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Wissenschaftsdoku: Wir Putzmuffel
Die neue Wisch-und-weg-Mentalität
Es herrscht große Putzmüdigkeit: Entweder wir lassen putzen oder verwenden eine Reihe aggressiver Spezialreiniger. Die Kulturtechnik des Saubermachens geht zunehmend verloren.
Wissenschaftler versuchen herauszufinden, was hinter der neuen Putzmüdigkeit steckt und warum wir zunehmend verlernen, welcher Schmutz sich mit welchen Hilfsmitteln entfernen lässt. Wie wir putzen zeigt, wer wir sind und wie sich unser Leben verändert.

Kleine Bildergeschichte
Putzen lernen als Teil der Ausbildung. Schüler der Berufsfachschule Neusäß in Bayern. Putzen lernen als Teil der Ausbildung. Schüler der Berufsfachschule Neusäß in Bayern.
Im Spülschwamm lauern die meisten Keime und Bakterien im Haushalt. Im Spülschwamm lauern die meisten Keime und Bakterien im Haushalt.
Outgesourct - Selbständige Reinigungskraft in Berlin. Outgesourct - Selbständige Reinigungskraft in Berlin.
Putztradition in Deutschland? Schild Kehrwoche aus dem Jahr 1890. Putztradition in Deutschland? Schild Kehrwoche aus dem Jahr 1890.

Effizienz - Pünktlichkeit - Sauberkeit
Solche Klischees schreiben wir Deutschen, Schweizer und Österreicher uns gerne auf die Fahne. Dabei ist es mit der Sauberkeit nicht mehr weit her. Im Berufsverband der Haushaltsführenden stellt man fest: "Putzen hat heute nicht mehr den Stellenwert, der angebracht ist." Es wird angenommen, dass jeder putzen könne, die Anerkennung für Reinigungskräfte sei entsprechend niedrig. Stattdessen gibt es eine "Wisch-und-weg-Mentalität" - statt gründlich zu putzen, setzt der moderne Mensch auf chemische Reiniger, die zumindest laut Werbeversprechen die Arbeit quasi von alleine machen - und das noch möglichst in wenigen Sekunden.

Keine Zeit, keine Lust - das sind die häufigsten Argumente für die wachsende Putzmüdigkeit in den Haushalten. Die ungeliebte Tätigkeit wird lieber ausgelagert, in den seltensten Fällen aber legal. Laut Schätzungen arbeiten über 70% der Reinigungskräfte in Privathaushalten schwarz – oft für einen Stundenlohn von 10 Euro. "Eine Putzkraft schwarz zu beschäftigen empfinden die meisten Deutschen immer noch als Kavaliersdelikt, dem Staat geht dadurch aber ein Wertschöpfungspotenzial von 7,4 Milliarden Euro jährlich verloren", sagt Haushaltswissenschaftlerin Uta Meier-Gräwe von der Universität Gießen. "Diese Summe entspricht dem jährlichen Haushaltsbudget des Bundesministeriums für Wirtschaft und Industrie." Durch ein Pilotprojekt in Heilbronn und Aalen soll die Schwarzarbeit jetzt abgebaut werden.

Ein Film von Claus U. Eckert
Die Wissenschaftsdoku behandelt ein ein Thema, das weit mehr ist, als eine lästige Alltagspflicht.



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