Aufbruch in Äthiopien

Sendedaten: Freitag, 27. Januar 2012, 21.30 Uhr Ein Film von Jürgen Natusch Erstausstrahlung

Äthiopien verbindet man mit Armut und Hunger. Doch die Wirtschaft wächst jährlich zweistellig, so dass sich eine ganze Nation auf den Weg in eine neue Zukunft macht. Wohnsiedlungen, Infrastruktur, Bildung - makro zeigt die ehrgeizigen Pläne des Landes.

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin makro hat auf einer 2-wöchigen Reise ein Äthiopien jenseits von Dürre, Hunger und Krankheit erlebt. Vielmehr herrscht Aufbruchsstimmung am Horn von Afrika. Seit fünf Jahren wächst die Wirtschaft zweistellig, überrascht das ostafrikanische Land mit einer ungeheuren Dynamik.

Nicht nur in der Hauptstadt Addis Abeba sondern auch draußen auf dem Land in den Provinzstädten ist ein regelrechter Bauboom ausgebrochen. Hochhäuser, Wohnanlagen, Straßen. Besonders chinesische Baufirmen sind fast überall zu finden. Trotz des Baubooms und der voranschreitenden Industrialisierung ist Kaffee immer noch die wichtigste Einnahmequelle. Jeder vierte Äthiopier lebt vom Kaffee.

Die weltgewandte Eleni (41) ist die Gründerin und Chefin der einzigen Warenbörse ihrer Art in Afrika. Mit der ECX, der Ethiopian Commodity Exchange, sorgt Eleni dafür, dass die Bauern draußen auf dem Land faire Preise für ihre Kaffebohnen erhalten. Eleni hat einen fernen Traum: eine Warenbörse für ganz Afrika.

Äthiopien ist flächenmäßig dreimal so groß wie Deutschland und hat 88 Millionen Einwohner, etwas mehr als die Bundesrepublik. Die Wirtschaftsleistung pro Kopf beträgt in Äthiopien rund 390 Dollar, in Deutschland etwa das Zehnfache. Weite Teile des Landes sind rund 2000 Meter hoch mit gemäßigt warmem Klima, reichlich Niederschlag und fruchtbaren Böden.

Diese Idee unterstützt auch Äthiopiens Regierung, die das Agrarland zu einem exportstarken Industrieland entwickeln will. Das Wirtschaftsmagazin makro zeigt am Beispiel der Kaffeebranche, wie das funktionieren könnte. Der Kaffeebauer Suge ebenso wie die mittelständische Unternehmerin Aster oder die Börsenchefin Eleni wollen ihr Heimatland voranbringen. So wie sich einst die asiatischen Tigerstaaten ihren Wohlstand erarbeitet haben, soll sich auch in Äthiopien eine Gesellschaft ohne Armut herausbilden. Ehrgeizige Pläne am Horn von Afrika.

Teil 1 - Zwischen Bauboom und Kaffeegenuss
Addis Abeba boomt und wächst an allen Ecken. Während moderne Hochhäuser entstehen, lebt jeder vierte Äthiopier noch vom Kaffeeanbau und kann sich nicht einmal eine Einbauküche leisten.

Teil 2 - Afrikas erste Kaffeebörse
Überall spürt man die Globalisierung. Afrikas einzige Kaffeebörse, Blumenanbau für deutsche Supermärkte - man könnte meinen, Äthiopien hilft sich selbst. Ganz so ist es aber nicht. Der Fortschritt ist fest in chinesischer Hand.

Teil 3 - Mit Suge im Kaffeewald
Fast der gesamte Kaffee Äthiopiens stammt von Kleinbauern. Äthiopischer Kaffee kommt vom Hochland, es zählt Qualität statt Masse. Trotzdem können die Kaffeebauern vom Ertrag kaum leben. Sie bekommen nur zehn Prozent des Profites.

Teil 4 - Arbeiten unterhalb der Armutsgrenze
In Addis Abeba wird der Kaffee weiterverarbeitet, der Lohn der Frauen liegt weit unter der internationalen Armutsgrenze von einem Euro pro Tag. Die Globalisierung schafft Arbeitsplätze, erhöht jedoch die Lebenserhaltungskosten.

Teil 5 - Bremsklotz Bevölkerungsexplosion
Die Bevölkerungsexplosion Äthiopiens hindert das Land am Aufschwung. Vierzig Prozent der Menschen sind unter 15 Jahren. Das Land hungert nach Bildung und Fortschritt und will mehr sein als ein Brennpunkt der Armut.

02.12.2011  /  makro.onlineSH


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[9] http://www.3sat.de/boerse/hintergrund/160042/index.html (Eindrücke von den Dr[...]cer Tesfalem Waldyes.)
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