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Donnerstag, 22. Mai: Thementag Afrika
Programmwoche 21/2008
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6:05
Stereo-Ton16:9 Format

Amadou & Mariam

Aufzeichnung vom New Pop Festival 2005

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Sie sind das Traumpaar der westafrikanischen Musikszene und in Frankreich die Entdeckung des Jahres aus der ehemaligen Kolonie Mali. Ausgezeichnet mit dem "Victoire de la Musique" - dem französischen "Echo" - haben sich Amadou & Mariam unter anderem mit ihrem Album ...
(ARD/SWR)

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Sie sind das Traumpaar der westafrikanischen Musikszene und in Frankreich die Entdeckung des Jahres aus der ehemaligen Kolonie Mali. Ausgezeichnet mit dem "Victoire de la Musique" - dem französischen "Echo" - haben sich Amadou & Mariam unter anderem mit ihrem Album "Dimanche à Bamako" einen Namen weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus gemacht. Produziert wird die Musik des Duos von Manu Chao. Bereichert durch seinen tanzbaren Groove, besitzt die Musik von Amadou & Mariam durchaus Nähe zu Reggae und Dance-Hall. Wie kaum eine zweite Gruppe, schlagen Amadou & Mariam die Brücke zwischen westafrikanischer Musik und europäischen Hörgewohnheiten.
Beim New Pop Festival 2005 spielten sie im barocken Theater Baden-Baden.

Arm, chaotisch, krisengeschüttelt - Afrika weckt meist negative Assoziationen. Dabei ist der Kontinent vielfältig und vielgesichtig. Mit seinem Thementag "Echt Afrika" begibt sich 3sat auf Entdeckungsreise in diesen oft verkannten Teil der Erde. Politik, Gesellschaft, Kultur - mehr als 20 Reportagen, Dokumentationen und Spielfilme laden ein, den Kontinent mit anderen Augen zu sehen.
(ARD/SWR)


6:50

Die Kunst der Griots

Film von Wolfgang Hamm und Wilfried Kaute

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Griots sind nicht nur Barden und Epensänger, sondern auch Geschichtenerzähler und Chronisten sowie Verkünder von politischen und religiösen Beschlüssen oder Ereignissen. Die über Generationen vererbte gesellschaftliche Rolle der Griots als wortgewaltige Mittler ...

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Griots sind nicht nur Barden und Epensänger, sondern auch Geschichtenerzähler und Chronisten sowie Verkünder von politischen und religiösen Beschlüssen oder Ereignissen. Die über Generationen vererbte gesellschaftliche Rolle der Griots als wortgewaltige Mittler zwischen den Menschen reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Sie geht jedoch in dem Maß verloren, wie sich die afrikanische Gesellschaft verwestlicht. Viele Griots wandern vom Land in die Städte, wo sie sich der aufblühenden Konsumindustrie anpassen müssen. Oder sie gehen nach Paris. In der heimlichen Hauptstadt der afrikanischen Musik möchten sie internationale Karriere machen. Doch viele Griots leben in Paris nur von kleinen Auftritten in der Metro oder in den Restaurants und Wohnheimen der afrikanischen Viertel.
Der Film stellt die traditionelle westafrikanische Musik der Griots am Beispiel der ländlich-traditionellen Griot-Familie Suso, des in Gambia und international erfolgreichen Griots Malamini Jobateh und des in Paris lebenden Griots Mamadou Sacho vor.


7:35

Yaaba - Großmutter

(Yaaba)

Spielfilm, Burkina Faso 1989

Darsteller:
YaabaFatimata Sanga
BilaNoufou Ouédraogo
NopokoRoukietou Barry
KougriAdama Ouédraogo
TiboAmadé Toure
u.a.
Länge: 84 Minuten
Regie: Idrissa Ouédraogo

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"Yaaba" ist Mooré und bedeutet in der Sprache der Mossi in Burkina Faso "Großmutter". Bila, ein zwölfjähriger Junge, nennt so die alte Sana, die bei den Dorfbewohnern als Hexe gilt und aus der Gemeinschaft verstoßen wurde. Langsam fassen der Junge und die einsame ...

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"Yaaba" ist Mooré und bedeutet in der Sprache der Mossi in Burkina Faso "Großmutter". Bila, ein zwölfjähriger Junge, nennt so die alte Sana, die bei den Dorfbewohnern als Hexe gilt und aus der Gemeinschaft verstoßen wurde. Langsam fassen der Junge und die einsame Greisin Vertrauen zueinander. Bila setzt sich sogar für sie ein und gerät dadurch mit den Dorfbewohnern in Konflikt. Als Bilas Cousine Nopoko an Tetanus erkrankt, wird Sanas "böser Blick" dafür verantwortlich gemacht. Bila bittet die alte Frau um Hilfe. Während sie zum Heiler Taryam unterwegs ist, zündet ein Mann aus dem Dorf ihre Hütte an.
Der liebevoll gestaltete Film erzählt auf poetisch-märchenhafte Weise vom Erwachsenwerden. Dabei lässt Regisseur Idrissa Ouédraogo Aspekte des alltäglichen Lebens einfließen. Er vermittelt ein vielfältiges Bild der sozialen Beziehungen bis hin zu Streitigkeiten unter Eheleuten nicht nur in Bilas Familie, dem Umgang im Dorf mit dem Säufer Noah, der Ausgestaltung eines großen Festes. Durch den ruhigen Erzählrhythmus gibt der Film dem Betrachter Gelegenheit, einen Eindruck von der Schönheit der Steppe Westafrikas zu bekommen. Besonders zieht die unbekümmerte Spielfreude der Kinder in den Bann. Bei den Darstellern handelt es sich ausnahmslos um Laiendarsteller, die überwiegend aus dem Dorf stammen, das als Drehort diente. Die alte Frau, die die Rolle der Sana spielt, hatte in ihrem Leben zudem nie zuvor einen Film gesehen. Einfühlsam und gleichnishaft plädiert "Yaaba" für mehr Toleranz und eine vorurteilsfreie Weltsicht.


