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Sonntag, 4. Dezember
Programmwoche 49/2011
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6:20
schwarz-weiss monochrom

Zu neuen Ufern

Spielfilm, Deutschland 1937

Darsteller:
Gloria VaneZarah Leander
Albert FinsburyWilly Birgel
HenryViktor Staal
Dr. HoyerErich Ziegel
FannyHilde von Stolz
u.a.
Regie: Detlef Sierck
Länge: 98 Minuten

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Die Sängerin Gloria Vane ist der umjubelte Star des Londoner Adelphi-Theaters. Ihr Geliebter Albert Finsbury lebt auf allzu großem Fuß, sodass ihm sein reicher Freund Bobby Wells immer wieder aushelfen muss. Eines Tages fälscht Albert einen Scheck Bobbys. Dann schifft ...
(ARD)

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Die Sängerin Gloria Vane ist der umjubelte Star des Londoner Adelphi-Theaters. Ihr Geliebter Albert Finsbury lebt auf allzu großem Fuß, sodass ihm sein reicher Freund Bobby Wells immer wieder aushelfen muss. Eines Tages fälscht Albert einen Scheck Bobbys. Dann schifft er sich nach Australien ein, um dort als Offizier Karriere zu machen. Beim Abschied verspricht er Gloria, sie bald nachzuholen. Als die Fälschung entdeckt wird, nimmt Gloria die Schuld auf sich. Ein Gericht verurteilt sie zu sieben Jahren Deportation in eine Strafanstalt bei Sydney. Für die weiblichen Häftlinge dort gibt es nur eine Chance, vorzeitig freizukommen: wenn ein Mann sie heiratet. Dieser Mann könnte für Gloria der junge Farmer Henry sein. Er ist ihr nicht unsympathisch, und doch treibt es sie zu Albert. Aber als sie zu ihm flieht, feiert er gerade Verlobung mit einer Gouverneurstochter.
Zarah Leander und Willy Birgel spielen die Hauptrollen in diesem Melodram von Detlef Sierck, der nach seiner Emigration in die USA unter dem Namen Douglas Sirk in Hollywood Karriere machte. Zarah Leander hatte als Bühnenschauspielerin in Skandinavien bereits bekannt, als sie 1935 in Wien in Ralph Benatzkys Operette "Axel an der Himmelstür" auftrat. Das Stück hatte großen Erfolg, und Leander bekam zahlreiche Filmangebote. "Premiere" (1936) von Géza von Bolváry war der erste deutschsprachige Film Zarah Leanders und der Beginn ihrer unvergesslichen Filmlaufbahn. Zwischen 1936 und 1942 spielte sie in zehn erfolgreichen deutschen Produktionen. Die UFA sah sie als Ersatz für Marlene Dietrich, die nach Amerika ging.

Taschentücher bereithalten heißt es am 3sat-Thementag "Herz & Schmerz": 24 Stunden lang zeigt 3sat die schönsten Melodramen mit großen Hollywood-Stars wie Rock Hudson, Lana Turner, Joan Crawford, Bette Davis und Henry Fonda. Keinesfalls fehlen dürfen dabei die Filme von Regisseur Douglas Sirk. Er gilt als der Spezialist für wunderbar dramatische Liebesgeschichten.
(ARD)


8:00

La Habanera

Spielfilm, Deutschland 1937

Darsteller:
Astrée SternhjelmZarah Leander
Don Pedro de AvilaFerdinand Marian
Tante AnaJulia Serda
Dr. Sven NagelKarl Martell
Dr. PardwayPaul Bildt
u.a.
Regie: Detlef Sierck
Länge: 94 Minuten

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Astrée Sternhjelm glaubt, den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, als sie auf Puerto Rico Don Pedro de Avila kennenlernt. Gegen den Willen ihrer Tante bleibt die schöne junge Schwedin auf der Antilleninsel und heiratet den Feudalherrn. Zehn Jahre später erscheint ihr ...
(ARD)

