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Sonntag, 8. Dezember
Programmwoche 50/2013
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6:05

Im Zeichen Buddhas - Weltreligion Buddhismus

Kandy/Nepal/Pakistan/China/Laos

(aus der ARD-Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit")

Erstausstrahlung

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Im Herzen Sri Lankas, im gebirgigen Dschungel, liegt "Kanda-uda-pas-rata", einst das "verborgene Königreich in den Bergen". Die Briten eroberten 1815 die Stadt und verkürzten den Namen zu "Kandy". Bedeutendstes Bauwerk ist der Tempel Dalada Maligawa. Dort wird die ...
(ARD/SWR/3sat)

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Im Herzen Sri Lankas, im gebirgigen Dschungel, liegt "Kanda-uda-pas-rata", einst das "verborgene Königreich in den Bergen". Die Briten eroberten 1815 die Stadt und verkürzten den Namen zu "Kandy". Bedeutendstes Bauwerk ist der Tempel Dalada Maligawa. Dort wird die wichtigste Reliquie des Buddhismus in Sri Lanka aufbewahrt: ein Zahn Buddhas. Jahrhundertelang kreuzten sich im Kathmandu-Tal die Pilger- und Handelswege, dort sind Buddhismus und Hinduismus eine einzigartige Synthese eingegangen. Tausende von Stupas, Steintempel und Pagoden zeugen noch heute von der blühenden Kultur der drei großen Siedlungszentren im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Auch Alexander der Große hinterließ Spuren, als er 326 vor Christus in Taxila die älteste Siedlung Bhir Mound eroberte. Die dort entstandene Gandhara-Kultur gibt dem Buddhismus ein griechisches Gesicht. In den Yungang-Grotten hat sich der indische Buddhismus zu einer chinesischen Volksreligion gewandelt. Im 5. Jahrhundert wurde die Fremdreligion des Buddhismus von den Kaisern der Wei-Dynastie zur Staatsreligion erklärt. Sie glaubten, dass ein Volk, das dem friedfertigen Buddhismus anhängt, leichter zu beherrschen sei. Sie ließen nahe ihrer Hauptstadt Pingcheng, dem heutigen Datong, monumentale Buddha-Höhlen in die Felswand schlagen. Tief in den Bergen von Laos, am Ufer des Mekong, liegt Luang Prabang. Einst die Hauptstadt von Lane Xang, dem mächtigen Reich der "eine Million Elefanten", und über Jahrhunderte Sitz der Könige von Laos. Bis heute ist Luang Prabang Zentrum des laotischen Buddhismus. Noch immer bestimmt die Religion den Rhythmus der Stadt.
Die erste Reiseetappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" widmet sich dem Buddhismus.

Wo kommen wir her? Was hat uns geprägt? Was können wir aus unserer Vergangenheit lernen? Was hat den Verlauf der Geschichte bestimmt? Diesen Fragen geht der Thementag "In 24 Stunden um die Welt" nach. Moderator Max Moor begibt sich auf eine Zeitreise zu über 100 UNESCO-Welterbestätten. In 15-minütigen Essays aus der Reihe "Schätze der Welt - Erde der Menschheit" erzählt die Reise von der Geschichte der Religion, der Architektur, der Kunst und der wirtschaftlichen Entwicklung von der Vor- und Frühzeit bis heute. Im Naturkundemuseum in Stuttgart mit seinen Häusern Museum am Löwentor und Schloss Rosenstein spricht Max Moor zwischen den Filmen mit Abenteurern, Journalisten, Historikern und Archäologen über die verschiedenen Reiseziele. Zu Gast sind unter anderen der Journalist Ulrich Kienzle, der Fotograf und Abenteuerreisende Michael Martin, der Archäologe Frank Siegmund und Johanna Eder, Leiterin des Naturkundemuseums Stuttgart.
(ARD/SWR/3sat)


7:20

Allah zu Ehren - Weltreligion Islam

Mali/Tunesien/Spanien

Erstausstrahlung

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In der Medina, der Altstadt von Tunis, verschmolzen unter islamischem Vorzeichen viele kulturelle Traditionen: die von Berbern, Arabern, Türken und spanischen Muslimen. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert galt Tunis als eine der größten und reichsten Städte der islamischen ...
(ARD/SWR/3sat)

