Hans Lenk im Porträt - Ein Leben für den Sport und die Philosophie

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Mens sana in corpore sano. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Hans Lenk lebt dieses Sprichwort. Immanuel Kant, Platon und Sokrates sind seine Lieblingsphilosophen, Rudern ist sein Sport.

Der gebürtige Berliner verbringt seine Kindheit und Jugend im schleswig-holsteinischen Ratzeburg. An der Ratzeburger Gelehrtenschule und im Ruderclub ist der "Ruderprofessor" Karl Adam sein Lehrer. Adam macht ihn als Erster mit einer Philosophie der "Eigenleistung" bekannt. Von ihm lernt Hans Lenk, dass die persönliche Entscheidung für die Leistung der einzige Weg zur vollständigen Entfaltung und zum Glück ist.

Die besondere Begabung war früh erkennbar
Über seinen Schüler sagt Karl Adam: "Schon unter den Tertianern war er mein Freund, mit ähnlich gelagerten Interessen und ähnlicher intellektueller Struktur. Vater-Sohn-Verhältnis trifft unsere Beziehung ganz gut, doch in einem Punkt auch nicht, denn Lenk war schon als Schüler mein gleichberechtigter Partner, weil schon damals seine durchdringende Intelligenz zu erkennen war."

Nach der Reifeprüfung 1955 studiert Hans Lenk Mathematik, Philosophie, Soziologie, Psychologie, Kybernetik und natürlich Sport. Sport ist für ihn kein Lebensinhalt, aber eine Lebensschule. Mit seiner Rudercrew gewinnt Lenk alle Rennen, an denen sie teilnehmen. Sie sind zweimaliger Europa und mehrfacher Deutscher Meister. Höhepunkt ist der Olympiasieg 1960 in Rom. Die Acht aus Ratzeburg schaffen die 2000 Meter in weniger als sechs Minuten und deklassieren die Konkurrenz aus Kanada und den USA.

Höchstleistungen in allen Bereichen
Trotz der Erfolge zeigt sich der Sportphilosoph Lenk bescheiden: "Ich selbst kann mich schlecht als Vorbild für einen Olympiasieger bezeichnen, da ich meine Fehler und Schwächen am Besten kenne. Außerdem bin ich rein körperlich nicht das Vorbild eines Olympiasiegers. Vielleicht mag es aber im Sinne Coubertins vorbildlich sein, trotz durchschnittlicher Begabung so hohe Leistungen aus sich herausgearbeitet zu haben."

Mit athletischer Höchstleistung und der Kraft des Geistes gelingt Hans Lenk der Sprung vom olympischen Siegerpodest auf den akademischen Lehrstuhl. Nur ein Jahr nach dem Olympiasieg promoviert er summa cum laude und tritt 1969 als Ordentlicher Professor für Philosophie seine Stelle an der Universität Karlsruhe an. Dort begründet Lenk die Sportphilosophie. Sein soziologisches Standardwerk über die Olympischen Spiele wird preisgekrönt. Er veröffentlicht Aufsätze und Bücher zu Sprach-, Natur und Moralphilosophie, zur Logik, Wissenschaftstheorie und Kybernetik, sowie zu mathematischen Soziologie.

Immer kritisch und gegen intellektuelle Vorurteile
Lang ist auch die Liste der Gastprofessuren und Ehrendoktorwürden, die ihm von den verschiedensten Universitäten weltweit verliehen wurden: Er wird Präsident der Allgemeinen Philosophie in Deutschland, dann Vorstandsmitglied der Weltgesellschaft für Philosophie und 2005 als erster Deutscher Präsident der Weltakademie der Philosophie. Immer wieder wehrt sich der Philosoph gegen intellektuelle Vorurteile und gegen die Verachtung des Sports durch den Geist.

Allerdings setzt er sich auch kritisch mit den vielen Entartungen des modernen Hochleistungssports auseinander: "Meine Kritik richtet sich gegen den Umgang mit dem Sport, insbesondere gegen Öffentlichkeit, Medien, Funktionäre, Politik, aber auch gegen die verführten, irregeleiteten Athleten selbst, die ihre geschundenen Körper ausbeuten."

Mai 2011  /  T. Skalski / es


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[1] http://www.3sat.de/webtv/?110819_lenk_scobel.rm (Hans Lenk wurde am 23. MÃ[...] Olympiasieger im Rudern.)
[2] http://www.3sat.de/scobel/152546/index.html (Was ist der Mensch? Gert Sc[...] im Gespräch mit Hans Lenk)

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