Vision "Spaceliner"
Thema zu der hitec-Sendung "Wettlauf um den Überschallflieger der Zukunft"
Sendedaten: 08.03.2010, 21.30 Uhr 14.03.2010, 16.00 Uhr Erstsendung: 12.10.2009

In 90 Minuten von Frankfurt nach Sydney! Dafür müsste man in den Weltraum eindringen. Beim Flug durch die Atmosphäre entstehen jedoch gewaltige Temperaturen. Die Außenhülle des so genannten "Spaceliners" müsste entsprechend robust sein.

Ali Gülhan, Leiter der Windkanäle, DLR Köln:
"Beim Spaceliner haben wir im Nasenbereich Temperaturen über 2500 Grad. Und da kommen nur keramische Materialien in Frage. Das sind meistens faserverstärkte Keramiken.

Um die Hitzeentstehung im Nasenbereich besser zu verstehen, testen die Kölner ein Keramik-Modell im so genannten "heißen Windkanal". Mit dem Einströmen heißer Gase können hier Flüge durch die Atmosphäre simuliert werden. Damit der Windkanal nicht überhitzt, wird die Anlage mit Wasser gekühlt.

Durch einen heißen Gasstrahl wird das Keramik-Modell erhitzt. Der Test soll zeigen, wie sich die Wärme genau verteilt. Wird das Material zu heiß, müssten spezielle Kühlverfahren entwickelt werden.

Ali Gülhan, Leiter der Windkanäle, DLR Köln:
"Wenn ich Temperaturen unter 1600 Grad Celsius habe, in dem Bereich brauche ich keine aktive Kühlung. Da kann ich mit Standardmaterialien arbeiten. Aber im vorderen Bereich, da müsste ich aktiv kühlen."

Aktive Kühlung im vorderen Bereich
Bei der aktiven Kühlung wird Wasser durch Hohlräume in der Keramik an die Oberfläche geleitet. Die Flüssigkeit kühlt das Material ab - ähnlich wie bei schwitzender Haut. In ersten Windkanaltests konnten die Ingenieure zeigen, dass das Verfahren funktioniert. Die Keramik konnte um über 1500 Grad abgekühlt werden.

Um einmal Weltraumreisen zu ermöglichen, müssen jedoch noch unzählige andere Bereiche erforscht werden. Der Spaceliner - nur ein Luftschloss?

Ali Gülhan, Leiter der Windkanäle, DLR Köln:
"Es kann in 5 oder 10 Jahren ganz anders aussehen. Wir haben rasante Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen, bei den Materialien, bei Elektronik und anderen Disziplinen. Die Welt kann in 10 Jahren ganz anders aussehen. Deshalb müssen wir solche technologischen Grundlagen weiterbringen."


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