70 Prozent sind Erstkäufer - Thema zur hitec-Sendung "Chinas Massenmotorisierung"

Sendedaten: 12.09.2011, 21.30 Uhr

Nur jeder Zehnte besitzt in China ein Privatfahrzeug, in Deutschland jeder Zweite. Der Nachholbedarf an Mobilität ist gewaltig. Wirtschaftlicher Aufschwung und zunehmender Verkehr gehen einher.

Peking, in einen typischen Automarkt: Verkauft wird, was gerade am Lager ist, alle Marken bei einem Händler. Die Bao-Zhangs sind eine typische städtische Mittelstandsfamilie, die sich hier nach einem Auto umsehen möchte - ihrem ersten eigenen. Der Vater ist Busfahrer. Mit einem Einkommen vor rund 1.000€ im Monat, verdient die Familie für chinesische Verhältnisse sehr gut.

Zhang Zhi Min, Autokäufer:
"Der Preis für ein Auto sollte für die Arbeiterklasse bezahlbar sein. Billig wäre gut, es ist einfach ein Transportmittel. Natürlich muss der Wagen auch sicher sein. Für mich ist dieser Aspekt besonders wichtig."

Fahrzeuge westlicher Hersteller dominieren zu über 65% den hiesigen Automarkt. Um Marktanteile zu gewinnen, versuchen chinesische Markten westliches Design zu kopieren. Chinesische Eigenkreationen haben es schwer. Die Bao-Zhangs sind wie 70% aller chinesischen Autokäufer Erstkäufer.

Beachtliche Subventionen für Elektroautos
Was die Verkäufer beinahe wie im Schlaf loswerden ist ein Produkt eines deutsch-chinesischen Joint Ventures. Der Volkswagen Lavida ist das meistverkaufte Auto in China. Der Preis mit Ledersitzen, Automatik und Klimaanlage liegt bei rund 13.000€.

Bei VW ist man davon überzeugt, dass Chinas Massenmotorisierung nur über Elektromobilität funktioniert. Bis zu 14.000€ Subvention zahlt die chinesische Regierung pro verkauftem Elektroauto mit staatlicher Lizenz. Damit ist in China ein Elektroauto nicht mehr teurer als ein herkömmliches Fahrzeug. Vorerst dominieren jedoch PKW mit Verbrennungsmotoren den Markt. VW produziert über 2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr im Reich der Mitte. Markenimage, Komfort und Sicherheit sind kaufentscheidend. Der Absatz boomt.

Dabei ist das Verkehrsaufkommen ist in Peking ist schon jetzt enorm und die Luft ist dreckig. Nur wenige Stunden am Tag kommt man hier gut vorwärts. Meist stehen die begeisterten Autokäufer im Stau. Und auch der öffentliche Personennahverkehr bleibt darin stecken. Da hilft es nur wenig, dass viele Busse und Bahnen durchaus modern sind.

07.09.2011  /  hr


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