Wissenschaftsdoku: Uralt und Blut-jung
Die Chance deutlich länger und gesünder zu leben
Auf kaum einem anderen Gebiet gibt es so viele Halbwahrheiten und Abzocke wie bei dem Versuch, das Altern aufzuhalten. Aber nun scheinen Forscher einen Jungbrunnen gefunden zu haben.
Bei Mäusen ist es bereits gelungen: Alte Tiere, die das Blut junger Mäuse gespritzt bekamen, wurden wieder jung. Die erste Studie an Menschen zeigt, dass sich eine beginnende Alzheimererkrankung mit der Gabe jungen Bluts deutlich abmildern lässt.

In den ersten Experimenten an der kalifornischen Stanford-University haben Wissenschaftler die Blutkreisläufe alter und junger Mäuse verbunden. Das junge Mäuseblut führte daraufhin zu erstaunlichen Effekten in den altersschwachen Tieren: Deren Muskeln wurden wieder straffer, das Fell weicher, die Leber aktiver. Aber vor allem veränderten sich die Gehirne: In den Lern- und Gedächtniszentren verdreifachte sich die Neubildung von Neuronen, die synaptische Verschaltung wurde wieder dynamisch, in Gedächtnis- und Orientierungstests waren die Alten wieder so fit wie die Jungen. Mittlerweile gelingt es, denselben Effekt mit einer Transfusion von menschlichem Blutplasma zu erzielen.

Die Wissenschaftler erklären sich die wundersame Verjüngung so: Unser Körper produziert in der Jugend Botenstoffe, die sich über das Blut verteilen und die Stammzellen in den Organen aktiv halten. Im Lauf des Lebens werden diese Blutfaktoren zunehmend reduziert, die Erneuerung der Stammzellen lahmt, die Organe altern: Der Körper schaltet sich sozusagen selbst ab.


Ein Film von Ingolf Baur
Auch wenn keiner der Forscher von Unsterblichkeit spricht – die Chance, dass der Mensch deutlich länger und gesünder leben kann, ist groß. Das Ziel der Forscher ist es, die Faktoren aus dem Blut zu fischen, die für die Verjüngung verantwortlich sind. Dann bräuchte es eines Tages keine aufwendigen Transfusionen mehr, eine Pille würde genügen.









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