Gewissheit schaffen - Thema der hitec-Sendung "Gene im Stresstest"
Sendedaten: 07.04.2013, 15.30 Uhr Erstsendung: 17.10.2011
Bei Monika Hebener wurde im Alter von 23 Jahren Darmkrebs diagnostiziert. Heute ist sie 60 Jahre. In ihrer Familie ist sie nicht allein mit der Diagnose Krebs: Ihre Mutter, ihre jüngere Halb-Schwester und die Tochter ihrer älteren Halb-Schwester erkrankten ebenfalls an Krebs.
Bei ihren beiden Söhnen ist bis jetzt nichts vorgefallen und auch die vier Enkel sind gesund. Trotzdem macht sie sich viele Gedanken darüber, dass möglicherweise auch ihre Kinder oder Enkel eines Tages erkranken könnten. Das könnte sein, wenn die Krebserkrankung im Zusammenhang mit einem Gendefekt steht, der in der Familie weitervererbt wird.
Deshalb haben Monika Hebener und ihr jüngster Sohn Jörg sich nach einer langen Beratung mit Ärzten dazu entschlossen, einen Gentest machen zu lassen.
Monika Hebener ist auf dem weg zur Uniklinik Bonn. Dort war sie bereits vor ein paar Wochen zum Vorgespräch und dann zur Blutabnahme für ihren Gentest. Nun liegt das Ergebnis vor.
Vorab eine ausführliche Beratung
Die Humangenetikerin Verena Steinke hatte bei Monika Hebeners erstem Besuch eine ausführliche Beratung durchgeführt. Damals haben sie einen großen Stammbaum der Familie aufgezeichnet. Da so viele Familienmitglieder an Krebs in der Vergangenheit erkrankt sind, hat Verena Steinke Monika Hebener einen Gentest empfohlen. Die Kosten übernimmt bei solchen Verdachtsfällen die Krankenkasse.
Verena Steinke, Fachärztin für Humangenetik, Uniklinik Bonn:
"Man sieht eben hier diese Balken, so sollte es normalerweise aussehen. Und hier sehen wir eben, dass dieser eine Balken deutlich niedriger ist als die anderen und das spricht eben dafür, dass hier ein Stück von diesem Gen verlorengegangen ist."
Monika Hebener hat mit der Nachricht gerechnet. Verena Steinke rät ihr mit ihren Verwandten zu sprechen, damit sie, wenn sie wollen, ebenfalls einen Gentest machen können. Monika Hebener selbst hat durch das Testergebnis nun Gewissheit und ist erleichtert darüber. Doch nicht alle Menschen reagieren so. Manche wollen überhaupt nicht wissen, ob sie einen Gendefekt haben.
Verena Steinke, Fachärztin für Humangenetik, Uniklinik Bonn:
"Ich denke in der Humangenetik ist das ein ganz zentraler Punkt, das Recht auf Nicht-Wissen. Wir akzeptieren das voll und ganz. Wir würden hier niemals eine Untersuchung auch nur machen, wenn der Patient nicht davon überzeugt ist, dass er das auch wirklich möchte."
13.10.2011
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hr
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