9:00
Stereo-Ton16:9 Format

Kenia - Mangatas Traum

Die Wunderläufer der Kalenjiin

Film von Lisa Eder

(aus der ARD-Reihe "Länder - Menschen - Abenteuer")

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Der Afrikaner Mangata Ndiwa läuft, seit er denken kann. Schon als kleiner Junge hütete er das Vieh der Familie und rannte den Tieren hinterher. Und dann waren da die Wettläufe in die Schule. Denn wer zu spät kam, musste Strafrunden laufen. Seit er denken kann, träumt ...
(ARD/SWR)

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Der Afrikaner Mangata Ndiwa läuft, seit er denken kann. Schon als kleiner Junge hütete er das Vieh der Familie und rannte den Tieren hinterher. Und dann waren da die Wettläufe in die Schule. Denn wer zu spät kam, musste Strafrunden laufen. Seit er denken kann, träumt Mangata davon, zu den besten Läufern der Welt zu gehören. Viel roten Staub muss der 18-Jährige schlucken, wenn er während des Trainings in der Trockenzeit über unbefestigte Pisten fegt. Mangata lebt in der Hochebene des Rift Valley im Nordwesten von Kenia. Er gehört zu der Volksgruppe der Kalenjiin, genau wie seine Idole Peter Rono, Moses Kiptanui und Wilson Kipketer. Die Kalenjiin gelten als die weltweit besten Läufer. Macht ihre Körperbeherrschung und Unbeschwertheit sie zu den Königen der Langstrecken? Oder ist es ihr Glaube, der ihnen hilft, den Dingen ihren Lauf zu lassen? Wissenschaftler haben immer wieder versucht, den Grund herauszufinden, bis heute erfolglos.
Lisa Eder begleitet Mangata während der Vorbereitung zu einem wichtigen Wettbewerb. An der St. Patrick's Highschool in Iten trainiert er täglich fünf Stunden. Der Druck, der auf ihm lastet, ist hoch. Er weiß, dass er siegen muss, weil er die einzige Hoffnung der Familie ist.
(ARD/SWR)


9:45
Stereo-Ton

Grenzenlos - Mit Hubert von Goisern in Westafrika

Film von Christel Priemer

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Im März und April 2002 tourte Hubert von Goisern mit seiner Band durch Westafrika. Seine Absicht: "Ich will Freunde finden, den musikalischen Austausch suchen, fremde Welten entdecken, ihnen begegnen, mich inspirieren lassen." Er traf Musiker auf den Kapverdischen Inseln, ...
(ARD/BR)

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Im März und April 2002 tourte Hubert von Goisern mit seiner Band durch Westafrika. Seine Absicht: "Ich will Freunde finden, den musikalischen Austausch suchen, fremde Welten entdecken, ihnen begegnen, mich inspirieren lassen." Er traf Musiker auf den Kapverdischen Inseln, im Senegal sowie in Burkina Faso und erlebte einen Austausch, der in der gemeinsamen Sprache der Musik kaum Barrieren kennt.
Der Film dokumentiert Hubert von Goiserns musikalische Reise durch Westafrika, aber auch die Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn europäische und afrikanische Mentalität aufeinandertreffen.
(ARD/BR)


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11:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Deutsche Kolonien: Vom Entdecker zum Eroberer

Film von Gisela Graichen und Peter Prestel

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Die Kolonialpolitik Deutschlands fand mit dem Ersten Weltkrieg ein rasches Ende. Mit dem Versailler Vertrag erlosch jeder Anspruch Deutschlands auf seine ehemaligen Übersee-Territorien. Die Sehnsucht nach den Kolonien lebte jedoch weiter. Kolonialausstellungen, ...

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Die Kolonialpolitik Deutschlands fand mit dem Ersten Weltkrieg ein rasches Ende. Mit dem Versailler Vertrag erlosch jeder Anspruch Deutschlands auf seine ehemaligen Übersee-Territorien. Die Sehnsucht nach den Kolonien lebte jedoch weiter. Kolonialausstellungen, Völkerschauen und Spielfilme zielten auf die nostalgische Verklärung der deutschen Kolonialzeit. Auch die Nazis bemächtigten sich des Themas. Schon früh forderten einige führende Köpfe die Rückgabe der Kolonien - eine taktische Möglichkeit, um andere außenpolitische Ziele zu erreichen. Bei vielen der in den ehemaligen Kolonien verbliebenen Deutschen fiel diese Rhetorik auf fruchtbaren Boden. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs erlebte der koloniale Gedanke dann einen letzten, kurzen Aufschwung: Spielfilme wie "Carl Peters" und "Germanin" feierten die Taten deutscher Kolonialpioniere und dienten zugleich der Propaganda gegen den Kriegsgegner England. Nach Stalingrad und den Niederlagen der deutschen Truppen an vielen Fronten gab Hitler 1943 endgültig seine Pläne für Afrika auf. Der Traum der Kolonialrevisionisten von einem deutschen Reich in Afrika war endgültig ausgeträumt.
Ein Rückblick auf die deutsche Kolonialgeschichte.


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11:45
Stereo-Ton16:9 Format

Thomas Sankara - der Ché Afrikas

Erster Staatschef von Burkina Faso

Film von Robin Shuffield

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Thomas Sankara, von 1983 bis 1987 Präsident von Burkina Faso, kam mit 33 Jahren an die Macht und wollte sein Land reformieren. Er war zuvor Informationsminister und dann Premierminister der Regierung von Jean-Baptiste Ouédraogo. Im Mai 1983 wurde Sankara verhaftet, was ...