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In der Medina, der Altstadt von Tunis, verschmolzen unter islamischem Vorzeichen viele kulturelle Traditionen: die von Berbern, Arabern, Türken und spanischen Muslimen. Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert galt Tunis als eine der größten und reichsten Städte der islamischen Welt. Das bedeutendste Bauwerk ist die zentral gelegene Zitouna-Moschee. Sie wurde im 8. Jahrhundert von arabischen Eroberern gegründet, die Säulen der Gebetshalle stammen aus dem antiken Karthago. Die tunesische Stadt Kairouan ist die vierte heilige Stätte des Islams nach Mekka, Medina und Jerusalem. Denn als die Araber einst nach Afrika vordrangen, rammte der Heerführer Uqba ibn Nafi seinen Speer dort in den Steppenboden und gründete die erste arabische Stadt Afrikas. Kairouan trotzt der Moderne. Dort lebt man im Rhythmus des Islam. Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in den verwinkelten Souks, im Labyrinth der Gassen und Gänge. Mehrmals täglich kann man dort das Konzert unzähliger Muezzine von den über 100 Minaretten hören: der Klang einer intakten, arabisch-islamischen Altstadt. Die 700-jährige Geschichte der Araber in Spanien endete 1492 - und damit auch die 250 Jahre dauernde Herrschaft der Nasriden in Granada. Die Alhambra in Grenada war ihr Sultanspalast, genannt "Die rote Zitadelle", denn ihre Mauern erglühen im Licht der Tageszeiten in den unterschiedlichsten Rottönen. Der erste Blick von der Sierra Neva auf die schlichten Mauern verrät nicht, welche Schätze sich im Inneren des Palastes verbergen: islamische Ornamentik, ein Farbenmeer aus Kacheln und eine kunstvolle Wasser-Architektur verleihen der Alhambra orientalischen Zauber. Zu den weiteren Reisezielen der islamischen Welt zählt Timbuktu in Mali.
Im Mittelpunkt der zweiten Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" stehen Stätten des Islam.
(ARD/SWR/3sat)


8:30

Von Heiligen und Wundern - Weltreligion Christentum

Ägypten/Äthiopien/Italien/Spanien

Erstausstrahlung

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Der Berg Sinai, der Berg Moses, gehört zu den heiligsten Stätten der christlichen Glaubenswelt. Moses erhielt dort, so die Legende, die zehn Gebote. Am Fuße des Berges liegt das Kloster St. Katherina, ein griechisch-orthodoxes Zentrum, das seit dem 6. Jahrhundert ...
(ARD/SWR/3sat)

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Der Berg Sinai, der Berg Moses, gehört zu den heiligsten Stätten der christlichen Glaubenswelt. Moses erhielt dort, so die Legende, die zehn Gebote. Am Fuße des Berges liegt das Kloster St. Katherina, ein griechisch-orthodoxes Zentrum, das seit dem 6. Jahrhundert besteht. Die Basilika ist mit Ikonen von unschätzbarem Wert geschmückt, die Bibliothek beherbergt neben dem Vatikan die wertvollste Schriftensammlung der Glaubensgeschichte. Engel sollen am Bau der Felskirchen von Lalibela beteiligt gewesen sein. Auf 2.600 Metern Höhe begannen vor über 800 Jahren unbekannte Handwerker auf Geheiß eines christlichen Königs, mehrstöckige Kirchen in die rote Basaltlava zu meißeln. Die Fertigkeit, solch monumentale Gebäude mit größter Präzision aus einem einzigen Felsblock zu formen, ist mittlerweile verloren gegangen. Der Jakobsweg ist über 1.000 Jahre alt. Millionen Menschen aus ganz Europa sind ihn bis heute gegangen. Ziel der Pilger ist die Kathedrale von Santiago de Compostela mit dem legendären Grab des Apostels Jakobus. Steile Pässe, endlose Ebenen unter einer sengenden Sonne, regennasse Tage auf aufgeweichten Straßen, eiskalte Winde auf den Höhen der Berge: Nichts bleibt dem Pilger erspart. So überrascht es nicht, dass für viele mittelalterlichen Reisende der Weg nach Santiago ein Weg in den Tod war. Geblieben sind die Kirchen und Kathedralen längs des Weges. Weitere christliche Reiseziele sind Assisi in Italien und Avila in Spanien.
Im Rahmen des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt", stehen auf dieser Etappe Stätten des Christentums im Fokus.
(ARD/SWR/3sat)


9:45

Amerika vor der Kolonialisierung

Kanada/USA/Guatemala/Peru

Erstausstrahlung

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Vor der Kulisse der Rocky Mountains erstreckt sich die Hochebene der Great Plains mit Weideland soweit das Auge reicht. Dort finden sich auch einige der ältesten Jagdplätze in Nordamerika, darunter der legendäre "Head-Smashed-In". Schon vor rund 6.000 Jahren jagten die ...
(ARD/SWR/3sat)

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Vor der Kulisse der Rocky Mountains erstreckt sich die Hochebene der Great Plains mit Weideland soweit das Auge reicht. Dort finden sich auch einige der ältesten Jagdplätze in Nordamerika, darunter der legendäre "Head-Smashed-In". Schon vor rund 6.000 Jahren jagten die Blackfoot-Indianer dort Bisons. Nahe der Stelle die in Amerika "Four Corner", genannt wird - dort treffen die vier Staaten Utah, Colorado, Arizona und New Mexico aufeinander - findet sich ein magischer Platz der amerikanischen Ureinwohner: Mesa Verde. Fast 900 Jahre war dieser Ort vergessen. Erst 1888 entdeckten zwei Cowboys Mesa Verde wieder. Die riesige Siedlung der Anasazi-Stämme mit insgesamt fast 4.000 Gebäuden geht etwa auf das Jahr 1000 zurück. Taos Pueblo, im Tal des Rio Grande, ist das wahrscheinlich älteste Dorf der USA. Die ältesten Gebäude gehen ebenfalls auf die Anasazi-Kultur zurück. Machu Picchu, der "Alte Gipfel", ist eine Ruinenstadt der Inka in Peru und zugleich eine der größten Touristenattraktionen Südamerikas. Täglich besuchen mehr als 2.000 Menschen die Sehenswürdigkeit. Über die Stadt existieren keine Überlieferungen, doch die Forschung geht heute davon aus, dass sie bis zu 4.000 Einwohner hatte und Mitte des 15. Jahrhunderts gebaut wurde. Das Ende von Machu Picchu ist ebenfalls noch ungeklärt. Auch Tikal, die versunkene Mayastadt in Guatemala, und Anthony Island, die Heimat der Haida in Kanada, sind Ziele dieses Reiseabschnitts.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" erkundet, wie Amerika vor der Kolonialisierung aussah. Als Gesprächsgast begrüßt Max Moor den Archäologen Frank Siegmund.
(ARD/SWR/3sat)


