Reisewege Meerengen - Der Ärmelkanal zwischen Calais und Dover

Sendedaten: Samstag, 13. April 2013, 14.30 Uhr

An seiner engsten Stelle, "Straße von Dover" genannt, misst der Ärmelkanal nur 34 Kilometer. Jahrhunderte lang standen sich dort Frankreich und England gegenüber. Heute, da nicht nur der Eurotunnel beide Seiten verbindet, hat sich vieles geändert. Doch die kulturellen Unterschiede sind geblieben – und das macht eine Reise an den Kanal umso lohnenswerter.

Die meisten Fährtouristen, für die Dover und Calais nur kurze Zwischenstopps auf ihrer Weiterreise sind, registrieren höchstens beiläufig die schönen Küstenlandschaften. Vom Cap Gris-Nez an der französischen Opalküste bis zu den berühmten "White Cliffs" von Dover hat die Region zahlreiche Künstler und Komponisten inspiriert. Die Zeugnisse und Denkmäler der bewegten Geschichte auf beiden Seiten des Kanals werden gleichfalls nur von wenigen Reisenden beachtet. Dabei gibt es hier viel zu entdecken.

Jahrtausende alte Handelswege über den Kanal
Zum Beispiel in Dover: Weil Dover die englische Stadt mit der geringsten Entfernung zum europäischen Festland ist, kommt ihr schon seit Jahrhunderten eine enorme strategische Bedeutung zu. Funde aus der Bronzezeit verdeutlichen, dass es seit mindestens 3.500 Jahren Handelswege über den Kanal nach Frankreich gibt. Auch für die Römer war Dover ein wichtiger Hafen. Sie stationierten hier ihre britannische Flotte, um von hier die Meerenge zu kontrollieren. In Dover begann überdies eine Straße, die quer durch Britannien führte.

Zum Beispiel in Dover: Weil Dover die englische Stadt mit der geringsten Entfernung zum europäischen Festland ist, kommt ihr schon seit Jahrhunderten eine enorme strategische Bedeutung zu. Funde aus der Bronzezeit verdeutlichen, dass es seit mindestens 3.500 Jahren Handelswege über den Kanal nach Frankreich gibt. Auch für die Römer war Dover ein wichtiger Hafen. Sie stationierten hier ihre britannische Flotte, um von hier die Meerenge zu kontrollieren. In Dover begann überdies eine Straße, die quer durch Britannien führte.
Heute sind noch die Überreste zweier Leuchttürme zu finden, die die Römer auf beiden Seiten einer ehemaligen Flussmündung errichteten. Mit dem "Painted House", einem früheren Verwaltungsgebäude, findet sich hier auch eines der besterhaltenen römischen Gebäude von Großbritannien. Im Ersten und im Zweiten Weltkrieg war Dover das Zentrum der englischen Kanalverteidigung und abermals ein wichtiger strategischer Stützpunkt.

Ein lohnenswerter Blick hinter die Klischees
Hier, wo England und Frankreich zusammentreffen, lohnt auch ein Blick hinter die Klischees. Der fördert auf beiden Seiten der Straße von Dover Überraschendes zutage: So gibt es im Norden Frankreichs eine Tradition von kleinen Bierbrauern, die auch Landwirtschaft betreiben, während in den Weinbergen von Chapel Down auf der anderen Seite des Kanals Pinot Blanc- und Chardonnay-Trauben für den größten Winzer Englands reifen.

Mit hintergründigem Humor beschreibt der Film von Manfred Behrens, wie Franzosen und Engländer mit der vermeintlichen bzw. der realen Nähe umgehen und erzählt von den militärischen Konflikten der Vergangenheit. Schriftsteller aus der Vergangenheit, wie Dickens und Heine, werden zitiert, einheimische französische und britische Dichter und Maler äußern sich zu ihrem Verhältnis zur jeweiligen Heimat. So entsteht nach und nach das differenzierte Portrait einer von einer Meerenge durchtrennten europäischen Region, die gerade durch ihre vielen Gegensätzen ein spannendes Reiseziel ist.

Hier, wo England und Frankreich zusammentreffen, lohnt auch ein Blick hinter die Klischees. Der fördert auf beiden Seiten der Straße von Dover Überraschendes zutage: So gibt es im Norden Frankreichs eine Tradition von kleinen Bierbrauern, die auch Landwirtschaft betreiben, während in den Weinbergen von Chapel Down auf der anderen Seite des Kanals Pinot Blanc- und Chardonnay-Trauben für den größten Winzer Englands reifen. Mit hintergründigem Humor beschreibt der Film von Manfred Behrens, wie Franzosen und Engländer mit der vermeintlichen bzw. der realen Nähe umgehen und erzählt von den militärischen Konflikten der Vergangenheit. Schriftsteller aus der Vergangenheit, wie Dickens und Heine, werden zitiert, einheimische französische und britische Dichter und Maler äußern sich zu ihrem Verhältnis zur jeweiligen Heimat. So entsteht nach und nach das differenzierte Portrait einer von einer Meerenge durchtrennten europäischen Region, die gerade durch ihre vielen Gegensätzen ein spannendes Reiseziel ist.
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aktualisiert 05.2012, Erstsendung 2008  /  SR


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[1] Pas-de-CalaisGefährlichesNadelöhr (Pas-de-Calais - Gefährliches Nadelöhr [radiobremen])
[2] http://www.planet-wissen.de/laender_leute/grossbritannien/englands_sueden/index.jsp (Englands S[...]WR/WDR/BR])
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Dover_Castle (Wikipedia über Dover Castle)

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2013 / 3sat