Ruhelose Vergangenheiten - Die Kulturzeit-Krimibuchtipps im Mai 2012
Der kalte Traum
Die idyllische Stadt Rottweil in Schwaben wird zum Mittelpunkt eines Krieges, der längst schon keiner mehr sein sollte. 15 Jahre nach Kriegsende im ehemaligen Jugoslawien tauchen Fragen im Fall Thomas Cavar auf. Ist der Deutsch-Kroate gar nicht im Kampf gegen die Serben gefallen? Was weiß der Bruder? Sollte Thomas gar im Namen der Kroaten für Kriegsverbrechen verantwortlich sein? Der Bruder bleibt dabei: Thomas ist tot. Doch schon bald schweben die Familie und alte Freunde von Thomas in Lebensgefahr. Kroatische Geheimdienstler sind nach Rottweil gekommen. Sie haben noch jeden zum Reden gebracht. Sollte Thomas noch leben, sie würden es erfahren. Für Markovic, den machtbesessenen Chef des kroatischen Geheimdienstes, geht es um seine Karriere und die Ehre seines Landes. Und Thomas Cavar? Lebt er, der Kriegsverbrecher, vielleicht irgendwo unter falschem Namen und wird von Albträumen gequält? Exakt recherchiert besticht der Kriminalroman "Der kalte Traum" von Oliver Bottini durch seine kraftvollen Sätze und die dichte, atmosphärische Sprache.
Ein letzter Job
Killian regelt alles, dafür engagiert man ihn. Killian löst Probleme der besonderen Art - schnell, zuverlässig, diskret. Sollte er wider Erwarten mit Drohungen und seiner legendären Überredungskunst nicht weiterkommen, findet Killian eine Lösung. Killians Spezialität ist es, Menschen aufzuspüren. Ein reicher Geschäftsmann engagiert ihn und bietet eine halbe Millionen Pfund für die Ergreifung seiner Ex-Frau Rachel. Doch es kommt anders als geplant: Killian spürt Rachel zwar auf, aber die verängstigte Frau zieht ihn in ihren Bann. Sie überzeugt ihn von der Grausamkeit ihres Ex-Mannes. Ohne lange zu zögern, taucht Killian mit ihr in der Wildnis unter. Doch sie sind nicht lange allein: Ein russischer Killer heftet sich an ihre Fersen. Die Jagd beginnt. Und Killian muss sich die Frage stellen, was Rachel so wertvoll für ihren Ex-Mann macht. Ihr Leben hängt davon ab. Der schottische Kriminalschriftsteller Adrian McKinty hetzt seine Figuren in einem rasanten Tempo quer durch die irische Landschaft. Sein Krimi "Ein letzter Job" besticht durch überzeugende Charaktere und die klaren, geschliffenen Dialoge.
11.05.2012
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Martin Schöne (Kulturzeit) / tm/lj
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2013 / 3sat