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Astrée Sternhjelm glaubt, den Mann ihres Lebens gefunden zu haben, als sie auf Puerto Rico Don Pedro de Avila kennenlernt. Gegen den Willen ihrer Tante bleibt die schöne junge Schwedin auf der Antilleninsel und heiratet den Feudalherrn. Zehn Jahre später erscheint ihr das Paradies eher wie die Hölle. Ihr eifersüchtiger Mann bewacht sie argwöhnisch, ihren kleinen Sohn Juan will er ganz nach seinen Vorstellungen erziehen. In dieser Situation kommt Astrées Jugendfreund Dr. Sven Nagel auf die Insel, um ein heimtückisches Fieber zu bekämpfen, dessen Existenz Don Pedro sowie die örtlichen Behörden zu vertuschen versuchen. Dr. Nagel lädt zu einem Fest ein, wo der Arzt seine große Jugendliebe wiedersieht und erkennt, wie unglücklich Astrée ist. Don Pedros Leute vernichten unterdessen ein Antitoxin, das Dr. Nagel gegen den Erreger des tödlichen Fiebers entwickelt hat. Das wird ihrem Auftraggeber zum Verhängnis.
Zarah Leander singt in dem 1937 entstandenen Spielfilm das Lied "La Habanera" ("Der Wind hat mir ein Lied erzählt"), das dem Film den Titel gab und zu einem der erfolgreichsten Lieder des schwedischen UFA-Stars wurde.
(ARD)


9:30
schwarz-weiss monochrom

Humoreske

(Humoresque)

Spielfilm, USA 1946

Darsteller:
Helen WrightJoan Crawford
Paul BorayJohn Garfield
Sid JeffersOscar Levant
Rudy BorayJ. Carrol Naish
Gina RominyJoan Chandler
u.a.
Regie: Jean Negulesco
Länge: 120 Minuten

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Der ehrgeizige, junge Geiger Paul Boray wird von seinem Freund und Lehrer Sid Jeffers auf eine mondäne Party eingeladen, wo die reiche Helen Wright, die mit dem stillen, duldsamen Victor unglücklich verheiratet ist und ihren Kummer im Alkohol ertränkt, sich für den ...
(ARD)

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Der ehrgeizige, junge Geiger Paul Boray wird von seinem Freund und Lehrer Sid Jeffers auf eine mondäne Party eingeladen, wo die reiche Helen Wright, die mit dem stillen, duldsamen Victor unglücklich verheiratet ist und ihren Kummer im Alkohol ertränkt, sich für den talentierten Musiker interessiert. Durch Helens Unterstützung wird Pauls Debüt als Konzertgeiger ein beachtlicher Erfolg. Der berühmte Dirigent Anatol Hagerström nimmt ihn in sein Orchester auf, Pauls Karriere schreitet voran. Doch Helens Interesse an dem jungen Mann ist nicht nur künstlerischer Natur, und auch Paul verliebt sich in die attraktive Frau. Als Victor von der Affäre seiner Frau erfährt, kommt es zur Scheidung. Paul und Helen heiraten, doch ihre ohnehin schon schwierige Beziehung wird dadurch nicht einfacher: Helen kann es nicht ertragen, dass Paul voller Ehrgeiz steckt und seine ganze Erfüllung in der Musik findet, neben der sie in seinem Leben nur die zweite Geige spielt. Während Paul auf der Konzertbühne einen seiner größten Triumphe feiert, nimmt Helen sich das Leben.
"Humoreske" ist ein fesselndes Melodram, das durch seine brillanten Darsteller und seine sorgfältig ausgefeilte Regie überzeugt. Für seine anspruchsvolle Musikzusammenstellung - der Interpret ist Isaac Stern - wurde Franz Waxman 1946 für einen "Oscar" nominiert.
(ARD)


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11:30
schwarz-weiss monochrom

Jezebel - Die boshafte Lady

Spielfilm, USA 1938

Darsteller:
JulieBette Davis
Preston DillardHenry Fonda
Buck CantrellGeorge Brent
AmyMargaret Lindsay
Dr. LivingstonDonald Crisp
u.a.
Regie: William Wyler
Länge: 90 Minuten

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New Orleans, 1850: Julie Marsten ist eine ebenso bezaubernde wie verzogene Tochter aus reichem Haus. Durch ihr bewusst provozierendes Auftreten brüskiert sie immer wieder die konservative Südstaaten-Gesellschaft. Als sie auf einem Ball entgegen den Gepflogenheiten statt ...
(ARD)

