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Wissenschaftsdoku: Bio zwischen Wahn und Sinn
Mit Bio-Waren lassen sich gute Geschäfte machen
Verbraucher sind bereit, gut das Vierfache für Lebensmittel zu zahlen, wenn "Bio" drauf steht. Deshalb halten viele Wissenschaftler die in regelmäßigen Abständen auftauchenden Lebensmittelskandale nur für die Spitze eines riesigen Eisberges in Sachen Etikettierungsschwindel. So ist es kein Wunder, dass ausgerechnet zu Ostern das Angebot an Bioeiern viel größer ist als sonst im Jahr.

Statistisch ein großer Schwindel, der aber schwer zu beweisen ist
Mähdrescher bei der Ernte von Körnerfenchel Fenchelernte im Biosphärenreservat  Schorfheide
Fenchelernte im Biosphärenreservat Schorfheide
Wissenschaftler überall auf Welt suchen bereits seit Jahren nach verlässliche Tests. Sie forschen an Möglichkeiten, ökologische und konventionell hergestellte Lebensmittel sicher zu unterscheiden. Kein leichtes Vorhaben: Fast jedes Nahrungsmittel benötigt ein spezielles Testverfahren, weil sich die Unterschiede zwischen konventioneller und biologischer Landwirtschaft unterschiedlich bemerkbar machen. Lediglich den Pestizid-Rest im Lebensmittel messen genügt nicht, denn selbst biologisch angebaute Lebensmittel können Pestizide enthalten.

Desaster für die Ökobauern
Forschungsfeld Bioacker
Forschungsfeld Bioacker
Neueste Untersuchungen zu den Ausbreitungen zweier Unkrautvernichtungsmittel haben ergeben, dass der Wind sie kilometerweit befördert. Dies droht zum Desaster für die Ökobauern zu werden. Denn die Verbraucherschützer der EU wollen die Grenzwerte für Pestizide in Biowaren gen Null setzen. Was auf den ersten Blick als sinnvoller Verbraucherschutz erscheint, könnte dazu führen, dass viele Biobauern für die im konventionellen Landbau eingesetzten Chemikalien haftbar gemacht werden. Das wäre das Aus für die Bio-Landwirtschaft.

Umgang mit der Ressource Natur
Bio und konventionelles Schweinefleisch im Vergleich
Bio und konventionelles Schweinefleisch im Vergleich
Eine existenzielle Krise des Biolandbaus aber wäre fatal, denn der eigentliche Vorteil des Bioanbaus liegt nicht im gesünderen Produkt sondern im schonenderen Umgang mit der Ressource Natur. Die Umweltschäden durch den konventionellen Anbau sind gravierend und müssen dringend angegangen werden: Pestizide, die als endokrin aktive Substanzen mit immer mehr Krankheiten in Verbindung gebracht werden (Alzheimer, Brustkrebs, Diabetes, Parkinson, etc.) und auch Bienen - und Hummelvölker bedrohen; Antibiotika aus der Massentierhaltung, die inzwischen nicht nur im Fleisch sondern auch im Grundwasser nachzuweisen sind; Düngemittel, die der Regen in Flüsse, Seen und die Meere spült und in deren Folge dort Arten sterben und Trinkwasser ungenießbar wird; und eine rein auf Ertrag ausgerichtete Tierhaltung, die keineswegs artgerecht ist.



Unterschiede zwischen biologisch und konventionell angebauten Lebensmitteln
Gehalt an Antioxidantien wie Polyphenolen in Feldfrüchten 18 bis 69 Prozent höher bei biologischen Lebensmitteln
Gehalt an Kadmium (toxisches Schwermetall) in Feldfrüchten fast 50 Prozent tiefer bei biologischen Lebensmitteln
Gehalt an Nitrat 30 Prozent tiefer bei biologischen Lebensmitteln
Gehalt an Nitrit 87 Prozent tiefer bei biologischen Lebensmitteln
Wahrscheinlichkeit von Pesitzidrückständen viermal so hoch bei konventionellen Lebensmitteln
Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in Biomilch und Biofleisch um 50 Prozent höher als in konventionellen Produkten
Anteil an Eisen, Vitamin E, Carotinoiden ist in Biomilch leicht höher
Gehalt an Jod in der konventionellen Milch um 74 Prozent höher



Ein Film von Torsten Mehltretter
Die Wissenschaftsdoku zeigt die aktuellen Forschungsergebnisse im Streben um die Nachweise der Lebensmittelqualität. Mit Flügen und großen Aufnahmen aus der Erntezeit skizzieren wir die faktischen Unterschiede zwischen biologischem und konventionellem Anbau.




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