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November 2017
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Samstag, 1. November: Thementag "Echt türkisch"
Programmwoche 45/2008
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6:00
Stereo-Ton16:9 Format

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Göreme - Felsenstadt der frühen Türken

Pamukkale - Das Naturwunder des antiken Hierapolis

Troja - Dichtung und Wahrheit
Filme von Gabi Reich
Erstausstrahlung

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Tausende von Kegeln, Pilzen, Kaminen, Türmchen und steinernen Ornamenten: Hinter jedem Felsvorsprung tauchen in den Tälern von Göreme in der Türkei neue Formen auf. Unterschiedlich hartes Tuffgestein der verschiedenen Lavaströme ließen sie vor mehreren Millionen ...
(ARD/SWR/3sat)

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Tausende von Kegeln, Pilzen, Kaminen, Türmchen und steinernen Ornamenten: Hinter jedem Felsvorsprung tauchen in den Tälern von Göreme in der Türkei neue Formen auf. Unterschiedlich hartes Tuffgestein der verschiedenen Lavaströme ließen sie vor mehreren Millionen Jahren entstehen. Der Stein lässt sich leicht aushöhlen, das nutzten die ersten christlichen Mönche und Nonnen Vorderasiens, die sich im vierten Jahrhundert in die bizarren Formationen der Täler Kappadokiens zurückgezogen hatten. Eine unglaubliche Bautätigkeit begann, in das Tuffgestein hinein: Über der Erde wurden Felsenklöster, Kirchen, Zellen und Kapellen, unter der Erde ganze Städte von weltweit unvergleichlichem Ausmaß errichtet. Um 190 vor Christus durch Eumenes II. von Pergamon gegründet, wurde das heute Pamukkale genannte Hierapolis (griechisch für "Heilige Stadt") im Jahr 133 Teil der römischen Provinz Asia - die Entsprechung römischer Badekultur in Kleinasien. Noch heute beeindruckt eine weithin sichtbare Brunnenanlage, und das Theater der Stadt ist die am besten erhaltene Spielstätte in Kleinasien. Trojas Geschichte, von Homer in der Ilias besungen, soll in völliger Zerstörung geendet haben. Die Ruinen der sagenumwobenen Metropole ägäischer Hochkultur werden auf dem Hügel Hisarlik bei Çanakkale vermutet.
Der Film lädt zu einer Reise zu drei UNESCO-Welterbestätten in der Türkei ein.

Zwischen Ost und West, zwischen Europa und Asien, zwischen Allah und Atatürk, zwischen Kopftuch und Minirock, zwischen Demokratie und Repression: Die Türkei, Gastland der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt, ist ein zerrissenes Land. Der 3sat-Thementag "Echt türkisch" beleuchtet in zahlreichen Dokumentationen, Reportagen und Spielfilmen Vergangenheit und Gegenwart des Landes.

(ARD/SWR/3sat)


6:45
Stereo-Ton16:9 Format

Ephesos - Weltstadt der Antike

Film von Alfred Vendl

(aus der ORF-Reihe "Universum")

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Über prunkvollen Alabastersäulen, marmornen Straßen, Theatern, Thermen und Sportplätzen liegt atemlose Stille - einer Totenstadt gleich. Die pompösen, mit zahlreichen Ausschmückungen verzierten Ruinen zeugen vom einstigen Reichtum des sagenhaften Ephesos an der ...
(ORF)

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Über prunkvollen Alabastersäulen, marmornen Straßen, Theatern, Thermen und Sportplätzen liegt atemlose Stille - einer Totenstadt gleich. Die pompösen, mit zahlreichen Ausschmückungen verzierten Ruinen zeugen vom einstigen Reichtum des sagenhaften Ephesos an der Westküste der heutigen Türkei. Seit über 130 Jahren graben Archäologen an dem geschichtsträchtigen Ort. Nicht Sensationsfunde sind gefragt: Die Forscher wollen durch großflächige Ausgrabungen ein realitätsnahes Bild der antiken Metropole gewinnen. Um die Altertümer gegen Witterungseinflüsse zu schützen, wurde eine über 4.000 Quadratmeter große Überdachung aus Stahl und Kunststoff geschaffen. Ein genauer Gründungstermin der Stadt Ephesos steht nicht fest. Nachgewiesen ist jedoch, dass der Ort in Kleinasien seit dem 10. Jahrhundert vor Christus von Athenern besiedelt wurde und Zentrum der ionischen Griechen war. Aufgrund seiner günstigen geografischen Lage - direkt am Meer und in der Nähe einer Süßwasserquelle - entwickelte sich Ephesos in den folgenden Jahrhunderten zu einer wohlhabenden Stadt mit überdurchschnittlich florierendem Handel. Bedeutende politische Bündnisse wurden geknüpft, der Einfluss der Epheser wuchs. Weltweit bekannt war der stadteigene Artemiskult, den das Artemision, ein gewaltiger Tempelbau zu Ehren der geheiligten Göttin, bekrönte. Im Jahr 133 vor Christus wurde Ephesos römisch und damit Hauptstadt der Provinz Asia. Unzählige Prachtbauten entstanden: Hochherrschaftliche Villen, ausstaffiert mit über 30 verschiedenen Marmorarten und kunstvollen Mosaiken, einladende Säulenhallen und eine Vielzahl von Neokorien, Kultstätten zu Ehren der römischen Kaiser, repräsentierten den materiellen Überfluss der Stadtbewohner.
Der Film von Alfred Vendl stellt die Legenden den wissenschaftlichen Fakten gegenüber.
(ORF)


7:35
Stereo-Ton

Untergang der Imperien: Das Byzantinische Reich

Film von Jürgen Vogt

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Das Römische Reich zerfiel 405 nach Christus in einen östlichen und einen westlichen Teil. Der oströmische Staat wurde nach dem ursprünglichen Namen seiner Hauptstadt Byzanz als "Byzantinisches Reich" bezeichnet. Der römische Kaiser Konstantin baute Byzanz zu einer ...

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Das Römische Reich zerfiel 405 nach Christus in einen östlichen und einen westlichen Teil. Der oströmische Staat wurde nach dem ursprünglichen Namen seiner Hauptstadt Byzanz als "Byzantinisches Reich" bezeichnet. Der römische Kaiser Konstantin baute Byzanz zu einer neuen mächtigen Residenz aus - einer Stadt, wie sie die antike Welt bis dahin nicht gekannt hatte. Er gab ihr den Namen Konstantinopel. Auseinandersetzungen in Glaubensfragen und Kriege mit religiösem Hintergrund bestimmten die byzantinische Geschichte. Die griechisch-lateinische Kultur hatte ihre Feinde in den wandernden Völkern Ost- und Nordeuropas und ihre Gegner in der wachsenden Kirche Roms. Im Jahr 1204 schlugen die Kreuzritter ihr Heerlager vor den Toren der Residenzstadt auf. Bevor sie Jerusalem von den "Ungläubigen" befreiten, plünderten sie das reiche Konstantinopel. Konstantinopel fiel. Die Sieger teilten das Reich auf, und Venedig wurde die neue Handelsmacht. Das Byzantinische Reich hatte mehr als 1.000 Jahre überdauert.
Der Film von Jürgen Vogt blickt zurück auf den Untergang des Byzantinischen Reichs.


