Medikamentendosen
Ganze DokuGanze Doku
VIDEO: Die ganze Wissenschaftsdoku "Deutschland dopt" in der Mediathek.
Wissenschaftsdoku: Deutschland dopt
600.000 Hobbyathleten nutzen verbotene Substanzen
Dopingkontrollen der Nationalen Anti Doping Agentur NADA auf Amateursport-veranstaltungen haben ergeben: Nachgeholfen wird mittlerweile in allen Sportarten, Altersgruppen und Bildungsschichten.
Doping ist kein exklusives Phänomen des Leistungssports mehr, es hält immer mehr Einzug in den Freizeitsport. Wissenschaftliche Schätzungen gehen davon aus, dass von 11 Millionen deutschen Breitensportlern knapp 10 Prozent zu leistungssteigernden Mitteln greifen.

Doping war noch nie so einfach wie heute
geballte Faust
VideoVideo
nano-Beitrag
Auch Freizeitsportler dopen
Das ist einer der Gründe, warum die NADA 2016 die Aufklärungsarbeit über Dopingmissbrauch als Hauptaufgabe auf ihre Agenda gesetzt hat. Vom Asthmaspray über Schmerzmittel wie Ibuprofen bis hin zu anabolen Steroiden, die man aus der Tierzucht kennt, die Hemmschwelle für die Einnahme von Dopingmitteln im Breitensport ist niedrig.

Es reichen ein paar Klicks und schon landet man auf einschlägigen Sportlerforen, auf denen offen über Doping gesprochen wird. Und Breitensport-Doping ist das neue Geschäftsfeld für Kriminelle: In einer Pressekonferenz verkündet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am 11. April 2016: "Die Menge der sichergestellten Tabletten hat sich im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr vervierfacht!".

Die Amateur-Doper werden immer jünger
Auch im Jugend- und Schulsport wird mit leistungssteigernden Substanzen nachgeholfen. Der sorglose Einsatz von Husten- und Schmerzmitteln kurz vor Wettkämpfen nimmt stetig zu. Dabei sind einige Mittel aus der Hausapotheke, wie z.B. "Wick MediNait", auf Wettkämpfen verboten. Noch dazu bringen die Doping-Substanzen häufig ein erhebliches gesundheitliches Risiko mit sich.

Eines der renommierten Dopinganalyselabore weltweit ist das Institut für Dopinganalytik in Kreischa. Hier untersuchen Detlef Thieme und seine Mitarbeiter Dopingproben von Profis und Amateursportlern aus der ganzen Welt. Bei Freizeitsportlern hoch im Kurs stehen derzeit sogenannte "ECA-Stacks", eine Kombination aus den Wirkstoffen Ephedrin, Koffein und ASS, letzteres ist bekannt unter dem Namen Aspirin. Bei der Einnahme wird der Körper in eine Art Panikzustand versetzt, um kurzfristig eine intensive Leistung abrufen zu können. Andere Funktionen, wie beispielsweise die Verdauung, werden runter gefahren zugunsten der Leistungsbereitstellung. Die Nebenwirkungen sind enorm und reichen von Bluthochdruck, Zittern sowie Appetit- und Schlaflosigkeit bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Ein Film von Johan von Mirbach
Wie genau läuft Doping im Breitensport ab und was sind die Gründe für eine Dopingkarriere? Welche gesundheitlichen Folgen sind zu erwarten? Was muss sich in unserer Gesetzgebung, vor allem aber in unserer Gesellschaft ändern, damit der Freizeitsport wieder sauber wird? Der Reporter Johan von Mirbach begibt sich auf eine Recherche-Reise quer durch Deutschland und such nach Antworten auf diese Fragen. Er spricht mit ehemaligen und aktuellen Dopern aus dem Freizeitsport, mit NADA-Vertretern sowie mit Wissenschaftlern und Doping-Fahndern.



Gängige Dopingmittel im Breitensport
<b>Anabolika</b> © dpa
Artikel
Anabolika
<b>Ephedrin</b> © ap
Artikel
Ephedrin
<b>Epo</b> © reuters
Artikel
Epo





Navigation / Sendung
Wissenschaftsdoku
Immer donnerstags um 20.15 Uhr
Wissenschaft am Donnerstag
scobel: Erfolg durch Doping
Das Limit ist im Spitzensport erreicht. Das sagen nicht nur die Berufssportler, sondern auch Wissenschaftler.
Service
Sprechertext der Doku als PDF
Glossar
Doping
Es gibt zahlreiche Doping-Substanzen, die alles eins gemeinsam haben: Sie steigern die Leistung, haben in der Regel Nebenwirkungen und lassen sich schwer nachweisen.