Neue Mathelehrer braucht das Land - Schulungsprojekte sollen Fach interessant machen
Mit einem Schulungsprojekt für Lehrer will der Gießener Mathematiker Prof. Albrecht Beutelspacher Schülern im schwierigen Fach helfen.
"Wenn wir nachhaltig den Mathematikunterricht ändern wollen, dann müssen wir die Lehrerausbildung ändern", sagt er. "Die Lernforschung hat ergeben, dass der frontale Unterricht nicht optimale Lernergebnisse erzeugt, sondern dass es selbst erarbeitetes Wissen sein muss. Wir müssen in den Schulen vermitteln, dass Mathe kein toter Formelzirkus ist", so der Mathematiker. Mathematik sei nicht so schwierig, wie sie vielfach empfunden werde. "Das liegt daran, dass in der Schule das Fach oftmals nur anhand von Formeln unterrichtet wird." Mathematik sei aber "etwas Lebendiges im Alltag, was in der Schule nicht 'rüberkommt'", meint Beutelspacher.
"Mein Geheimrezept ist es, die Dinge mit einer persönlichen Geschichte transparent zu machen." Gerade mit Experimenten könne Mathematik konkret und plastisch werden. "Man muss Situationen inszenieren und nicht von oben herab belehren", meint der Preisträger. Auf diese Weise könne "eine Tür zur Mathematik geöffnet werden."
Lehrerinnen können Mathematik besser vermitteln
Lehrerinnen können Mathematik besser vermitteln als ihre männlichen Kollegen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Pädagogischen Hochschule Freiburg, die 2001 veröffentlicht wurde. An 353 Schulen in Baden-Württemberg waren 904 Lehrerinnen und Lehrer und 21.156 Schüler befragt worden.
Bei Klassen mit einem Mathematiklehrer lagen demnach Mädchen im Vergleich zu Jungen durchschnittlich zehn Prozent im Lerninhalt zurück. Beim Unterricht von Lehrerinnen sank der Unterschied auf 2,5 Prozent. Als Gründe nannten die Forscher eine mögliche höhere Sensibilität von Frauen für Lernprobleme im Fach Mathematik. Zudem böten Frauen vermutlich wichtige Identifikationsmöglichkeiten für Mädchen und entwickelten ein größeres Verständnis für Versagensängste.
Deutsche Schüler tun sich schwer im Fach Mathe
Die meisten deutschen Schüler haben einer Studie zufolge Probleme im Fach Mathematik. Wie eine Erhebung der Universität Koblenz-Landau ergab, betrifft dies 65 Prozent der Schüler. Ihren Fachlehrern geben die Kinder und Jugendlichen demnach teils schlechte Noten: 31,5 Prozent verteilten höchstens die Note 4 für die Kompetenz, mathematische Inhalte erklären zu können. Fast die Hälfte findet aber, dass die Mathelehrer gut bis sehr gut erklären können.
Die Forscherin Doris Jäger-Flor erklärte, dass Schülern früh der Zugang zur Mathematik erleichtert werden müsse. "Wichtig für den Erfolg ist es, die Inhalte kind- und jugendgerecht zu erklären. Daher muss es nachdenklich stimmen, wenn 31,5 Prozent der befragten Schüler die Erklärungskompetenz ihrer Mathematiklehrer höchstens mit der Note 4 bewerten." Nach Ansicht der Wissenschaftler sollten Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften bei der Ausbildung von Lehrern eng zusammenarbeiten. Die Umstellung der Lehramtsstudiengänge auf BA und MA biete eine große Chance.
Nachgefragt An der Befragung des Bildungsbarometers nahmen der Hochschule zufolge 2008 mehr als 2500 Eltern, Lehrkräfte, Ausbilder und Schüler in Deutschland teil. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. mehr zum Thema
28.03.2012
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mp mit Material von dapd und dpa
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[2] http://www.3sat.de/nano/tipps/118700/index.html (Riesenseifenblase und Fax[...]den zum Ausprobieren ein.)
[3] http://www.3sat.de/nano/medizin/160360/index.html (Rechenschwäche behandeln - So früh wie möglich)
[4] http://www.3sat.de/nano/tipps/128684/index.html (Mathematik steht in engem[...]usammenhang mit Ästhetik)
[5] http://www.3sat.de/nano/astuecke/121779/index.html ("Matheon" vereint die S[...]er deutschen Mathematik)
[6] http://www.3sat.de/nano/astuecke/117875/index.html ("Die Mathematik ist ein[...]n-Abenteuerspielplatz'")
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2013 / 3sat