinen Hintersassen zu Recht, trieb Buß- und Strafgelder ein und sorgte für Schadensersatz. Sogar mit der reichen Stadt Nürnberg, mit Bischöfen und Fürsten legte er sich an - natürlich immer gegen eine entsprechende Beteiligung. Was aus mittelalterlicher Sicht das Recht des Ritters war, wurde zu Beginn der Neuzeit zum kriminellen Delikt.

Maximilian dagegen war gewissermaßen der erste "Freizeitritter" der Geschichte und nahm damit alle modernen Ritter-Events und Onlinespiele vorweg. Tatsächlich waren seine Turniere vor allem eine großartige Show, ein sportliches Großereignis, das die Besucher aus ganz Europa anlockte. Und so ein Ritter-Grand-Prix des Mittelalters war mindestens genau so gefährlich wie moderne Autorennen. Immer wieder stürzten Ritter bei diesem "Extremsport" zu Tode oder wurden von splitternden Lanzen verletzt.

Was im Detail passiert, wenn zwei Ritter aufeinandertreffen, zeigt "Terra X" in einem Experiment in der Crashtest-Anlage eines Automobilherstellers. So mancher Helm, der eigentlich schützen sollte, führte im Turnier zum Genickbruch. Wer es sich leisten konnte, ließ eine Genickstütze an Helm und Panzer schrauben - auch eine Erfindung des Mittelalters.


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20:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (1/2)

Historischer Zweiteiler nach dem Roman von Iny Lorentz,

Deutschland 2014

Darsteller:
Tilla WillingerJosefine Preuß
Sebastian LauxJacob Matschenz
Otfried WillingerVolker Bruch
Koloman LauxFriedrich von Thun
Veit GürtlerDietmar Bär
Rigobert GürtlerSebastian Hülk
AymerLucas Gregorowicz
Vater ThomasErnst Stötzner
AmbrosRoeland Wiesnekker
SeppTomas Lemarquis
u.a.
Drehbuch: Don Schubert, Khyana el Bitar, Sebastian Orlac, Marc O. Seng
Regie: Philipp Kadelbach

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Die junge, freiheitsliebende Tilla Willinger führt als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn in der Freien Reichsstadt Tremmlingen ein behütetes Leben. Das ändert sich, als ihr Vater stirbt.

Ihr ehrgeiziger Bruder Otfried löst als erstes ihre vom Vater ...

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Die junge, freiheitsliebende Tilla Willinger führt als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn in der Freien Reichsstadt Tremmlingen ein behütetes Leben. Das ändert sich, als ihr Vater stirbt.

Ihr ehrgeiziger Bruder Otfried löst als erstes ihre vom Vater geplante Verlobung mit Damian, dem Erben des Bürgermeisters Laux. Er zwingt sie stattdessen zur Heirat mit seinem neuen Bundesgenossen im Stadtrat, dem durchtriebenen Veit Gürtler.

Otfried selbst nimmt die zarte Radegund, Veits Nichte, zur Frau, um die neue Allianz zwischen den Gürtlers und den Willingers zu festigen. Er weigert sich außerdem, das Testament des gehassten Vaters umzusetzen. Dieser hatte aus drängender Sorge um sein Seelenheil verfügt, dass nach seinem Tod sein Herz nach Santiago de Compostela gebracht werden soll.

Als Tillas neuer, brutaler Ehemann Veit noch in der Hochzeitsnacht stirbt, flieht sie mit dem einbalsamierten Herzen des Vaters im Gepäck aus der Heimatstadt. Als Junge "Moritz" verkleidet schließt sie sich einer zusammengewürfelten Pilgergruppe an. Geführt wird die Truppe vom strengen, tiefgläubigen Vater Thomas. Mit dabei sind der freundliche, joviale Schmied Ambros, der "Moritz'" Freundschaft sucht, und der fanatische Sepp, der schnell alles Ungemach, das die Pilger befällt, an "Moritz" festmacht. Dann gibt es noch den feisten Dieter, der im Auftrag seines Herrn pilgert, sowie den jungen Hermann und den schweigsamen Manfred.