8:00

Osmanen, Türken, Europäer

Die Geburt des Osmanischen Reiches

Film von Ulrich Baringhorst

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1999 wurde in der Türkei der 700. Jahrestag der Gründung des Osmanischen Reiches begangen. Vom kleinen Fürstentum zur Weltmacht aufgestiegen, bestimmten die türkischstämmigen Osmanen über mehrere Jahrhunderte die Geschicke der islamischen Welt. Von Istanbul aus ...
(ARD/WDR)

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1999 wurde in der Türkei der 700. Jahrestag der Gründung des Osmanischen Reiches begangen. Vom kleinen Fürstentum zur Weltmacht aufgestiegen, bestimmten die türkischstämmigen Osmanen über mehrere Jahrhunderte die Geschicke der islamischen Welt. Von Istanbul aus herrschten die osmanischen Sultane über ein Reich, das sich von Nordafrika über den Nahen Osten und Kleinasien bis auf den Balkan erstreckte. Obwohl heute über zwei Millionen Menschen aus der Türkei in Deutschland leben, ist die Geschichte des Osmanischen Reiches hierzulande weitgehend unbekannt. Erst die dramatischen Ereignisse auf dem Balkan seit dem Tode Titos rückte diesen Landstrich und seine wechselvolle Geschichte, an der die Osmanen entscheidend mitbeteiligt waren, wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.
Der Film von Ulrich Baringhorst erzählt vom Aufstieg des kleinen Fürstentums zu einer Weltmacht.
(ARD/WDR)


8:30
Stereo-Ton

Istanbul

West-östliche Diva

Film von Peter Kruchten

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Einzigartig und rekordverdächtig - das ist die türkische Millionenstadt Istanbul. Einzigartig ist schon die geografische Lage dieser Stadt auf zwei Kontinenten. Doch nicht nur geografisch ist Istanbul die Brücke zwischen Europa und Asien: Die kulturelle und ...
(ARD/SR)

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Einzigartig und rekordverdächtig - das ist die türkische Millionenstadt Istanbul. Einzigartig ist schon die geografische Lage dieser Stadt auf zwei Kontinenten. Doch nicht nur geografisch ist Istanbul die Brücke zwischen Europa und Asien: Die kulturelle und weltanschauliche Vielfalt, die reiche Geschichte, das Nebeneinander von Tradition und Moderne - all dies bietet nur die Metropole am Bosporus.
Der Film verfolgt den Ablauf eines Freitags, der in der muslimischen Welt dem christlichen Sonntag entspricht. In der laizistischen Türkei gehen die gläubigen Muslime zum Gebet in die Moschee, gleichzeitig nimmt das Leben im Finanz- und Wirtschaftszentrum seinen gewohnten, geschäftigen Lauf. Angefangen beim täglichen Verkehrsinfarkt am frühen Morgen bis zum abendlichen Ausklang in einem Restaurant am Bosporus.
(ARD/SR)


9:15
Stereo-Ton16:9 Format

hitec: Gegen den Strom

Der neue Bosporus-Tunnel

Film von Wolfram Giese

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Für Istanbul ist er ein Jahrtausendwerk, die Rettung vor dem Verkehrsinfarkt: Der Marmaray-Tunnel ist die erste Eisenbahnverbindung zwischen Asien und Europa. Ein technisches Meisterwerk an einem der gefährlichsten Plätze der Welt. Denn Istanbul ist erdbebengefährdet ...

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Für Istanbul ist er ein Jahrtausendwerk, die Rettung vor dem Verkehrsinfarkt: Der Marmaray-Tunnel ist die erste Eisenbahnverbindung zwischen Asien und Europa. Ein technisches Meisterwerk an einem der gefährlichsten Plätze der Welt. Denn Istanbul ist erdbebengefährdet wie keine andere Stadt auf dem Globus. Die 1,5 Kilometer langen Tunnelröhren werden mit gewaltigen Kränen im Bosporus abgesenkt. Elf Röhrenelemente gibt es, jedes 30.000 Tonnen schwer. Die starke Strömung macht das Absenken zu einer der schwierigsten technischen Herausforderungen des Tunnelbaus. Noch nie wurden solche Röhren in 60 Metern Tiefe verlegt, in einer Tiefe, die keine Sicht zulässt. Das Ablegen der Röhren erfolgt durch akustische Navigation. Immer wieder sind die Bauarbeiten durch vorbeifahrende Riesentanker gefährdet. Erst Ende 2006 kollidierte ein 150 Meter langer russischer Tanker mit einem der schwimmenden Bagger.
Die "hitec"-Dokumentation "Gegen den Strom" von Wolfram Giese verfolgt die Verlegungsarbeiten der Röhren des Marmaray-Tunnels über und unter Wasser.


9:45
Stereo-Ton16:9 Format

Suna - Die türkische Patriarchin

Film von Kadriye Acar

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Ohne Kopftuch und mit einer Zigarette in der Hand ist Suna Kepolu allein äußerlich schon eine außergewöhnliche Erscheinung in der südostanatolischen Provinz. Wer dann noch ihren Titel hört ist mehr als überrascht. In einer Region, in der die Männer den Frauen ihre ...

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Ohne Kopftuch und mit einer Zigarette in der Hand ist Suna Kepolu allein äußerlich schon eine außergewöhnliche Erscheinung in der südostanatolischen Provinz. Wer dann noch ihren Titel hört ist mehr als überrascht. In einer Region, in der die Männer den Frauen ihre Rechte vorenthalten, hat sie das scheinbar Unmögliche erreicht: Sie ist eine weibliche Aga, eine der reichen Großgrundbesitzer, deren Wort mehr Gewicht hat als die Gesetze aus dem weit entfernten Ankara. Nach dem Tod ihres Vaters und dem tödlichen Autounfall ihres einzigen Bruders, der den Titel geerbt hätte, war der Stamm der Kepolus lange Zeit ohne Oberhaupt. Suna war 23 Jahre alt, als sie beschloss, diese Lücke zu füllen. Nirgendwo steht geschrieben, dass nicht auch die Tochter den Titel übernehmen kann. Getan hat es vor ihr keine. Inzwischen hören alle Mitglieder ihrer weit verzweigten Familie auf ihr Wort, auch die Männer. Durch ihren Lebensweg versucht Suna Kepolu, den Frauen in dieser Region Mut zu machen und drängt, anders als die anderen Großgrundbesitzer, die Eltern dazu, ihre Töchter zur Schule zu schicken. Noch immer sind 25 Prozent der türkischen Bevölkerung Analphabeten, 80 Prozent davon Frauen. Suna Kepolu hat viel erreicht, doch trotz ihrer Position muss auch sie sich den ungeschriebenen Regeln der Region beugen, wenn sie in der patriarchalischen Gesellschaft Südostanatoliens bestehen möchte. Ein Spagat, der viele Opfer von ihr fordert.
Kadriye Acar porträtiert die ungewöhnliche Kurdin.


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10:40
Stereo-Ton16:9 Format

Hungern gegen Wände

Eine kurdische Erinnerung

Dokumentarfilm von Yusuf Yesilöz, Schweiz 2003

Länge: 52 Minuten

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1980 wird der kurdische Student Cemal Miran, der sich der demokratischen kurdischen Bewegung angeschlossen hat, in der Türkei verhaftet, auf massivste Weise gefoltert und von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Gegen die Schikanen im Gefängnis wehrt er sich mit ...

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1980 wird der kurdische Student Cemal Miran, der sich der demokratischen kurdischen Bewegung angeschlossen hat, in der Türkei verhaftet, auf massivste Weise gefoltert und von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Gegen die Schikanen im Gefängnis wehrt er sich mit einem vierzehntägigen Hungerstreik, er fällt ins Koma und wacht als behinderter Mensch auf. 1989 wird das Todesurteil aufgehoben, Miran wird freigelassen und flieht 1993 in die Schweiz.
Der Dokumentarfilm von Yusuf Yesilöz zeigt, wie Cemal Miran seinen Alltag in der Schweiz meistert. Ein Film über Unterdrückung und Folter, aber auch über Freundschaft und Sehnsucht.