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11:15

Afrika vor der Kolonialisierung

Äthiopien/Kenia/Tansania/Togo/Ghana/Südafrika

Erstausstrahlung

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Wenn die Nebelschwaden von den Kraterhängen des Ngorongoro hinabziehen, bricht ein neuer Tag an. Mit ihm kommen Elefanten, Gazellen und Antilopen, Paviane und Meerkatzen, Löwen und Schakale. Sie alle drängen sich in das Tal des Vulkankraters. In dessen Mitte liegt ein ...
(ARD/SWR/3sat)

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Wenn die Nebelschwaden von den Kraterhängen des Ngorongoro hinabziehen, bricht ein neuer Tag an. Mit ihm kommen Elefanten, Gazellen und Antilopen, Paviane und Meerkatzen, Löwen und Schakale. Sie alle drängen sich in das Tal des Vulkankraters. In dessen Mitte liegt ein Natronsee, der in der Trockenzeit größtenteils verdunstet. Das verbleibende Wasser leuchtet rosa von den dort lebenden Flamingos. Tagsüber treibt der Stamm der Massai sein Vieh den Kraterrand hinunter und lässt es dort weiden - Seite an Seite mit den wilden Tieren. Der Wasserreichtum hat aus dem Ngorongoro-Krater ein Land im Überfluss gemacht, ein Paradies für Wildtiere und eine Arche für bedrohte Arten. Das Volk der Batammariba ist ab dem 16. Jahrhundert aus dem heutigen Burkina Faso nach Koutammakou in der nördlichen Grenzregion zwischen Benin und Togo eingewandert. Die Batammariba galten als stolze Rebellen. Weit verstreut in der Savanne Westafrikas am Rand der Atacora-Berge liegen ihre Dörfer. In ihren burgartigen Häusern schotten sie sich von der modernen Welt ab. Zu dem Baumaterial Lehm haben die Batammariba eine besondere Beziehung: Die Erde ist für sie der Ursprung allen Lebens und gleichzeitig der Platz für die Toten. Die Drakensberge haben viele Namen. Die ersten Europäer dachten bei dem zackigen, alles überragenden Basaltmassiv wohl zuerst an Drachen. "uKhahlamba", eine "Barriere aus Speeren", sahen die Zulu in der 250 Kilometer langen Felsmauer. Das "Dach Südafrikas", zwischen Johannesburg und Durban gelegen, ist so hoch, dass die Regenwolken vom Indischen Ozean an ihm hängen bleiben. Gewaltige Wassermassen regnen dort jedes Jahr ab und lassen eine fruchtbare Landschaft erblühen.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" erkundet, wie Afrika vor der Kolonialisierung ausgesehen hat.
(ARD/SWR/3sat)


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12:45

Landschaften - Ein Spiegel der Geologie

Madagaskar/Seychellen/Sambia/Simbabwe/Niger/

Senegal/USA/Ecuador

Erstausstrahlung

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Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinanderdriftete, blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Während es auf den Kontinenten zu gewaltigen Veränderungen kam, blieb auf der Insel alles wie es war. Erst vor 1.000 Jahren begannen ...
(ARD/SWR/3sat)

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Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinanderdriftete, blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Während es auf den Kontinenten zu gewaltigen Veränderungen kam, blieb auf der Insel alles wie es war. Erst vor 1.000 Jahren begannen Einwanderer diese urkontinentale Landschaft zu verändern. Nur wenige Landschaften konnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das Naturreservat "Tsingy" stellt einer Besiedelung eine natürliche Barriere entgegen: bizarre, nadelförmige Felsformationen. Wind- und Regenerosion haben aus Korallenriffen zahllose, bis zu 30 Meter hohe Felsspitzen geformt. Bis heute ist das Gebiet mit seinen Höhlen, Schluchten und Flüssen in weiten Teilen unzugänglich und kaum erforscht. Bis vor 40 Jahren war der urzeitlich anmutende Palmenwald in einem abgelegenen Hochtal der Seychelleninsel Praslin noch völlig unberührt. Dort wächst die seltene Seychellen-Palme. Ihre Besonderheit ist der bis zu 20 Kilo schwere Samen "Coco de Mer", der größte Samen der Welt. Der Yosemite Park in der Sierra Nevada bietet ein grandioses Naturerlebnis: Im Winter bleiben die Berge oft lange hinter dichten Wolken verborgen. Im Frühjahr, wenn der Schnee in den Bergen der Sierra Nevada geschmolzen ist, lassen Bäche und Flüsse das Eiswasser in unzähligen Kaskaden und Wasserfällen zu Tal stürzen. Karg und bizarr ragen die Vulkane des Galapagos-Archipels aus den Fluten des Pazifischen Ozeans. Vor fünf Millionen Jahren durchstieß glühend heiße Lava die dort extrem dünne Erdkruste und brachte den ersten Vulkan hervor. Dieser wurde mit der nach Südosten driftenden Nazca-Platte verschoben und machte Platz für neue Vulkane und Inseln. Weitere Naturwunder sind die Victoria-Fälle, das Air-Gebirge, die Wüste Ténéré sowie das Vogelparadies Djoudj.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" stellt beeindruckende Landschaften vor. Max Moors Gesprächspartner ist der Diplomgeograf, Fotograf und Autor Michael Martin.
(ARD/SWR/3sat)