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Thomas Sankara, von 1983 bis 1987 Präsident von Burkina Faso, kam mit 33 Jahren an die Macht und wollte sein Land reformieren. Er war zuvor Informationsminister und dann Premierminister der Regierung von Jean-Baptiste Ouédraogo. Im Mai 1983 wurde Sankara verhaftet, was im Volk große Proteste hervorrief. Blaise Compaoré, Sankaras Freund und Weggefährte aus Militärzeiten, organisierte einen Staatsstreich - Sankara wurde am 4. August 1983 Chef eines Nationalen Revolutionsrates und fünfter Präsident von Obervolta, wie das Land vor der Unabhängigkeit hieß. Er war ein sozialistischer Revolutionär, der sich von Fidel Castro und Kuba inspirieren ließ und ebenso von Jerry Rawlings, dem damaligen Präsidenten Ghanas. Aus Obervolta wurde am 4. August 1984 Burkina Faso, auf Deutsch "das Land der Aufrechten". Sankara nahm den Kampf gegen Hunger und Korruption auf, setzte sich für die Verbesserung des Gesundheits- und Bildungssystems ein sowie für die Wiederaufforstung seines Landes. Außerdem machte er sich für die Rechte von Frauen stark, verbot die Beschneidung von Mädchen und verurteilte Polygamie. In seiner Regierung befanden sich so viele Frauen wie nie zuvor in einem afrikanischen Staat. Während seiner Amtszeit setzte er das Projekt der planwirtschaftlichen und sozialistischen Entwicklung des Landes um. Wie viele linksgerichtete Regierungschefs der Periode des Kalten Krieges unterschätzte er jedoch die Stabilität der Blöcke und vernachlässigte es, sich Freunde und Verbündete zu schaffen, die Zahl seiner Feinde wuchs. Am Ende war Sankara völlig isoliert und wurde am 15. Oktober 1987 während eines erneuten Putsches in Ouagadougou ermordet. Anführer des Putsches und neuer Präsident war Sankaras Freund und Weggefährte Blaise Compaoré, Staatschef von 1987 bis heute.
Anhand von Archivbildern sowie Berichten von Verwandten, Freunden, Mitarbeitern und Politikern zeichnet der Film das Porträt des charismatischen Staatsmanns Thomas Sankara, der wegen seiner politischen Ideen auch als der "Che Guevara Schwarzafrikas" bezeichnet wird.


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12:45
Stereo-Ton16:9 Format

Fragen an mein Heimatland

Film von Samba Félix Ndiaye

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Nach Jahrzehnten des Exils kehrt der Filmregisseur Samba Félix Ndiaye in seine Heimat Senegal zurück. Er erkennt Dakar, die Stadt seiner Jugend, kaum wieder. 40 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung Senegals hat sich Dakar im Zuge eines überstürzten und ...

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Nach Jahrzehnten des Exils kehrt der Filmregisseur Samba Félix Ndiaye in seine Heimat Senegal zurück. Er erkennt Dakar, die Stadt seiner Jugend, kaum wieder. 40 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung Senegals hat sich Dakar im Zuge eines überstürzten und unkontrollierten Wachstums völlig verändert. Ndiayes Aufenthalt in der Stadt, seine Reise quer durch das Land und den Kontinent verwandelt sich in einen Albtraum. Er sucht nach Erklärungen bei alten Freunden, Kampfgefährten, Wirtschaftswissenschaftlern, Intellektuellen und Mitgliedern internationaler Organisationen. Sie alle zeichnen ein wenig optimistisches Bild der Stadt.


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13:40
Stereo-Ton16:9 Format

Ghana - St. Gallen retour

Ein Mann und seine Eisenbahn

Film von Bruno Moll

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Ebenezer Mireku aus Ghana kehrt 1990 nach dem Studium der Ökonomie an der Universität St. Gallen zurück in seine Heimat. Er ist voller Tatendrang und fühlt sich verpflichtet, seinen Teil zur Verbesserung der Lebensumstände Ghanas beizusteuern. Nach einigen ...

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Ebenezer Mireku aus Ghana kehrt 1990 nach dem Studium der Ökonomie an der Universität St. Gallen zurück in seine Heimat. Er ist voller Tatendrang und fühlt sich verpflichtet, seinen Teil zur Verbesserung der Lebensumstände Ghanas beizusteuern. Nach einigen Rückschlägen gelingt es Mireku 1995, in der Nähe von Accra, einen Steinbruch ab- und ein Kieswerk aufzubauen. Heute beschäftigt er 70 Personen. Seit einigen Jahren hegt Mireku aber einen Traum: Er will die gesamte Eisenbahn Ghanas neu bauen. Denn das kleine Netz der Ghana Railway Corporation befindet sich seit Jahren in einem bedenklichen Zustand. Der Neubau soll die Regionen erschließen und auch das Binnenland Burkina Faso mit den wichtigen Seehäfen Ghanas verbinden. Ein funktionierendes Eisenbahnnetz wäre für das Gedeihen der ghanaischen Wirtschaft von großer Bedeutung.
Bruno Moll gibt Einblick in eine Erfolgsgeschichte, die in der Schweiz ihren Anfang genommen hat.


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14:30
Stereo-Ton16:9 Format

Das ungewöhnliche Schicksal der Madame Brouette

(L'extraordinaire destin de Madame Brouette)

Spielfilm, Frankreich/Senegal/Kanada 2002

Darsteller:
MatiRokhaya Niang
NaagoAboubacar Sadikh Ba
NdaxteKadiatou Sy
NdeyeNdeye Seneba Seck
KommissarOusseynou Diop
u.a.
Länge: 97 Minuten
Regie: Moussa Sene Absa

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Mati, geschieden und Mutter einer kleinen Tochter, verdient ihren Lebensunterhalt als fliegende Händlerin. Mit einer klapprigen Schubkarre zieht sie durch die Straßen Dakars und verkauft Lebensmittel. Dieses ärmliche Dasein nimmt Mati in Kauf, um selbstständig und ...