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New Orleans, 1850: Julie Marsten ist eine ebenso bezaubernde wie verzogene Tochter aus reichem Haus. Durch ihr bewusst provozierendes Auftreten brüskiert sie immer wieder die konservative Südstaaten-Gesellschaft. Als sie auf einem Ball entgegen den Gepflogenheiten statt in einem weißen in einem roten Kleid erscheint und damit einen Skandal provoziert, kommt es zum Zerwürfnis mit ihrem Verlobten Preston Dillard. Bestürzt zieht Julie sich zurück und bricht allen Kontakt mit der Welt ab. Sie lebt in der Hoffnung, dass ihr Verlobter wieder zu ihr zurückkehrt. Als Preston ein Jahr später aus beruflichen Gründen erstmals wieder in die Stadt kommt, bittet Julie ihn reumütig um Vergebung. Zu spät, denn der erfolgreiche Bankier ist inzwischen verheiratet und bringt seine Frau Amy mit in Julies Haus. Der Ausbruch einer Gelbfieber-Epidemie verhindert die Abreise von Preston und seiner Frau. Als Preston erkrankt und zum Sterben auf eine Quarantäneinsel gebracht wird, beschließt Julie, ihren Geliebten in den Tod zu begleiten.
"Jezebel - Die boshafte Lady" ist ein feinfühlig und pointiert inszeniertes Südstaaten-Melodram. Für die beeindruckende Darstellung der Julie erhielt Bette Davis den "Oscar".
(ARD)


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13:05

Opfer einer großen Liebe

(Dark Victory)

Spielfilm, USA 1939

Darsteller:
Judith TraherneBette Davis
Dr. Frederick SteeleGeorge Brent
Michael O'LearyHumphrey Bogart
Ann KingGeraldine Fitzgerald
AlecRonald Reagan
u.a.
Regie: Edmund Goulding
Länge: 92 Minuten

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Judith Traherne ist 23 Jahre jung, kapriziös und die reiche Erbin eines exklusiven Pferderennstalls. Sie liebt das gesellige Leben in der High Society und das Reiten. Immer häufiger plagen sie jedoch starke Kopfschmerzen und eine Sehschwäche, die schließlich Grund für ...
(ARD)

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Judith Traherne ist 23 Jahre jung, kapriziös und die reiche Erbin eines exklusiven Pferderennstalls. Sie liebt das gesellige Leben in der High Society und das Reiten. Immer häufiger plagen sie jedoch starke Kopfschmerzen und eine Sehschwäche, die schließlich Grund für einen Reitunfall ist. Die eigensinnige Judith weigert sich jedoch, zum Arzt zu gehen - bis es ihrer fürsorglichen Sekretärin und Freundin Ann King gelingt, sie zu dem Gehirnspezialisten Dr. Steele zu schicken. Die leichtlebige Judith bewundert Steele, der nur für seinen verantwortungsvollen Beruf lebt. So willigt sie zu einer raschen Operation ein, nach der es ihr zunächst spürbar besser geht. Nur Steele und Ann wissen, dass Judiths Gehirntumor unheilbar ist und sie nur noch ein Jahr zu leben hat. Während Judith sich nach der Operation wie neugeboren fühlt und dies ausgelassen mit ihren Freunden feiert, gerät Steele in einen Gewissenskonflikt. Er hat sich in sie verliebt, und Judith erwidert unbefangen seine Zuneigung. Als sie jedoch durch Zufall ihre Patientenakte sieht, glaubt sie sich verraten und stürzt sich in einen verzweifelten Taumel des Vergnügens. Sie vertraut sich einzig ihrem langjährigen Freund, dem Stallburschen Michael O'Leary an, der Judiths selbstzerstörerische Energie bremsen kann. Doch erst als Steele Judith einen Heiratsantrag macht, spürt sie seine aufrichtige Zuneigung. Sie folgt ihm in das entlegene Vermont, wo er ein Labor eröffnet. Steele ist ein renommierter Forscher geworden, doch als es mit seiner Frau zu Ende geht, ist es Judith, die ihm neuen Lebensmut macht.
Durch Bette Davis wird die Figur der ebenso selbstbewussten wie tapferen Judith Traherne zur brillanten Charakterstudie, die Edmund Gouldings Edel-Melodram "Opfer einer großen Liebe" eine zeitlose Note gibt. Der spätere US-Präsident Ronald Reagan ist in einer Nebenrolle als junger Salonlöwe Alec zu sehen.
(ARD)


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14:35
16:9 Format

Verdammt sind sie alle

(Some Came Running)

Spielfilm, USA 1958

Darsteller:
Dave HirshFrank Sinatra
Ginny MoorheadShirley MacLaine
Bama DillertDean Martin
Gwen FrenchMartha Hyer
Dawn HirshBetty Lou Keim
u.a.
Regie: Vincente Minelli
Länge: 131 Minuten