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11:30
Stereo-Ton16:9 Format

Christen unterm Halbmond

Zwischen Angst und Hoffnung

Film von Monika Siegfried-Hagenow

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In biblischer Landschaft im Südosten der Türkei leben seit fast 2.000 Jahren auch Christen. "Tur Abdin" nennen sie auf Aramäisch ihre Heimat, das heißt "Berg der Knechte Gottes". Heute sind sie nur noch eine kleine Minderheit im islamisch geprägten Land. Die meisten ...
(ARD/WDR)

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In biblischer Landschaft im Südosten der Türkei leben seit fast 2.000 Jahren auch Christen. "Tur Abdin" nennen sie auf Aramäisch ihre Heimat, das heißt "Berg der Knechte Gottes". Heute sind sie nur noch eine kleine Minderheit im islamisch geprägten Land. Die meisten flohen vor Krieg, Gewalt und wirtschaftlicher Not nach Westeuropa. Dass es schwierig und auch gefährlich sein könnte, in die türkische Heimat zurückzukehren, wusste Pfarrer Saliba Erden. 20 Jahre lang lebte er im Exil in der Schweiz, während in der Südosttürkei syrisch-orthodoxe Christen von muslimischen Nachbarn überfallen und beraubt, von radikalen Islamisten entführt und ermordet wurden und im Konflikt zwischen kurdischen Rebellen und türkischem Militär zwischen die Fronten gerieten. Aber seit die Türkei EU-Kandidatin ist, wächst unter den Christen die Hoffnung, dass nun alles besser wird: Religionsfreiheit gilt als ein wichtiges Aufnahmekriterium, die Menschenrechte werden in der Türkei seither mehr beachtet. Christliche Heimkehrer aus Deutschland und Schweden haben bereits in die Zukunft investiert und in ihren jahrelang verlassenen Dörfern große, prächtige Häuser gebaut. Auch Pfarrer Saliba Erden bewegte die Hoffnung vor drei Jahren zur Rückkehr. Er will anderen Mut machen und hofft, dass endlich Frieden einkehrt in der ausgebluteten Region. Vielleicht ist es eine trügerische Hoffnung: Noch immer gibt es im "Tur Abdin" Anschläge gegen Christen, noch leben viele in Angst, und mit der Zahl der Rückkehrer wächst auch wieder die Spannung zwischen der muslimischen Mehrheit und der christlichen Minderheit.
Christen im "Tur Abdin" gewährten Monika Siegfried-Hagenow Einblick in ihre Geschichte, ihr Leben und ihren Alltag.
(ARD/WDR)


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12:15
Stereo-Ton16:9 Format

Zwischen Allah und Atatürk

Zerrissene Seelen am Bosporus

Film von Wiltrud Kremer

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Die einen hatten den "Putsch der Justiz" gegen die Regierung befürchtet, die anderen hatten ihn gewollt. Er blieb aus. Die türkische Regierungspartei AKP wurde nicht verboten. Die politische Krise scheint vorerst abgewendet, aber die Türkei, offiziell Kandidat für ...
(ARD/SWR)

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Die einen hatten den "Putsch der Justiz" gegen die Regierung befürchtet, die anderen hatten ihn gewollt. Er blieb aus. Die türkische Regierungspartei AKP wurde nicht verboten. Die politische Krise scheint vorerst abgewendet, aber die Türkei, offiziell Kandidat für einen EU-Beitritt und Gastland der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt, bleibt ein zerrissenes Land: Zerrissen zwischen Ost und West, zwischen Allah und Atatürk, zwischen Demokratie und Repression.
In dem Film von Wiltrud Kremer erzählen religiös-konservative Muslime, laizistisch-nationalistische Kemalisten und liberale Demokraten ihre Geschichte. Sie nehmen die Zuschauer mit in ihren Alltag und zeigen, warum sie um die Köpfe und Herzen der Türken und um die politische Zukunft des Landes kämpfen.
(ARD/SWR)


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12:45
Stereo-Ton

Mustafa Kemal Atatürk - Die Geburt einer Republik

Film von Séverine Labat

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Mustafa Kemal Atatürk wurde 1881 geboren. Von heftigem und leidenschaftlichem Naturell, machte er zuerst beim Militär Karriere. 1908/09 nahm er am Aufstand der Jungtürken teil, und im Ersten Weltkrieg führte er eine Armee. 1920 rief er die erste Große ...

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Mustafa Kemal Atatürk wurde 1881 geboren. Von heftigem und leidenschaftlichem Naturell, machte er zuerst beim Militär Karriere. 1908/09 nahm er am Aufstand der Jungtürken teil, und im Ersten Weltkrieg führte er eine Armee. 1920 rief er die erste Große Nationalversammlung ein, deren Präsident er drei Jahre lang war. Seine bahnbrechende Leistung war die Abschaffung des Sultanats. Auf der Grundlage des zerfallenden Osmanischen Reichs schuf er einen neuen, homogenen Staat. Vor allem zwischen 1924 und dem Beginn der 1930er Jahre modernisierte Atatürk die noch weitgehend ländliche und stark religiös geprägte Gesellschaft seines Landes. Seine Reformen veränderten den Alltag der Türken von Grund auf. Er duldete keinerlei Protest, und bis zu seinem Tod 1938 nahm sein Regime immer autoritärere Züge an. War er ein genialer Visionär, dem die Türkei ihre Annäherung an die moderne westliche Welt verdankt? Oder war er ein aufgeklärter Despot, dessen politisches Erbe noch heute die Vollendung des Demokratisierungsprozesses der Türkei belastet? Die türkische Gesellschaft ist gespalten: Auf der einen Seite stehen westlich orientierte urbane Schichten, auf der anderen islamistisch geprägte Kreise. Weil die Lehren von Atatürk diese Gegensätze zusammenhalten, wird die Erinnerung an ihn in der Türkei nach wie vor hochgehalten, und Kritik ist tabu. Mustafa Kemal Atatürk gilt ausschließlich als der kühne - und bisher in der arabisch-muslimischen Welt unerreichte - Modernisierer einer religiös strukturierten Gesellschaft.
Ein Porträt des türkischen Staatsmanns Mustafa Kemal Atatürk.


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13:45
Stereo-Ton16:9 Format

Der Kaiser und der Sultan

Auf den Spuren der Bagdad-Bahn

Film von Dieter Sauter

(aus der ARD-Reihe "Skizzen aus dem Orient")

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Im alten "Pera Palast"-Hotel in Konstantinopel wohnten Agatha Christi, Mata Hari und Leo Trotzki. Die Gästeliste des berühmten Hotels liest sich wie das "Who is Who" des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie alle waren mit dem Orient-Express nach ...
(ARD/BR)

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Im alten "Pera Palast"-Hotel in Konstantinopel wohnten Agatha Christi, Mata Hari und Leo Trotzki. Die Gästeliste des berühmten Hotels liest sich wie das "Who is Who" des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Sie alle waren mit dem Orient-Express nach Konstantinopel gereist. Der Bau der Bahnlinie von Paris bis nach Konstantinopel war das erste Teilstück einer Strecke, die mit Unterstützung des Deutschen Kaiserreichs erbaut werden und einmal quer durch den Orient bis nach Bagdad führen sollte. Doch 1917, als Kaiser Wilhelm II. Istanbul und den Padischa des Osmanischen Reichs zum letzten Mal besuchte, waren die Schienen der Bagdad-Bahn gerade bis zur heutigen türkisch-syrischen Grenze verlegt. Vor Kurzem wurde dieses Teilstück wiedereröffnet. Die Bahn führt durch atemberaubende Landschaften, vorbei an den verfallenen Siedlungen der deutschen Bauarbeiter bis zum Rand der syrisch-irakischen Wüste. An der Strecke liegen Pavillons und Serails, die eigens für den deutschen Kaiser errichtet worden waren.
Der Film erzählt die Geschichte der Bagdad-Bahn und folgt ihrem Verlauf.
(ARD/BR)


