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Sonntag, 2. Dezember
Programmwoche 49/2012
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5:55

Am Ende der Welt

Äthiopiens Afar-Provinz


6:00

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Mythen, Legenden und ein vergessenes Paradies

Australien und Ozeanien

Australien / Marshall Inseln

Erstausstrahlung

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Einer Legende des Butchulla-Stammes von der australischen Insel Fraser Island zufolge schuf Beeral, der mächtige Gott der Traumzeit, die Menschen. Da es keinen Ort gab, an dem sie leben konnten, schickte Beeral seinen Boten Yendingie und die Göttin K'gari vom Himmel ...
(ARD/SWR/3sat)

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Einer Legende des Butchulla-Stammes von der australischen Insel Fraser Island zufolge schuf Beeral, der mächtige Gott der Traumzeit, die Menschen. Da es keinen Ort gab, an dem sie leben konnten, schickte Beeral seinen Boten Yendingie und die Göttin K'gari vom Himmel herunter, um die Erde zu schaffen. Als sie ihr Werk vollendet hatten, war es so schön, dass K'gari auf der Erde bleiben wollte. Deshalb verwandelte Yendingie sie in eine wunderschöne Insel. Fraser Island, mit über 120 Kilometern Länge und einer Fläche von 184.000 Hektar die größte Sandinsel der Welt, wurde 1992 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Wann genau die Gagudju, die Ureinwohner Kakadus im tropischen Norden Australiens, anfingen, ihre Geschichte und Mythen auf Fels zu malen, kann niemand mit Sicherheit sagen. Doch fest steht, die Felsmalerei von Kakadu gehört zu den ältesten der Welt. Kakadu hat mit über 3.500 Fundorten eine kaum zu überblickende Fülle von Kunst und Geschichte der Ureinwohner Australiens. Bikini ist ein winziges Atoll in der Weite des Pazifischen Ozeans: Über Jahrhunderte hinweg ernährten sich die Bewohner von dem, was auf der Insel wuchs und was das Meer ihnen gab. Ihre Abgelegenheit bewahrte sie vor Eroberungen. Das Bikini-Atoll war bis 1946 so etwas wie ein Paradies. Dann machten die USA daraus eine Militärbasis und siedelten die Einwohner um. Es folgten Wasserstoffbomben-Tests, deren Vernichtungskraft tausendmal stärker war als die der Hiroshima-Bombe. Heute leben viele Nachfahren der Ureinwohner auf der Hauptinsel der Marshallinseln Majuro. Ein Treuhandfond zahlt jedem Nachkommen von Bikini jährlich 600 Dollar Kompensation. Doch der Verlust, den sie ertragen, ist damit nicht beglichen - die Sehnsucht nach ihrer Heimat nicht erloschen. Bikini wurde 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.
Die erste Reiseetappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt auf der Suche nach Mythen, Legenden und einem vergessenen Paradies zu drei Welterbestätten in Australien und im Pazifik.

1972, vor 40 Jahren, verabschiedete die UNESCO - die Kulturorganisation der Vereinten Nationen - die Welterbekonvention. Das Wissen um die kulturelle Vergangenheit der Menschheit und ihre Geschichte sei zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten, so begründete damals die UNESCO ihre Initiative. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Welterbeliste reist 3sat am Thementag "In 24 Stunden um die Welt" zu rund 150 der insgesamt 962 Welterbestätten weltweit. Der Tag wird aus 15-minütigen Essays der 3sat-Reihe "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" zusammengestellt. Bislang wurden für die Reihe Filme von 402 UNESCO-Welterbestätten gedreht. Dieter Moor moderiert den Thementag an verschiedenen Stätten am Bodensee, unter anderem aus dem Pfahlbaumuseum Unteruhldingen.

(ARD/SWR/3sat)


6:45

Rätsel, Mythen und Legenden

Chile / Australien / Äthiopien / Türkei / Griechenland /

Frankreich / Peru

Erstausstrahlung

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Die Erde wurde komplett vermessen. Man fliegt in den Weltraum und taucht in die Tiefen der Ozeane - und doch halten sich hartnäckig Geschichten von Göttern und Hellsehern, von unerklärlichen Phänomenen und geheimnisvollen Orten. Überall auf der Welt gibt es solche ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Erde wurde komplett vermessen. Man fliegt in den Weltraum und taucht in die Tiefen der Ozeane - und doch halten sich hartnäckig Geschichten von Göttern und Hellsehern, von unerklärlichen Phänomenen und geheimnisvollen Orten. Überall auf der Welt gibt es solche Orte voller Rätsel, Mythen und Legenden: zum Beispiel die rätselhaften Steinriesen der Osterinsel oder Ayers Rock in Australien als geografischer Landmark für die "Traumzeit". Die Königin von Saba wiederum ist eine biblische Gestalt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eine Reise zum Hof König Salomons in Jerusalem unternommen haben soll. Ob ihr Reich in der Region um Aksum in Äthiopien gelegen hat, ist ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin wirklich gelebt hat. Hat es die Stadt Troja, die Homer in der "Ilias" besungen hat, tatsächlich gegeben? Auch darüber streiten die Archäologen schon lange. Ebenso wenig existieren Überlieferungen über die Stadt Machu Picchu. Das Orakel von Delphi war über 1.000 Jahre lang Anlaufstelle für Ratsuchende. Heute gehören auch die Ausgrabungen von Delphi zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Das Tal der Vézère im Zentrum Frankreichs ist mit seinen vielen Höhlen ein Paradies für Archäologen. Obwohl die Fortscher das Gebiet für längst erforscht hielten, entdeckten 1940 spielende Kinder die Höhlen von Lascaux, die heute als die "Sixtinischen Kapelle" der Vorgeschichte bezeichnet werden.
Auf der zweiten Etappe des 3sat-Thementages "In 24 Stunden um die Welt" stehen sieben Welterbestätten im Mittelpunkt, um die sich Rätsel, Mythen und Legenden ranken.
(ARD/SWR/3sat)


7:30

Kulturerbe Afrika

Mali / Ghana / Benin / Togo / Botswana

Erstausstrahlung

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Afrika ist ein Kontinent mit über 50 Staaten, bevölkert von mehr als einer Milliarde Menschen. Ein Kontinent, mit unzähligen, zum Teil uralten Kulturen, die in ihrer Vielfalt von der UNESCO als Welterbestätten ausgezeichnet wurden. Durch die Wüste führen die alten ...
(ARD/SWR/3sat)

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Afrika ist ein Kontinent mit über 50 Staaten, bevölkert von mehr als einer Milliarde Menschen. Ein Kontinent, mit unzähligen, zum Teil uralten Kulturen, die in ihrer Vielfalt von der UNESCO als Welterbestätten ausgezeichnet wurden. Durch die Wüste führen die alten Salzkarawanenwege der Tuareg. Seit Jahrhunderten ist Timbuktu in Mali ein Zentrum des Saharahandels. Ende des 19. Jahrhunderts passierten dort jedes Jahr etwa 400 Karawanen mit 140.000 Kamelen. Eine alte Bevölkerungsgruppe, die Dogon, wurden vor über 800 Jahren in den kahlen, unwirtlichen Osten Malis vertrieben. Vermutlich weil sie sich weigerten, zum islamischen Glauben überzutreten. Die Felsen des Bandiagara-Plateaus boten den Dogon Schutz vor Verfolgung. Die Kunst der Dogon, vor allem ihre Holzfiguren, symbolisieren und beschwören die Verbindung der Lebenden zu ihren Ahnen. Das Land der Ashanti wiederum liegt im Waldgürtel Westafrikas. In abgelegenen Dörfern leben die Familien im einst reichen Regenwald. Fast 200 Jahre herrschten sie im heutigen Ghana. Ihr Reich war einer der wenigen afrikanischen Staaten, das ernsthaft Widerstand gegen die europäischen Kolonialmächte leistete. Erst 1900 unterlagen sie gegen Großbritannien. Die Kultur dieses legendären Reiches aber lebt noch immer fort: zum Beispiel in Koutammakou, der nördlichen Grenzregion zwischen Benin und Togo, wo das Volk der Batammariba lebt. Auch in den Tsodilo, den "Bergen der Götter", einer Hügelkette in Botswana, und in der alten Handelsstadt Djenné im Herzen Malis lassen sich Zeugnisse uralter Kulturen finden.
Auf dieser Etappe der Reise um die Welt werden verschiedene Stätten des Weltkulturerbes Afrikas bereist.
(ARD/SWR/3sat)