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Dave Hirsh, gerade aus der Armee entlassen, kommt nach Parkman in seine Geburtsstadt Illinois. Dort hat sein Bruder Frank ein Juweliergeschäft und zählt zu den Honoratioren der Kleinstadt, der Dave vor 16 Jahren den Rücken kehrte. Inzwischen hat Dave einige Bücher ...
(ARD)

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Dave Hirsh, gerade aus der Armee entlassen, kommt nach Parkman in seine Geburtsstadt Illinois. Dort hat sein Bruder Frank ein Juweliergeschäft und zählt zu den Honoratioren der Kleinstadt, der Dave vor 16 Jahren den Rücken kehrte. Inzwischen hat Dave einige Bücher geschrieben, die sich jedoch schlecht verkauften. Warum er Ginny Moorhead bei sich behält, ein gutmütiges Flittchen, das er in Chicago aufgegabelt hat und das ihm seitdem nachläuft, weiß er selbst nicht so recht. Ginny ist genau das Gegenteil von Gwen French, die Dave in Parkman kennenlernt. Sie unterrichtet dort, kennt seine Bücher und schätzt sie. Von ihr ist Dave sofort beeindruckt. Sonst imponiert ihm in dem spießigen Provinznest nur noch Bama Dillert, der davon lebt, andere beim Pokern auszunehmen. Ihm schließt er sich an. Wie sein Bruder und dessen eingebildete Frau Agnes darüber denken, ist Dave gleichgültig. Weniger gleichgültig ist ihm, dass auch Gwen sich von seinem Lebensstil abgestoßen fühlt. Vergeblich versucht er, sie für sich zu gewinnen: Gwens bürgerliche Vorurteile sind stärker als ihre Liebe. Von ihr abgewiesen, entschließt er sich Hals über Kopf, Ginny zu heiraten. Mitten im ausgelassenen Treiben der Jahrhundertfeier von Parkman stellt ein eifersüchtiger früherer Freund Ginnys den beiden nach. Betrunken schießt er auf sie. Dave wird verletzt, Ginny ist auf der Stelle tot.
Vincente Minnelli, 1913 in Chicago geboren, errang als Meister des Film-Musicals internationalen Ruf. Minnellis Verfilmung des sozialkritischen Romans von James Jones, der auch die Romanvorlage zu "Verdammt in alle Ewigkeit" schrieb, wurde seinerzeit ein großer Erfolg beim Kinopublikum. Neben Frank Sinatra stehen Shirley MacLaine, Martha Hyer und Dean Martin vor der Kamera.
(ARD)


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16:45
16:9 Format

Solange es Menschen gibt

(Imitation of Life)

Spielfilm, USA 1959

Darsteller:
Lora MeredithLana Turner
Steve ArcherJohn Gavin
SusieSandra Dee
David EdwardsDan O'Herlihy
Sarah JaneSusan Kohner
u.a.
Regie: Douglas Sirk
Länge: 120 Minuten

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Die Regisseurswitwe Lora Meredith hat großes schauspielerisches Talent. Doch mit ihrer Karriere geht es nicht voran, weil die alleinerziehende Mutter sich um ihre kleine Tochter Susie kümmern muss. Erst als sie die obdachlose Farbige Annie Johnson als Kindermädchen ...
(ARD)