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14:30
Stereo-Ton16:9 Format

Reisewege Türkei

An der Küste des Lichts zwischen Izmir und Bergama

Im Land des Goldkönigs Krösus

Film von Dorlie und Christian Fuchs

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Izmir, Hafenmetropole an der mittleren Ägäisküste, ist die drittgrößte Stadt der Türkei. "Tismuma" nannten die Hethiter die Siedlung vor 3.000 Jahren. Unter Griechen, Römern und Byzantinern wuchs "Smyrna", wie die Stadt zu dieser Zeit genannt wurde, zu einer ...
(ARD/SR)

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Izmir, Hafenmetropole an der mittleren Ägäisküste, ist die drittgrößte Stadt der Türkei. "Tismuma" nannten die Hethiter die Siedlung vor 3.000 Jahren. Unter Griechen, Römern und Byzantinern wuchs "Smyrna", wie die Stadt zu dieser Zeit genannt wurde, zu einer Weltstadt mit damals schon mehr als 100.000 Einwohnern. Die Osmanen gaben ihr im 15. Jahrhundert den heutigen Namen mit dem Zusatz "Gavur Izmir", "ungläubiges Izmir", denn noch Anfang des 20. Jahrhunderts lebten dort mehrheitlich Christen, Griechen und Armenier. Heute überqueren Fährschiffe unablässig die natürliche Hafenbucht von einem Stadtviertel ins andere. Tausende Pendler umgehen so den mörderischen Straßenverkehr der Viermillionenstadt morgens auf dem Weg zur Arbeit und abends zurück in die Wohnviertel. Nirgendwo sonst in der kleinasiatischen Türkei ist der Einfluss des Westens so deutlich spürbar wie in Izmir. Die Stadt ist modern, weltoffen und kemalistisch. Im anatolischen Hochland östlich von Izmir liegt Sardis, die einst goldreiche Residenz des legendären Königs Krösus. Im Hinterland des Golfs von Edremit liegt das antike Pergamon, heute Bergama. Um die weite Meeresbucht breitet sich die türkische "Oliven-Riviera" aus. Doch der jahrtausendealte Zauber dieser Landschaft ist bedroht.
Ein Film über das Leben in der Region zwischen der Weltstadt Izmir und Bergama, einer Stadt im Hinterland des Golfs von Edremit.
(ARD/SR)


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15:15
Stereo-Ton

Wohnungen Gottes: Konya

Mystischer Ort des Islam

Film von Michael Albus

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Konya, das einstige Ikonium, liegt im zentralanatolischen Hochland, mitten in der Türkei. Die Stadt, damals wie heute ein Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen zwischen Morgen- und Abendland, ist geprägt durch Industrie und Handel. Konya ist aber auch das Zentrum der ...

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Konya, das einstige Ikonium, liegt im zentralanatolischen Hochland, mitten in der Türkei. Die Stadt, damals wie heute ein Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen zwischen Morgen- und Abendland, ist geprägt durch Industrie und Handel. Konya ist aber auch das Zentrum der Derwische, der Mystiker des Islam. Ihr Gründer Mevlana Dschalaluddin Rumi liegt dort begraben.
Der Film von Michael Albus stellt Konya gestern und heute vor.


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16:00
Stereo-Ton16:9 Format

Das Meer in den Bergen

Der Van-See im Osten der Türkei

Film von Dieter Sauter

(aus der ARD-Reihe "Skizzen aus dem Orient")

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Der Van-See im Osten Anatoliens ist sieben Mal so groß wie der Bodensee: ein Meer, vor Urzeiten entstanden, als Erdbeben den Abfluss der Schmelzwasser aus den Bergen verschütteten. Sein Wasser ist einzigartig auf der Welt, eine besondere Mischung aus Salz- und ...
(ARD/BR)

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Der Van-See im Osten Anatoliens ist sieben Mal so groß wie der Bodensee: ein Meer, vor Urzeiten entstanden, als Erdbeben den Abfluss der Schmelzwasser aus den Bergen verschütteten. Sein Wasser ist einzigartig auf der Welt, eine besondere Mischung aus Salz- und Süßwasser mit einem Sodagehalt, die einer Lauge gleicht. Auch die Pflanzen- und Tierwelt an seinen Ufern hat sich der Besonderheit des Sees angepasst. Die Region war in der Bronzezeit das Zentrum der Hethiter, deren Kultur den Orient bis heute beeinflusst. Dort findet sich das Zentrum der armenischen Kultur von einst. Jahrhundertelang bekämpften sich in der Gegend auch der persische Schah und der osmanische Sultan. Es gibt keine verbauten Ufer, Freizeitparks und Campingplätze, dafür alte Burgen und Dörfer, in denen die Menschen leben wie in längst vergangenen Zeiten.
Ein Film über das Leben am Vansee heute und einst.
(ARD/BR)


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16:45
Stereo-Ton16:9 Format

Türkei - Die blaue Reise

Von Seglern und Sonnenanbetern

Film von Peter Althammer

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Blauer Himmel, blaues Meer: Diese Farbe Blau ist ein Markenzeichen der türkischen Ägäis. Die "blaue Reise" unternimmt man am besten mit alten - oder wenigstens alt aussehenden - Segelschiffen, die "Gulets" genannt werden. Es sind aus Holz gebaute Oldtimer, die unter ...
(ARD/BR)

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Blauer Himmel, blaues Meer: Diese Farbe Blau ist ein Markenzeichen der türkischen Ägäis. Die "blaue Reise" unternimmt man am besten mit alten - oder wenigstens alt aussehenden - Segelschiffen, die "Gulets" genannt werden. Es sind aus Holz gebaute Oldtimer, die unter Deck über eine moderne Ausstattung verfügen. An guten Tagen gleiten ganze Armadas von Gulets an den Küsten entlang. Uralte Häfen und zahllose Inseln werden passiert, Kulissen, die eine andere, unbekannte Türkei präsentieren: Eine Seefahrernation, von unendlich scheinendem Meer umgeben und mit Gebirgen, die noch weit hinaus ins Meer sichtbar sind - oft bis tief ins Jahr hinein, wenn schon längst die Saison der Gulets begonnen hat, von Schnee bedeckt.
Peter Althammer war an Bord eines Gulets auf blauer Reise.
(ARD/BR)


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17:15
Stereo-Ton16:9 Format

Türkei - Die Wächter des Ararat

Film von Martin Thoma

(aus der ARD-Reihe "Länder - Menschen - Abenteuer")

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Er ist mit 5.165 Metern der höchste Berg der Türkei und zugleich der einzige frei stehende Fünftausender der Welt: der Ararat. Der Ort, an dem der Legende nach die Arche Noah gestrandet ist. Jahrzehntelang pilgerten Abenteurer zu seinem Gipfel und hofften, das biblische ...
(ARD/SWR)