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14:30

Urgewalten - Wie unsere Erde entstand

Island/Russland/Italien/USA

Erstausstrahlung

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Island, das Land am Polarkreis, war in der Eiszeit vollkommen vergletschert. Heute bedecken die Gletscher noch mehr als zehn Prozent der Oberfläche. In Island prägen Flüsse und Seen das Bild der Landschaft, Gestein zerbröselt, Vulkane brechen aus, Wasserfälle springen ...
(ARD/SWR/3sat)

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Island, das Land am Polarkreis, war in der Eiszeit vollkommen vergletschert. Heute bedecken die Gletscher noch mehr als zehn Prozent der Oberfläche. In Island prägen Flüsse und Seen das Bild der Landschaft, Gestein zerbröselt, Vulkane brechen aus, Wasserfälle springen aus den Bergen. Im Nationalpark Thingvellir treffen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte aufeinander. Die "Grenze" zwischen beiden Kontinenten ist eine fünf bis sechs Kilometer breite Zone, durchzogen von mehr oder weniger parallelen Klüften. Die russische Halbinsel Kamtschatka ist ein Eldorado für Vulkanforscher. 168 Vulkane, unzählige Geysire und Schwefelseen markieren dort nur den sichtbaren Rahmen für ein Phänomen, das Geowissenschaftler als das Herz des "Pacific Ring of Fire" deuten. Erdbeben und Vulkanerruptionen erschüttern die 1.200 Kilometer lange Halbinsel im Wochenrhythmus. Graugelber Schwefelschlamm, giftige Dämpfe und schwarze Asche - es brodelt im Tyrrhenischen Meer. Wo sich die Kontinentalplatte Afrikas unter die eurasische schiebt, entstand Vulkanismus. Nach und nach erhoben sich Feuerberge aus dem Meer und bildeten Inseln, die heute wie ein Siebengestirn vor der Nordküste Siziliens liegen: Lipari, Vulcano, Stromboli, Salina, Panarea, Alicudi und Filicudi. Vulkanismus prägt die einzigartige Landschaft dieser äolischen Inselgruppe. 1.800 Meter tief, 30 Kilometer breit, 446 Kilometern lang: Das ist der Grand Canyon. Es gibt Schluchten, die tiefer sind als er, es gibt auch engere - doch so grandios, Ehrfurcht gebietend und berühmt ist keine zweite. Als "geheimnisvolles Sinnbild aller Landschaften", beschrieb Simone de Beauvoir den Grand Canyon. Und Theodore Roosevelt zeigte sich 1903 bei einem Besuch so beeindruckt, dass er alle Anwesenden beschwor: "Bewahrt ihn für eure Kinder, für eure Enkel, für alle die nach euch kommen."
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" zeigt, "Wie unsere Erde entstand".
(ARD/SWR/3sat)


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15:30

Ein Blick zur Urzeit

Deutschland/Schweiz/Italien/China

Erstausstrahlung

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Was Pompeji für die Archäologie ist, ist Messel für die Paläontologie. Vor 49 Millionen Jahren war die Ölschiefergrube im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein blühender Lebensraum, ein See, gelegen in einem tropischen Regenwald. Heute gibt es dort ungewöhnlich viele ...
(ARD/SWR/3sat)

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Was Pompeji für die Archäologie ist, ist Messel für die Paläontologie. Vor 49 Millionen Jahren war die Ölschiefergrube im Landkreis Darmstadt-Dieburg ein blühender Lebensraum, ein See, gelegen in einem tropischen Regenwald. Heute gibt es dort ungewöhnlich viele Fossilien auf engem Raum, und kaum irgendwo sind sie so gut erhalten wie dort. Einer der berühmtesten Funde ist das "Urpferd", ein Vorfahre des heutigen Pferdes. Der Reichtum und die Vielfalt versteinerter Überreste ist am Monte San Giorgio weltweit einmalig. Pyramidenförmig ragt er aus dem Luganersee. Der 1.096 Meter hohe Berg birgt die Geheimnisse der Urgeschichte des Lebens auf der Erde von vor über 200 Millionen Jahren. Die ersten Funde von versteinerten Meeressauriern, die aus der Zeit der mittleren Trias stammen, wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gemacht. Heutige Grabungen können immer noch Unbekanntes enthüllen, neue Funde können Lücken schließen im Wissen der Entwicklungsgeschichte des Lebens auf der Erde. Vor einem halben Jahrhundert kamen einige der führenden Archäologen der Welt in Zhoukoudian, rund 40 Kilometer südwestlich von Peking, zusammen, um gemeinsam an einer der größten Ausgrabungen der Geschichte teilzunehmen. Sie suchten nach Beweisen für eine Zwischenstufe in der menschlichen Entwicklung. Nach Monaten wurde eine Schädeldecke gefunden, anhand derer man auf die Größe des Gehirns schließen konnte: Ein direkter Vorfahre in der menschlichen Evolution war gefunden, der "Pekingmensch".
Diese Etappe des 3sat-Thementages "In 24 Stunden um die Welt" führt zurück in die Urzeit.
(ARD/SWR/3sat)