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Die Regisseurswitwe Lora Meredith hat großes schauspielerisches Talent. Doch mit ihrer Karriere geht es nicht voran, weil die alleinerziehende Mutter sich um ihre kleine Tochter Susie kümmern muss. Erst als sie die obdachlose Farbige Annie Johnson als Kindermädchen engagiert, kann sie sich ganz auf ihren Beruf konzentrieren. Über den zwielichtigen Agenten Allen Loomis lernt sie den berühmten Dramatiker David Edwards kennen, der ihrer Bühnenkarriere den entscheidenden Impuls verleihen will. In diesem Moment erhält der Kunstfotograf Steve Archer, den sie seit Langem liebt, seine erste Festanstellung in einer Werbeagentur. Steve bittet Lora, ihre künstlerischen Ambitionen aufzugeben, um seine Frau zu werden. Doch Lora entscheidet sich für ihre Karriere und wird bald ein gefeierter Broadway-Star. Jahre vergehen. Lora ist auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, als sie Steve wieder trifft. Beide kommen sich schnell wieder nahe. Die Probleme ihrer heranwachsenden Tochter, die sich heimlich in Steve verliebt hat, verliert Lora dabei aus dem Blick. Wenig Verständnis hat auch Annie für ihre attraktive Tochter Sarah Jane, die aufgrund ihrer hellen Haut als Weiße leben will und ihre Mutter verleugnet. Als ihr erster Freund Frankie herausfindet, dass Sarah Janes Mutter eine Farbige ist, verprügelt er sie. Sarah Janes Wut und Enttäuschung richten sich gegen Annie. Sie verlässt ihre Mutter und verschwindet spurlos. Doch dann wird Annie krank.
"Solange es Menschen gibt", Douglas Sirks letzter Hollywood-Film, beeindruckt nicht nur durch seine artifizielle Gestaltung und durch Lana Turners schauspielerische Leistung: Auch thematisch war Sirk mit seiner kunst- und gefühlvollen Verbindung zweier bewegender Mutter-Tochter-Dramen der Zeit weit voraus: Mit präzisen Beobachtungen erzählt "Solange es Menschen gibt" von den Schwierigkeiten einer alleinerziehenden Mutter, die sich gegen einen Mann und für ihre Karriere entscheidet. Ebenso zu Herzen geht auch Sirks subtile Kritik am Rassismus, erzählt aus der Sicht einer farbigen Mutter, die nicht einsieht, warum ihre hellhäutige Tochter als Weiße leben möchte. Zu den großen Bewunderern dieses Films zählte auch Rainer Werner Fassbinder: "Ein großer, wahnsinniger Film vom Leben und vom Tod".
(ARD)


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18:45
16:9 Format

Was der Himmel erlaubt

(All that Heaven allows)

Spielfilm, USA 1955

Darsteller:
Cary ScottJane Wyman
Ron KirbyRock Hudson
Sara WarrenAgnes Moorehead
Alida AndersonVirginia Grey
HarveyConrad Nagel
u.a.
Regie: Douglas Sirk
Länge: 85 Minuten

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Seit dem Tod ihres Mannes lebt die wohlhabende Cary Scott einsam und zurückgezogen in einer kleinen Gemeinde in der Provinz von Neu-England. Ihr Sohn Ned, der in Princeton studiert, und ihre Tochter Kay, die in New York arbeitet, versuchen immer wieder, die Mutter zu mehr ...
(ARD)

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Seit dem Tod ihres Mannes lebt die wohlhabende Cary Scott einsam und zurückgezogen in einer kleinen Gemeinde in der Provinz von Neu-England. Ihr Sohn Ned, der in Princeton studiert, und ihre Tochter Kay, die in New York arbeitet, versuchen immer wieder, die Mutter zu mehr Lebensfreude und intensiverem Kontakt zu ihren alten Freundinnen zu animieren - ohne Erfolg. Dann aber lernt Cary eines Tages durch Zufall den Gärtner Ron Kirby kennen. Ron ist ein attraktiver, aber verschlossener Mann, der in der alten, malerischen Mühle seines Großvaters lebt. Zu Cary aber fühlt sich der sensible Einzelgänger vom ersten Moment an hingezogen. Es dauert nicht lange, bis sich zwischen den beiden einsamen Menschen eine zarte Liebe entwickelt. Durch Ron blüht Cary endlich zu neuem Leben auf. Ebenso schnell aber machen in dem Städtchen bösartige Gerüchte die Runde. Ihre konservativen, traditionsbewussten Freunde können nicht verstehen, dass eine Frau wie Cary sich mit einem Mann aus einfachen Verhältnissen eingelassen hat. Auch Ned und Kay sind von der neuen Beziehung ihrer Mutter entsetzt. Sie werfen ihr vor, durch den Umgang mit Ron das Andenken des Vaters zu beschmutzen. Vergebens versucht Cary, ihre Umwelt von der Aufrichtigkeit ihrer Liebe zu überzeugen. Als ihre Kinder damit drohen, den Kontakt zu ihr abzubrechen, hat Cary keine Wahl mehr - sie sagt sich von Ron, der sie sogar heiraten möchte, los. Wenig später ist alles wie zuvor: Cary lebt in trister Einsamkeit in ihrem goldenen Käfig. Von Depressionen und psychosomatischen Leiden gequält, realisiert sie schließlich, dass sie nur glücklich werden kann, wenn sie das Gerede der Leute nicht beachtet und ihrem Herzen folgt. Sie will zu Ron zurückkehren - für immer.
Mit "Was der Himmel erlaubt" hat Meisterregisseur Douglas Sirk einen der großen Klassiker der Filmgeschichte geschaffen. Bis heute gilt das Melodram über Liebe und Einsamkeit, Klassendenken und Ignoranz Filmemachern wie Pedro Almodóvar und Todd Haynes als Vorbild. Unvergesslich in den Hauptrollen Oscar-Preisträgerin Jane Wyman und Rock Hudson als unverstandenes Liebespaar. In derselben Konstellation drehte Sirk ein Jahr zuvor den Film "Die wunderbare Macht".
(ARD)


