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Früher Kampf ins Leben
In Deutschland sind sieben von 100 Neugeborenen Frühgeburten. Und es werden mehr, denn die Risikofaktoren nehmen zu: Immer mehr Frauen entscheiden sich erst spät für Kinder und die Zahl der künstlichen Befruchtungen steigt. Dabei kommt es nicht nur häufiger zu Mehrlingsgeburten, die früher als geplant das Licht der Welt erblicken.
Eine künstliche Befruchtung verdoppelt das Risiko auf Fehl- und Frühgeburt. Bei Neugeborenen unter der 37. Schwangerschaftswoche sprechen Mediziner von einer Frühgeburt. Ganz besonders schwer jedoch ist der Start ins Leben für die so genannten "extremen Frühchen": Kinder, die nicht älter als 26 Wochen sind. Manche von ihnen wiegen weniger als 500 Gramm. Extreme Frühchen tragen ein erhöhtes Risiko für Missbildungen: Es kann zu geistigen Beeinträchtigungen kommen, zu Lähmungen, Probleme mit Lungen- und Magen-Darm-Trakt sowie eingeschränktes Seh- und Hörvermögen.

Zwischen medizinisch Machbarem und ethisch Vertretbarem
Doch immer häufiger gelingt es den Medizinern, diesen Kindern nicht nur das Leben zu retten, sondern ihnen die Hoffnung auf eine gute Lebensqualität zu geben. Forschung und klinische Medizin tasten sich näher an den Menschen im Grenzbereich zwischen Zeugung und Reife heran. Angela Kribs, Neonatologin an der Universitätsklinik Köln: "Je mehr wir über die Entwicklung dieser kleinsten Kinder wissen, umso mehr lernen wir und umso mehr profitieren die etwas älteren Kinder davon bei unserer medizinischen Behandlung." Doch die Frühchenbehandlung bleibt ein heikles Thema in Europa, die Ärzte sind sich nicht einig, ab wann es sinnvoll ist, Leben um jeden Preis zu erhalten.

Es gibt unterschiedliche Richtlinien: In Deutschland sind Mediziner gesetzlich verpflichtet, Leben ab 24 Wochen zu erhalten. Darunter arbeiten sie in einer rechtlichen Grauzone und es liegt in ihrem Ermessen, ob sie die winzigen Wesen mit allen Mitteln am Leben halten. Ähnlich handeln Ärzte in Österreich. In der Schweiz, in Frankreich und in den Niederlanden werden extreme Frühchen dagegen nur selten vor 25 Wochen am Leben gehalten.

Die Wissenschaftsdoku begleitet extreme Frühgeburten in Deutschland, Österreich und Japan und benennt die medizinischen und ethischen Gründe für die unterschiedlichen Herangehensweisen.

Sendedaten
08.01.2015, 20.15 Uhr
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