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Mati, geschieden und Mutter einer kleinen Tochter, verdient ihren Lebensunterhalt als fliegende Händlerin. Mit einer klapprigen Schubkarre zieht sie durch die Straßen Dakars und verkauft Lebensmittel. Dieses ärmliche Dasein nimmt Mati in Kauf, um selbstständig und nicht von männlicher Macht und Willkür abhängig zu sein, wie ihre Freundin Ndaxte. Doch die Verführungskünste des Polizisten Naago, der sein Gehalt durch das Eintreiben von Schutzgeldern aufbessert, durchkreuzen ihren freiheitsorientierten Lebensplan: Mati verliebt sich in Naago und wird schwanger. Schon bald zerplatzt ihr Traum von einer harmonischen Beziehung, denn Naago ist ein skrupelloser Schürzenjäger und verstrickt sich immer tiefer in korrupte Machenschaften. Mati versucht, sich nicht beirren zu lassen und ihren Weg der Emanzipation weiter zu verfolgen. Sie träumt davon, gemeinsam mit Ndaxte einen Imbiss mit Meerblick zu eröffnen. Um diesen Schritt in die Unabhängigkeit verwirklichen zu können, sind die beiden Frauen zu allem bereit.
Moussa Sene Absa macht sich in seinem Film für den Befreiungskampf der Frauen seiner Heimat, dem Senegal, stark und verfolgt damit ein politisches Anliegen. Auch heute noch verhindern Polygamie, staatliche Willkür und patriarchalisch geprägte Rollenmodelle die Gleichberechtigung und Unabhängigkeit der afrikanischen Frau. Moussa Sene Absa inszenierte den Geschlechterkampf als bittersüßes Drama, das neben der persönlichen Geschichte universelle Fragen aufwirft. Absa gilt nicht nur als einer der talentiertesten Filmemacher des Senegal, sondern hat sich darüber hinaus als Maler einen Namen gemacht - ein Talent, das dem Film "Das ungewöhnliche Schicksal der Madame Brouette" zugute kommt: Er zeichnet sich durch seine ästhetische Bildsprache aus. Beim Paris Film Festival wurde Moussa Sene Absa mit dem Spezialpreis der Jury geehrt, auf der Berlinale 2003 wurde der Film mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.


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16:15
16:9 Format

Hab und Gut in aller Welt - Mali

Dokumentarfilm von Gerlinde Böhm, Deutschland 2002

Länge: 27 Minuten

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"Hab und Gut in aller Welt" ist eine ungewöhnliche Reise zu Familien in aller Welt und deren Lebenssituationen. Eine dokumentarische Reihe, die Alltagssituationen weltweit vergleicht und sie durch Nahaufnahmen von den Gesichtern, Gedanken und Sehnsüchten von zehn ...

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"Hab und Gut in aller Welt" ist eine ungewöhnliche Reise zu Familien in aller Welt und deren Lebenssituationen. Eine dokumentarische Reihe, die Alltagssituationen weltweit vergleicht und sie durch Nahaufnahmen von den Gesichtern, Gedanken und Sehnsüchten von zehn Familien aus zehn verschiedenen Ländern unseren eigenen Lebenskonzepten gegenüberstellt. "Hab und Gut in aller Welt" vergleicht Armut und Reichtum, Glück und Unglück.
Diese Folge porträtiert eine Familie aus Mali. Laut dem "Bericht über die menschliche Entwicklung" der UNO gehört Mali zu den ärmsten Ländern der Erde. Yacuba ist mit zwei Frauen verheiratet, Astan und Mastan. Mit beiden hat er je sechs Kinder. Die Familie lebt von der Landwirtschaft, sie baut Reis, Hirse, Erdnüsse und Bohnen an. Daneben betreibt sie eine kleine Obstplantage mit Mango- und Orangenbäumen. Der größte Teil der Ernte gehört der Großfamilie, aber jeder der 19 Brüder Yacubas darf einen kleinen Teil als Privatbesitz abzweigen. Das, was die Frauen mit der Bearbeitung von Reis, mit der Herstellung von Seife oder mit Zöpfe-Flechten in der Nachbarschaft verdienen, gehört ihnen selbst. Von diesem Geld kaufen sie Kleidung und Medikamente, wenn eines der Kinder krank wird. Astan und Mastan wechseln sich im zweitägigen Rhythmus ab bei der Essenszubereitung und der Feldarbeit. Wer mit dem Kochen an der Reihe ist, teilt auch nachts das Bett mit dem Ehemann. Jammern ist Yacuba, Mastan und Astan fremd. Sie wissen, dass sie - verglichen mit den Menschen in den reichen Ländern der Welt - sehr wenig besitzen. Aber sie schämen sich nicht, sondern sind im Gegenteil stolz auf Yacubas Motorrad und vor allem auf den Fernseher. Ihr Dorf ist noch immer nicht an das staatliche Elektrizitätsnetz angeschlossen, aber mithilfe von Solarzellen auf dem Dach ihres Lehmhauses können sie abends das einzige Fernsehprogramm Malis empfangen.


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16:40
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Megacitys: Lagos - Das tägliche Wunder

Film von Walter Heinz

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"Niemand kann mit uns mithalten. Wir haben mehr Energie, besseren Geschäftssinn, auch mehr Geld als irgendwer sonst in Afrika": Das sagt Ernest Shonekan im Park seiner Villa, von Marmorskulpturen und farbenprächtigen Pfauen umgeben, und er meint es ernst. Der 71-jährige ...

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"Niemand kann mit uns mithalten. Wir haben mehr Energie, besseren Geschäftssinn, auch mehr Geld als irgendwer sonst in Afrika": Das sagt Ernest Shonekan im Park seiner Villa, von Marmorskulpturen und farbenprächtigen Pfauen umgeben, und er meint es ernst. Der 71-jährige Chef eines Wirtschaftsimperiums ist in Lagos, Nigeria, geboren und alt geworden. Er liebt seine Stadt. Auf die Frage, wie reich er denn sei, antwortet der Dollarmilliardär: "Mir selber hat nie etwas gefehlt im Leben, aber meiner Stadt fehlt noch so manches." In der Tat: Zwar gibt es nirgendwo sonst in Afrika so viele Luxusautos, und die Luxus-Villen auf Victoria Island und Ikoyi, oft mit einer Hubschrauberplattform ausgestattet, sind wahre Paläste. Doch zu den circa 17,5 Millionen Menschen, die bereits in Lagos leben, kommen jeden Tag 6.000 weitere hinzu. Sie schlafen unter den Lagunenbrücken oder machen die über 100 Slums der Stadt noch voller. Die Menschen dort leben im Müll und sterben daran. Auch das hohe Verkehrsaufkommen ist ein noch ungelöstes Problem: Die Staus in Lagos sind länger als in jeder anderen Megacity. Zu jeder Tages- und Nachtzeit wälzen sich Blechlawinen in alle Himmelsrichtungen, und ein paar Millionen Pendler zwischen Victoria Island und dem Festland verbringen täglich bis zu sechs Stunden in überfüllten Uralt-Minibussen. Doch es gibt Grund zur Hoffnung: Inzwischen haben sich Straßenkomitees gebildet, die für Ordnung und Sicherheit sorgen, Architekten denken über Slumsanierungen nach, und sogar Milliardäre investieren "aus Selbstschutz" in die Stadtsanierung. Und zum ersten Mal seit Jahrzehnten sucht die Regierung nach Lösungen. In nur drei Jahren will sie den Moloch Lagos in wirtschaftsautonome Einzelstädte aufgliedern. "Wir müssen es schaffen, und der Westen, seine Investoren, sollten uns helfen", sagt der neue Gouverneur. "Denn wenn es Lagos schlecht geht, geht es ganz Westafrika schlecht. Und damit würdet ihr Europäer auch Probleme kriegen."
Ein Film über eine Megacity und ihre Entwicklung.