Was Tilla nicht ahnt: Rigobert, der rachsüchtige uneheliche Sohn ihres verstorbenen Mannes, ist ihr in Otfrieds Auftrag auf den Fersen. Denn Tilla hat, ohne es zu ahnen, zusammen mit dem Herzen ein Dokument mitgenommen, das ihren Bruder des Hochverrats am Kaiser überführen könnte. Auch Bürgermeister Laux schickt Tilla jemanden hinterher: Sein jüngerer Sohn Sebastian, der für das Handelsgeschäft weniger tauglich ist, soll Tilla sicher zu Damian nach Tremmlingen zurückholen.

Während Otfried in Tremmlingen gegen den Widerstand von Laux versucht, im Rat der Stadt Fuß zu fassen, stößt Sebastian zu Tillas Pilgertruppe, bewahrt aber ihr Geheimnis.

Als die Pilger schließlich von Räubern überfallen werden, erfahren sie Rettung durch einen einarmigen Ritter namens Gourdeville. In seiner Begleitung befindet sich die betörend schöne Freifrau Felicia de Béarn. Gourdeville sagt, er habe sie vor Entführern gerettet und geleite sie nun nach Hause. Kurz darauf wird Felicia erneut geraubt. Es gelingt zwar, sie wieder zu befreien, dabei werden jedoch Tilla alias "Moritz", Sebastian und Gourdeville von den Häschern des Grafen Aymer gefangen genommen und in den Kerker seiner Burg geworfen. Der Furcht einflößende Graf Aymer scheint besonderen Gefallen an dem zarten Knaben "Moritz" zu finden und lässt ihn in sein Gemach bringen. Aymer bedrängt Tilla, die zu ihrem Entsetzen begreifen muss: Aymer hat längst erkannt, dass sie eine Frau ist.

Den zweiten Teil von "Die Pilgerin" zeigt 3sat im Anschluss um 21.45 Uhr.


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21:45
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (2/2)

Historischer Zweiteiler nach dem Roman von Iny Lorentz,

Deutschland 2014

Darsteller:
Tilla WillingerJosefine Preuß
Sebastian LauxJacob Matschenz
Otfried WillingerVolker Bruch
Koloman LauxFriedrich von Thun
Veit GürtlerDietmar Bär
Rigobert GürtlerSebastian Hülk
AymerLucas Gregorowicz
Vater ThomasErnst Stötzner
AmbrosRoeland Wiesnekker
SeppTomas Lemarquis
u.a.
Drehbuch: Don Schubert, Khyana el Bitar, Sebastian Orlac, Marc O. Seng
Regie: Philipp Kadelbach

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Graf Aymer spielt mit der wehrlosen Tilla, bis er plötzlich das Interesse verliert. So erfährt Tilla aber, warum Aymer Felicia de Béarn verfolgt: Sie war seinem jüngeren Bruder versprochen.

Doch bevor es zur Hochzeit kam, wurde dieser von Felicia vergiftet. ...

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Graf Aymer spielt mit der wehrlosen Tilla, bis er plötzlich das Interesse verliert. So erfährt Tilla aber, warum Aymer Felicia de Béarn verfolgt: Sie war seinem jüngeren Bruder versprochen.

Doch bevor es zur Hochzeit kam, wurde dieser von Felicia vergiftet. Nun sinnt Aymer auf Rache. Gourdeville kann sich und Sebastian aus dem Kerker befreien, und zusammen mit Tilla gelingt ihnen die Flucht.

Rigobert, der immer noch nach Tilla sucht, wird Zeuge, wie Aymers Männer in einem Gasthof nach den Entflohenen suchen. Er bietet seine Hilfe an. Aymer rüstet den brutalen Kämpfer neu aus und bittet ihn, im Gegenzug Felicia für ihn herbeizuschaffen. Tilla, Sebastian und Gourdeville stoßen wieder zur Pilgertruppe. Es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung, als "Moritz" Felicia mit Aymers Mordvorwürfen konfrontiert.

In Tremmlingen festigt Otfried derweil mit Intrigen seine Macht. Aktuelle Ereignisse scheinen ihm in die Hände zu spielen: Immer mehr Händler der Stadt werden überfallen, so dass die Unzufriedenheit mit Bürgermeister Laux wächst.

