Die Abrissindustrie - Industrieller Rückbau mit Fingerspitzengefühl

Sendedaten: 17.02.2013, 15.30 Uhr Erstsendung: 21.11.2011

Im Nachkriegsdeutschland wurde viel und schnell gebaut. Inzwischen sind einige Gebäude marode, müssen abgerissen werden. Auch Atomkraftwerke werden zurückgebaut.

Doch wie sollen Unternehmen einen stillgelegten Kraftwerks-Schornstein abbauen, wenn sie ihn nicht sprengen können, ohne umliegende Gebäude zu schädigen? Wer kümmert sich um die abgebauten Reste der Industrieanlagen?

Nicht erst seit dem Beschluss zum Atomausstieg beschäftigt die Abrissindustrie außerdem die Frage, was mit den Resten der Kernkraftwerke geschieht: Ist eine sichere Entsorgung überhaupt denkbar?

Der Abriss von Industrie-Anlagen ist nicht nur technisch schwierig, sondern oft auch gefährlich. Menschen und Umwelt dürfen nicht gefährdet werden. Und nie läuft alles nach Plan.

Die Herausforderungen einer unbekannten Branche
Der höchste Schornstein Deutschlands muss weg
In Boxberg steht das einst größte Kohlekraftwerk der DDR. Es trägt noch heute zur Energie-Grundversorgung bei. Ein älterer Teil des Kraftwerks ist stillgelegt und muss zurückgebaut werden. Der Rauchgaskamin bereitet die größten Sorgen, denn sprengen kann man ihn nicht.

Besonders problematisch: Atomreaktoren
Mit dem Regierungsbeschluss, sich aus der Atomenergie zurückzuziehen, kommt das Aus für sämtliche Reaktoren in Deutschland bis zum Jahr 2022. Doch die Reaktoren müssen nicht nur abgeschaltet, sondern samt aller strahlenden Materialien abgerissen werden.

Stark kontaminiertes Material
Stark strahlendes Material verursacht 99% der radioaktiven Strahlung. Diese gefährlichen Abfälle entstehen in der dritten Phase des Rückbaus. Der Reaktordruckbehälter und seine äußeren Betonabschirmung sind die am stärksten kontaminierten Teile des Kraftwerkes.

Sprengung - einfach und günstig
In Dettingen soll das Kessel- haus eines Kohlekraftwerks gesprengt werden. Es stammt aus den 60er Jahren, seit 2001 ist es stillgelegt. Konventionelle Kraftwerke können nicht einfach eingestampft werden: das Gebot der Abfalltrennung und Entsorgung gilt auch hier.

Rückstände werden deponiert
Der Rhein-Main-Deponiepark ist im Besitz der örtlichen Kommunen. Die verdienen Geld mit den Gebühren für die Entsorgung. Es ist streng geregelt, was überhaupt hierher darf. Haushaltsabfall ist nicht mehr dabei. Seit 2005 wird dieser nicht mehr deponiert, sondern verbrannt.

16.11.2011  /  hr


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