wissenschaftsdoku
Kalender
Dezember 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
06
Smart Living
Wie clever ist die Zukunft?
Wir leben in einer smarten Welt. Intelligente Geräte sollen uns im Alltag aktiv unterstützen: zu Hause, im Auto, am Flughafen. Schleichend übernehmen Geräte das Regiment. Ist das wirklich schlau?
Stimmt es, dass man in ein Smart Home einbrechen kann, ohne Spuren zu hinterlassen? Dass Hacker sich in die Netzwerke im Auto oder Flugzeug einklinken und diese manipulieren können? Welche Gefahren drohen aus dieser neuen, smarten Welt?

Manipulierbarkeit von Flughäfen
Selbst Flughäfen sollen manipulierbar sein. Sie verwenden ein ADS-B genanntes System, um das Verkehrsaufkommen zu regeln. Per Funk meldet jedes Gefährt über einen Transponder seinen Standort, auf wenige Meter genau. Jeder kann diese Daten abhören, sogar offiziell im Internet ansehen. Sebastian Strobl, IT-Sicherheitsexperte zeigt auf, wie man dieses System ohne große Anstrengungen kollabieren lassen kann: Es ist möglich, zusätzlich Datenpakete einzuschleusen, so dass für den Tower das Verkehrsaufkommen nicht mehr zu regeln ist, weil die Lotsen nicht unterscheiden können, wer echter Verkehrsteilnehmer ist und wer erfunden ist. "Technisch ist es nur ein kleiner Schritt etwas zu senden, nachdem die Pakete nicht verschlüsselt sind, und das Equipment frei verfügbar ist, das einzige was mich jetzt daran hindert, Pakete zu senden, die auch eine Ground Station entsprechend interpretieren würde, ist, dass es Gesetze und Regulierungen gibt, die mir das verbieten", so Sebastian Strobl.

Der digitale Butler
Verglichen damit hat die Manipulation von Smart Homes eine weitaus geringere Tragweite. Smart Homes der neuesten Generation: Die Heizung lässt sich aus der Ferne bedienen, bzw. schaltet automatisch ab, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt. Sensoren überwachen Temperaturen außen und innen, regulieren individuelle Wohlfühltemperaturen für verschiedene Zonen im Haus, sogar die Wettervorhersage wird einbezogen. Das Smart Home erkennt, wer das Haus betritt, stellt die Lichtverhältnisse um, schaltet die Lieblingsmusik ein. Eine Art digitaler Butler. Der Nachteil: alle Geräte kommunizieren miteinander und das oft ungefiltert. Das heißt, wer einen Weg findet, sich in diese Datenautobahn einzuklinken, kann die "Gespräche" verfolgen und irgendwann "mitreden".

Lenken, Beschleunigen, Bremsen - fremdgesteuert?
Viele Funkschlösser beispielsweise gaukeln Sicherheit durch biometrische Verschlusssysteme vor. Daumenabdruck oder Gesichtsphysiognomie sind tatsächlich einzigartig. Aber Kamera und Co. müssen die Daten erst einmal an den Verschließmechanismus schicken. Fällt der Strom aus, funktioniert nichts mehr. Und: Wer sich in diese Kommunikation einhackt, kann einbrechen, ohne Spuren zu hinterlassen. Der Nachweis liegt beim Geschädigten. Wie einfach ist es, ein Funkschloss zu überlisten? Auch in einem modernen Auto gibt es kaum noch einen Vorgang, der nicht elektronisch geregelt wird: Lenken, Beschleunigen, Bremsen. Aber auch Fensterheber, Außenspiegel etc. sind elektrisch. Diese Netzwerke kann man angreifen - und zwar heute schon, nicht erst beim vollautonomen Fahren. Ebenso im Flugzeug: Eine Menge Daten gehen zwischen Flugzeug, Satelliten und Tower hin und her. Hacker behaupten, dass man über das bordeigene Entertainment System diese Kommunikation stören und so das Flugverhalten manipulieren kann.

Die vernetze Welt ist die Zukunft. Wie bei jeder technischen Innovation gibt es Vorreiter, die bereit sind, Neues auszuprobieren. Machen Hersteller und Dienstleister den Kunden zum Tester? Und wer übernimmt die Verantwortung in Sachen Sicherheit?

Sendedaten
28.04.2016, 20.15 Uhr
Navigation
Mediathek
VideoDie Sendung "Smart Living - Wie clever ist die Zukunft?" ansehen
scobel
© dpa
nano