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16:30

Eine Reise in die Eiszeit

Argentinien/Kanada/Russland/Grönland/

Schweiz/Deutschland

Erstausstrahlung

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In Patagonien, im südlichsten Teil Amerikas, liegt der Nationalpark Los Glaciares mit seinen 13 Gletschern. Das Gebiet gehört zu Chile und Argentinien. Der größte der Eisriesen ist der Perito Moreno. Er ist einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen und walzt ...
(ARD/SWR/3sat)

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In Patagonien, im südlichsten Teil Amerikas, liegt der Nationalpark Los Glaciares mit seinen 13 Gletschern. Das Gebiet gehört zu Chile und Argentinien. Der größte der Eisriesen ist der Perito Moreno. Er ist einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen und walzt alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Die Gewalt der blauen Kälte schleift gigantische Felsen ab und versperrt Wasserwege. Dieser Gletscher ist einer der wenigen auf der Erde, der noch wächst. Die Rocky Mountains sind eine Barriere aus Felsen und Eis. Das Gebirge erstreckt sich auf einer Länge von rund 5.000 Kilometern von Alaska bis nach New Mexiko. Die Rockeys sind damit etwa viermal so groß wie die Alpen. Blaue Seen, Wasserfälle, schneebedeckte Berggipfel, eisige Gletscher und unberührte Wälder ergeben eine vielfältige und beeindruckende Naturlandschaft. Der Aletsch ist der mächtigste Gletscher der Schweizer Alpen. Über 22 Kilometer zieht er sich vom Jungfraujoch zum Rhonetal hinab: 86 Quadratkilometer Eis, Tausende von Jahren alt und sich immer wieder erneuernd. Aber auch der Aletsch wird kleiner. Aufgrund der steigenden Temperaturen zieht er sich, wie alle Alpengletscher, deutlich zurück. Nirgendwo auf der nördlichen Halbkugel lässt sich das Kalben eines Gletschers eindrucksvoller beobachten als am Ilulissat Eisfjord an der grönländischen Westküste, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Metern pro Tag schieben sich die Eismassen des Sermeq-Kujalleq-Gletschers unter mächtigem Getöse in den 1.000 Meter tiefen Eisfjord. Neben dem russischen Wrangel Island, nur wenige Seemeilen vor der arktischen Packeisgrenze gelegen, ist das Weltnaturerbe Wattenmeer Gegenstand dieses Reiseabschnitts.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt zurück in die Eiszeit. Zu Gast bei Max Moor ist der Diplomgeograf Michael Martin.
(ARD/SWR/3sat)


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18:00

Rätsel der Steinzeit

Großbritannien/Irland/Deutschland/Frankreich/

Italien/Österreich/Schweiz/Slowenien

Erstausstrahlung

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Die Hochebene von Salisbury in Südengland ist eine raue und nicht sehr einladende Gegend, in der oft ein kalter und schneidender Wind weht. Vor etwa 5.000 Jahren, in der Jungsteinzeit, lebten dort Menschen, von denen man heute nur wenig weiß. Doch was sie und die ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Hochebene von Salisbury in Südengland ist eine raue und nicht sehr einladende Gegend, in der oft ein kalter und schneidender Wind weht. Vor etwa 5.000 Jahren, in der Jungsteinzeit, lebten dort Menschen, von denen man heute nur wenig weiß. Doch was sie und die nachfolgenden Generationen hinterlassen haben, ist beeindruckend: die Steinkreise und Hügelgräber der Megalith-Kultur. Stonehenge ist das bekannteste dieser Monumente. In der Umgebung von Newgrange finden sich noch zwei weitere Grabstätten: Knowth, das Hauptgrab, ist umgeben von Satellitengräbern, und Dowth. Die Gräber gehören zu den wichtigsten archäologischen Landmarken dieser Erde. Alle drei liegen nördlich von Dublin in einer Biegung des Flusses Boyne. "Bend of Boyne" wird das Ensemble daher auch genannt. Orkney ist eine Inselgruppe zwischen Nordsee und Atlantik, etwa zehn Meilen nördlich vom schottischen Festland entfernt. Die ersten Siedler kamen in der Jungsteinzeit dorthin. Orkney besitzt das besterhaltene prähistorische Dorf Nordeuropas: Skara Brae. Den Höhepunkt neolithischer Baukunst bildet jedoch das Kammerngrab von Maes Howe. Mitten auf einer Viehweide führt ein elf Meter langer Tunnel in einen künstlichen Hügel, das Totenreich der Steinzeitmenschen und eine meisterhafte Kuppelkonstruktion mit Strebepfeilern und Kragsteingewölbe. Viele der kunstvoll geschichteten Steine sind übersät mit Runen der Wikinger. Sie waren die ersten Fremden auf Orkney.
In dieser Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" geht es um Spuren der Steinzeit. Max Moors Gesprächspartner ist der Archäologe Frank Siegmund.
(ARD/SWR/3sat)