8:15

Naturerbe Afrika

Niger / Tansania / Kenia / Seychellen / Madagaskar

Erstausstrahlung

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Gegensätze, wie sie größer wohl kaum sein können, bestimmen die Natur Afrikas. Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. In der südlichen Sahara findet sich mit dem Gebirge ...
(ARD/SWR/3sat)

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Gegensätze, wie sie größer wohl kaum sein können, bestimmen die Natur Afrikas. Durch seine Lage beiderseits des Äquators und seine kompakte Form besitzt Afrika die größte zusammenhängende Landmasse der Tropen. In der südlichen Sahara findet sich mit dem Gebirge Air und der Wüste Tenére eine menschenfeindliche Landschaft, bizarr und schroff, sowie ockerfarbene Dünen mit stetig wechselnden Formen. Tansania mit seinen berühmten Welterbestätten Serengeti, Ngorongoro und Kilimandscharo erfüllt hingegen die Sehnsucht nach einer intakten Natur. Als der Afrikaforscher David Livingstone zum ersten Mal die Victoriafälle erblickte, notierte er: "Vom Winde gebogen und sich anscheinend mit den Wolken vermischend, leibhaftiger Rauch! Die Eingeborenen nennen das Naturwunder, dem sie aus Furcht nicht gerne nahe kommen, Donnender Rauch, wörtlich: Rauch lärmt hier. Diese Benennung kann nicht anders als passend gefunden werden." Wieder ganz anders sind die Inseln vor Afrika. Bis vor 40 Jahren war der urzeitlich anmutende Palmenwald in dem abgelegenen Vallée de Mai auf der Seychelleninsel Praslin noch völlig unberührt. Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinanderdriftete, blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Erst vor rund 1.000 Jahren begannen Einwanderer diese urkontinentale Landschaft zu verändern. Nur wenige Landschaften konnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das Naturreservat der Tsingys stellt einer Besiedelung bis heute eine natürliche Barriere entgegen: bizarre, nadelförmige Felsformationen.
Auf dieser Station der 3sat-Weltreise steht das vielseitige und faszinierende Naturerbe des afrikanischen Kontinents im Mittelpunkt.
(ARD/SWR/3sat)


9:00

Entdecker, Gold und Sklaven -

Das ehemalige Weltreich Portugal

Marokko / Azoren / Brasilien / Malaysia / China

Erstausstrahlung

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Lissabon war einst die Hauptstadt eines Weltreiches mit Kolonien auf drei Kontinenten: Afrika, Asien und Amerika. Mit diesen Kolonien war Portugal im 16. Jahrhundert die Weltmacht Nummer Eins. In Marokko, der einstigen Kornkammer Afrikas, begann Anfang des 15. Jahrhunderts ...
(ARD/SWR/3sat)

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Lissabon war einst die Hauptstadt eines Weltreiches mit Kolonien auf drei Kontinenten: Afrika, Asien und Amerika. Mit diesen Kolonien war Portugal im 16. Jahrhundert die Weltmacht Nummer Eins. In Marokko, der einstigen Kornkammer Afrikas, begann Anfang des 15. Jahrhunderts das Goldene Zeitalter Portugals. 1415 wurde zunächst Ceuta erobert, wenig später weitere Städte, darunter Essaouira, "die Vollendete". Essaouira hatte den größten Hafen Nordafrikas und war Handelszentrum für Zucker und Salz, Kupfer und Gold. Der lukrative Handel finanzierte weitere Entdeckungsreisen der Portugiesen. Unter anderem die Reise, auf der 1427 die 1.000 Meilen vom europäischen Festland entfernt gelegene Inselgruppe der Azoren für Portugal in Besitz genommen wurde. Angra do Heroísmo, die Hauptstadt der Azoren, wurde zum Versorgungshafen für Entdeckungsreisende, zur Zwischenstation für mit Schätzen beladene Karavellen, zum Knotenpunkt zwischen vier Kontinenten. 1471 erreichten die Portugiesen die Westküste Afrikas, das heutige Ghana. Dort bauten sie die Festung Elmina, die vor allem ein Handelsstützpunkt war. Einer der großen portugiesischen Entdecker war Vasco da Gama. Auf seiner Suche nach einem Seeweg nach Indien lief er 1497 nach der Umfahrung des Kaps der Guten Hoffnung Sansibar an. Er fand eine reiche Stadt, die bereits lebhaften Handel mit Indien trieb und ein idealer Zwischenhalt auf dem Seeweg nach Indien war. Weitere Stätten des portugiesischen Weltreiches ware Goa, die Hauptstadt der portugiesischen Besitzungen in Indien, Olinda und Ouro Preto in Brasilien - wo Sklaven aus Afrika als billige Arbeitskräfte dienten - und Melaka in Malaysia. Macau in China ist die letzte Kolonie Portugals. Erst seit Dezember 1999 weht dort nicht mehr die portugiesische Flagge.
Diese Etappe der Weltreise führt zu UNESCO-Stätten des ehemaligen Weltreichs Portugal.
(ARD/SWR/3sat)


9:45

Am Indischen Ozean

Madagaskar / Mosambik / Kenia / Oman

Erstausstrahlung

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In den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von den Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form des Lebens übergegangen. Während spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen der Vorfahren ...
(ARD/SWR/3sat)

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In den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von den Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form des Lebens übergegangen. Während spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen der Vorfahren um Rat gefragt. Der Königshügel von Ambohimanga war bis 1898 die Grabstätte des berühmten Königs Andrianamapoinimerina aus dem Volk der Merina. Dann wurde die Hauptstadt nach Antananarivo verlegt, und die königlichen Ahnen mussten umgebettet werden. Die ehemalige Königsstadt ist einer der heiligsten Plätze der Merina geblieben. Im ausgehenden 15. Jahrhundert hatten die Portugiesen es geschafft: Afrikas Südspitze war umschifft. Jetzt trennten sie nur noch der Ozean und seine Monsunwinde von den ersehnten Schätzen Indiens. Als der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama und seine Männer 1498 auf der Ilha de Moçambique an der ostafrikanischen Küste landeten, stand fest: Hier werden sie Proviant laden, die Boote reparieren lassen und dann die Route nach Indien finden. Das riesige Fort São Sebastião an der Nordspitze der Insel bezeugt bis heute die wirtschaftliche Bedeutung der Ilha de Moçambique im ehemaligen Handelsdreieck Europa - Afrika - Asien. Lamu ist eine Insel im Indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. Doch die Zugerhörigkeit zur Republik Kenia besagt wenig, denn neben Afrika haben auch Arabien und Indien diesen Ort geprägt. Die Altstadt von Lamu ist einer der wenigen Orte, an denen die über tausendjährige, aus vielen Einflüssen verschmolzene Kultur der Swahili und ihre Bauwerke bis heute zu finden sind.
Auf dieser Etappe der 3sat-Weltreise werden Welterbestätten am Indischen Ozean besucht. Auch die Kayas, die heiligen Wälder der Mijikenda-Stämme in Kenia, und die Weihrauchstraße in Dhofar im Oman, sind Stationen der Reise.
(ARD/SWR/3sat)


