Träume großer Architekten - In 24 Stunden um die Welt
Sendedaten: Sonntag, 17. April 2011, 13.30 Uhr
Palast der katalanischen Musik in Barcelona
Er gilt als einer der weltschönsten Konzertsäle: Der "Palau de la Musica Catalana" in Barcelona, 1908 mit einem Konzert eingeweiht, das Richard Strauss dirigierte. Der Palau de la Musica Catalana ist ein herausragendes Beispiel des "Modernisme", des spanischen Jugendstils. Er wurde von einem der führenden Baumeister der katalanischen Jugendstilarchitektur entworfen, Lluis Domenech i Montaner. Barcelona war die Hochburg des Modernisme, der auch eine Demonstration der kulturellen Eigenart der Katalanen war. 600 000 Besucher steigen jährlich vom offenen Vestibül über die breiten marmornen Stufen des Treppenhauses empor, um sich von dem dekorativen Reichtum des weitgeschwungenen Konzertsaals bezaubern zu lassen.
Paris, Frankreich
"Andere Städte sind Städte, Paris ist eine Welt" meinte schon Karl V. Auf jeden Fall ist Paris eine schier endlose Zitatensammlung, denn durch alle Jahrhunderte haben Künstler - und solche, die sich dafür hielten - versucht, sich von dieser Stadt inspirieren zu lassen. Von ihren Prachtbauten, mit denen sich Adel und Kirche Denkmäler setzten, von ihren Plätzen und Straßen, in denen einfache Bürger um Freiheit und Gleichheit kämpften. In Paris scheint alles eine besondere Bedeutung zu haben: die "clochards" sind poetischer, die Gassen malerischer und in der Seine summt ein Akkordeon. Der Seine wollen wir uns anvertrauen, ihrem Lauf, ihrem Rhythmus, um dem Besonderen und seiner Geschichte nachzuspüren.
Die Horta–Häuser in Brüssel, Belgien
Brüssel und der Jugendstil, das heißt auch und gerade: Brüssel und Horta. Der Architekt Victor Horta wurde zu Ende des 19. Jahrhunderts durch die Neuartigkeit seiner Wohnhäusern nicht nur in Belgien berühmt, sondern erregte internationales Aufsehen. 1893 entwirft Horta Maison Tassel. Fast über Nacht wird der 32-jährige Architekt durch dieses Wohnhaus bekannt. Äußerlich unterscheidet es sich kaum von den Nachbarhäusern. Doch Details lassen genauer hinsehen. Die aus der Fläche ausschwingenden Linien der Fassade, die kunstvolle Formung des Steins, die artistisch mit dem Stein verbundenen Eisenelemente und die farbigen Glasfenster. Das ist neu. Das Material scheint von jeder Starrheit befreit, und die asymmetrische Aufteilung der Wandflächen lassen die Fassade lebendig erscheinen. Doch die eigentliche Neuheit seines Baustils wird erst im Inneren offenbar. Es gelingt dem Architekten, die schmalen Brüsseler Stadthäuser in weiträumige und zugleich märchenhaft dekorative Räume zu verwandeln.
Dezember 2010
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2013 / 3sat