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20:15
16:9 Format

Die wunderbare Macht

(Magnificent Obsession)

Spielfilm, USA 1954

Darsteller:
Helen PhillipsJane Wyman
Bob MerrickRock Hudson
Nancy AshfordAgnes Moorehead
Joyce PhillipsBarbara Rush
Edward RandolphOtto Kruger
u.a.
Regie: Douglas Sirk
Länge: 104 Minuten

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Als der leichtsinnige Playboy Bob Merrick mit seinem Rennboot verunglückt, rettet man ihn mithilfe eines Sauerstoffgeräts, das der renommierte Arzt Dr. Phillips in seinem Haus am See für Notfälle bereithält. Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt erleidet Phillips ...
(ARD)

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Als der leichtsinnige Playboy Bob Merrick mit seinem Rennboot verunglückt, rettet man ihn mithilfe eines Sauerstoffgeräts, das der renommierte Arzt Dr. Phillips in seinem Haus am See für Notfälle bereithält. Doch ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt erleidet Phillips selbst eine schwere Herzattacke und stirbt, weil das Gerät nicht für ihn zur Verfügung steht. Er lässt seine verzweifelte Frau Helen fast mittellos zurück. Bob Merrick bietet der attraktiven Witwe daraufhin Hilfe an, die sie jedoch zurückweist. Umso hartnäckiger sucht er fortan die Nähe dieser Frau, die ihn mehr und mehr fasziniert. Vor allem aber wird ihm bewusst, wie leer sein bisheriges Leben trotz aller Vergnügungen war. Als Helen ihm und seinen Annäherungsversuchen ausweichen will, gerät sie eines Tages unter ein Auto. Zwar überlebt sie den Unfall, verliert aber ihr Augenlicht. Merrick gibt sich die Schuld und versucht Helen beizustehen. Aber diese lehnt ihn rigoros ab. Unter falschem Namen gelingt es Merrick jedoch, Kontakt zu ihr aufzunehmen. Inzwischen hat er auch sein vor Jahren abgebrochenes Medizinstudium wiederaufgenommen. Auf seine Initiative hin lässt Helen sich von einigen berühmten Augenspezialisten untersuchen, die eine Operation allerdings für aussichtslos halten. In dieser Situation gibt Merrick sich zu erkennen und erfährt, dass Helen längst Bescheid weiß. Er bittet sie daraufhin, seine Frau zu werden, aber noch ist sie nicht bereit dazu, obwohl sie ihn liebt. Erst Jahre später, als Helen mit dem Tode ringt, finden die beiden unter dramatischen Umständen zueinander.
"Die wunderbare Macht" gehörte zu den berühmtesten Filmen Douglas Sirks und gilt als zeitloser Klassiker des Genres. Douglas Sirk starb 1987 in der Schweiz, Rock Hudson - neben Jane Wyman Hauptdarsteller dieses Films - starb am 2. Oktober 1995.
(ARD)


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21:55
VPS 22:00

Stereo-Ton16:9 Format

Ryans Tochter

(Ryan's Daughter)

Spielfilm, Großbritannien 1970

Darsteller:
Rosy RyanSarah Miles
Charles ShaughnessyRobert Mitchum
Pater CollinsTrevor Howard
Randolph DoryanChristopher Jones
MichaelJohn Mills
Tom RyanLeo McKern
u.a.
Länge: 186 Minuten

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Irland, 1916: Armut und unverhohlene Antipathie gegen die Engländer bestimmen das Leben in dem abgelegenen Küstenort Kirrary, in dem Tom Ryan die einzige Gastwirtschaft besitzt. Seine hübsche Tochter Rosy hat sich in ihren ehemaligen Lehrer Charles Shaughnessy verliebt. ...
(ARD)