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11:00

Von Göttern und Eisenbahnen - Der Indische Subkontinent

Sri Lanka / Indien / Nepal

Erstausstrahlung

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Anuradhapura, eine antike Stadt, lange im Dschungel versteckt und vergessen, war mehr als 1.000 Jahre Königssitz der Insel Sri Lanka. Zentrum der Stadt war der heilige Bodhi-Baum, ein Ableger jenes Pappel-Feigen-Baumes in Indien, unter dem Siddhartha Gautama seine ...
(ARD/SWR/3sat)

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Anuradhapura, eine antike Stadt, lange im Dschungel versteckt und vergessen, war mehr als 1.000 Jahre Königssitz der Insel Sri Lanka. Zentrum der Stadt war der heilige Bodhi-Baum, ein Ableger jenes Pappel-Feigen-Baumes in Indien, unter dem Siddhartha Gautama seine Erleuchtung erfahren haben soll und zu Buddha wurde. Um dieses Zentrum wurden buddhistische Klöster und Wohnanlagen für die Mönche gebaut, Stupas und Tempel errichtet. Anuradhapura war eine blühende antike Metropole - bis sie im 11. Jahrhundert nach verlorenem Krieg verlassen wurde. Nur der Bodhi-Baum, die Wurzel des buddhistischen Glaubens in Sri Lanka, wurde weiter gepflegt und geschützt. Er gilt als der älteste historisch dokumentierte Baum der Welt und ist bis heute das Ziel vieler Pilger. Ein Tal der Götter und Legenden im Herzen Nepals, eingebettet zwischen Tibet und Indien, ist das Kathmandu-Tal. Jahrhundertelang kreuzten sich dort die Pilger- und Handelswege, hier sind Buddhismus und Hinduismus eine einzigartige Synthese eingegangen. Tausende von Stupas, Steintempel und Pagoden zeugen noch heute von der blühenden Kultur der drei großen Siedlungszentren im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und Bhaktapur. Prachtvolle Palastarchitektur entstand unter der Malla-Dynastie, die bis ins 18. Jahrhundert in den drei Stadtkönigreichen regierte.
Dieter Moor begrüßt außerdem eine Welterbe-Expertin: Britta Rudolff bestand ihren Master in World Heritage Studies mit Auszeichnung. Sie arbeitete bereits für das Kulturministerium von Bahrain, dort im Zuständigkeitsbereich der UNESCO-Angelegenheiten, für den Internationalen Rat für Denkmalpflege und das International Centre for the Study of Preservation and Restoration of Cultural Property. Sie ist als Geschäftsführerin bei "Think Heritage!" und als Gastdozentin an der TU Cottbus tätig.
(ARD/SWR/3sat)


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12:15

Weltkultur aus China

China

Erstausstrahlung

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In der kleinen Handelsstadt Pingyao scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, es sieht heute noch so aus wie vor 300 Jahren: Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten ...
(ARD/SWR/3sat)

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In der kleinen Handelsstadt Pingyao scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, es sieht heute noch so aus wie vor 300 Jahren: Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stechen hervor. Die erste Bank Chinas wurde in Pingyao gegründet, Papiergeld und Schecks wurden dort eingeführt. Die Stadt verdankt ihren Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Der Tempel des Reichtumsgottes ist also nicht zufällig der prächtigste der Stadt. "Tulou" nennen sich die Häuser der Hakka, eines chinesischen Volksstammes: Kreisrund, bis zu fünf Stockwerke hoch, mit einem Durchmesser von über 100 Metern, kreist die Gruppen-Wohnanlage aus Lehm um einen runden Innenhof. Ein ganzes Dorf bestehend aus einem einzigen Haus. Die Tulou kann eine gefährliche Falle sein und gleichzeitig eine schützende Trutzburg gegen Feinde: Es gibt nur ein einziges Tor nach draußen - für bis zu 800 Menschen. Gewaltsam vertrieben, hat sich das Volk, das ursprünglich aus dem Norden kam, ab dem 12. Jahrhundert in der südchinesischen Provinz Fujian niedergelassen und im 17. und 18. Jahrhundert seine kulturelle Blüte entwickelt. Es gibt keine vergleichbare Architektur auf der Erde. Qufu, die Stätte des Konfuzius, im Sommerpalast der chinesischen Kaiser an den Westbergen bei Peking, ist der einzige erhaltene kaiserliche Garten. In den Yugang Grotten wandelte sich der indische Buddhismus zu einer chinesischen Volksreligion.
Diese Etappe des 3sat-Thementages "In 24 Stunden um die Welt" erkundet die Weltkultur Chinas. Dieter Moor moderiert diese Etappe der Sendung aus dem Pfahlbaumuseum Unteruhldingen und begrüßt Gunther Schöbel, den Leiter des Museums, als Gesprächsgast.
(ARD/SWR/3sat)


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13:30

Im fernen Osten

Laos / Vietnam / Philippinen / Japan

Erstausstrahlung

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Tief in den Bergen von Laos, am Ufer des Mekong, im Grün des Dschungels versunken, liegt Luang Prabang. Die Stadt war über Jahrhunderte Sitz der Könige von Laos und die Hauptstadt von Lane Xang, dem mächtigen Reich der "Millionen Elefanten". Bis heute ist Luang Prabang ...
(ARD/SWR/3sat)

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Tief in den Bergen von Laos, am Ufer des Mekong, im Grün des Dschungels versunken, liegt Luang Prabang. Die Stadt war über Jahrhunderte Sitz der Könige von Laos und die Hauptstadt von Lane Xang, dem mächtigen Reich der "Millionen Elefanten". Bis heute ist Luang Prabang Zentrum des laotischen Buddhismus. Die Zeit, das tropische Klima und die Feuchtigkeit haben ihre Spuren hinterlassen. Manche der alten Holzbauten verfallen. Seit sich Laos öffnet und Luang Prabang zum Weltkulturerbe erklärt wurde, wird mit ausländischer Hilfe restauriert. Doch noch lebt die alte Königsstadt, wie sie immer gelebt hat - im sanften Rhythmus der Religion. Die Halong-Bucht im Norden Vietnams ist eine bizarre Welt von mehr als 2.000 Inseln, entstanden aus Überresten gewaltiger Muschelkalkbänke. Eine Landschaft für Legenden. Der Ha Long, - "herabsteigender Drache" - soll von den Göttern geschickt worden sein, um die Vietnamesen gegen Feinde zu verteidigen. Sie verfingen sich im Gewirr der Inseln, als der Drache sie mit mächtigen Schwanzschlägen zurücktrieb. So entstanden die tiefen Kerben, die schroffen Felsen und die zahlreichen Grotten, erzählen sich die Einheimischen. Die meisten Inseln sind unbewohnbar, und seit die Halong-Bucht zum Weltnaturerbe erklärt wurde, gilt ein generelles Verbot auf ihnen zu siedeln. Auf einer Reise in den Fernen Osten darf ein Besuch des größten religiösen Bauwerks der Erde nicht fehlen - Angkor Vat - riesiger Tempelkomplex in Kambodscha. Auf der Route liegen auch Vigan, eine Küstenstadt mit kolonialem Architekturerbe im Nordwesten der philippinischen Insel Luzon und die Insel Itsukushima, wo die beiden großen Religionen Japans - Schintoismus und Zen-Buddhismus - aufeinandertreffen.
Im Gespräch mit Weltenbummler Thomas Gand erfährt Dieter Moor von Gands Weltreise auf dem Fahrrad. Er war zweieinhalb Jahre unterwegs, bereiste 29 Länder und legte über 45.000 Kilometer zurück.
(ARD/SWR/3sat)


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14:45

Schätze an der Seidenstraße

Mongolei / Usbekistan / Turkmenistan / Syrien / Türkei

Erstausstrahlung

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Der Orchon ist ein heiliger Fluss. Wenig erforscht und mythenumwoben durchquert er das Herz der Mongolei. Der Orchon ist die Lebensader der Region, und seine Täler sind seit alters her Nomadenland. Hunnen und Uiguren siedelten dort, und bis heute lebt man im Orchon-Tal ...
(ARD/SWR/3sat)

