Bernard Glassmann, Zen-Meister - Die Interviewpartner aus "Wie aus dem Alptraum Stärke wird"
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Durch sein Handeln beweist der 72-jährige Zen-Meister Bernard Glassmann immer wieder, dass ein spiritueller Weg nicht unbedingt in die Weltabgewandtheit führen muss. Seit Jahrzehnten setzt sich Glassmann so aktiv und engagiert für seine Mitmenschen ein, dass er zu Recht als einer der weltweit wichtigsten Wegbereiter und Vertreter eines sozial engagierten Buddhismus gilt.
Schon in den 1960er Jahren begann der Sohn jüdischer Einwanderer in den USA mit einer traditionellen und umfangreichen Zen-Schulung bei Taizan Maezumi Roshi. Von diesem japanischen Meister wurde Glassmann 1995 als Zen-Meister anerkannt und nach dessen Tod zu seinem Nachfolger benannt.
Heute gilt Glassman als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Zen-Meister des Westens und zugleich als einer der kreativsten Köpfe und rebellischsten Freigeister des Zen. Der sozial sehr engagierte Glassmann ist Initiator vieler sozialer Projekte und Gründer gemeinnütziger Organisationen wie der Zen-Peacemaker, einem international aktiven Friedensnetzwerk. Eines seiner bekanntesten Projekte ist die Gründung der Greyston-Bäckerei im Bundesstaat New York, mit der er einen Meilenstein für soziales Unternehmertum setzte. Damit gelang es ihm, auch die scheinbar völlig Gescheiterten durch Menschlichkeit und Wertschätzung wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren
Im europäischen Raum ist der Zen-Meister besonders bekannt durch seine jährlichen Auschwitz-Retreats, während denen er zusammen mit Menschen aus aller Welt und mit den Kindern und Enkelkindern der Opfer und Täter an diesem Ort des Grauens meditiert und der Ermordeten gedenkt. Für Bernard Glassmann, selbst jüdischer Abstammung, ist das KZ nicht nur ein Ort, der nach Heilung ruft, sondern auch ein Ort, der Heilung möglich macht: "Auschwitz ist ein unerbittlicher Lehrmeister, der Menschen in Situationen führt, in denen sie gar nicht anders können, als zu lernen und zu verstehen", so Glassmann.
Januar 2012
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2013 / 3sat