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Er ist mit 5.165 Metern der höchste Berg der Türkei und zugleich der einzige frei stehende Fünftausender der Welt: der Ararat. Der Ort, an dem der Legende nach die Arche Noah gestrandet ist. Jahrzehntelang pilgerten Abenteurer zu seinem Gipfel und hofften, das biblische Wrack zu finden. Weil der Ararat in Kurdengebiet liegt, mitten in einer militärischen Sperrzone, trauen sich heute kaum noch Touristen dorthin. Darunter leiden vor allem die Ararat-Nomaden, die sich früher an Bergsteigern als Träger verdingten. Der zwölfjährige Erhan, der zum Stamm der Jelali gehört, möchte sein Geld einmal als Fremdenführer verdienen. Seit Jahrhunderten ziehen die kurdischstämmigen Wanderhirten mit ihren Schafen über die Hänge des Ararat entlang der Grenzen zu Armenien und dem Iran. Die Türken nennen sie "Wächter des Ararat". Auf ihre Ortskenntnis konnten sich Expeditions- und Reiseveranstalter stets verlassen. Bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs, als der Ararat zum Rückzugsgebiet für PKK-Kämpfer wurde, brachte der Bergtourismus den Jelali dringend benötigte Zusatzeinkünfte. Ihre Camps dienten als Basislager, sie errichteten Teestuben und verkauften Decken und Teppiche als Souvenirs.
Der Film von Martin Thoma besucht Erhans Familie auf ihrer Sommerweide und begleitet den Nomadenjungen, als er zusammen mit seinem älteren Bruder und seinem Onkel endlich das erste Mal zum Gipfel des Ararat aufbrechen darf.
(ARD/SWR)


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18:00
16:9 Format

Touris, Tee und Traditionen

Der große Basar von Istanbul

Film von Ulrich Schramm

Erstausstrahlung

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Der große Basar von Istanbul, vor 547 Jahren von Sultan Mehmet dem Eroberer gebaut, ist das älteste und größte Einkaufszentrum der Welt. Fast 4.000 Läden auf 300.000 Quadratmetern Fläche - ein Labyrinth von mehr als 60 Straßen, Gassen und Höfen, in dem 30.000 ...
(ARD/BR/3sat)

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Der große Basar von Istanbul, vor 547 Jahren von Sultan Mehmet dem Eroberer gebaut, ist das älteste und größte Einkaufszentrum der Welt. Fast 4.000 Läden auf 300.000 Quadratmetern Fläche - ein Labyrinth von mehr als 60 Straßen, Gassen und Höfen, in dem 30.000 Menschen leben und arbeiten. Jeden Tag kommen zwischen 200.000 und 400.000 Besucher. Vom 16. Jahrhundert bis heute ist der Basar Handelszentrum für Waren aus Orient und Okzident. Über uralte Handelsstraßen brachten Karawanen kostbare Waren aus China, Indien, Persien und Zentralasien an diesen Schnittpunkt der Handelswege in den Westen: kostbare Teppiche und Stoffe aus China und Indien, Gold, Silber und seltene Edelsteine aus Siam, handgeknüpfte Wollteppiche aus Persien, Zentralasien und den Provinzen des Osmanischen Reichs, Kupfer- und Messingwaren, feines Porzellan aus China und später den osmanischen Zentren Kühtahiya und Iznik. Auch wertvolle Antiquitäten gelangten und gelangen zu den orientbegeisterten Sammlern im Westen. Jedes Jahr werden im großen Bazar zwischen 90 und 130 Tonnen Gold umgesetzt. Mehr als 370 Juweliere, Gold- und Silberschmiede offerieren teurere Geschmeide - von Armreifen und Ringen bis zu millionenschweren Colliers mit Brillianten, Rubinen und anderen Edelsteinen. Auch heute noch funktioniert der Basar nach alter Tradition: So gilt bei allen Geschäften das gesprochene Wort - egal ob es um drei Gramm Gold oder um Teppiche im Wert von 1,5 Millionen Dollar geht. Ehrlichkeit und Vertrauen sind Voraussetzung, um im Basar zu arbeiten zu können. 85 Prozent der Läden sind im Privatbesitz, teilweise seit Generationen. Die Umsätze sind Geschäftsgeheimnis, schon wegen der Steuerbehörden. Sie bewegen sich aber im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.
Ein Streifzug durch die Welt der Goldwesire und Teppichbarone, aber auch der Teelieferanten und Lastenträger, die in diesem Mikrokosmos des UNESCO-Weltkulturerbes leben.
(ARD/BR/3sat)


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18:30
Stereo-Ton16:9 Format

Sulukule in Istanbul

Streit um den Abriss des Roma-Viertels

Film von Yusuf Yesilöz

Erstausstrahlung

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Sulukule, das Roma-Viertel in Istanbul, ist einer der ältesten Orte weltweit, an denen Roma sesshaft wurden. Die heutigen Bewohner des Stadtteils haben das Pech, in einer besonders attraktiven Gegend Istanbuls zu leben. Dort sollen Stadtvillen entstehen, die den ...

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Sulukule, das Roma-Viertel in Istanbul, ist einer der ältesten Orte weltweit, an denen Roma sesshaft wurden. Die heutigen Bewohner des Stadtteils haben das Pech, in einer besonders attraktiven Gegend Istanbuls zu leben. Dort sollen Stadtvillen entstehen, die den Bedürfnissen der neuen Oberschicht entsprechen, und Sulukule soll ganz verschwinden. Der endgültige Abriss des im Verfall begriffenen Viertels wird immer wieder aufgeschoben, nicht zuletzt wegen Protesten aus dem In- und Ausland. Die Bewohner stehen vor einer ungewissen Zukunft. Durch die Stadtmodernisierung verlieren sie ihre Gemeinschaft, die ihre Lebensgrundlage ist. In Sulukule hat immer jeder jedem geholfen. Ohne diese gelebte Solidarität befürchten die Roma, in der türkischen Gesellschaft nicht überleben zu können.
Yusuf Yesilöz porträtiert in seinem Film eine bedrohte Heimat.


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19:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

heute

anschl. 3sat-Wetter


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19:20

Kulturzeit extra: Türkei

Moderation: Tina Mendelsohn

Mit Elif Shafak (Schriftstellerin) und Zafer Senocak
(Schriftsteller)
Erstausstrahlung

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In Istanbul brodelt das Leben. Eine rege Clubszene, Pop-Rock und eine lebendige traditionelle Musikszene bereichern das kulturelle Leben der Millionenmetropole.
"Kulturzeit extra" ist vor Ort, stellt Istanbuler Musiker und Musikerinnen vor, wie die Sängerin Sevval ...

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In Istanbul brodelt das Leben. Eine rege Clubszene, Pop-Rock und eine lebendige traditionelle Musikszene bereichern das kulturelle Leben der Millionenmetropole.
"Kulturzeit extra" ist vor Ort, stellt Istanbuler Musiker und Musikerinnen vor, wie die Sängerin Sevval Sam, die Rockband Mor ve Ötesi und spricht mit Hasan Saltik, dem Chef des bekannten Folklore-Labels "Kalan Müzik". Auch die Literaturszene hat einiges zu bieten. "Kulturzeit"-Moderatorin Tina Mendelsohn spricht mit der Schriftstellerin Elif Shafak, deren Buch "Der Bonbonpalast" gerade in deutscher Sprache erschienen ist. Thema: Das Leben der Frauen in der Türkei. Zu Gast in der Ausgabe von "Kulturzeit extra" ist auch der türkische Schriftsteller Zafer Senocak, der in der Türkei geboren ist und heute in Berlin lebt. In seinem Gespräch mit Tina Mendelsohn geht es um das Leben in der Türkei und seine Hoffnung auf eine offene Gesellschaft. Denn neben einem spürbaren Aufbruch in die Moderne, lassen sich im türkischen Alltag die Spuren der Vergangenheit erleben. Gegensätze, die sich in Kunst und Kultur finden, prägen auch das politische und gesellschaftliche Leben.