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Der Orchon ist ein heiliger Fluss. Wenig erforscht und mythenumwoben durchquert er das Herz der Mongolei. Der Orchon ist die Lebensader der Region, und seine Täler sind seit alters her Nomadenland. Hunnen und Uiguren siedelten dort, und bis heute lebt man im Orchon-Tal fast ausschließlich von der Viehzucht. Umso verwunderlicher, dass bereits frühe nomadische Gesellschaften wie die Uiguren inmitten der zentralmongolischen Grassteppe die Stadt Karabalgas bauten, ein frühes Zentrum des Seidenstraßenhandels. Eine Stadt aus Lehm für mehr als 10.000 Bewohner. Inmitten der Wüste Karakum in Turkmenistan speist der Fluss Murghab eine große Oase. In ihr wuchs ab dem 6. Jahrhundert vor Christus eine Weltstadt heran, die im Mittelalter viele hunderttausend Einwohner zählte: Merv. Legendär reich war die Oasenstadt, ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße, ein geistiges Zentrum der islamischen Welt. Merv erreichte seine Blütezeit im 11. und 12. Jahrhundert als östliche Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, kurz bevor die Stadt auf grausame Weise unterging. Erbaut war Merv ganz aus Lehm. Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten: die massiven Stadtmauern, Palastbauten, Gebäude für Bibliotheken, Wasserspeicher und Mausoleen. Samarkand, eine der ältesten Städte Asiens, ist zentraler Umschlagplatz an der Seidenstraße. Auch die alte syrische Stadt Aleppo und die zentralanatolische Kleinstadt Safranbolu waren fast 700 Jahre lang Drehkreuz für die Handelskarawanen auf der Seidenstraße. Istanbul galt als Metropole und Kapitale dreier Weltreiche.
In dieser Etappe der Reise um die Welt geht es um Schätze an der Seidenstraße. Dieter Moor spricht mit dem Schweizer Kulturforscher Christoph Baumer, der zahlreiche Expeditionen in Zentralasien, Tibet und China leitete.
(ARD/SWR/3sat)


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16:15

Das Erbe des Römischen Reiches

Syrien / Deutschland / Libyen / Frankreich / Albanien /

Libanon

Erstausstrahlung

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Die Welt, in der wir heute leben, ist immer noch geprägt von dem Imperium, das länger bestand als jedes andere Reich: mehr als 1.000 Jahre. Die italienische, französische, spanische, portugiesische und rumänische Sprache entspringt dem Latein. Das Justizsystem basiert ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Welt, in der wir heute leben, ist immer noch geprägt von dem Imperium, das länger bestand als jedes andere Reich: mehr als 1.000 Jahre. Die italienische, französische, spanische, portugiesische und rumänische Sprache entspringt dem Latein. Das Justizsystem basiert auf dem Römischen und die heutigen Hauptverkehrswege sind nach römischem Vorbild angelegt. Architektur, Malerei, Bildhauerei, das alles würde ganz anders aussehen ohne die Römer. Das syrische Bosra mit seinem Freilichttheater war Hauptstadt der Provinz Arabia. Leptis Magna im heutigen Libyen war eine Art Steuerparadies der Antike, und im tunesischem El Djem erinnert das Kolosseum an Gladiatorenkämpfe. Der Pont du Gard in Südfrankreich zählt mit seinen drei Etagen und den 64 Rundbögen zu den Meisterwerken der antiken Baukunst. Immer noch ist er eine Pilgerstätte für Architekten aus der ganzen Welt. Tourismus war auch im Römischen Reich sehr beliebt: Die Lieblingsrouten führten zu heute noch viel frequentierten Reisezielen, etwa an der Adria. Butrint war ein beliebter Touristenort - eine Kur- und Festspielstadt. In der Stadt Baalbek im Libanon stand ein Tempel der in Größe und Pracht einzigartig war im Römischen Reich: der Jupitertempel. Einst verehrten dort die Syrer ihren Gott Baal, später weihte Alexander der Große die Stätte dem Sonnengott Helios.
Diese römische Welterbe-Etappe der Tagesreise um die Welt besucht Stätten des Römischen Reiches. Ausgangspunkt ist das Limesmuseum in Aalen, dann führt die Reise rund ums Mittelmeer.
(ARD/SWR/3sat)


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17:00

Monumente für die Ewigkeit

Großbritannien / Ägypten / China / Kasachstan

Erstausstrahlung

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Einige der prächtigsten Bauten entstanden durch den Totenkult. An den verschiedensten Plätzen dieser Erde gibt es Grabmäler, die Einblicke in die unterschiedlichsten Kulturen geben. All diesen Kulturen war eines bewusst: Der Tod währt länger als jedes Leben. Schon aus ...
(ARD/SWR/3sat)

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Einige der prächtigsten Bauten entstanden durch den Totenkult. An den verschiedensten Plätzen dieser Erde gibt es Grabmäler, die Einblicke in die unterschiedlichsten Kulturen geben. All diesen Kulturen war eines bewusst: Der Tod währt länger als jedes Leben. Schon aus der Steinzeit finden sich Spuren von Totenkult und damit verbundenen Opferriten. Stonehenge und das Grab Maes Howe auf den britischen Orkney Inseln sind dafür Beispiele. Die Pyramiden Ägyptens sind heute die steinernen Zeugnisse einer der ersten Hochkulturen der Menschheit. Als die Dynastien der ägyptischen Hochkultur bereits Geschichte waren, entdeckten die Nabatäer im heutigen Jordanien die Unvergänglichkeit der Steine. In Petra schufen sie prächtige Häuser für ihre Toten. Auch eine der berühmtesten Welterbestätten Chinas, die tönernen Soldaten von Xian, ist ein Grabmal. Seit 2200 vor Christus bewachen diese Soldaten das Grab des ersten Kaisers Qin Shi Huangdi. Das Taj Mahal - das Grabmal aus Marmor - wurde vom indischen Großmogul Shah Jahan 1631 - 1648 für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut. Untröstlich über ihren Tod ließ er einen Prunkbau aus rotem Sandstein und Marmor errichten. Am Rand der riesigen Steppe Kasachstans steht eine prächtige Grabmoschee. Hier liegt ein Mann begraben, der den Kasachen heilig ist: Hodscha Ahmad Yasawi, ein asketischer Poet, Mystiker und Religionsstifter, jener Mann der einst den nomadischen Steppenvölkern den Islam nahebrachte. Weil die Menschen im antiken Korea an ein Leben nach dem Tode glaubten, bauten sie allen hochrangigen Persönlichkeiten Hügelgräber. Eines gilt als die Wiege der koreanischen Kultur: Koguryo. Die Grabfresken vergegenwärtigen die damaligen religiösen Vorstellungen und geben Einblicke in den Alltag des antiken Koreas.
Dieser Reiseabschnitt des Thementages "In 24 Stunden um die Welt" führt zu verschiedenen Welterbestätten, die nicht für die Lebenden, sondern für die Toten erbaut wurden.
(ARD/SWR/3sat)


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17:45

Das Erbe der Menschheit

Japan / Südafrika / Polen

Erstausstrahlung

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Am 6. August 1945, um 8.15 Uhr morgens, blieb in Japan die Zeit stehen: die erste Atombombe wurde abgeworfen. Danach war das alte Japan untergegangen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, nicht nur für Japan. Aber in Japan ging alles schneller als anderswo. Seit 1996 ...
(ARD/SWR/3sat)

