Das Kodak-Jahrhundert - Der Pionier der Fotografie ist pleite
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Die Digitalfotografie hat sich längst durchgesetzt - das analoge Fotografieren ist eine Sache für Liebhaber und Profis geworden. Jetzt hat der Medienumbruch wieder einen der ganz Großen zu Fall gebracht: den Kodak-Konzern, auf dessen Filmmaterial das ganze 20. Jahrhundert ins Bild gebannt worden ist.
Millionen Urlaubsfotos, große Hollywood-Blockbuster, legendäre Fotostrecken berühmter Reporter, Schönheiten und Elend dieser Welt, Bilder vom Mond, die letzte Fotosession der Marilyn Monroe - Kodak war immer dabei. Die Firma wurde Ende des 19. Jahrhunderts vom Chemie-Unternehmer George Eastman in Rochester gegründet. "You press the button - we do the rest”, hieß sein Werbeslogan aus der Anfangszeit der Amateurfotografie. 1935 brachte sein Unternehmen seinen Farbdiafilm auf den Markt: Kodachrome. Seine satten Farben, besondere Schärfe und feine Körnung ermöglichten Fotografie, aber auch Film, die Welt ganz neu ins Bild zu holen. Regisseur Jean-Luc Godard sagte, das Licht Gottes und das Material von Kodak seien sein wesentliches Element.
Die Ironie der Geschichte: Kodak war an der Entwicklung der Digitalfotografie beteiligt. Der Ingenieur Steven J. Sasson entwickelte für Kodak 1975 die erste Digitalkamera. Der Erfolg der Digitaltechnik kam dem Unternehmen allerdings nicht zugute. Anfang 2012 stellte Kodak in den USA einen Insolvenzantrag. Der Kodak-Film ist Geschichte. Seine Ästhetik wird bleiben.
13.03.2012
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Andreas Krieger ("capriccio"/BR) / hs/se
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2013 / 3sat