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20:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Tagesschau



ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht.
(ARD)


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20:15
Stereo-Ton

Im alten Herzen der Türkei

Film von Ernst Waldemar Bauer

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In der Antike galt der Vulkan Anthäos - heute heißt er Ercias Dagh - als Zentrum der Naturschönheiten Kappadokiens. Die Landschaft ist geprägt von heißen Quellen und Türmen aus Tuffgestein. Dort haben die Menschen vor Jahrhunderten in Wohnhöhlen Zuflucht vor ...
(ARD/HR)

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In der Antike galt der Vulkan Anthäos - heute heißt er Ercias Dagh - als Zentrum der Naturschönheiten Kappadokiens. Die Landschaft ist geprägt von heißen Quellen und Türmen aus Tuffgestein. Dort haben die Menschen vor Jahrhunderten in Wohnhöhlen Zuflucht vor Kriegern und Sklavenhändlern gesucht. Sogar Kirchen wurden in das Gestein gehauen. Vieles von dieser vergangenen Welt ist bis heute erhalten geblieben. Der Ercias Dagh ist seit Langem erloschen, aber die riesigen Mengen vulkanischer Asche und Trümmer, die er hinterlassen hat, haben sich zu einem bemerkenswerten Gestein verfestigt. Die geothermische Energie des Magmaherds in der Tiefe beheizt unter anderem die heißen Quellen von Pamukkale, zu Deutsch Baumwollschloss oder Watteschloss. So wird eine Landschaft genannt, die den alten Griechen heilig war: Vulkanisch erhitztes Wasser, das reich an Kohlendioxid ist, strömt aus einer tiefen Spalte. Der Steilhang, über den die Quellhochebene in die fruchtbaren Niederungen des Mäanderflusses übergeht, ist wie eine Tropfsteinhöhle vom Kalk geschmückt. Im flachen Becken staut sich das Wasser und bildet eine natürliche Wassertreppe. Göreme liegt weiter im Osten. "Tal der tausend Türme" wird diese Landschaft genannt. Auch dort haben sich die Bewohner seit alter Zeit Wohnhöhlen gebaut. Nicht wenige wurden in früherer Zeit von Eremiten bewohnt, in einigen nisten heute Tauben.
Der Film lädt zu einem Besuch von Kappadokien, Pamukkale und Göreme ein.
(ARD/HR)


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21:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Gegen die Wand

Fernsehfilm, Deutschland 2004

Darsteller:
CahitBirol Ünel
SibelSibel Kekilli
MarenCatrin Striebeck
SerefGüven Kirac
SelmaMeltem Cumbul
NicoStefan Gebelhoff
u.a.
Länge: 112 Minuten

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Cahit, ein desillusionierter Alkoholiker, hat das Leben satt. Im Vollrausch rast er mit seinem Ford Granada frontal gegen eine Betonmauer, überlebt aber. In der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses lernt er Sibel kennen, ein junges und hübsches Mädchen, wie Cahit ...
(ARD/NDR)

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Cahit, ein desillusionierter Alkoholiker, hat das Leben satt. Im Vollrausch rast er mit seinem Ford Granada frontal gegen eine Betonmauer, überlebt aber. In der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses lernt er Sibel kennen, ein junges und hübsches Mädchen, wie Cahit türkischer Herkunft. Auch sie hat einen Selbstmordversuch hinter sich: ein Versuch, ihrem traditionsverhafteten Elternhaus zu entfliehen, um jeden Preis. In ihrer verzweifelten Suche nach Freiheit bittet sie Cahit, mit ihr eine Scheinehe einzugehen. Er zögert, stimmt dann jedoch zu. Die beiden teilen eine Wohnung, aber nicht das Leben. Doch langsam verliebt sich Cahit in die lebenshungrige 20-Jährige, die seinem Dasein einen Sinn gibt. Sibel aber genießt ihre neu gewonnene Freiheit in vollen Zügen und geht eine Affäre nach der anderen ein. Erst als es zu spät ist und Cahit im Affekt einen ihrer Liebhaber erschlägt, entdeckt auch sie, wie viel sie für ihren Ehemann empfindet. Sie verspricht, auf ihn zu warten, so lange er für seine Tat im Gefängnis sitzt. Doch als Cahit Jahre später entlassen wird, hat Sibel in Istanbul ein neues Leben begonnen. Cahit möchte seine große Liebe noch einmal sehen.
Mehrfach ausgezeichnetes Drama von Fatih Akin.
(ARD/NDR)


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22:50
Stereo-Ton16:9 Format

Die anatolische Verführung

Wie türkische Unternehmen Europa erobern

Film von Michaela Sesterhenn

Erstausstrahlung

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Jung, modern, erfolgreich - das ist das Image, das sich die Türkei verordnet hat. Tatsächlich hat das Land zwischen Europa und Asien in den vergangenen Jahren einen Wirtschaftsboom hingelegt. Noch zur Jahrtausendwende war die Türkei ein Fall für die Insolvenzverwalter ...

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Jung, modern, erfolgreich - das ist das Image, das sich die Türkei verordnet hat. Tatsächlich hat das Land zwischen Europa und Asien in den vergangenen Jahren einen Wirtschaftsboom hingelegt. Noch zur Jahrtausendwende war die Türkei ein Fall für die Insolvenzverwalter des Internationalen Währungsfonds (IWF). Unter der Regie der neu gewählten, konservativen AKP-Regierung folgte ein Richtungswechsel. Einschneidende Reformen machten aus dem "kranken Mann am Bosporus" eine moderne Industrienation. Gerade im Herzen der Türkei haben sich florierende Industriezentren entwickelt. Mittelständische Unternehmen rollen von dort aus den europäischen Markt auf. Viele Deutsche haben jeden Tag Produkte "Made in Turkey" in der Hand: Designermode, Möbel und Autos werden in Anatolien gefertigt. Jeder dritte Fernseher Europas läuft in der Türkei vom Band - wie im Fall von Grundig teils unter klangvollem Namen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde die deutsche Traditionsmarke 2007 vom größten türkischen Konzern "Koc" gekauft. Das gute Image von Grundig soll als Türöffner zu Europas Wohnstuben dienen. Aber auch seine geografische Stellung als Tor zum Orient weiß die Türkei zu nutzen. Die Märkte im Nahen Osten, im Kaukasus und in Zentralasien gewinnen an Bedeutung. Der wirtschaftliche Erfolg der vergangenen Jahre hat den Ehrgeiz der Türkei geweckt: Bis zum 100. Jahrestag der Staatsgründung im Jahr 2023 will die Türkei zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt gehören.
Die Dokumentation "Die anatolische Verführung" von Michaela Sesterhenn zeigt, wie vor den Toren der Europäischen Union ein neuer Wirtschaftsgigant entsteht.