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17:30
Stereo-Ton16:9 Format

Movement (R)evolution Africa

Dokumentation von Joan Forsch und Alla Kovgan

Erstausstrahlung

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Vom Senegal nach Südafrika: Neun Choreografen inszenieren zeitgenössischen afrikanischen Tanz. Sie setzen sich mit dem Afrika des 21. Jahrhunderts auseinander, mit seiner Schönheit und Tragik. Denkweisen und Empfindungen verwandeln sie in Bilder jenseits von Stereotypen ...

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Vom Senegal nach Südafrika: Neun Choreografen inszenieren zeitgenössischen afrikanischen Tanz. Sie setzen sich mit dem Afrika des 21. Jahrhunderts auseinander, mit seiner Schönheit und Tragik. Denkweisen und Empfindungen verwandeln sie in Bilder jenseits von Stereotypen und Traditionen.
Der Film vermittelt ein differenziertes Bild der afrikanischen Tanzszene. Die Choreografen und ihre Compagnien stammen aus den unterschiedlichsten Regionen Afrikas. Mit dabei sind die Frauen-Compagnie TschéTsché von der Elfenbeinküste und die nur aus Männern bestehende Gruppe Kongo Ba Téria aus Burkina Faso, die mit ihrem Tanz bis an ihre physischen Grenzen geht.


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18:15
Stereo-Ton16:9 Format

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Timbuktu - Der Weg ist das Ziel (Mali)

Film von Jens Dücker

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Timbuktu galt im Europa des 19. Jahrhunderts als Zentrum islamischer Gelehrsamkeit. Viel mehr war über die Stadt in Mali nicht bekannt. Einer, der den mythischen Ort in die Realität holte, war Heinrich Barth. Ende des 19. Jahrhunderts lebte der deutsche Afrikaforscher ...
(ARD/SWR)

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Timbuktu galt im Europa des 19. Jahrhunderts als Zentrum islamischer Gelehrsamkeit. Viel mehr war über die Stadt in Mali nicht bekannt. Einer, der den mythischen Ort in die Realität holte, war Heinrich Barth. Ende des 19. Jahrhunderts lebte der deutsche Afrikaforscher zwei Jahre in Timbuktu, beschrieb die Lebensweise der Menschen und die Architektur der Stadt, die aus Mangel an anderen Materialen ganz aus Lehm gebaut war. Teile Timbuktus wurden 1989 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Lehmmoscheen bestimmen noch immer das traditionelle Stadtbild, die islamische Universität hat allerdings nicht mehr die Bedeutung früherer Jahrhunderte. Heute ist man stolz auf den Forscher Heinrich Barth, der Timbuktu dem Westen erschloss.
Der Film begibt sich auf die Spuren des Afrikaforschers Heinrich Barth in Timbuktu.
(ARD/SWR)


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18:30
Stereo-Ton16:9 Format

nano spezial: Wissen in Afrika

Erstausstrahlung

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Bildung ist ein Menschenrecht - und das aus gutem Grund: Sie eröffnet dem Einzelnen bessere Lebenschancen, zum Beispiel Chancen auf eine bessere Arbeit und Bezahlung. Wissen und Bildung spielen aber auch eine Schlüsselrolle für die ökonomische und soziale Entwicklung ...

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Bildung ist ein Menschenrecht - und das aus gutem Grund: Sie eröffnet dem Einzelnen bessere Lebenschancen, zum Beispiel Chancen auf eine bessere Arbeit und Bezahlung. Wissen und Bildung spielen aber auch eine Schlüsselrolle für die ökonomische und soziale Entwicklung eines Landes. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind 45 Millionen Kinder vom Schulbesuch ausgeschlossen: Ihre Eltern sind so arm, dass sie zu Hause nicht auf die Mitarbeit ihrer Kinder verzichten können, geschweige denn Geld für Schulmaterialen aufbringen können. Daraus folgt, dass in Afrika auch weniger junge Menschen eine Hochschule besuchen als anderswo. In einer wissensbasierten globalen Ökonomie bedeutet das, dass Afrika zwangsläufig immer weiter abgehängt wird. Und deshalb wandern auch noch die wenigen gebildeten jungen Leute ins europäische Ausland oder in die USA ab. "Brain drain" nennen Experten das. Derzeit arbeiten schon mehr Ärzte und Krankenpfleger außerhalb Afrikas als in ihren Heimatländern. Ein Teufelskreis. Die Kehrseite der Bildungsbemühungen: Der Modernisierung nach westlichem Vorbild fallen traditionelle Formen der Wissensvermittlung zum Opfer, Schätze afrikanischer Kulturen.
Das 3sat-Wissenschaftsmagazin "nano" berichtet in einer "spezial"-Ausgabe über Wissen und Wissenschaft in Afrika.


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19:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

heute

anschl. 3sat-Wetter


Aktuelle, informative Beiträge und Live-Schaltgespräche zu den Topthemen des Tages aus Politik, Wirtschaft, Justiz, Wissenschaft und Sport liefert die ZDF-Nachrichtensendung.


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19:20
Stereo-Ton16:9 Format

Kulturzeit extra: Afrika

Moderation: Cécile Schortmann

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Afrika der Pflegefall, der hungernde und von Katastrophen heimgesuchte Kontinent: Das sind die Schlagworte, die wir hören, wenn das Wort Afrika fällt. Wie sehen die Menschen in Afrika ihre Probleme und wie reagieren sie darauf? Wie verstehen sie sich, welche Wünsche und ...

