Finstere Regeln - Die Kulturzeit-Krimibuchtipps im April 2012
Finsterau
Ist Afras Vater der Mörder seiner einzigen Tochter? Und tötete er auch sein Enkelkind? Für die Kriminalpolizei ist der Fall klar: Jeder wusste von den heftigen Auseinandersetzungen zwischen Vater und Tochter. Afra hat mit ihrem unehelichen Kind Schande über die ganze Familie gebracht. Der Vater muss beide erschlagen haben. Die Polizei beginnt mit der Befragung von Zeugen. Doch warum verdächtigen sie nicht auch die Zeugen? Sagen die Zeugen die Wahrheit? Der Fall scheint gelöst. Doch kann es wirklich nur der Vater gewesen sein? Was geschah in jenen Stunden auf dem Hof? Wie schon in ihrem Bestseller "Tannöd" stellt Andrea Maria Schenkel die richtigen Fragen und zeichnet anhand alter, existierender Dokumente die letzten Stunden im Leben von Afra und ihrem Sohn nach. "Finsterau" besticht durch seine klare, kraftvolle Sprache. Schnörkellos zeichnet Andrea Maria Schenkel die Leiden und das Leid der Menschen.
Paranoia
"Töte, bevor es dich erwischt" - das hat man Joseph gelehrt. Seit 20 Jahren ist er überzeugter Soldat in einem uralten, verborgenen Krieg zwischen Gut und Böse. Er gehöre zu den Guten, auch das glaubt er ihnen. Es sei seine Aufgabe, Rache zu üben an denen, die ihm die Schwester nahmen. Doch es gibt Regeln in diesem Krieg. Regel Nummer eins: Töte keine Unbeteiligten. Regel Nummer zwei: Töte niemanden der anderen, der jünger als 18 Jahre ist. Regel Nummer drei: Wenn irgendjemand auf einer der beiden Seiten ein Kind bekommt, bevor er 18 Jahre alt wird, muss dieses Kind der anderen Seite ausgehändigt werden. Als Joseph die 17-jährige Maria kennenlernt, bricht er diese Regel. Ein Kind ist unterwegs und er will es behalten - um jeden Preis. Von nun an ist er vogelfrei und jeder - auch sein bester Freund - kann jetzt der Feind sein. Aber Joseph kämpft nach dem Motto: "Töte, bevor es dich erwischt." In "Paranoia" schildert Trevor Shane eine Gesellschaft im Krieg. Rache ist das einzige Ziel und Hass der Treibstoff, der keinen Platz für Hoffnung lässt.
20.04.2012
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Martin Schöne (Kulturzeit) / yg/lj
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2013 / 3sat