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23:20
Stereo-Ton16:9 Format

Djangos Reise - Asül bei den Türken

Istanbul

Film von Elle Langer, Heike Raab und Ceylan Yildrim

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2,6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in der Bundesrepublik, 700.000 besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft - sie prägen in der dritten Generation die deutsche Gesellschaft mit und können Bundestagswahlen entscheiden. Im Kontrast dazu stehen ...
(ARD/RBB)

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2,6 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in der Bundesrepublik, 700.000 besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft - sie prägen in der dritten Generation die deutsche Gesellschaft mit und können Bundestagswahlen entscheiden. Im Kontrast dazu stehen problematische Entwicklungen wie die Angst vieler Deutscher vor dem Islamismus, die zunehmende Gewalt unter jugendlichen Migranten und spektakuläre Fälle von "Ehrenmord".
Rund 50 Jahre nach der Zuwanderung der ersten türkischen Gastarbeiter zieht dieser Film eine Bilanz des deutsch-türkischen Verhältnisses - und das auf ganz besondere Weise: "Integrationsbeauftragter" Django Asül, der bayerische Kabarettist mit türkischem Pass, taucht in das türkische Leben ein. Dem Gastarbeitersohn aus Hengersberg in Niederbayern sind Berlin-Kreuzberg und Neukölln so fern wie Istanbul. Genau dort aber möchte er erfahren, wie die Türken in Deutschland leben und wie es um die deutsch-türkischen Beziehungen steht. Er will aber auch herausfinden, wie die Türken leben, wenn sie unter sich sind. Dazu reist er nach Istanbul. In der türkischen Millionenstadt trifft er auf eine Gesellschaft voller Gegensätze. Dort stoßen nicht nur geografisch zwei Kontinente aufeinander - dort ist die Nahtstelle zwischen europäischer und orientalischer Kultur. Django Asül trifft unterschiedliche Bewohner dieser Stadt: Rückkehrer aus Deutschland, Einwanderer aus Anatolien, arme und reiche Menschen.
(ARD/RBB)


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0:05
VPS 02:00

Stereo-Ton16:9 Format

Orhan Pamuk - Mein Istanbul

Film von Günter Schilhan

(aus der ORF/3sat-Reihe "Inter-City spezial")
(Wiederholung vom 11.10.2008)

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Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger 2006, gilt derzeit als der wichtigste und bekannteste Schriftsteller der Türkei. Seine Bücher sind in über 100 Ländern veröffentlicht. Durch seine politischen Äußerungen ist der Schriftsteller, der unter hohen ...
(ORF/3sat)

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Orhan Pamuk, Literaturnobelpreisträger 2006, gilt derzeit als der wichtigste und bekannteste Schriftsteller der Türkei. Seine Bücher sind in über 100 Ländern veröffentlicht. Durch seine politischen Äußerungen ist der Schriftsteller, der unter hohen Sicherheitsauflagen in Istanbul lebt, in seinem Land immer wieder Anfeindungen und Morddrohungen ausgesetzt. Ein Prozess wegen "Beleidigung des Türkentums" wurde im Januar 2006 eingestellt, doch Anfang 2008 wurde bei der Verhaftung türkischer Rechtsnationalisten eine Attentatsliste gefunden, auf der auch sein Name zu finden war. Es ist vor allem das Istanbul seiner Kindheit, das den Schriftsteller bis heute fasziniert: Ein Istanbul, in dem sich das Alltagsleben zum Großteil noch immer auf der Straße abspielt, in dem alte Holzhäuser an die Metropole von einst erinnern, in dem Straßenverkäufer in engen Gassen ihre Waren feilbieten. Zu Pamuks Lieblingsplätzen zählt der alte Buch-Basar nahe der Universität Istanbul, andere Plätze hasst er, weil sie sich innerhalb weniger Jahre in gesichtslose Geschäftsviertel verwandelt haben.
Orhan Pamuk schildert in dem Film aus der Reihe "Inter-City Spezial" seine Beziehung zu seiner Heimatstadt Istanbul, die für den Schriftsteller auch ein zentrales Thema seiner Bücher ist. Der Film führt abseits der Touristenattraktionen in jene Stadtviertel, die Pamuk besonders am Herzen liegen, darunter Nisantasi und Cihangir.
(ORF/3sat)


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0:50
VPS 00:05

Unser Mann aus Istanbul

(Operacion Estambul)

Spielfilm, Spanien/Italien/Frankreich 1964

Darsteller:
Tony MaecenasHorst Buchholz
KennySylva Koscina
BillMario Adorf
ElisabethPerette Pradier
SchenckKlaus Kinski
BogoAlvaro de Luna
u.a.
Länge: 113 Minuten
Regie: Antonio Isasi-Isasmendi

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Tony Maecenas gehört der "Asse-Club" am Goldenen Horn, wo man sich am Anblick schöner Mädchen entzücken und außerdem noch sein Geld verlieren kann. Eines Abends bewirbt sich eine junge Dame namens Kenny als Striptease-Tänzerin. Obwohl sie sich ohne Hüllen durchaus ...
(ARD)

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Tony Maecenas gehört der "Asse-Club" am Goldenen Horn, wo man sich am Anblick schöner Mädchen entzücken und außerdem noch sein Geld verlieren kann. Eines Abends bewirbt sich eine junge Dame namens Kenny als Striptease-Tänzerin. Obwohl sie sich ohne Hüllen durchaus sehen lassen kann, traut Tony ihr nicht. Als er Kenny später in einer bedrohlichen Situation zu Hilfe kommt, erfährt er von ihr, wer sie wirklich ist und was sie in Istanbul will: Kenny ist FBI-Agentin und macht Tony ein Angebot. Da er sich in der Unterwelt Istanbuls auskennt, soll er nach dem entführten Atomwissenschaftler Professor Pendergast Ausschau halten, den die Amerikaner vergeblich mit einer Million Dollar freikaufen wollten. Die andere Seite lieferte ihnen einen falschen Pendergast und kassierte dafür das Lösegeld. Wenn es Tony gelingen sollte, sowohl den richtigen Professor als auch die Million wieder herbeizuschaffen, könne er das Geld behalten. Als der Amerikaner sich auf die Suche macht, entdeckt er, dass Pendergast von einer Geheimorganisation entführt worden ist, für die Dunkelmänner wie Schenck und Bill arbeiten. Daneben gibt es eine Gruppe fernöstlicher Agenten, die ihrerseits den Professor seinen Entführern entführen will. Für Tony kommt es also darauf an, die beiden rivalisierenden Organisationen gegeneinander auszuspielen und Pendergast im richtigen Augenblick zu schnappen. Doch bald wird Tony selbst der Gejagte und gerät immer wieder in lebensbedrohliche Situationen.
Antonio Isasi-Isasmendi hat hauptsächlich Abenteuer- und Actionfilme gedreht. In Deutschland wurde der Regisseur vor allem durch die Filme "Blutige Rhapsodie", "Diego, der Geächtete", "Das Geheimnis des Scaramouche" und "An einem Freitag in Las Vegas" bekannt.
(ARD)


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2:45
Stereo-Ton16:9 Format

Voyage Oriental

Die George Gruntz Concert Jazz Band und Burhan Öcal

in der Türkei

Film von Stefan Schwietert

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Jedes Jahr geht George Gruntz mit seiner Concert Jazz Band auf Tournee. Das Reiseziel Türkei und die Entscheidung, ausführlicher mit Burhan Öcal, einem in der Schweiz wohnenden türkischen Perkussionisten und Oud-Spieler, zusammenzuarbeiten, kennzeichneten die ...