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Am 6. August 1945, um 8.15 Uhr morgens, blieb in Japan die Zeit stehen: die erste Atombombe wurde abgeworfen. Danach war das alte Japan untergegangen. Ein neues Zeitalter hatte begonnen, nicht nur für Japan. Aber in Japan ging alles schneller als anderswo. Seit 1996 gehört die Ruine der alten Industrie- und Handelskammer Hiroshimas zum Weltkulturerbe. Der Atombombendom ist eine kleine Ruine aus rostigem Stahl und bröckelndem Beton. Er ist das Wahrzeichen der Stadt Hiroshima. Ein seltsames Wahrzeichen in einer seltsamen Welt. Die USA waren gegen den Eintrag Hiroshimas in die UNESCO-Liste. Sie rechtfertigen den Abwurf der Bombe bis heute. Auf Robben Island in Südafrika waren fast alle führenden schwarzen Oppositionellen interniert. "Dies ist die Insel. Hier werdet ihr sterben!": Mit diesen Worten wurde auch Nelson Mandela 1963 dort empfangen. Aber Nelson Mandelas Widerstandkraft wurde von 27 Haftjahren nicht gebrochen. Die Insel diente von 1961 bis 1996 als Gefängnis. Heute ist die ehemalige Gefangeneninsel eine Touristenattraktion und ein Symbol: für das Apartheitsregime Südafrikas und dafür, dass der Widerstand der schwarzen Bevölkerung nicht länger zu unterdrücken war. Auschwitz, ein Ort in Polen zwischen Kattowitz und Krakau, ist eine Kleinstadt nahe der Weichsel, ein Industriegebiet, eine Gegend ohne besondere Eigenschaften. Auschwitz ist aber auch ein Synonym für das größte aller Verbrechen: die Ermordung der europäischen Juden, der über fünf Millionen zum Opfer fielen. Auschwitz, das Stammlager, wurde im Mai 1940 von den Nationalsozialisten als Konzentrationslager und Arbeitslager eigerichtet. Heute ist Auschwitz eine viel besuchte Gedenkstätte.
Diese Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" führt an Orte, an denen Verbrechen an der Menschheit begangen wurden. Ihre Erhaltung soll Erinnerung an das Leid der Betroffenen und eine Mahnung an nachfolgende Generationen sein.
(ARD/SWR/3sat)


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18:30

Welterbe in Gefahr

Ägypten / Philippinen / USA / Australien / Schweiz /

Chile / Bosnien-Herzegowina

Erstausstrahlung

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Am 9. November 1993 zerstörten kroatische Milizen die Brücke von Mostar, sie trennt den muslimischen und den christlichen Teil der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Am 12. März 2001 sprengten Taliban-Milizen die größten Buddha-Statuen der Welt im afghanischen ...
(ARD/SWR/3sat)

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Am 9. November 1993 zerstörten kroatische Milizen die Brücke von Mostar, sie trennt den muslimischen und den christlichen Teil der Hauptstadt von Bosnien-Herzegowina. Am 12. März 2001 sprengten Taliban-Milizen die größten Buddha-Statuen der Welt im afghanischen Bamiyan-Tal. Ein Erdbeben zerstörte am 26. September 2003 in der iranischen Stadt Bam die berühmte Zitadelle, ein Weltkulturerbe, und einen großen Teil der Stadt. Naturkatastrophen, Terrorismus, Krieg. Drei Beispiele, die deutlich machen, wie gefährdet viele Welterbestätten sind. Der Titel "Welterbe" hilft nicht gegen rohe Gewalt. Weder Terroristen noch Kriegsparteien lassen sich von diesem Titel beeindrucken.
Auf dieser Etappe der 24-stündigen Weltreise stehen gefährdete Welterbestätten im Fokus: Die Ausgrabungsstätte von Abu Mena in Ägypten, die Reisterrassen der Ifugao auf den Phillipinen, die Everglades in den USA, das Great-Barrier Reef in Australien, der mächtige Aletsch Gletscher in den Schweizer Alpen und die ehemaligen Salpeterfabriken Humberstone und Santa Laura in der chilenischen Atacamawüste. Die Ursprünge der UNESCO Welterbeliste werden in diesem Zusammenhang ebenfalls rückblickend betrachtet: die Rettung der Ruinen von Abu Simbel in den 1960er Jahren.
(ARD/SWR/3sat)


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19:15

40 Jahre Welterbe - Eine Bilanz

Deutschland / Österreich

Erstausstrahlung

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Wenn der Name "Pfahlbauten" fällt, wird in Deutschland zuerst an das Dorf und Museum in Unteruhldingen gedacht. 2011 hat die UNESCO jedoch 111 dieser Fundstellen prähistorischer Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Überreste von ...
(ARD/SWR/3sat)

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Wenn der Name "Pfahlbauten" fällt, wird in Deutschland zuerst an das Dorf und Museum in Unteruhldingen gedacht. 2011 hat die UNESCO jedoch 111 dieser Fundstellen prähistorischer Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen zum Weltkulturerbe erklärt. Diese Überreste von Seeufer- und Moorsiedlungen liegen in den sechs am Welterbe beteiligten Ländern: Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Slowenien. Kulturhistorisch erlauben diese Fundstellen eine lebendige Einsicht in die Entstehung und Entwicklung früher Agrargesellschaften. Dieser kulturhistorische Schatz ist seit Jahrtausenden hervorragend im Boden von Seen und Mooren konserviert: Von der Steinzeit um 5000 vor Christus bis in die Eisenzeit um 500 vor Christus gibt es Pfahlbauten, die in unterschiedlichen Siedlungsformen errichtet wurden. Der Neusiedlersee ist der drittgrößte See in Mitteleuropa. Geologisch verläuft hier die Grenze nach Osteuropa. Nur anderthalb Meter ist der Steppensee im Durchschnitt tief. Der Wasserstand wird vor allem durch Regen und Schnee bestimmt. So eigentümlich der See selbst, so einmalig ist auch sein Umland. Zu den Besonderheiten gehören die Lacken im Seewinkel, kleine Weiher und Tümpel, die nicht mit dem eigentlichen See verbunden sind. Ein Paradies für Tiere, das seit 1992 als Naturpark in großen Teilen sich selbst überlassen bleibt. Wer den Namen Reichenau hört, assoziiert damit Gemüse, vielleicht auch Segeln oder Baden. Doch die vom Klima so begünstigte Insel hat mehr zu bieten und deshalb hat die UNESCO die Reichenau im November 2000 zum Weltkulturerbe ernannt. Die Reichenauer Benediktinerabtei ist ein Musterbeispiel mittelalterlicher Klosterarchitektur in Zentraleuropa. Sie entwickelte sich im 10. und 11. Jahrhundert zu einem geistigen und kulturellen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches.
Gemeinsam mit Dietrich Offenhäußer, dem stellvertretenden Generalsekretär und Pressesprecher der Deutschen UNESCO-Kommission, wird Dieter Moor in dieser Etappe der 24-stündigen Weltreise eine Bilanz zu "40 Jahre Welterbe" ziehen.
(ARD/SWR/3sat)


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20:15

Die Welt der Vulkane

USA / Italien / Russland / Ecuador / Neuseeland

Erstausstrahlung

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Vulkane lassen einen immer wieder überwältigt staunen, aber sie machen natürlich auch Angst. Um die gewaltigen Feuerspeier haben sich immer wieder Mythen und Legenden gebildet, wie die der Feuergöttin Pele auf Hawaii. Aber auch die christlich-traditionelle Vision der ...
(ARD/SWR/3sat)

