Panoramajagd im Regenwald
Wie der Amazonas nach Leipzig kommt
Sendedaten: Donnerstag, 3. Juni 2010, 5.00 Uhr

Yadegar Asisi hat eine überdimensionale Fototapete erschaffen. Sie ist mit 100 Metern Länge so groß wie ein Fußballfeld und so hoch wie ein zehnstöckiges Gebäude. Anhand von 25.000 Fotografien und Handskizzen, die bei Reisen nach Brasilien entstanden sind, hat er dieses Kunstwerk erschaffen.

Einmal am Fuße des Mount Everest stehen, ins alte Rom reisen oder nach Dresden ins Jahr 1756. Yadegar Asisi entführte schon oft mit seinen über 100 Meter breiten Panoramen an Orte, die nur schwer erreichbar sind oder so gar nicht mehr existieren. Im Leipziger Gasometer präsentiert der Künstler Asisi noch bis Januar 2011 ein Panorama, das alle bisherigen übertrifft.

36 Grad Hitze, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit
Gemeinsam mit dem Leipziger Botaniker Dr. Dietmar Sattler brach der Künstler im Sommer 2008 in die grüne und geheimnisvolle Lebenswelt nahe dem Äquator auf. Ausgerüstet mit Fotokameras, Pinseln und Farbe, Moskitonetz und Hängematte bereisten sie zusammen mit einem Kamerateam ein 300 Kilometer langes Stück des Rio Negro. Bei 36 Grad Hitze und 90 Prozent Luftfeuchtigkeit gingen sie in Amazonien auf der Jagd nach einmaligen Perspektiven. Dabei war ihnen kein Risiko zu hoch: Ein längst ausrangiertes, 40 Meter hohes Forschungsgerüst mitten im Urwald wurde entgegen aller Warnungen erklommen.

Bekommt man dieses Gefühl in ein Panorama?
Staunend verharren sie vor den Königen des Waldes: jenen auch im Regenwald seltenen Bäumen, die den Kampf um das Licht gewonnen haben und mit meterhohen Brettwurzeln schon seit Jahrhunderten weit über die Kronen der anderen Bäume ragen. "bekommt man dieses Gefühl, diese Macht, diesen Augenblick in ein Panorama? Ich weiß es nicht. Das ist meine Herausforderung“, sagt Yadegar Asisi. In abgelegen Dörfern am Rande des Rio Negro sind Asisi und Sattler der Legende vom rosa Delfin auf der Spur. In einem Baumhotel treffen sie auf eine Frau, die ein krankes Affenmädchen gesund pflegte und damit eine kleine wissenschaftliche Sensation vollbrachte.

Endbearbeitung am Computer
"Wenn die Faszination, die ich empfinde, nur ansatzweise rüberkommt, wenn man im Panorama steht und nur ein bisschen von dem Gefühl kriegt, von der Gänsehaut, dann hat sich meine Reise gelohnt." Zusammengesetzt und bearbeitet werden die Skizzen und Bilder mit einem "elektronischen Pinsel" am Computer. "Hier komme ich zu Bildern mit viel höherer Komplexität und Verdichtung, was mir früher so nicht möglich war". Das Ergebnis der Reise kann sich sehen lassen: ein 360-Grad-Panoramagemälde "Amazonien", 100 Meter lang und 30 Meter hoch.

Mai 2010 / MDR/SRR


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[1] http://www.3sat.de/specials/thementage/ard/144687/index.html (Bedrohte Paradiese[...] 2010, ab 6.00 Uhr)
[2] http://www.asisi.de/de/Panometer/Amazonien/ (Das Panoramaprojekt "AMAZON[...]Gasometer Leipzig zu sehen.)
[3] http://www.3sat.de/nano/tipps/133472/index.html (Visuelle Reise nach "Amaz[...]" in Leipzigs "Panometer")

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