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Irland, 1916: Armut und unverhohlene Antipathie gegen die Engländer bestimmen das Leben in dem abgelegenen Küstenort Kirrary, in dem Tom Ryan die einzige Gastwirtschaft besitzt. Seine hübsche Tochter Rosy hat sich in ihren ehemaligen Lehrer Charles Shaughnessy verliebt. Der sympathische Witwer erwidert ihre Gefühle, hat jedoch Bedenken, das junge Mädchen an sich zu binden. Was Rosy will, pflegt sie indessen zu erreichen, und so heiraten die beiden. Rosys Hoffnungen bleiben in ihrer Ehe jedoch unerfüllt: Charles bemüht sich auf seine Art zwar sehr um seine junge Frau, aber der Alltag in der bescheidenen Lehrerwohnung bleibt weit hinter ihren romantischen Vorstellungen zurück. Eines Tages kommt Major Randolph Doryan als neuer Kommandeur in das britische Militärlager bei Kirrary. Der junge Offizier leidet noch unter den Folgen einer schweren Verletzung, die er sich beim Fronteinsatz in Frankreich zugezogen hatte. Zwischen ihm und Rosy entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesaffäre, die nicht verborgen bleibt. Die Dörfler lassen Rosy ihre Verachtung spüren. Als irische Rebellen in einer Sturmnacht Waffen von einem deutschen Schiff aus dem tobenden Meer bergen und später von den britischen Soldaten überrascht werden, sind fast alle in Kirrary überzeugt, dass Rosy die Freiheitskämpfer an ihren Liebhaber verraten hat. Man rechnet mit ihr ab, nur ihr Mann und Pater Collins halten in dieser schlimmen Stunde zu ihr.
Das stimmungsvolle, episch angelegte Melodram "Ryans Tochter" beeindruckt nicht nur mit bestechenden Naturaufnahmen.
(ARD)


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1:05
16:9 Format

Die Ehe der Maria Braun

Spielfilm, Deutschland 1978

Darsteller:
Maria BraunHanna Schygulla
Hermann BraunKlaus Löwitsch
Karl OswaldIvan Desny
Willi KlenzeGottfried John
Marias MutterGisela Uhlen
u.a.
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Länge: 116 Minuten

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Deutschland, 1943: In einem provisorischen Standesamt heiratet die junge Maria den Soldaten Hermann Braun. Aber schon am nächsten Tag muss Hermann wieder an die Front. Maria bleibt allein mit ihrer verwitweten Mutter und ihrem alten Großvater zurück. Sie durchlebt den ...
(ARD)

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Deutschland, 1943: In einem provisorischen Standesamt heiratet die junge Maria den Soldaten Hermann Braun. Aber schon am nächsten Tag muss Hermann wieder an die Front. Maria bleibt allein mit ihrer verwitweten Mutter und ihrem alten Großvater zurück. Sie durchlebt den Bombenkrieg und wenig später die Befreiung und Besatzung durch die alliierten Truppen. So gut wie möglich versucht Maria, sich ein geregeltes Leben aufzubauen. Denn sie ist fest davon überzeugt, dass Hermann eines Tages zurückkehren und dieses Leben mit ihr teilen wird. Dann aber dringt die Nachricht zu ihr durch, dass Hermann gefallen ist. In ihrer Trauer lässt Maria sich mit dem afroamerikanischen US-Soldaten Bill ein. Ihre Liebe aber gilt noch immer dem verschollenen Hermann. Als dieser völlig unerwartet auftaucht, kommt es zu einer Schlägerei zwischen Hermann und Bill, in deren Verlauf Maria den Amerikaner mit einer Flasche erschlägt. Vor Gericht nimmt Hermann alle Schuld auf sich und wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Maria lernt wenig später den aus der Emigration zurückgekehrten Industriellen Oswald kennen. Sie wird Oswalds Assistentin und macht ihn schließlich auch zu ihrem Geliebten. Als Herrmann aus der Haft entlassen wird, verschwindet er zu Marias Enttäuschung ins Ausland. Erst nach Oswalds Tod erfährt Maria den wahren Grund für sein Verhalten.
Das Melodram "Die Ehe der Maria Braun" war einer der erfolgreichsten Filme in der Karriere von Rainer Werner Fassbinder. Im Rahmen einer berührenden Ehegeschichte erzählt Fassbinder von der Kehrseite der Wirtschaftswunderjahre, von verkauften Gefühlen, enttäuschter Liebe und manipulierten Beziehungen. In den Hauptrollen brillieren Hanna Schygulla ("Effie Briest") und Klaus Löwitsch ("Extreme Ops").
(ARD)