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19:00

Die Entstehung der Kunst

Frankreich/Namibia/Botswana/Australien

Erstausstrahlung

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Das Tal der Vézère im Zentrum Frankreichs ist ein Paradies für Archäologen. Die Schmelzwasser der Gletscher wuschen den Kalksandstein aus, so entstanden viele, zum Teil versteckte, Höhlen. Als 1940 einige Kinder voller Neugier durch den Wald streiften, hielten ...
(ARD/SWR/3sat)

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Das Tal der Vézère im Zentrum Frankreichs ist ein Paradies für Archäologen. Die Schmelzwasser der Gletscher wuschen den Kalksandstein aus, so entstanden viele, zum Teil versteckte, Höhlen. Als 1940 einige Kinder voller Neugier durch den Wald streiften, hielten Forscher das Gebiet und seine Höhlen längst für erforscht. Durch Zufall entdeckten die jungen Abenteurer aber die Höhlen von Lascaux. Und was sie dort fanden, ließ nicht nur sie staunen: einige der ältesten bekannten Abbildungen der Menschheitsgeschichte. Im tropischen Norden Australiens leben seit über 50.000 Jahren Menschen. Wann genau die Gagudju, die Ureinwohner Kakadus, anfingen, ihre Geschichte und Mythen auf Fels zu malen, kann niemand mit Sicherheit sagen, doch es steht fest, dass die Rock-Art von Kakadu zu den ältesten Kunstwerken der Welt gehört. Die Aborigines haben diese Tradition bis in die jüngste Vergangenheit weitergeführt. Nayambolmi, auch Barramundi Charlie genannt, war der letzte der Mann, der den Rang hatte und befugt war, auf die Felsen von Nourlangie Rock zu malen. Er starb 1965. Kakadu hat mit über 3.500 Felskunst-Fundorten eine kaum zu überblickende Fülle von Kunst und Geschichte der Ureinwohner Australiens. "Berge der Götter" werden die Tsodilo-Berge in Botswana von den Einheimischen ehrfurchtsvoll genannt. Die ältesten Felszeichnungen sollen dort vor über 20.000 Jahren entstanden sein. Die größte Sammlung von Felsgravuren in Afrika findet sich in Namibia, in dem Tal Twyfelfontein, 800 Kilometer von Windhoek entfernt. 2.500 Felsgravuren wurden dort gefunden, die ältesten sind 5.000 Jahre alt.
Diese Etappe des 3sat-Thementages "In 24 Stunden um die Welt" erkundet die Entstehung der Kunst. Zu Gast bei Max Moor ist Professor Dr. Johanna Eder, Leiterin des Naturkundemuseum Stuttgart, das mit über elf Millionen Sammlungsobjekten zu den großen deutschen Naturkundemuseen zählt.
(ARD/SWR/3sat)


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20:15

Frühe Hochkulturen

Türkei/Sudan/Ägypten/Jordanien/Chile

Erstausstrahlung

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Die Königsstadt Theben, am Ostufer des Nils gelegen, beherrschte vier Jahrhunderte lang Ägypten. Seine Blütezeit erlebte Theben im Neuen Reich während der 18. Dynastie. Die Stadt war größer als Luxor, Karnak und die umliegenden Dörfer es heute zusammen sind. ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Königsstadt Theben, am Ostufer des Nils gelegen, beherrschte vier Jahrhunderte lang Ägypten. Seine Blütezeit erlebte Theben im Neuen Reich während der 18. Dynastie. Die Stadt war größer als Luxor, Karnak und die umliegenden Dörfer es heute zusammen sind. Unermesslich alt war der Hauptort Oberägyptens schon zu Ramses Zeiten um 1280 vor Christus - und trotzdem vergänglich, weil er aus getrockneten Nilschlammziegeln gebaut wurde. Nur die Tempel aus Stein sind geblieben: der Luxor-Tempel und die riesige Tempelstadt von Karnak. Als Ägypten um 2.900 vor Christus zu einem Großreich vereinigt wurde, wählten die Pharaonen das im südlichen Nildelta gelegene Memphis als Hauptstadt. Die Epoche der Pyramidenbauten, die im Alten Reich einsetzte, fand ihren Höhepunkt in den großen Pyramiden von Gizeh. Wenn die Karawanen auf der antiken Weihrauchstraße die Wüsten des heutigen Saudi Arabiens hinter sich gelassen hatten, dann kamen sie in die Berge. Im Wadi Musa, dem "Tal des Moses", stießen sie auf eine Stadt, die griechische Geschichtsschreiber "Petra" genannt hatten - "der Fels". Dort herrschte vor 2.000 Jahren ein mächtiger Nomadenstamm, die Nabatäer. Sie waren zu Reichtum gekommen durch die Zölle, die sie den vorbeiziehenden Karawanen abverlangten. Die meisten Gebäude Petras, etwa 600, sind Grabmäler. Die rätselhaften Steinriesen der Osterinsel sind stumme Zeugen einer wenig bekannten Vergangenheit. Wer hat diese Monumentalfiguren gemeißelt? Welche Bedeutung hatten sie? Vermutlich stammen sie von Polynesiern, die die Insel zwischen dem 4. und 12. Jahrhundert besiedelt haben. Warum aber ist deren Kultur der Osterinsel untergegangen?
Diese Reisetappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt zu frühen Hochkulturen. Zu Gast bei Max Moor ist der Journalist, Autor und Nahostexperte Ulrich Kienzle.
(ARD/SWR/3sat)


