Atombombenexplosion © dpa
Die Explosion der ersten Atombombe als Einstieg in ein neues Zeitalter.
Die Explosion der ersten Atombombe als Einstieg in ein neues Zeitalter.
Wissenschaftsdoku: Das Erdzeitalter des Menschen
Der Mensch schafft sich seine Welt
Ein Erdzeitalter geht zu Ende: das Holozän. An seine Stelle tritt etwas völlig Neues: das Anthropozän. Ein Zeitalter, in dem der Mensch das Antlitz der Erde stärker verändert als alle anderen natürlichen Prozesse.
Wir Menschen brauchten nur wenige Jahrtausende, um zu lernen, auf der Erde zu überleben. Dann zähmten wir die Natur. Seitdem sind wir so mächtig geworden, dass wir die natürlichen Prozesse für immer verändern.

Die von Menschenhand gemachte Emission von Treibhausgasen, die Übersäuerung der Ozeane, die Ausbeutung von Ressourcen sowie die Versiegelung von Flächen verändern das Aussehen der Erde für immer. Geologen mit dem Fachgebiet der Stratigraphie (Schichtenkunde) beobachten, dass die Kombination von Artensterben, weltweiter Artenwanderung und der verbreiteten Verdrängung natürlicher Vegetation durch landwirtschaftliche Monokulturen ein auch in der Zukunft unmissverständliches Merkmal unserer Zeit darstellt.

Kleine Bildergeschichte
© Paprika Films, Wild Touch Productions Molle
© Paprika Films, Wild Touch Productions Molle
© Paprika Films, Wild Touch Productions Molle

Mit dem Klimawandel auseinandersetzen
Wenn wir nicht länger leugnen, dass unser Handeln Einfluss auf zukünftiges Leben auf diesem Planeten hat, können wir uns endlich mit den Auswirkungen beschäftigen. Schon früher mussten sich menschliche Gesellschaften mit Klimawandel auseinandersetzen. Den hatten sie zwar nicht selbst verursacht, aber dennoch mussten sie darauf reagieren, sich anpassen oder untergehen. Wie sind die Mayas, die Wikinger mit den sich verändernden Bedingungen umgegangen, was können wir heute daraus lernen?

Die geologischen Spuren des Menschen
Eine von der Internationalen Stratigraphischen Kommission (ICS) eingesetzte Expertengruppe hat sich die klimatischen, biologischen und geochemischen Fußabdrücke des Menschen in Sediment- und Eis-Bohrkernen angesehen. Darin lässt sich das Anthropozän, das irgendwann Mitte des 20. Jahrhunderts begonnen hat, eindeutig unterscheiden von vorangegangenen Erdzeitaltern. Und die geologischen Spuren des Menschen werden noch in Jahrmillionen zu finden sein. Die führenden Geologen sind Ende August 2016 in Südafrika zum 35. Internationalen Geologischen Kongress (IGC) zusammengekommen, um das Anthropozän offiziell auszurufen.

Geologen teilen die Erdgeschichte in verschiedene Zeitalter ein
© Paprika Films, Wild Touch Productions Molle
VideoVideo
nano-Beitrag
Wir hinterlassen Spuren
Demnach lebt die Menschheit derzeit im Holozän, das vor 12.000 Jahren nach dem Ende der letzten Eiszeit begann. Zu den Veränderungen durch den Menschen zählten neben dem Klimawandel die großräumigen Veränderungen der Kreisläufe etwa von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor, die Verbreitung von Plastik, Aluminium, Beton-Partikeln, Flugasche und radioaktivem Fallout sowie die beispiellose globale Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten. Viele dieser Veränderungen sind geologisch dauerhaft und manche sind praktisch unumkehrbar.

Ein Film von Julien Goetz und Ismael Khelifa
Die Wissenschaftsdoku zeigt, wie wir die Erde verändern und dass wir es dennoch in der Hand haben, unser Handeln zu ändern.




Navigation / Sendung
Wissenschaftsdoku
Immer donnerstags um 20.15 Uhr
Wissenschaft am Donnerstag
© reutersscobel: Klimafrust
International wird Deutschland bislang eine Führungsrolle im Klimaschutz zugeschrieben. Damit ist vielleicht bald Schluss.
Service
Der Sprechertext der Doku als PDF.
Glossar
Anthropozän
Der Mensch hat die Umwelt so beeinflusst, dass er Erdgeschichte schreibt. Das meinen einige Forscher und haben darum die Epoche des Anthropozäns ausgerufen.