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3:00
Stereo-Ton

Fassbinder in Hollywood

Film von Robert Fischer und Ulli Lommel

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Rainer Werner Fassbinder (1945 - 1982) hat mit 29 Spielfilmen und zwölf Fernsehproduktionen ein immenses Werk hinterlassen. Hinzu kommen zahlreiche Bühneninszenierungen seines "antitheaters", Hörspiele und Auftritte als Schauspieler. Was oft übersehen wird, ist, wie ...
(ARD/BR)

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Rainer Werner Fassbinder (1945 - 1982) hat mit 29 Spielfilmen und zwölf Fernsehproduktionen ein immenses Werk hinterlassen. Hinzu kommen zahlreiche Bühneninszenierungen seines "antitheaters", Hörspiele und Auftritte als Schauspieler. Was oft übersehen wird, ist, wie offen der deutsche Autorenfilmer mit Hollywood flirtete, mit einer Art von Kino also, das dem seinen scheinbar entgegengesetzt war.
Robert Fischer macht sich in "Fassbinder in Hollywood" auf die Suche nach den Hollywood-Einflüssen in Rainer Werner Fassbinders Filmen und geht den Spuren Fassbinders im heutigen Hollywood nach. Es kommen Fassbinder-Freunde zu Wort, die dessen Traum für sich verwirklicht haben, wie der Schauspieler Ulli Lommel, ein Mitglied der legendären Fassbinder-Kommune. Außerdem geht die Dokumentation auf die Beziehung zwischen Fassbinder und seinem großen Vorbild Douglas Sirk, dem Meister des Hollywood-Melodrams, ein. Fassbinder-Highlights wie "Angst essen Seele auf", "Die bitteren Tränen der Petra von Kant", "Martha" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" sind das direkte Ergebnis von Fassbinders Liebe zu diesem lange verkannten Film-Genre.
(ARD/BR)


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3:45
Stereo-Ton

Die bitteren Tränen der Petra von Kant

Spielfilm, Deutschland 1972

Darsteller:
MarleneIrm Hermann
Petra von KantMargit Carstensen
Karin ThimmHanna Schygulla
Gabriele von KantEva Mattes
Sidonie von GrasenabbKatrin Schaake
u.a.
Regie: Rainer Werner Fassbinder
Länge: 120 Minuten

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Die erfolgreiche Modedesignerin Petra von Kant lebt und arbeitet mit ihrer unterwürfigen, schweigsamen Dienerin und Privatsekretärin Marlene in einem luxuriösen Bremer Apartment. Von ihrem verstorbenen ersten Mann hat sie eine halbwüchsige Tochter, Gabriele, die auf ...
(ARD)

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Die erfolgreiche Modedesignerin Petra von Kant lebt und arbeitet mit ihrer unterwürfigen, schweigsamen Dienerin und Privatsekretärin Marlene in einem luxuriösen Bremer Apartment. Von ihrem verstorbenen ersten Mann hat sie eine halbwüchsige Tochter, Gabriele, die auf ein teures Internat geht. Auch die Ehe mit ihrem zweiten Mann scheiterte. Eine Freundin macht die distinguierte Aristokratin mit Karin Thimm, einer jungen Frau aus dem Arbeitermilieu, bekannt. Petra verhilft der mittellosen Karin zu einer Modelkarriere und fordert dafür ihre Liebe. Doch Karin, die von ihrem australischen Mann enttäuscht wurde, nutzt ihre Gönnerin hemmungslos aus und betrügt sie. Als Karins Mann sich überraschend meldet, kehrt sie sofort zu ihm zurück. Am Boden zerstört, hinterfragt Petra die heuchlerischen Beziehungen zu ihren Verwandten und falschen Freundinnen und muss sich einige bittere Wahrheiten eingestehen. Voller Hoffnung bietet sie nun ihrer Dienerin Marlene, die Petra bislang vergötterte, von dieser aber nur voller Geringschätzung behandelt wurde, die Freundschaft an.
Rainer Werner Fassbinders virtuos inszeniertes Kammerspiel "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" zählt zu den Meilensteinen des europäischen Autorenkinos. Mit seiner minimalistischen Inszenierung, die praktisch auf das Bett und das Schlafzimmer der Petra von Kant zentriert ist, erzielt Fassbinder einen maximalen Effekt. Basierend auf seinem eigenen Theaterstück, schildert er mit großer Sensibilität eine Frauenbeziehung, in der alle Schattierungen wechselseitiger Abhängigkeiten durchgespielt werden. Margit Carstensen und Hanna Schygulla agieren bis in die kleinsten Nuancen hinein glaubwürdig.
(ARD)

Sendeende: 5:45 Uhr