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Afrika der Pflegefall, der hungernde und von Katastrophen heimgesuchte Kontinent: Das sind die Schlagworte, die wir hören, wenn das Wort Afrika fällt. Wie sehen die Menschen in Afrika ihre Probleme und wie reagieren sie darauf? Wie verstehen sie sich, welche Wünsche und Vorstellungen vom Leben in ihren verschiedenen Ländern haben sie?
"Kulturzeit extra" hört sich um. Die Themen sind: Afrikanischer Islam - Madrassas auf Zansibar, AFRIKA MIROIR - Die Kunstbiennale in Dakar/Senegal, Memory Books - Aidskranke Mütter in Uganda schreiben für ihre Kinder,
Bassekou Kouyate - Musiker und Griot aus Mali. Als Gast zugeschaltet ist der somalische Schriftsteller Nuruddin Farah.


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20:00
Stereo-Ton16:9 FormatVideotext Untertitel

Tagesschau



ARD-Nachrichten aus dem In- und Ausland auf den Punkt gebracht.
(ARD)


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20:15
Stereo-Ton16:9 Format

Das afrikanische Jahrzehnt

Hoffnung für den schwarzen Kontinent

Dokumentation von Peter Zurek

Erstausstrahlung

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Die kleine senegalesische Stadt Point Sarène liegt am Atlantik. Dort, wo die Strömung weniger gefährlich ist, warten bis zu 20.000 Afrikaner auf eine illegale Überfahrt zu den Kanarischen Inseln. Hunderte haben im letzten Jahr diese gefährliche Reise in eine ...

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Die kleine senegalesische Stadt Point Sarène liegt am Atlantik. Dort, wo die Strömung weniger gefährlich ist, warten bis zu 20.000 Afrikaner auf eine illegale Überfahrt zu den Kanarischen Inseln. Hunderte haben im letzten Jahr diese gefährliche Reise in eine vermeintlich bessere Zukunft nicht überlebt. Um ihrer Stadt wieder eine Perspektive zu geben, haben sich 240 Frauen zusammen getan und eine Kooperative gegründet. Sie verkaufen den Fisch, den ihre Männer in der Nacht fangen. Das Geschäft geht so gut, dass die Produktion verdoppelt und Geld auf die Seite gelegt werden konnte. Inzwischen vergeben die Frauen von Point Sarène Kredite an ihre Männer, die damit Treibstoff und Boote anschaffen können. Mittlerweile ist so viel Geld im Umlauf, dass eine kleine Bank im Ort gebaut werden musste. Nun hoffen die Menschen, dass der neue, relative Wohlstand zu einem Umdenken bei den jungen Leuten führt. Denn es sind die Jungen, die nachts die seeuntüchtigen Boote in Richtung Europa besteigen.
Afrika ist seit Langem der Kontinent mit der schlechtesten Presse. Doch zu Beginn des neuen Jahrtausends schlossen sich zahlreiche afrikanische Staatsführer zusammen, um ein anderes Bild des krisengeschüttelten Kontinents zu vermitteln: ein erwachendes Afrika, das Wege aus der Krise sucht. Point Sarène ist nur ein Beispiel für Konzepte, die fernab der westlichen medialen Aufmerksamkeit für ein neues afrikanisches Selbstbewusstsein stehen. Peter Zurek stellt in fünf afrikanischen Staaten Projekte vor, die trotz aktueller Krisenherde Anlass zur Hoffnung geben. So wurden in Mali, einem der ärmsten Länder der Welt, in den letzten zwölf Jahren die Ausgaben für das Schulwesen verdoppelt, 2.000 neue Lehrer eingestellt und 700 zusätzliche Schulen eröffnet, und im südafrikanischen Durban hat sich in einer Siedlung am Stadtrand eine Selbstverwaltung etabliert, die die Interessen der Bewohner gegenüber den Behörden vertritt, für Wasseranschlüsse sorgt und das Transportwesen aufrecht erhält.


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21:00
Stereo-Ton

Darwin's Nightmare

Dokumentarfilm von Hubert Sauper,

Deutschland/Frankreich/Österreich/Belgien 2004

Länge: 106 Minuten

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Es begann in den 1960er Jahren. Zu Versuchszwecken wurden Nil-Barsche im Viktoriasee ausgesetzt. Binnen kurzer Zeit verdrängte der räuberische Fisch alle einheimischen Arten. Heute ist er als Viktoriabarsch ein Exportschlager. Täglich landen Flugzeuge, um die begehrten ...
(ARD/WDR)

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Es begann in den 1960er Jahren. Zu Versuchszwecken wurden Nil-Barsche im Viktoriasee ausgesetzt. Binnen kurzer Zeit verdrängte der räuberische Fisch alle einheimischen Arten. Heute ist er als Viktoriabarsch ein Exportschlager. Täglich landen Flugzeuge, um die begehrten Fischfilets in die europäischen Länder zu bringen. Zurück nach Afrika werden in den Maschinen oft Waffen transportiert. So hängt die Geschichte des Fischs eng mit den Bürgerkriegen in Zentralafrika zusammen. Dieser florierende globale Handel von Kriegsmaterial und Lebensmitteln hat an den Ufern des größten tropischen Sees der Welt eine morbide Stimmung erzeugt.
Der österreichische Filmemacher Hubert Sauper zeigt die brutalen Bedingungen und den Überlebenskampf der Menschen. Der Film stellt die Frage, ob es ihnen im Strudel der Globalisierung mittlerweile ähnlich geht wie den Fischen im Viktoriasee: Nur der "Stärkste" überlebt - ein darwinistischer Alptraum. "Darwin's Nightmare" wurde unter anderem 2004 als bester europäischer Dokumentarfilm ausgezeichnet, erhielt 2006 als bester Debütfilm den "Cesar" und wurde für den Oscar in der Kategorie Dokumentarfilm nominiert.
(ARD/WDR)


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22:45
Dolby-Digital AudioDolby-Digital 5.1 Audio16:9 FormatVideotext Untertitel

Hotel Ruanda

(Hotel Rwanda)

