Lupe
Primzahlen sind relevant
Thema zur Sendung "Die Code-Knacker"
Das Mysterium der Primzahlen mag für Mathematiker ein quälendes Problem sein. In unserer "normalen Welt" sind diese Zahlen von immenser Bedeutung. Allein sie machen elektronischen Zahlungsverkehr erst möglich. Manche Primzahlen-Codes sind über 150 Ziffern lang.
Sogar mit einem Supercomputer ist es schwer, solche Zahlen zu finden. Und doch verwendet sie jeder, der auch nur einmal seine EC Karte in ein Lesegerät im Supermarkt steckt oder den Bezahl-Button in einem Online-Laden anklickt. In diesem Moment verschlüsseln riesige Primzahlen die Kreditkartennummer und schicken sie sicher an den Verkäufer. Auch bei der Verschlüsselung von Regierungsinformationen oder Militärdaten sind Primzahlen im Spiel.

Keine Auswirkungen auf die Datensicherheit
Lupe
Könnte das bedeuten, dass die Lösung des Riemann-Problems Auswirkungen auf die weltweite Datensicherheit hätte? Mathematiker sind sich sicher, dass das nicht der Fall wäre, da die Riemann Hypothese nicht unmittelbar auf Primzahlen schließen lässt.

Nach den Misserfolgen von Nash und anderen hielten sich Mathematiker fern von der Riemann Hypothese. In den 1960ern nahm Louis de Branges den Kampf wieder auf. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen, ist er überzeugt, dass sich die Riemannsche Vermutung beweisen lässt.

Im Zuge seiner Forschungen begann de Branges an eine Verbindung von Primzahlen und der Welt der Atome und kleinsten Teilchen zu glauben. De Branges Vermutung, dass der subatomare Raum etwas mit Riemanns Nullstellen zu tun hat, sollte schon bald belegt werden, durch einen Zufall.

Energiezustände von schweren Atomteilchen
Eine Tasse Tee sollte zwei Wissenschaftler der Lösung näher bringen. Bei einem Wissenschaftsmeeting in Princeton im Jahr 1972 kamen ein Physiker und ein Mathematiker ins Gespräch. Ein Zusammentreffen, das das Misstrauen der Mathematik gegenüber Riemanns Vermutung beenden sollte.

Der Physiker Freeman Dyson, einer der führenden Köpfe im Bereich subatomarer Teilchen, machte eine Teepause. Er begann ein Gespräch mit dem Mathematiker Hugh L. Montgomery. Sein Themengebiet: Riemanns Zeta-Funktion.

Lupe
Freeman Dyson, Emeritus, Institute for Advanced Study, School of Natural Sciences, Princeton USA:
"Irgendwann fing er in diesem Teezimmer an, von den Nullstellen der Zeta-Funktion zu erzählen, für die ich mich ebenfalls interessierte, aber sie noch nie erforscht hatte. Und dass er eine Funktion gefunden habe, die die Lage der Punkte zueinander beschreibt."

Genau diese Funktion beschreibt in der Physik die Energiezustände von schweren Atomteilchen wie zum Beispiel Uran. Das kleine Zusammentreffen brachte den Beweis, dass Primzahlen tatsächlich eine Relevanz in der Natur besitzen.

Sendedaten
16.08.2012, 20.15 Uhr
Navigation
Mediathek