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Risiko Fracking
48.000 Bohrungen wären nötig, um das deutsche Schiefergasvorkommen zu erschließen. Alle drei Kilometer ein Bohrloch, um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern? Die amerikanische Schiefergas-Revolution steht für brennendes Wasser und Umweltzerstörung. Doch Fracking hat den USA einen Wirtschaftsboom und weitgehende Energie-Unabhängigkeit beschert.
Nun soll Fracking auch in Deutschland unter Auflagen erlaubt werden. Die Bundesregierung hat am ersten April 2015 ein Gesetzespaket gebilligt, das durch umfangreiche Änderungen Wasser-, Naturschutz- und bergrechtlicher Vorschriften ab 2016 einen rechtlichen Rahmen für Fracking in Deutschland schaffen und eine Erprobung der umstrittenen Technologie ermöglichen soll.

Schwere Schäden für das Grundwasser drohen
Umweltverbände sprechen von einem Fracking-Ermöglichungsgesetz, die Industrie hingegen von einem Fracking-Verhinderungsgesetz. Als besonders kritisch sehen Umweltverbände die geplante Unterscheidung zwischen der Ausbeutung von Erdgasvorkommen aus Schiefergestein und Kohleflözen einerseits und Erdöl- und Gasvorkommen aus Sandstein ("Tight Gas") andererseits. Die Methode, mit der Gas oder Öl aus dem Gestein gelöst werden, unterscheidet sich in beiden Fällen nicht.

Beim "Tight Gas" muss zwar weniger giftige Frackflüssigkeit in den Boden gepresst werden, aber bei einem Störfall drohen auch hier schwere Schäden für das Grundwasser. Das Gesetzespaket will nur die Ausbeutung von Schiefer- und Kohleflözgas ("unkonventionelle Lagerstätten") gesetzlich regeln. Die "Tight Gas"-Vorkommen" werden im Gesetzespaket zu konventionellen Lagerstätten erklärt, die in weiten Teilen nach den bisherigen Regeln ohne eingehende Prüfungen und Einbindung der Bevölkerung ausgebeutet werden dürfen.

Mehr Energiesicherheit in Kisenzeiten
Um die Energiesicherheit besorgte Politiker in Europa unterstützen die Technologie angesichts der aktuellen Krisenherde. Wird Fracking also auch in Deutschland einen Boom erleben? Gibt es wirklich umweltfreundliche Bohr-Flüssigkeiten, wie die Industrie behauptet? Welche geopolitischen Konsequenzen hat die Methode für das globale Machtgefüge? Und: Lohnt sich Fracking angesichts der sinkenden Öl- und Gaspreise überhaupt? Beim G7-Treffen in Elmau kündigte die Bundeskanzlerin das Ende des Kohlezeitalters an - wie passt die Erprobung der Fracking-Technologie dazu?

Die Wissenschaftsdoku durchleuchtet die Technologie anhand neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse und erläutert die geopolitischen Interessen der Energieproduzenten. Animationen erklären das technische Verfahren und sein Potenzial.

Sendedaten
19.11.2015, 20.15 Uhr
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© pr Peggy Greb