Bei den Pilgern kommt es zu einer fatalen Begegnung mit Kreuzrittern. Im Chaos wird die Gruppe zersprengt. Der wirre Sepp lauert "Moritz" auf und entreißt "ihm" das einbalsamierte Herz, das für ihn Ursache allen Unglücks ist. Er wirft es in ein nahes Gewässer. Bei dem Handgemenge entdeckt Sepp auch, dass "Moritz" in Wahrheit eine Frau ist. Aufgewühlt stürzt Tilla davon, um nach dem Herzen ihres Vaters zu suchen.
Dabei wird sie von Rigobert, der überraschend auftaucht, gefangen genommen. Doch als er Felicia und Gourdeville erblickt, greift er sofort an. Bevor Gourdeville getötet wird, treibt er Felicia zur Flucht an. Sie befreit Tilla, und beide treffen wieder auf den Rest der Pilgergruppe. Doch Vater Thomas hat jeglichen Glauben an sich als Führer verloren. In Sepps Begleitung setzt er mit dem Büßerkreuz seine Pilgerschaft fort. Manfred bietet Felicia an, sie sicher nach Hause zu bringen.

In Tremmlingen tötet Otfried Damian, als dieser einen Handelszug begleitet. Vor dem Rat behauptet er allerdings, Damian und sein Vater, Bürgermeister Laux, steckten hinter den Überfällen. Laux wird daraufhin abgesetzt und eingekerkert. Nun ist die Bürgermeisterwürde für Otfried zum Greifen nah.

Auf der Suche nach dem Herzen ihres Vaters erfahren Tilla und Sebastian, dass Rigobert es an sich gerissen habe und in einem nahe gelegenen Gasthof auf Tilla warte. Er fordert von Tilla das verräterische Dokument, das sie in Tremmlingen an sich genommen hat. Widerwillig händigt sie es ihm aus, nicht wissend, dass Sebastian es heimlich ausgetauscht hat.

Wird Rigobert den Verrat bemerken? Wird Tilla Santiago de Compostela erreichen und das Herz ihres Vaters in heiliger Erde begraben können? Und was passiert in Tremmlingen mit Laux, Sebastians eingekerkertem Vater? Werden sie Tillas machthungrigen Bruder stoppen können?


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23:15
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Dolby-Digital 5.1 AudioVideotext Untertitel

Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Spielfilm, Deutschland/Frankreich 2009

(Wh.)

Länge: 103 Minuten


(ARD)


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0:55
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)

Hildegard von Bingen und die Macht der Frauen

Film von Friederike Haedecke

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Hildegard von Bingen (1098 - 1179) ist die populärste Deutsche des Mittelalters. Sie war Visionärin, Naturwissenschaftlerin, Politikerin, Komponistin, Theologin und gründete zwei Klöster.

Viele ihrer Schriften, vor allem ihre Kenntnisse der Naturheilkunde, ...

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Hildegard von Bingen (1098 - 1179) ist die populärste Deutsche des Mittelalters. Sie war Visionärin, Naturwissenschaftlerin, Politikerin, Komponistin, Theologin und gründete zwei Klöster.

Viele ihrer Schriften, vor allem ihre Kenntnisse der Naturheilkunde, haben bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Hildegards Visionen waren ein mächtiges Instrument für eine Frau ihrer Zeit. Sie schaffte es, dass der Papst ihre Visionen anerkannte.

Damit enthob sie sich des Verdachtes, eine Ketzerin zu sein. Aus heutiger Sicht besonders bahnbrechend war ihre Wahrnehmung der Natur, in der sie ein Spiegelbild der göttlichen Weltordnung sah. Auch den menschlichen Körper und die Sexualität beschrieb sie eingehend und mit großer Unbefangenheit. Von Hildegard von Bingen stammt die vermutlich erste und für eine Nonne bemerkenswert detaillierte Beschreibung des weiblichen Orgasmus.


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1:40
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (1/2)

Historischer Zweiteiler nach dem Roman von Iny Lorentz

(Wh.)


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3:10
HDTV Ausstrahlung (hochauflösendes Bildsignal)Videotext Untertitel

Die Pilgerin (2/2)

Historischer Zweiteiler nach dem Roman von Iny Lorentz

(Wh.)


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4:35

Der steinerne Zeuge

(Wh.)


(ORF/3sat)


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5:30

Hadubrandt, ein Händler aus dem Mittelalter

(Wh.)


(ARD/BR)

Sendeende: 6:15 Uhr