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Lupe
Relevant für unsere Entwicklung und Gesundheit
Thema zur Sendung "Neues aus dem Reich der Mitte: Der Darm"
Eine vielfältige Darmflora ist wichtig, denn sie schützt den Körper vor Krankheiten. Aber auch der Darm selbst kann sich gegen Feinde wehren: Er produziert so genannte Makrophagen, die Erreger auffressen.
Die kleinen Helfer sind eng mit dem Immunsystem verbunden und geben Rückmeldung, wenn sich Feinde im Darm befinden. Denn um den Darm zieht sich ein Geflecht von Nerven, insgesamt über 100 Millionen Zellen. Nach Gehirn und Rückenmark stellt das so genannte Enterische Nervensystem die größte Ansammlung von Nervenzellen im menschlichen Körper dar. Es arbeitet völlig autonom, ständig werden Informationen ans Großhirn gesendet, unbewusst. Umgekehrt sendet das Großhirn selbst aber nur wenige Informationen an den Bauch. Die Frage ist, ob der Darm nur Entscheidungen in Zusammenhang mit der Verdauung trifft, oder ob sein Einfluss weiter reicht. In Irland arbeiten Forscher an der Frage, ob der Darm das Gehirn beeinflusst.

Lupe
John Cryan, Neurowissenschaftler University College Cork:
"Wir finden bei Patienten mit Reizdarmsyndrom, dass sie ein signifikantes Defizit im hippocampischen Lernen haben. Das heißt, die Fähigkeit Objekte auseinanderzuhalten ist beeinflusst. Der Hippocampus ist ein wichtiger Teil des Gehirns der für die Erinnerung verantwortlich ist. Vielleicht kontrolliert der Darm das Gehirn auf eine Art, die wir noch nicht verstehen. Das Mikrobiom kann einen Einfluss auf alle Arten von Krankheiten haben. Wir sehen das bei Fettleibigkeit über Gehirn-Funktionen bis hin zu Immunaktivität und Infektionen."

Einfluss auf Entwicklung des Hirns
Und die Besiedlung des Darmes beginnt nach neuesten Erkenntnissen bereits im Mutterleib. Bei der Geburt und beim Stillen kommen weitere Mikroben hinzu. In den ersten Lebensjahren wird die Darmgemeinschaft, das Mikrobiom festgelegt. Doch nicht jedes Kind wird auf natürlichem Wege entbunden.

John Cryan, Neurowissenschaftler University College Cork:
"Wir wissen, dass die Gehirn Entwicklung entscheidend vom Mikrobiom mitbestimmt wird. Wenn wir das Mikrobiom im Tierexperiment wegnehmen, entwickeln die Tiere Defizite im Sozialverhalten. Diese Defizite sind ähnlich wie bei Autismus, was bedeutet, dass das Mikrobiom in der Frühkindlichen Entwicklung vielleicht eine wichtige Rolle spielt, in der Entwicklung von Nervenerkrankungen und speziell beim Sozialverhalten."

Unser Bauch kann uns und unser Denken beeinflussen, bis hin zur Entwicklung des Gehirns. Vor allem wenn falsche Mikroben in uns toben. Deshalb ist es noch wichtiger als bisher gedacht, schlechte Bakterien schnellstens los zu werden.

Sendedaten
06.04.2016, 20.15 Uhr

Erstsendung: 13.02.2014
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