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Kulturzeit heute
21. Mai 2013
Moderation
Ernst A. Grandits
Sein kulturelles Interesse ging immer schon weit über den Fernsehbereich hinaus: "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit - und beiden die Kulturzeit", sagt Ernst A. Grandits.
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© dpa Lupe
Manuskripte, Notizen und Fotos dokumentieren Christoph Schlingensiefs Leben.
"In mir ist das Unsterbliche"
Christoph Schlingensiefs Autobiografie
"Ich weiß, ich war's", ist der Titel von Christoph Schlingensiefs Autobiografie. Er starb, bevor er sie zu Ende schreiben konnte. Seine Frau Aino Laberenz hat sie jetzt herausgebracht.
Es ist keine sentimentale Anekdoten-, sondern eine lebendige, gut gegliederte Materialsammlung, die wesentliche Punkte von Schlingensiefs widerspruchsvollem Denken in Erinnerung ruft. Die Trennung zwischen Kunst und Leben hat er ständig unterlaufen. "Theater darf nicht immer nur gespielter Wahnsinn sein, sondern muss auch mal gelebter Wahnsinn sein", sagt er. Wie anstrengend diese Gratwanderung war, kann man jetzt nachlesen. "In mir ist das Unsterbliche. Aber das Unsterbliche tötet mich", schrieb Schlingensief.

Das Buch besteht aus Mitschriften von Schlingensiefs letzten öffentlichen Auftritten und privaten Manuskripten, Notizen und Fotos, die Schlingensiefs Leben eindrücklich dokumentieren. Auch der Entwurf für einen gemeinsamen Film mit Oskar Röhler ist auf den letzten Seiten vollständig abgedruckt: eine Geschichte über einen Regisseur, der bald sterben muss und noch einen letzten Film drehen will. Zu der Autobiografie ist ein eindringliches Hörbuch erschienen, gesprochen von Martin Wuttke mit Sprachaufnahmen von Christoph Schlingensief. Die Wucht seiner Worte trifft den Leser und Hörer gleichermaßen - aber er bleibt uns auch mit seinem Grinsen im Gedächtnis.

Sendedaten
Kulturzeit: montags bis freitags,
um 19.20 Uhr
Buch
© Kiepenheuer & WitschLupeChristoph Schlingensief
"Ich weiß, ich war's"
Kiepenheuer & Witsch 2012
ISBN-13: 978-3462042429
ZDFmediathek
© apDer Beitrag von Benedikt Gondolf