Spielfilm, Südafrika/Großbritannien/Italien/USA 2004

Darsteller:
Paul RusesabaginaDon Cheadle
Tatiana RusesabaginaSophie Okonedo
Kameramann JackJoaquin Phoenix
DubeDesmond Dube
DavidDavid O'Hara
Pat ArcherCara Seymour
Colonel OliverNick Nolte
u.a.
Länge: 112 Minuten
Regie: Terry George

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Ruanda 1994: Am 6. April wird das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana abgeschossen. Das Attentat bringt den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu und den politisch wie wirtschaftlich dominierenden Tutsi zur ...
(ARD)

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Ruanda 1994: Am 6. April wird das Flugzeug des ruandischen Präsidenten Juvénal Habyarimana abgeschossen. Das Attentat bringt den seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Hutu und den politisch wie wirtschaftlich dominierenden Tutsi zur Eskalation. Es kommt zu Massakern und systematischem Massenmord an mehreren hunderttausend Tutsi. Vor den Augen der UN-Truppen und der Vereinten Nationen versinkt das Land im Chaos. In dieser Situation wird der weiße Hutu Paul Rusesabagina zum Hotelmanager der renommierten Nobelherberge "Mille Collins" in der Hauptstadt Kigali ernannt. Er soll den europäischen Gästen den Aufenthalt im Vier-Sterne-Hotel so angenehm wie möglich gestalten. Als mehrere hundert Tutsi im Hotel Schutz suchen, gewährt Rusesabagina ihnen Zuflucht. Doch die Lage spitzt sich zu. Mit der Evakuierung der Europäer zerschlägt sich die letzte Hoffnung auf internationale Hilfe. Dennoch denkt Rusesabagina, der eine Tutsi-Frau und drei Kinder hat, nicht ans Aufgeben: Unter Einsatz seines eigenen Lebens sichert er Stunde um Stunde immer mehr Schützlingen das Überleben.
Der Film thematisiert den Völkermord in Ruanda, bei dem von April bis Juli 1994 fast eine Million Tutsi von Hutu-Milizen getötet wurden. Ohne die Gräueltaten zu stark zu visualisieren, wird dem Zuschauer in der psychologisch dichten Inszenierung ein Eindruck von dem Ausmaß der Katastrophe gegeben und die Atmosphäre des Terrors authentisch dokumentiert. Dabei wird das Versagen der UN-Truppen ebenso deutlich wie die gelassene Haltung der Weltöffentlichkeit, an der der größte Völkermord seit dem Holocaust nahezu unbemerkt vorüberging. Die Hauptrolle in Terry Georges preisgekröntem Drama, das unter anderem den "Cinema for Peace Award" gewann, spielt Don Cheadle. Für ihre darstellerischen Leistungen wurden Don Cheadle und Sophie Okonedo, die Rusesabaginas Frau spielt, 2005 für den Oscar nominiert.
(ARD)


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0:40
Stereo-Ton

Lost Children

Film von Oliver Stoltz und Ali Samadi Ahadi

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Es ist der längste Krieg Afrikas: Seit fast 20 Jahren findet unter den Augen der Weltöffentlichkeit im Norden Ugandas ein unvorstellbares, systematisches Morden statt. Die Mitglieder der fanatisch-religiösen Lord's Resistence Army (LRA) entführen Kinder aus ihren ...
(ARD/WDR)

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Es ist der längste Krieg Afrikas: Seit fast 20 Jahren findet unter den Augen der Weltöffentlichkeit im Norden Ugandas ein unvorstellbares, systematisches Morden statt. Die Mitglieder der fanatisch-religiösen Lord's Resistence Army (LRA) entführen Kinder aus ihren Dörfern und zwingen sie zum Töten, auch ihrer eigenen Familienangehörigen. Opfer werden zu Tätern gemacht und einem Volk werden über Generationen hinweg Lebensgrundlage und Zukunft genommen.
"Lost Children" ist das Porträt von vier Kindersoldaten zwischen acht und 14 Jahren, die nach gelungener Flucht aus den Buschlagern der Rebellen nur eines wollen: wieder Kind sein und leben. Es ist eine ungewöhnliche Nahaufnahme jenseits der Fernsehnachrichten - ein Film, der engagiert Partei ergreift. Er hat unter anderem 2005 den Publikumspreis bei der Berlinale erhalten, den UNICEF Film Award und den Menschenrechtspreis beim Chicago International Documentary Festival. 2006 wurde er mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.
(ARD/WDR)


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1:40
Stereo-Ton16:9 Format

Tanz den Voodoo

Der Kosmos des Koffi Kôkô

Dokumentation von Christoph Dreher und Rotraut Pape

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Der Tänzer und zeitgenössische Choreograf Koffi Kôkô ist zugleich Priester und Chef eines Voodoo-Tempels im westafrikanischen Benin. Mit einem Ensemble aus sechs Tänzern und vier Musikern entwickelte er für das "Haus der Kulturen der Welt" in Berlin ein modernes ...

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Der Tänzer und zeitgenössische Choreograf Koffi Kôkô ist zugleich Priester und Chef eines Voodoo-Tempels im westafrikanischen Benin. Mit einem Ensemble aus sechs Tänzern und vier Musikern entwickelte er für das "Haus der Kulturen der Welt" in Berlin ein modernes Tanzstück, das auf spirituellen Praktiken aufbaut und die Geschichte des Sklavenhandels in Benin erzählt.
Christoph Dreher und Rotraut Pape stellen den Tänzer und zeitgenössischen Choreografen Koffi Kôkô vor. Sie zeigen seine Reise nach Berlin ins "Haus der Kulturen der Welt" und begleiten Koffi Kôkô nach Westafrika. In ihrem Film wird der Ursprung von Bewegungen und Ausdruck sichtbar, den der Choreograf für den modernen Tanz nutzen will. Die Autoren haben an mehrtägigen Voodoo-Veranstaltungen teilgenommen, mit wichtigen Persönlichkeiten gesprochen und sind "besessenen" Tänzern an heilige Plätze im Regenwald gefolgt. Die Künstler verarbeiten in ihrer Choregrafie Ritual- und Trance-Elemente.