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22:00

Die Antike - Wurzel unserer Zivilisation

Italien/Griechenland/Türkei/Libanon

Erstausstrahlung

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Farblos, abstrakt, eine Angelegenheit für Geschichtsforscher wäre das Römische Reich ohne Pompeji geblieben. Aber die Ausgrabung dieser Geisterstadt im Golf von Neapel, die 62 nach Christus ein Erdbeben zerstört hatte, macht die alten Römer wieder lebendig - zumindest ...
(ARD/SWR/3sat)

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Farblos, abstrakt, eine Angelegenheit für Geschichtsforscher wäre das Römische Reich ohne Pompeji geblieben. Aber die Ausgrabung dieser Geisterstadt im Golf von Neapel, die 62 nach Christus ein Erdbeben zerstört hatte, macht die alten Römer wieder lebendig - zumindest in den Vorstellungen der Besucher. In 600 Jahren Stadtgeschichte haben viele Kulturen Pompeji auf- und umgebaut. Der Wiederaufbau war noch gar nicht abgeschlossen, als am 24. August 79 der Vesuv ausbrach und Pompeji unter einer sechs Meter dicken Schicht aus Asche und Bimssteinkieseln verschüttete - und konservierte. Der Kaiser entschied, die Orte nicht wieder aufzubauen. Pompeji geriet in Vergessenheit. In Olympia auf den Peleponnes wurden ab 776 vor Christus Olympische Spiele abgehalten. Rund 1.000 Jahre lang - bis Erdbeben, historische Umwälzungen und die schlammigen Fluten des Flusses Kladeos das Feld der Ehre versinken ließen. 1.000 Jahre sportliche Großtaten, Ringen um Ehre und Ölzweig, Geschichten von Helden, Halbgöttern und Skandalen: In Olympia lassen sich die Reste von Siegerstatuen, Säulen und Tempeln wie ein sportlicher und kultischer Almanach lesen. Noch heute herrscht dort jeden Sommer Volksfeststimmung. Zu den weiteren Stationen der Reise zu den Wurzeln unserer Zivilisation zählen Delphi in Griechenland, Pamukkale in der Türkei, Baalbek im Libanon sowie das sagenumwobene Troja.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt zurück in die Antike.
(ARD/SWR/3sat)


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0:00

Vom Reichtum der Erde

Kuba/Mexiko/Schweden/Österreich/Deutschland

Erstausstrahlung

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Trinidad ist Kubas koloniale Vorzeigestadt. Diego Velazquez, erster Gouverneur der Insel, gründete die Stadt 1514 in der Hoffnung, in den nahe gelegenen Flüssen Gold zu finden. Diese Hoffnung zerstob, doch Trinidad kam durch Zucker und den damit verbundenen Sklavenhandel ...
(ARD/SWR/3sat)

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Trinidad ist Kubas koloniale Vorzeigestadt. Diego Velazquez, erster Gouverneur der Insel, gründete die Stadt 1514 in der Hoffnung, in den nahe gelegenen Flüssen Gold zu finden. Diese Hoffnung zerstob, doch Trinidad kam durch Zucker und den damit verbundenen Sklavenhandel zu Reichtum. Östlich von Trinidad liegt das Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war dort das Zentrum der kubanischen Zuckerindustrie. Neben dem Tabak ist Zuckerrohr das wichtigste Erzeugnis Kubas - früher und heute. Noch immer lebt jeder sechste Kubaner vom Zucker. Das Tal der Zuckermühlen ist auch ein Denkmal für die über eine Million Sklaven, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf den Feldern und in den Fabriken arbeiten mussten. 2006 hat die UNESCO die Agavenlandschaft und die Produktionsstätten in und um den Ort Tequila in Mexiko zum Weltkulturerbe ernannt. Die meisten der 35.000 Einwohner leben von ihrem Schnaps. 1795 erteilte der spanische König eine Lizenz zur Herstellung des Mezcal-Weins, wie der Tequila früher genannt wurde. Im österreichischen Hallstatt befindet sich das älteste Salzbergwerk der Welt. Schon zu prähistorischen Zeiten bauten Menschen in einer hoch entwickelten Kultur das "Weiße Gold" ab. Hallstatt konnte wegen seiner Lage zwischen einem See und einem Berg nie sehr groß werden, aber das Salz brachte fortwährenden Wohlstand mit sich. Auch die schwedische Kupfermine Falun und die Zeche Zollverein Essen sind Ziele dieses Reiseabschnitts.
Diese Reiseetappe des Thementages "In 24 Stunden um die Welt" widmet sich dem Reichtum der Erde.
(ARD/SWR/3sat)


