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Ob eine mehr als doppelt so lange Lebenspanne das Tier glücklicher macht, ist objektiv nicht zu klären. Die Biotiere haben allerdings mehr Zeit Gewicht zuzulegen, und das ist für ihre Gesundheit förderlich. Konventionelle Turbohühner neigen zu Missbildungen, wie übergroße Brüste, die sind oft das Gleichgewicht verlieren lässt. Die Vorgaben für Bioproduktion sind gesetzlich geregelt und gehen über die ebenfalls gesetzlichen Regelungen der konventionellen Landwirtschaft weit hinaus.
Biohaltung kann die Hühner krankmachen
Doch sind diese Regelungen nicht immer zuträglich für die Tiergesundheit: Die Biohaltung mit der Möglichkeit des freien Auslaufs und dem Verzicht auf Gitterboden, durch den der Kot automatisch abtransportiert wird, bedeutet auch eine höhere Belastung mit Krankheitserregern und Parasiten. Deshalb sterben tendenziell in Biohaltung mehr Hühner an Krankheiten, als in anderen Haltungsformen, was nur zum Teil an dem Verzicht auf vorbeugende Antibiotikagabe liegt. Das Bundesministerium für Landwirtschaft fasst es so zusammen: "Prinzipiell gilt: Je offener das Haltungssystem gestaltet wird, desto höher ist auch das gesundheitliche Risiko für die Tiere."
Ach Kannibalismus und Federpicken kommen in konventioneller Kleingruppen-Käfighaltung weniger häufig vor als in anderen Haltungsformen. Es kommt hierbei vor allem auf die Ausgestaltung der Käfige und Freiflächen an. Die Bio-Verordnungen geben zum Beispiel nicht vor, dass auch Hähne in die großen Gruppen von Hühnern integriert werden müssen. Die Hähne bewirken nämlich, dass es unter den Hennen zu wesentlich weniger Aggressionen kommt. Eine Gruppe Biohennen ohne Hahn ist also schlechter dran als die gleiche Gruppe konventioneller Hühner mit Hahn. Allerdings ist der Hahn auch in der konventionellen Landwirtschaft keineswegs gesetzlich vorgeschrieben, sondern nur eine Übererfüllung der Normen durch verantwortungsvolle Viehhalter.
Das es letztlich auf den verantwortungsvollen Halter ankommt, ist keine Binsenweisheit. Jenseits der gesetzlichen Vorgaben ist es der Halter, der auch konventionelle Hühner glücklich machen kann, und auch ein Massen-Öko-Züchter kann sein Federvieh unglücklich machen.
Enttäuschte Aussteiger und erboste Tierschützer
Sehen Sie am Freitag, 14. Oktober 2011, 20.15 Uhr eine kontroverse Reportage von Sven Jaax. Er befragt Agrarwissenschaftler, ob die ökologische Freilandhaltung bei Hühnern und bei Schweinen eine Garantie für glücklichere Tiere ist und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Konventionelle Stallhaltung soll unter Aspekten des Tierschutzes sogar der ökologischen Haltung im Freien überlegen sein. In den neuen, artgerechteren Käfigen gehe es den Legehennen oft deutlich besser, als unter freiem Himmel.
"Glückliches Biotier?" fragt nach bei Gegnern und Unterstützern einer konventionellen Landwirtschaft, bei enttäuschten Aussteigern aus der Bio-Szene und erbosten Tierschützern. Wir treffen aber auch Visionäre, die ganz andere Formen der Tierhaltung entwickeln und so den Kompromiss suchen zwischen Tierschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz.
| Sehen Sie am Freitag, 14. Oktober 2011, 20.15 Uhr eine kontroverse Reportage von Sven Jaax. Er befragt Agrarwissenschaftler, ob die ökologische Freilandhaltung bei Hühnern und bei Schweinen eine Garantie für glücklichere Tiere ist und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis. Konventionelle Stallhaltung soll unter Aspekten des Tierschutzes sogar der ökologischen Haltung im Freien überlegen sein. In den neuen, artgerechteren Käfigen gehe es den Legehennen oft deutlich besser, als unter freiem Himmel. "Glückliches Biotier?" fragt nach bei Gegnern und Unterstützern einer konventionellen Landwirtschaft, bei enttäuschten Aussteigern aus der Bio-Szene und erbosten Tierschützern. Wir treffen aber auch Visionäre, die ganz andere Formen der Tierhaltung entwickeln und so den Kompromiss suchen zwischen Tierschutz, Umweltschutz und Verbraucherschutz. Sendedaten: Freitag, 14. Oktober 2011, 20.15 Uhr mehr zum Thema |