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Jedes Jahr geht George Gruntz mit seiner Concert Jazz Band auf Tournee. Das Reiseziel Türkei und die Entscheidung, ausführlicher mit Burhan Öcal, einem in der Schweiz wohnenden türkischen Perkussionisten und Oud-Spieler, zusammenzuarbeiten, kennzeichneten die Konzertreise im Februar und März 2000. Für diesen Zweck arrangierte George Gruntz zwei neue Stücke von Burhan Öcal für seine Bigband. Ein weiteres Stück, vom Bandleader selbst geschrieben - "Palace Of Love" -, wurde schon auf einer früheren Tournee in Ägypten gemeinsam gespielt und ist auch jetzt wieder im Repertoire.
Stefan Schwietert porträtiert nicht nur eine Konzerttournee, sondern eine Begegnung mit dem Orient - als physische Reise nach Istanbul, Ankara und Izmir, wo die Band auftrat, aber auch als thematische Reise, als eine Auseinandersetzung mit der Musik des Orients. Dabei werden zwei Ebenen miteinander verwoben: Die eine ist die unmittelbare Beobachtung des Tourneealltags, beginnend mit den Proben, zu denen sich die Musiker in Zug trafen. Die zweite Ebene reflektiert in Interviews - vor allen Dingen mit Burhan Öcal und George Gruntz - diese überaus spannende Kulturbegegnung. Der in Berlin lebende Schweizer Stefan Schwietert machte sich mit seinem erfolgreichen Kinofilm "A Tickle In The Heart" über die Klezmer spielenden Epstein Brothers einen Namen als sensibler Musikfilm-Regisseur.


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3:40
Stereo-Ton16:9 Format

Tanz der Derwische

Sufis in der Türkei

Film von Martin Weinhart

(aus der ARD-Reihe "Länder - Menschen - Abenteuer")

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Das türkische Konya ist eines der wichtigsten Zentren des weltabgewandten und unpolitischen Islams. Konya wird auch "Stadt der tausend Moscheen" genannt. Aber berühmt ist sie, weil sie die Heimat der tanzenden Derwische ist. Die weißgewandeten Wirbeltänzer mit ihren ...
(ARD/SWR)

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Das türkische Konya ist eines der wichtigsten Zentren des weltabgewandten und unpolitischen Islams. Konya wird auch "Stadt der tausend Moscheen" genannt. Aber berühmt ist sie, weil sie die Heimat der tanzenden Derwische ist. Die weißgewandeten Wirbeltänzer mit ihren typischen hohen Filzhüten sind bekennende Sufis und in Bruderschaften organisiert. Obwohl der damalige Staatspräsident Mustafa Kemal Atatürk (1881 - 1938) sie 1925 verboten hatte, sind sie bis heute Tourismus- und Folkloresymbol der Türkei. Muslime aus aller Welt pilgern nach Konya, um am Grab des Dichters Dschalaluddin Rumi zu beten. Er ist der Gründer der türkischen Sufi-Orden. Die weißgewandeten Derwische sind bekannt für ihr mehr als 700 Jahre altes Sufi-Tanzritual, die sogenannte Sema, auch Himmelstanz genannt. Aber auch Nichtgläubige besuchen aus Liebe zu Rumis Poesie die zentralanatolische Zweimillionenstadt. In den USA ist der im Jahr 1273 verstorbene Dichter der am meisten gelesene Mystiker. Sogar Stars wie Madonna und Demi Moore ließen sich von ihm inspirieren. Zu seiner Popularität mag vor allem eine Lebensgeschichte beigetragen haben, die mehr als hollywoodtauglich ist: Seine Liebe zu einem Wanderderwisch führte dazu, dass Rumi sein Geistlichengewand ablegte, um fortan nur noch zu tanzen und zu dichten. Obwohl die Sufis immer wieder in Konflikt mit der muslimischen Orthodoxie gerieten, die Musik und Tanz vollständig ablehnt, gilt ein Besuch an Rumis Grab für die meisten Gläubigen als "kleine" Pilgerfahrt - als Ersatz der "großen", der Hadsch nach Mekka.
Dieser Film von Martin Weinhart stellt die spirituelle Seite des Islam, den Sufismus, vor.
(ARD/SWR)


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4:25
Stereo-Ton16:9 Format

Hamam - In den Badehäusern von Istanbul

Film von Elke Sasse

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Die Strahlen der Sonne werden durch zahlreiche runde und sternenförmige Öffnungen in der Kuppel gebrochen. Auf einem großen Marmorstein liegen Frauen. Sie schöpfen aus kleinen Wasserbecken kaltes und heißes Wasser, mischen es und schütten es sich über Kopf und ...

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Die Strahlen der Sonne werden durch zahlreiche runde und sternenförmige Öffnungen in der Kuppel gebrochen. Auf einem großen Marmorstein liegen Frauen. Sie schöpfen aus kleinen Wasserbecken kaltes und heißes Wasser, mischen es und schütten es sich über Kopf und Körper. Dabei lachen und reden sie unaufhörlich, schreien quer durch den Raum und bekommen als Antwort ein schallendes Lachen. Reinigung des Körpers, Bad für die Seele - es ist Badetag im Hamam. Für Frauen ist das Hamam Badestube, Kosmetikstudio, Friseursalon, Massagepraxis, Gruppentherapie und Partnerschaftsberatung in einem. In der Männerabteilung, die streng von der der Frauen getrennt ist, geht es ruhiger zu. Die Männer wollen nur entspannen. Ohne viel zu reden, wollen sie den Stress des Alltags, die Verkrampfungen oder das Rheuma loswerden. Bademeister helfen ihnen dabei mit zupackenden Massagen und Seifenbehandlungen. Das Hamam ist für die Männer der "stumme Arzt", wie das Bad auch genannt wird. Seitdem in Istanbul immer mehr Leute ein eigenes Bad zu Hause haben, ist die Hamam-Kultur gefährdet. Die Zahl der öffentlichen Badeanstalten in der Türkei und in den arabischen Ländern ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Nur wenige alte Hamams können sich halten, weil Touristen kommen.
Die Dokumentation von Elke Sasse und Holger Preuße taucht ein in den Alltag dreier Badehäuser in Istanbul und zeigt, dass ein traditionelles türkisches Hamam nichts gemein hat mit den Dampfbädern, die heute in Hotels und Fitnessstudios verbreitet sind.


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5:10
Stereo-Ton16:9 Format

Reisewege Türkei

In den Armen des Mäander

Von der Quelle bis nach Ephesus und Milet

In den Armen des Mäander

Film von Dorlie und Christian Fuchs

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Über mehr als 500 Kilometer fließt der Mäander, den die Türken Büyük Menderes nennen, in nicht enden wollenden Schleifen von seinem Quellsee auf der westanatolischen Hochebene nach Westen in die Ägäis. Er ist einer der berühmtesten Flüsse der Antike. Der Große ...
(ARD/SR)

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Über mehr als 500 Kilometer fließt der Mäander, den die Türken Büyük Menderes nennen, in nicht enden wollenden Schleifen von seinem Quellsee auf der westanatolischen Hochebene nach Westen in die Ägäis. Er ist einer der berühmtesten Flüsse der Antike. Der Große Mäander entspringt in der Nähe von Dinar und formte das nach ihm benannte Tal westlich des heute so beliebten Touristenziels Pamukkale. Bis zu 50 Grad heißes Thermalwasser steigt dort aus der Tiefe herauf und lagert weißen Kalk in unzähligen Terrassen ab. Schon die antike Kurstadt Hierapolis wurde auf diesen Thermalquellen errichtet. Die weite Ebene des Mäanders entstand, als der Fluss im Lauf von 10.000 Jahren den vulkanischen Bruchgraben, den er durchfließt, mit Geröll auffüllte und in seinem Mündungsdelta mit seinen Schlamm- und Steinmassen die mächtige Hafenstadt Milet versanden ließ - so wie im nördlichen Nachbartal der Kleine Mäander die einstige kleinasiatische Metropole Ephesus.
Der Film folgt dem Lauf des Mäanders vom Quellsee in der westanatolischen Hochebene bis nach Milet.
(ARD/SR)

Sendeende: 5:55 Uhr