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1:55

Die Renaissance - ein Weltbild wird gestürzt

Italien/USA/Bulgarien

Erstausstrahlung

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Mantua, das durch William Shakespeares Liebesdrama "Romeo und Julia" Berühmtheit erlangte, ist eine Hochburg der Renaissance. Gut 300 Jahre war es das Geschlecht der Gonzaga, das der Stadt in der Lombardei zur wirtschaftlichen Blüte verhalf und sie zu einem Zentrum der ...
(ARD/SWR/3sat)

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Mantua, das durch William Shakespeares Liebesdrama "Romeo und Julia" Berühmtheit erlangte, ist eine Hochburg der Renaissance. Gut 300 Jahre war es das Geschlecht der Gonzaga, das der Stadt in der Lombardei zur wirtschaftlichen Blüte verhalf und sie zu einem Zentrum der Kultur machte: Stadt des Dichters Virgil, des Musikers Claudio Monteverdi, des Malers Andrea Mantegna. Kaum eine zweite Metropole hat so viel zum neuzeitlichen Kulturerbe beigetragen wie Florenz. An diesem Ort in der Toskana lebten die bedeutendsten Künstler vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Dante Alighieri schrieb dort seine "Göttliche Komödie", Giotto, Botticelli, Michelangelo, Leonardo und Brunelleschi wirkten an den Ufern des Arno. Eine der wohl berühmtesten Kunstsammlungen der Welt befindet sich im Palazzo degli Uffizi, wo die Fürsten der Medici Werke der besten Künstler ihre Zeit zusammentrugen. in Pisa wurden die mächtige Kathedrale, der Turm, das riesige Baptisterium und der Monumentalfriedhof vom 11. bis zum 14. Jahrhundert errichtet - als Zeichen der Macht, zu der die Stadt seit dem 10. Jahrhundert aufgestiegen war. Sinnbild dieser Macht ist der schiefe Turm. Gebaut auf einst sumpfigem Gebiet, kippte er bald nach Baubeginn in Schräglage. Galileo Galilei hat dort sein Experiment zum freien Fall durchgeführt. Der berühmte Sohn der Stadt erschütterte mit seinen Experimenten, Schriften und astronomischen Forschungen das christliche, mittelalterliche Weltbild. Weitere Stationen sind unter anderem auch die Renaissance-Stadt Ferrara und das Kloster Santa Maria delle Grazie, wo Leonardo da Vincis "Das Abendmahl" den Speisesaal schmückt.
Auf dieser Etappe des Thementags "In 24 Stunden um die Welt" steht die Renaissance im Mittelpunkt.
(ARD/SWR/3sat)


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3:55

Die Eroberung der Welt

Portugal/Dominikanische Republik/Bolivien/Brasilien/

Argentinien/Benin/Senegal

Erstausstrahlung

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Die Stadt Santo Domingo wurde nach dem Ostersonntag benannt, an dem Christoph Kolumbus die Insel erreichte. Kolumbus taufte sie "Hispaniola", "kleines Spanien". Santo Domingo machte er zur Hauptstadt der heutigen Dominikanischen Republik. 1.000 Meilen vom europäischen ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Stadt Santo Domingo wurde nach dem Ostersonntag benannt, an dem Christoph Kolumbus die Insel erreichte. Kolumbus taufte sie "Hispaniola", "kleines Spanien". Santo Domingo machte er zur Hauptstadt der heutigen Dominikanischen Republik. 1.000 Meilen vom europäischen Festland entfernt liegt Angra de Heroismo. Die Hauptstadt der Azoren wurde zum Versorgungshafen für Entdeckungsreisen, zur Zwischenstation für mit Schätzen beladene Karavellen, zum Knotenpunkt zwischen vier Kontinenten. Die Vielzahl der Kirchen und Klöster dort lässt erahnen, wie sehr die katholische Kirche von den Eroberungszügen profitierte. Der Freiheitsheld Simon Bolívar begann 1809 in Sucre den ersten Guerillakrieg in der Geschichte Südamerikas. Es dauerte 16 Jahre, bis Bolívar und seine Männer die Spanische Herrschaft 1825 beendeten. Bolívars Denkmal steht heute überall in Südamerika. Sogar ein Land wurde nach ihm benannt: Bolivien. Im brasilianischen Ouro Preto wurden Sklaven in Ketten an reiche Minenbesitzer verkauft. Einst war die Stadt im Goldrausch. Spuren des Reichtums finden sich in der Kirche Nossa Senhora do Pilar: Nahezu 400 Kilogramm Blattgold wurden auf die Figuren und Holzschnitzereien aufgetragen. All das Gold wurde durch Sklavenarbeit aus den Bergwerken geholt.Weitere Stationen der Reise sind Potosí in Bolivien, wo es einmal die reichsten Silberminen der Welt gab, sowie Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, wo 1599 die Jesuiten mit dem Bau eines Gebäudekomplexes begannen, der zum Zentrum ihrer Missionsarbeit in Lateinamerika werden sollte. Auch die frühere Hauptstadt des Königreichs Dahomey, Abomey, in Benin, und die Ile Saint Louis im Senegal, die 1659 von den Franzosen besiedelt wurde, sind Bestandteil dieser Reiseetappe.
Der letzte Abschnitt des Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt zurück in die Zeiten der Welteroberung.
(ARD/SWR/3sat)

Sendeende: 6:00 Uhr