Geheimnisse im alten Haus - Die Kulturzeit-Kinderbuchtipps im Mai 2012
Das dunkle Lied des Todes
In einem alten Haus an der Küste hat lange keiner mehr gehaust, seit vor Generationen der Besitzer mit Familie und Schiff vom Indischen Ozean verschlungen worden ist. Ein paar mysteriöse Gegenstände erinnern noch daran. In diesem Haus sollte niemand wohnen, aber es scheint, als habe das Gebälk nur auf die Besucher eines Schulausflugs gewartet, auf zerstrittene Jugendliche und eine labile Lehrerin. Es scheint, als würde eine schlimme Geschichte sich wiederholen. Manchmal bebt das Haus und schwankt wie ein Schiff. Die Lehrerin sucht nach dem Geheimnis. Die Schüler sind gereizt und wollen weg, aber das geht nicht mehr, denn ein Sturm zieht auf. Bjarne Reuters "Das dunkle Lied des Todes" ist bei dtv erschienen, für alle ab 13 Jahren.
Wie die Vögel
Wer unbegleitet in einer Wüste unterwegs ist, muss sie mit seinen Träumen bevölkern, wenn sich sonst schon nichts anbietet. Und wenn es zu ebener Erde nicht weitergeht, dann vielleicht in der Luft. So und nicht anders
steht auch ein einsame Herr im weiten Sand. Doch ganz allein gelassen ist er nicht, denn fliegen können und fliegen wollen sind zweierlei Dinge. Was tun?
Gemeinsam einsam sein? Melancholisch werden? Oder doch lieber abheben,
aufsteigen, wegfliegen? Wenig Worte und großartige Bilder hat das Buch "Wie die Vögel" von Germano Zullo und Albertine, das bei Carlsen erschienen ist - für fast jedes Alter und gegen fast jede Art von Traurigkeit.
Das Geheimnis von Ashton Place
Mit Schwierigkeiten ist es so: Erst türmen sie sich haushoch auf, am nächsten Morgen sind sie nur noch winzig klein. So ist die reine Lehre. Penelope Lumley, 15 Jahre alt, hat anfangs auch nur ein kleines Problem: Sie muss ihren Lebensunterhalt als Gouvernante verdienen. Doch dann kommt es knüppeldick: Sie findet zwar eine gut bezahlte Stelle bei ganz feinen Lords, aber die drei Kinder, vor denen sie dann steht, sind offensichtlich im Wald aufgewachsen und von einer Wölfin großgezogen worden. Nun sollen sie Manieren lernen, gerne auch ein bisschen Französisch - was man eben so braucht unter adligen Leuten. Sehr unterhaltsam und ein bisschen schräg beschreibt das Maryrose Wood in "Das Geheimnis von Ashton Place", erschienen bei Thienemann, ab zehn Jahren.
04.05.2012
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Michael Schmitt (Kulturzeit) / tm/lj
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2013 / 3sat