Mein Amerika

Sendedaten: Dienstag, 30. Oktober 2012 um 16.55 Uhr Wiederholung: Dienstag, 30./31. Oktober 2012 um 4.35 Uhr Stereo, 16:9

Peter Hegedus wuchs im kommunistischen Ungarn auf, seine Sehnsucht gehörte zunehmend der amerikanischen Kultur. Coca Cola und vor allem Arnold Schwarzenegger waren der Inbegriff seiner Visionen. Andere Visionen lebte sein Großvater, der im ungarischen Schreckensregime nach 1956 eine zentrale Rolle spielte. Beide Visionen wurden zu Illusionen. Hegedus reiste für seinen Film in die USA, um die Nachhaltigkeit seiner Träume zu überprüfen.

Filmemacher Peter Hegedus wuchs im kommunistischen Ungarn der 80er Jahre auf, seine Eltern waren geschieden und er flüchtete sich in amerikanische Filme. Zu seinem Idol wurde Arnold Schwarzenegger, "Arnie" verkörperte für ihn den amerikanischen Traum - und das bedeutete Stärke, Sicherheit und Hoffnung. In dem Dokumentarfilm "Mein Amerika" setzt er sich selbstironisch mit vermeintlichen Lebensidealen auseinander.

Peter macht sich auf den Weg in sein Traumland. Aber er reist mit schwerem Gepäck. Sein Großvater András Hegedus träumte ebenfalls den Traum einer gerechten Gesellschaft. Als überzeugter Kommunist und Ungarns jüngster Premierminister rief er 1956 die Sowjetunion nach Ungarn, um die Revolution niederzuschlagen. Er wurde zum meistgehassten Menschen des Landes.

Bevor sich Peter Hegedus, mittlerweile nach Australien ausgewandert, auf seine Reise in die USA aufmacht, kehrt er nach Ungarn zurück und begibt sich auf die Spuren der Geschichte seines berühmten Großvaters. Sein Vater Jozsef war gerade sechs Jahre alt, als die Sowjets das Land besetzten und den Traum eines freien sozialistischen Ungarns zerstörten.

Auf seiner Reise durch die USA macht der Filmemacher dann ernüchternde Erfahrungen, die Vision einer idealen Gesellschaft wird auf die Prüfung gestellt. Gibt es sie vielleicht gar nicht? Was, wenn auch der "American Way of Life" mit seiner egozentrischen, konsumorientierten und "right to rule"-Mentalität ähnlich dem Kommunismus versagt hat?
Ernste Fragen an eine gesellschaftliche Vision, die letztlich einen Großteil der Menschheit in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Aber Hegedus verliert dabei ganz und gar nicht den Humor. So gerät der Film zu einer selbstironischen Auseinandersetzung mit vermeintlichen Lebensidealen, bei der selbst "Arnie" keine Hauptrolle mehr spielen kann.

Mai 2012 - bearbeitet Oktober 2012  /  ORF/kk


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[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Hegedus (Wikipedia-Biografie von Peter Hegedus (engl.))

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