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Vulkane lassen einen immer wieder überwältigt staunen, aber sie machen natürlich auch Angst. Um die gewaltigen Feuerspeier haben sich immer wieder Mythen und Legenden gebildet, wie die der Feuergöttin Pele auf Hawaii. Aber auch die christlich-traditionelle Vision der Hölle gleicht auffällig dem Flammeninferno im Inneren der Erde. Vulkanausbrüche haben immer wieder zu Katastrophen geführt, die sich tief in das kollektive Gedächtnis der Menschheit gebrannt haben. Deutschlands aktivste Vulkanregion ist die Eifel. Die gewaltigste Eruption der jüngeren Erdgeschichte ereignete sich dort vor 13.000 Jahren am Laacher See. Weite Teile Mitteleuropas waren damals durch einen dichten Ascheregen verdunkelt. Ein Eldorado für Vulkanforscher ist die russische Halbinsel Kamtschatka: 168 Vulkane, unzählige Geysire und Schwefelseen markieren dort nur den sichtbaren Rahmen für ein Phänomen, das Geowissenschaftler als das Herz des "Pacific Ring of Fire" deuten. Erdbeben und Vulkanerruptionen erschüttern die 1.200 Kilometer lange Halbinsel im Wochenrhythmus. Auf Island stoßen die eurasische und die nordamerikanische Erdplatte aufeinander. Noch immer driften Europa und Amerika um etwa zwei Zentimeter pro Jahr auseinander - auseinandergedrückt von der mit aller Kraft nach oben strebenden Magma im Inneren der Erde. Weitere Vulkane gibt es auf den Galapagosinseln, die Äolischen Inseln mit dem Namensgeber aller Vulkane, Vulcano und dem Stromboli, sowie das Vulkanmassiv Tongariro auf Neuseeland.
Auf dieser Etappe der 24-stündigen Reise um die Welt geht es um "Die Welt der Vulkane".
(ARD/SWR/3sat)


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21:00

Maya - Könige im Regenwald

Mexiko / Guatemala / Honduras

Erstausstrahlung

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Die Maya lebten in Süd- und Südost-Mexiko sowie in Teilen von Guatemala, Honduras, Belize und El Salvador. Sie entwickelten eine blühende Kultur, die sechs Mal so lange währte wie das Römische Reich. Die Maya brachten mathematische, astronomische und architektonische ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Maya lebten in Süd- und Südost-Mexiko sowie in Teilen von Guatemala, Honduras, Belize und El Salvador. Sie entwickelten eine blühende Kultur, die sechs Mal so lange währte wie das Römische Reich. Die Maya brachten mathematische, astronomische und architektonische Höchstleistungen hervor, die bis heute Wissenschaftler und Laien in Erstaunen versetzen. Ihre Geschichte schrieben sie in einer Hieroglyphenschrift nieder. Die Kultur der Maya erlebte zwischen 250 und 900 nach Christus mit dem Aufkommen eines erblichen Königtums ihre größte Blüte. In dieser Zeit entstanden ihre berühmten Stufenpyramiden, Tempel und Paläste. Die Herrscher der häufig verfeindeten Kleinstaaten sahen sich als Mittelpunkt des Kosmos und als Mittler zwischen Menschen und Göttern. Warum die politische Struktur der Maya unterging, ist bis heute unklar - eine ideale Voraussetzung für Legendenbildung. In den vergangenen 20 Jahren gelang es der Wissenschaft, Fiktion und Fakten voneinander zu trennen. Licht ins Dunkel brachte besonders die fast vollständige Entzifferung ihrer
Schrift. Die Glyphen auf den Stelen konnten gelesen, Zeremonien auf Relieftafeln gedeutet werden. Es fanden sich Belege für Opferrituale und Kriege. Damit war das "Märchen" von den sanftmütigen Sternguckern und erfinderischen Kakaotrinkern widerlegt.
Auf dieser Etappe der 24-stündigen Reise um die Welt geht es zu den Mayas nach Tikal in Guatemala, nach Copán in Honduras sowie nach Palenque, Monte Albán und Chichén Itzá in Mexiko.
(ARD/SWR/3sat)


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21:45

Rund um die Karibik

Niederländische Antillen / Venezuela / Kuba / Panama

Erstausstrahlung

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Als holländische Idylle liegt Willemstad in der Karibik. Die Hauptstadt von Curacao ist das Werk jüdischer Siedler. Vor etwa 350 Jahren waren sie vor der Inquisition aus Spanien nach Amsterdam geflohen und hatten dann auf Curacao eine neue Heimat gefunden. Die ...
(ARD/SWR/3sat)

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Als holländische Idylle liegt Willemstad in der Karibik. Die Hauptstadt von Curacao ist das Werk jüdischer Siedler. Vor etwa 350 Jahren waren sie vor der Inquisition aus Spanien nach Amsterdam geflohen und hatten dann auf Curacao eine neue Heimat gefunden. Die holländische Krone nutzte die Insel in dieser Zeit als Stützpunkt für den Sklavenhandel und Seeräuberei. Geblieben bis heute sind die Nachfahren der Sklaven, die sich auf Curacao jetzt autonom verwalten. Das in leuchtenden Farben herausgeputzte "Klein Amsterdam" ist ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrttouristen. Trinidad, an der Südküste nahe der Stadt Cienfuegos gelegen, ist Kubas koloniale Vorzeigestadt. Diego Velasquez, erster Gouverneur der Insel, gründete die Stadt 1514, in der Hoffnung in den nahe gelegenen Flüssen Gold zu finden. Diese Hoffnung zerstob und so lebte Trinidad bis ins 18. Jahrhundert vor allem vom Schmuggel. Zu Wohlstand kam die Stadt durch den Zucker und den Sklavenhandel. Die Zuckerbarone versuchten mit dem Luxus und dem Baustil Havannas zu konkurrieren. Sie bauten Prachtpaläste in der Tradition der spanisch-maurischen Mudéjar-Architektur. Östlich von Trinidad liegt das Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war dort das Zentrum der kubanischen Zuckerindustrie. Neben Tabak ist Zuckerrohr das wichtigste Erzeugnis Kubas, früher und heute.
Dieter Moor spricht in der Reiseetappe "Rund im die Karibik" mit dem Reiseautor Jakob Strobel y Serra, der unter anderem Reiseliteratur über Mexiko und Argentinien verfasst hat.
(ARD/SWR/3sat)


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23:00

Welterbe in Südamerika

Chile / Argentinien / Uruguay / Bolivien

Erstausstrahlung

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"Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen": Diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner chilenischen Heimatstadt. Es sind die Farben, die zuerst ins Auge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen von Valparaiso einläuft. Die ...
(ARD/SWR/3sat)

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"Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen": Diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner chilenischen Heimatstadt. Es sind die Farben, die zuerst ins Auge fallen, wenn man vom Pazifik in den Hafen von Valparaiso einläuft. Die kleinen Häuser scheinen die 27 Hügel, welche die weite Bucht begrenzen, hinaufzuwachsen. Paradiestal, so hatten die Spanier die von Indios bewohnte Bucht an der Pazifikküste genannt, die sie 1536 entdeckten und in Besitz nahmen. Sie bauten eine Kirche auf dem schmalen Uferstreifen, das Kreuz wurde zum Siegeszeichen. Um die Iglesia la Matriz wuchs die Altstadt, die heute UNESCO Welterbe ist. In Patagonien, im südlichsten Teil Amerikas, liegt der Nationalpark Los Glaciares mit seinen 13 Gletschern. Das Gebiet gehört zu Chile und Argentinien. Der größte der Eisriesen ist der Perito Moreno. Er ist einem ständigen Veränderungsprozess unterworfen und walzt alles nieder, was ihm in den Weg kommt. Die Gewalt der Eismassen schleift gigantische Felsen ab und versperrt Wasserwege. Dieser Gletscher ist einer der wenigen auf der Erde, der noch wächst.
Neben Valparaiso und Los Glaciares stehen auf der Südamerika-Etappe des 3sat-Thementags "In 24 Stunden um die Welt" die gewaltigen Iguazú-Wasserfälle, die älteste europäische Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Uruguay - Colonia del Sacramento - und Córdoba, die zweitgrößte Stadt Argentiniens, im Mittelpunkt. Ebenso Station der Reise ist die einst wegen ihrer Silberminen so bedeutende Stadt Potosí in Bolivien. Dieter Moor spricht mit Rüdiger Nehberg. Der Survival-Experte betätigt sich als Aktivist für Menschenrechte. Im Jahr 2000 gründete er zusammen mit Annette Weber die Menschenrechtsorganisation TARGET ("Ziel").
(ARD/SWR/3sat)