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2:25
Stereo-Ton16:9 Format

Africa Live - Eine Konzert-Kampagne gegen Malaria

Eine Konzert-Dokumentation von Idéale Audience

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Der senegalesische Musiker Youssou N'Dour initiierte in Dakar ein Musik-Event, bei dem im März 2005 die bekanntesten afrikanischen Künstler aus allen Ländern - darunter Angélique Kidjo, Baaba Maal, Awilo Longomba, Tiken Jah Fakoly und Rokia Traore - eine Woche lang vor ...

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Der senegalesische Musiker Youssou N'Dour initiierte in Dakar ein Musik-Event, bei dem im März 2005 die bekanntesten afrikanischen Künstler aus allen Ländern - darunter Angélique Kidjo, Baaba Maal, Awilo Longomba, Tiken Jah Fakoly und Rokia Traore - eine Woche lang vor 40.000 begeisterten Zuschauern spielten. Das Event fand im Demba-Diop-Stadion unter dem Motto "Roll Back Malaria" statt und war Teil einer weltweiten Kampagne zur Bekämpfung von Malaria.
Bisher wurden die meisten Aufnahmen afrikanischer Künstler in Europa und vor europäischem Publikum aufgenommen. Diese Konzertmitschnitte aber entstanden im Heimatland der Protagonisten, vor den Menschen, von denen die Texte handeln. Eine Woche lang wurde das Treffen der besten Musiker Afrikas und deren gemeinsamer Kampf gegen die Malaria aufgezeichnet.


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3:55
Stereo-Ton16:9 Format

Femi Kuti & The Positive Force

Mit Femi Kuti (Gesang, Saxofon), Olurtomi Sevezun
Hundeyin und Olugbenga Laleye (Trompete), Tiwalade
Olesegun Ogunlowo (Posaune), Olubenga Solomon Albert
und Francis Efenji Onah (Saxofon), Opeyemi Omotayo
Awomolo (Gitarre), Solomon Olanrewaju Idowu (Keyboard),
Richard Kingsley Udofot (Bass), Adekunle Ayobami Olayode
(Percussion), Adebowale Oloko (Schlagzeug) und
Obi Bosede Ajila, Yemi Oriyomi, Kate Onome Udi
(Gesang, Tanz)
Aufzeichnung vom JazzBaltica-Festival 2007

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Femi Anikulapo Kuti, 1962 in London geboren, wuchs in Lagos, Nigeria, auf. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt von den politischen Unruhen des Landes und dem exzessiven Lebensstil seines Vaters, dem Saxofonisten Fela Anikulapo Kuti. Wie sein Vater sieht auch Femi Kuti ...

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Femi Anikulapo Kuti, 1962 in London geboren, wuchs in Lagos, Nigeria, auf. Seine Kindheit und Jugend waren geprägt von den politischen Unruhen des Landes und dem exzessiven Lebensstil seines Vaters, dem Saxofonisten Fela Anikulapo Kuti. Wie sein Vater sieht auch Femi Kuti den Mix aus funkigem Soul und Jazz als Waffe gegen die sozialen Missstände seiner Heimat. Mit seiner Formation "The Positive Force" pflegt Femi Kuti den gleichen groben Saxofon-Stil wie sein Vater und bietet dabei eine mitreißende, funkig groovende Black-Power-Show. 1999 wurde Femi Kutis Album "Shoki Shoki" von international bekannten DJs remixt. Seitdem ist seine Musik von den Tanzflächen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Sein kämpferisches Album "Fight To Win" wurde 2001 für den Grammy in der Kategorie Weltmusik nominiert. In Nigerias Hauptstadt Lagos eröffnete Femi seinen Club "African Shrine", der sich inzwischen als Zentrale des musikalischen und politischen Widerstands etabliert hat.
Beim JazzBaltica-Festival 2007 bildete das Konzert von Femi Kuti den Höhepunkt des ersten Festivaltags.


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5:20
Stereo-Ton16:9 Format

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit

Steinernes Horn von Afrika

Fasil Ghebbi und die Felsenkirchen von Lalibela, Äthiopien

Filme von Rüdiger Lorenz

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Kaiser Fasilidas bestieg 1632 den äthiopischen Thron. Die Sage erzählt, dass ihm am Tana-See ein Mann erschien, der ihm befahl, ein Schloss zu bauen. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger gehorchte Fasilidas und ließ einen Palast mit vier Ecktürmen und einer großen ...
(ARD/SWR)

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Kaiser Fasilidas bestieg 1632 den äthiopischen Thron. Die Sage erzählt, dass ihm am Tana-See ein Mann erschien, der ihm befahl, ein Schloss zu bauen. Ganz in der Tradition seiner Vorgänger gehorchte Fasilidas und ließ einen Palast mit vier Ecktürmen und einer großen Repräsentationshalle bauen. Die Nachfolger Fasilidas, die Gondar-Kaiser, bauten die Stadt Fasil Ghebbi und den Palast weiter aus. Es ist eine Hochzeit der äthiopischen Geschichte, eine Zeit der politischen Geschlossenheit und eine Zeit des hochentwickelten Handwerks. Andere bemerkenswerte Bauwerke in Äthiopien sind die Felskirchen von Lalibela. Engel sollen am Bau beteiligt gewesen sein, weil keiner sich vorstellen konnte, dass Menschen derartiges zu schaffen fähig sind. Abgelegen, auf 2.600 Meter Höhe, begannen vor über 800 Jahren unbekannte Handwerker auf Geheiß eines christlichen Königs, mehrstöckige Kirchen in die rote Basaltlava zu meißeln. Überliefert sind nur die Legenden, die bis nach Europa von einem sagenhaften christlichen Reich am Horn von Afrika kündeten. Ein zweites Jerusalem verberge sich hinter den äthiopischen Bergen. Bis heute pilgern fromme Christen nach Lalibela. Feindliche Invasoren, die Äthiopien zu verschiedenen Zeiten überrollten, haben die verdeckten Kirchen relativ unbeschadet überstanden. Ihre originale Ausstattung mit Gemälden, Fresken und Handschriften ist noch in vielen Teilen erhalten. Sie erzählen die Geschichte des ältesten, christlichen Staatswesens, das allen Bekehrungsversuchen widerstand.
Der Film stellt Fasil Ghebbi und die Felsenkirchen von Lalibela vor.
(ARD/SWR)

Sendeende: 5:50 Uhr