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Wenn sich Zeugen an den Tathergang erinnern, trügt ihr Gedächtnis erstaunlich häufig.
Wissenschaftsdoku: Das getäuschte Gedächtnis
Falsche Erinnerungen vor Gericht
Nicht alles, woran wir uns erinnern, ist wahr. Manche Erinnerungen gaukeln uns Ereignisse vor, die anders oder gar nicht stattgefunden haben. Und das kann gerade vor Gericht böse Folgen haben.
Die "falschen Erinnerungen" lassen Augenzeugen Verdächtige identifizieren, die sie nie getroffen haben. Sie schaffen Opfer sexueller Gewalt, wo es gar kein Verbrechen gab. Und sie können unschuldige Menschen glauben machen, dass sie selbst zum Gewaltverbrecher wurden.

Unser Rechtsystem kennt nur eine Wahrheit
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Julia Shaw forscht
zu falschen Geständnissen
Nur eine Version der Realität bleibt nach dem Richterspruch bestehen. Welche Version das ist, wird oft durch Erinnerungen bestimmt. Dabei stößt das Gedächtnis auf eine ganze Reihe von Hindernissen, die einzelne Erinnerungen verändern oder komplett neu entstehen lassen können. Die Zeit, die zwischen Verbrechen und Verhandlung verstreicht, der Druck der Ermittler auf einen Zeugen oder die Kraft des kollektiven Gedächtnisses einer ganzen Gesellschaft - das alles entfaltet seine jeweils eigene Wirkung. Diesen Einflüssen kann jeder ausgesetzt sein - auch jenseits des Gerichtssaals.

Elizabeth Loftus ist eine der bedeutendsten Psychologinnen des 20. Jahrhunderts. Sie hat die Forschung zum menschlichen Gedächtnis geprägt und war in über 250 Gerichtsverfahren Gutachterin zur Glaubwürdigkeit von Zeugenerinnerungen. Max Steller gilt als einer der einflussreichsten Rechtspsychologen Deutschlands. Vor allem sein Gutachten bei den Wormser Prozessen in den 1990er Jahren sorgte für großen Wirbel. Julia Shaw ist der Shootingstar der Erinnerungsforschung. Sie hat es geschafft, Probanden die Erinnerung an Straftaten einzupflanzen, die sie nie begangen haben.

Ein Film von Hendrik Löbbert und Klaus Neumann
Die Wissenschaftsdoku ergründet, unter welchen Bedingungen falsche Erinnerungen entstehen. Entlang realer Fälle zeigt der Film, wie folgenschwer diese Scheinerinnerungen vor Gericht sein können - für Angeklagte und Kläger. Wir arbeiten mit führenden Gedächtnisforschern, Neurologen und Rechtspsychologen den Stand der Forschung heraus und fragen: Was geschieht dabei in unserem Gehirn? Wie können unsere Gerichte falsche Erinnerungen erkennen? Und wie können wir die Entstehung von Scheinerinnerungen am besten vermeiden? Der Zuschauer erfährt in mehreren Experimenten auch am eigenen Leib, wie leicht falsche Erinnerungen entstehen können.






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Das Gedächtnis
Bei Erinnerungen an Erlebtes sind im Gehirn zum großen Teil dieselben Areale aktiv wie beim Abspeichern dieser Erlebnisse - so der Sehsinn für visuelle Erinnerungen.