Früchtchen aus Sachsen - Aronia-Produzenten verweisen auf Inhaltsstoffe
Hessen, Niedersachen und als größter Erzeuger Sachsen ernten die als gesund geltene Aroniabeere. Sachsen baut sie sogar mit Biozertifikat an.
Phenolgehalt
Frucht
Gehalt (mg)
Aronia
2147
Schwarze Johannisbeeren
530
Erdbeeren
35
Rotkohl
113
Quelle: Journal of Agricultural and Food Chemistry 2006
Die dort auf großen Feldern angebaute schwarze Beere soll gegen zahlreiche Krankheiten helfen, das Immunsystem stärken und dem Körper mehr Abwehrkräfte verleihen. "Die Aronia ist voller Zellschutzfaktoren in einem besonders hohen Grad", sagt Gabriele Hart, Naturheilkundlerin. Den meisten Menschen ist die Aronia selbst zwar zu sauer, die Beere kann aber gut zu Saft, Likör, Kuchen oder Marmelade verarbeitet werden. Interessant sei die Apfelbeere wegen einer hohen Konzentration der Wirkstoffe. Von anderen Früchten müsse für den selben Effekt drei- oder viermal so viel gegessen werden. Die Botanikerin Helga Dietrich legt Wert auf die Vitamine, vor allem auf seltenere wie Folsäure und Vitamin K. Hinzu kämen Mineralstoffe wie Eisen und Iod.
Eine Untersuchung über die bisherigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen konnte allerdings die gesundheitsfördernde Wirkung bisher nicht bestätigen: "Die Qualität der meisten Untersuchungen und damit der Beweis für eine Wirkung von Aronia-Produkten sind dürftig", schreiben Forscher aus Israel in einer im August 2010 veröffentlichten Studie.
"Alles, was wir heute an Anlagen haben, basiert man auf den Erkenntnissen, die Ivan Vladimirowič Mičurin vor 100 Jahren im Zusammenhang mit der Aroniabeere gefunden hat", erinnert sich Jörg Holzmüller, Bioaronia-Anbauer in Sachsen. "Er hat per Kreuzung eine frostresistente Beere geschaffen - minus 35 grad sind kein Problem."
Die aus Nordamerika stammende Aroniabeere wurde vor etwa einem Jahrhundert in Russland kultiviert und ist in Osteuropa sehr populär. "In Russland ist man überzeugt, dass es sich bei der Aronia um eine regelrechte 'Wunderpflanze' handelt, die sogar eine vorbeugende Wirkung gegen Krankheiten haben soll", erzählt Plantagenbetreiber Lars Grossmann, der Niedersachsen einzige Aronia-Plantage betreibt. Der richtige Erntezeitpunkt sei besonders wichtig. Manchmal komme es auf Stunden an, um den richtigen Reife- und damit Süßegrad zu treffen.
24.09.2010
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mp mit Material von dpa
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