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0:30

Naturschätze Nordamerika

Kanada / USA

Erstausstrahlung

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Die Rocky Mountains sind eine Barriere aus Felsen und Eis. Sie erstrecken sich, auf einer Länge von rund 5.000 Kilometern von Alaska bis nach New Mexiko und sind damit etwa vier Mal so groß wie die Alpen. Blaue Seen, Wasserfälle, schneebedeckte Berggipfel, eisige ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Rocky Mountains sind eine Barriere aus Felsen und Eis. Sie erstrecken sich, auf einer Länge von rund 5.000 Kilometern von Alaska bis nach New Mexiko und sind damit etwa vier Mal so groß wie die Alpen. Blaue Seen, Wasserfälle, schneebedeckte Berggipfel, eisige Gletscher und unberührte Wälder - die Rocky Mountains sind eine vielfältige und beeindruckende Naturlandschaft. Nahe der Stelle, die in Amerika "Four Corner", genannt wird - dort wo die vier Staaten Utah, Colorado, Arizona und New Mexico aufeinandertreffen - findet sich ein magischer Ort der amerikanischen Ureinwohner: Mesa Verde. Fast 900 Jahre war der Ort vergessen. Erst 1888 entdeckten zwei Cowboys Mesa Verde wieder. Es war eine riesige Siedlung, insgesamt fast 4.000 Gebäude - ein reiches Vermächtnis das etwa auf das Jahr 1000 zurückgeht. Der Yosemite-Park in der Sierra Nevada ist ein Naturerlebnis in allen Jahreszeiten. Im Winter bleiben die Berge oft lange hinter dichten Wolken verborgen. Im Frühjahr, wenn der Schnee in den Bergen der Sierra Nevada geschmolzen ist, lassen Bäche und Flüsse das Eiswasser in unzähligen Wasserfällen zu Tal stürzen. "The fallen Monarch" - der gefallene König - gehört zum Pflichtprogramm im Yosemite. Der entwurzelte Baumriese ist einer der über 2.700 Jahre alten "Giant Sequoias" und liegt am Eingang der "Mariposa Grove", einem Waldstück mit den ältesten und größten Bäumen dieser Erde. Vielleicht ist der Herbst die schönste Jahreszeit für den Yosemite-Park. Dann kehrt die Ruhe zurück, und das Licht präsentiert eine unbeschreibliche Vielfalt an Farben und Stimmungen.
Weitere Stationen auf dem Reiseabschnitt zu den Weltnatur- und -kulturerbestätten Nordamerikas sind der Grand Canyon, der Head-Smashed-In-Buffalo Jump, einer der ältesten Jagdplätze Nordamerikas - und Taos Pueblo, das wahrscheinlich älteste Dorf der USA.
(ARD/SWR/3sat)


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1:15

Rund um den Polarkreis

Russland / Grönland / Norwegen

Erstausstrahlung

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Verborgen hinter ganzjährigen Blizzards und einer monatelangen Polarnacht, liegt, nur wenige Seemeilen vor der arktischen Packeisgrenze, Wrangel Island. Es ist das letzte unberührte Naturparadies nordwestlich der Beringstraße. Bei Temperaturen bis unter - 40 Grad ...
(ARD/SWR/3sat)

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Verborgen hinter ganzjährigen Blizzards und einer monatelangen Polarnacht, liegt, nur wenige Seemeilen vor der arktischen Packeisgrenze, Wrangel Island. Es ist das letzte unberührte Naturparadies nordwestlich der Beringstraße. Bei Temperaturen bis unter - 40 Grad Celsius leben mehr als 1.000 Polarbären, Moschusochsen und Rentiere neben Walrosskolonien, Robbenfamilien, Polarfüchsen, Wölfen und unzähligen kleineren endemischen Tier- und Pflanzenarten auf einer 7.608 Quadratkilometer großen "Arche Noah" der letzten Eiszeit. "Wir wissen mehr über die dunkle Seite des Mondes als über die Eiswüsten der Arktis": Selten hat das Bonmot der Polarforscher mehr Gültigkeit als auf der Ostrova Wrangel, diesem abgelegenen Archipel am nordöstlichen Ende der Welt. Zahlreiche Fossilienfunde belegen, dass auf der Wrangel-Insel noch bis vor knapp 3.500 Jahren das Mammut in der arktischen Tundra graste und in der Abgeschiedenheit 6.000 Jahre länger überlebte als im restlichen Eurasien. Nirgendwo auf der nördlichen Halbkugel lässt sich das Kalben eines Gletschers eindrucksvoller beobachten als am Ilulissat-Eisfjord an der grönländischen Westküste, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Metern pro Tag schieben sich die Eismassen des Sermeq-Kujalleq-Gletschers unter mächtigem Getöse in den 1.000 Meter tiefen Eisfjord. Nur aufgrund dieser Tiefe können die Eisberge, von denen nur rund ein Zehntel zu sehen ist, schwimmend den Fjord passieren, bis sie von der Isfjellbanken aufgehalten werden.
Dieser Abschnitt der 24-stündigen Weltreise widmet sich dem Polarkreis. Auch der majestätische Geirangerfjord in Norwegen, der seit weit über 100 Jahren Touristen anlockt, ist Ziel der Etappe.
(ARD/SWR/3sat)


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2:00

Die Hanse

Deutschland / Schweden / Norwegen / Tallinn

Erstausstrahlung

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Die Hanse ist heute vor allem durch das "H" in den Autokennzeichen der deutschen Hansestädte bekannt. Doch was bedeutet "Hanse" eigentlich? Das Wort stammt aus dem althochdeutschen und heißt so viel wie "Gruppe", "Gefolge" oder auch "Schar", und es entwickelte sich im ...
(ARD/SWR/3sat)

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Die Hanse ist heute vor allem durch das "H" in den Autokennzeichen der deutschen Hansestädte bekannt. Doch was bedeutet "Hanse" eigentlich? Das Wort stammt aus dem althochdeutschen und heißt so viel wie "Gruppe", "Gefolge" oder auch "Schar", und es entwickelte sich im Laufe der Zeit als Bezeichnung für eine Vereinigung von Kaufleuten die für mehr Sicherheit auf See sorgen und gemeinsame wirtschaftliche Interessen durchzusetzen wollten. Ein genaues Datum für die Gründung gibt es nicht, denn es begann als lose Verbindung zwischen den Städten. Den harten Kern der Hanse bildeten etwa 72 Städte und dazu kamen weitere 130 locker assoziierte. Der Einflussbereich der Hanse erstreckte sich über ein Gebiet von Flandern bis nach Reval. Das norwegische Bergen war der wichtigste Umschlaghafen der Hanse und ihr nördlichster Stützpunkt. Welcher Reichtum in der Hansezeit angehäuft wurde, zeigt sich in Visby auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland. 100.000 Münzen wurden dort ausgegraben. Einen wesentlichen Teil ihrer Überlegenheit verdankte die Hanse einem damals neuartigen Schiffstyp, der Kogge, die zu einem Symbol der Hanse wurde. Gegen diese Ozeanriesen des 13. Jahrhunderts, stabil und sicher, gebaut für den Transport großer Lasten und mit einem riesigen Laderaum, waren alle anderen Schiffe nur Nussschalen. Neben den Küstenstädten gab es aber auch Hansestädte weit ab vom Meer, wie beispielsweise die alte Kaiserstadt Goslar.
Ausgangspunkt der Etappe zu den Hansestädten ist Hamburg, wo es zur Speicherstadt mit ihrem "Internationalen Maritimen Museum" und zum Hafen geht. Weitere Stationen der Reise sind Lübeck, Bremen, Wismar und Stralsund.
(ARD/SWR/3sat)


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2:45

Europas Osten

Russland / Ukraine / Rumänien / Ungarn / Tschechien

Erstausstrahlung

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Seit dem 14. Jahrhundert war Moskau das Zentrum des Russischen Reiches, und der Kreml die Residenz der Zaren. Die Selbstherrscher, wie sich die Zaren nannten, vergrößerten ständig ihre Festung über der Moskwa und ließen die Paläste immer glanzvoller ausstatten. Der ...
(ARD/SWR/3sat)

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Seit dem 14. Jahrhundert war Moskau das Zentrum des Russischen Reiches, und der Kreml die Residenz der Zaren. Die Selbstherrscher, wie sich die Zaren nannten, vergrößerten ständig ihre Festung über der Moskwa und ließen die Paläste immer glanzvoller ausstatten. Der Kreml wurde zum Abbild und Sinnbild des ungeheuren Reichtums und der fast grenzenlosen Macht des Zarenreichs. "Über der Stadt ist der Kreml, über dem Kreml ist nur Gott", so ein russisches Sprichwort. Auch nach der Revolution, als kein Gott mehr über ihm war und die Glocken der vielen Kathedralen innerhalb und außerhalb der Kremlmauern schweigen mussten, blieb der Kreml Machtzentrale. Wo einst Iwan der Schreckliche von seinem Elfenbeinthron das Russische Reich beherrschte und später eine deutsche Prinzessin in prächtiger Robe zur Krönung schritt, um als Zarin Katharina II. neue Länder zu erobern, da herrschten 70 Jahre lang die "roten Zaren". Dann rollten die Panzer der Sowjetarmee über den "Roten Platz". Wie die Zarenmacht, so verging auch die Macht der Kommunisten, und mit Wladimir Putin zog schließlich ein neuer Präsident als Hausherr in den Kreml ein.
Weitere Stationen der Reise durch den Osten Europas sind das Donaudelta, Budapest, Prag und Lemberg.
(ARD/SWR/3sat)


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4:00

Europas Westen

Irland / Großbritannien / Niederlande / Belgien /

Frankreich

Erstausstrahlung

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Prächtige Giebelhäuser, steinerne Brücken, ein raffiniertes System von größeren und kleineren Wasserstraßen: Nicht umsonst nennt man Amsterdam das "Venedig des Nordens". In einem weiten Halbkreis umschließt der Grachtengürtel die Altstadt im Süden und Westen. Das ...
(ARD/SWR/3sat)

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Prächtige Giebelhäuser, steinerne Brücken, ein raffiniertes System von größeren und kleineren Wasserstraßen: Nicht umsonst nennt man Amsterdam das "Venedig des Nordens". In einem weiten Halbkreis umschließt der Grachtengürtel die Altstadt im Süden und Westen. Das Ensemble gilt als städtebauliches und architektonisches Gesamtkunstwerk aus dem 17. Jahrhundert und wurde 2010 zum UNESCO-Welterbe ernannt. 1602 schlossen sich Amsterdamer Kaufleute zur Niederländischen Ostindienkompanie zusammen, später folgte die Westindienkompanie. Damit begründeten sie ein Wirtschaftsimperium. Das kleine Holland war Ende des 16. Jahrhunderts zur führenden Seehandelsnation der Welt aufgestiegen. Um Platz für Handelskontore und Wohnhäuser zu schaffen, wurden Sumpfgebiete trockengelegt, hunderttausende Holzpfähle als Fundamente in den Sand gerammt. Es entstanden die drei großen Kanäle: Herengracht, Prinsengracht und Keizersgracht. Bei "Bordeaux" denken die meisten Menschen erst an einen guten, ausgereiften, tiefroten Wein. An die gleichnamige Stadt im Südwesten Frankreichs denkt man erst danach. Die Erfolgsgeschichte der beiden ist indes aufs engste miteinander verbunden: Bordeaux war seit jeher ein Treffpunkt einflussreicher Weinhändler. Sie haben dem Hafen am Fluss der Garonne zu jenem Wohlstand verholfen, der bis heute den Namen "Bordeaux" zu einem Qualitätssiegel macht. Seit dem 16. Jahrhundert, steht das Bürgertum der Stadt für Selbstbewusstsein, Freiheitswillen, Stolz und Unabhängigkeit. Ein Bürgertum, das jahrhundertelang Wirtschaftsbeziehungen mit England, Portugal, Nordafrika und Südamerika pflegte. Geschickt, weltoffen und weitgehend unabhängig vom zentralistisch, royalistischen Paris, zeigte sich Bordeaux als Vorreiter eines wirtschaftlichen Globalismus.
Die Reise durch den Westen Europas führt auch nach Liverpool, nach Antwerpen ins Plantin-Moretus Museum und zu den Hügelgräbern "Bend of Boyne" nördlich von Dublin.
(ARD/SWR/3sat)


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5:15

Wunderwelten des Wassers

Oman / Spanien / Frankreich / Großbritannien /

Niederlande / Belgien

Erstausstrahlung

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Obwohl am Meer liegend, ist Oman ein karges Land. Es ist aber auch ein Land das sich selbst versorgen kann. Das ist das Ergebnis einer 4.000 Jahre alten Technik, die dem Wüstenstaat Oman zum Überlebensprinzip geworden ist: die Aflaaj, ein Bewässerungssystem das eine ...
(ARD/SWR/3sat)

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Obwohl am Meer liegend, ist Oman ein karges Land. Es ist aber auch ein Land das sich selbst versorgen kann. Das ist das Ergebnis einer 4.000 Jahre alten Technik, die dem Wüstenstaat Oman zum Überlebensprinzip geworden ist: die Aflaaj, ein Bewässerungssystem das eine ganze Gesellschaft definiert. Aus Wadis - Flussläufe, die nur nach Regen Wasser führen -, und aus Quellen speisen sich die Kanäle mit dem die Dörfer und Oasen mit kostbarem Süßwasser versorgt werden. Seit vielen hundert Jahren werden die Aflaaj gepflegt und renoviert. Eine Versorgung, die ohne technische Hilfsmittel auskommt und nur das natürliche Gefälle nutzt. Die Römer träumten von einer Wasserstraße zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik. Ende des 17. Jahrhunderts war es Pierre Paul Riquet, ein französischer königlicher Steuerbeamter und Hobbyingenieur, der die Lösung fand, wie ein Kanal, der 190 Höhenmeter überwinden muss, ständig mit Wasser versorgt werden kann. Er war besessen von der Vision eines Kanals zwischen den beiden Meeren. Auf langen Wanderungen plante und erkundete er den genauen Verlauf für einen Kanal vom Mittelmeer bis nach Toulouse. Von dort konnte dann auf der Garonne zum Atlantik gefahren werden. 1681, nach nur 15 Jahren Bauzeit, wurde der 240 Kilometer lange Canal du Midi eröffnet. Die Jungfernfahrt hat Riquet nicht mehr erlebt, er war ein halbes Jahr zuvor gestorben. Sein Traum aber war Wirklichkeit geworden. Die Römer sprengten die Berge Las Médulas im Nordwesten Spaniens mithilfe von Wasserkraft, um an die goldhaltigen Gesteinsschichten zu gelangen. Auch für die Windmühlen von Kinderdjik in den Niederlanden, Greenwich in Großbritannien, wo 200 Jahre lang nach den Gesetzen sicherer Navigation geforscht wurde, und die Schiffshebewerke am Canal du Centre in Belgien nutzten die Menschen die Kraft des Wassers.
Die letzte Reiseetappe des 3sat-Thementages "In 24 Stunden um die Welt" führt zu den von Menschenhand geschaffenen "Wunderwelten des Wassers".
(ARD/SWR/3sat)

Sendeende: 6:00 Uhr