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Verhaltensforschung für Roboter
Thema zur Sendung "Bedingungslos gehorsam"
Das Georgia Institute of Technology gehört zu den Universitäten, die eng mit dem Pentagon zusammenarbeiten. Ronald Arkin entwickelt dort auch im Auftrag des Militärs immer intelligenter agierende Maschinen. Roboter sollen lernen, menschliche Verhaltensmuster einzuschätzen.
Militärtechnologen sind sehr an dieser "Verhaltensforschung" für Roboter interessiert.

Ronald Arkin, Robotiker:
"Menschen verhalten sich nicht besonders gut auf dem Schlachtfeld. Denn dort erleben sie Situationen, die dem menschlichen Design und Funktionsumfang nicht entsprechen. Das immer schnellere Tempo und die immer größer werdende Schlagkraft moderner Waffensysteme machen menschliche Überlegungen und Abwägungen fast bedeutungslos, weil Menschen gar nicht mehr die Zeit haben, ein gutes Ziel auszuwählen. Deswegen wird Autonomie und Entscheidungsbefugnis immer mehr an die Technik selbst übertragen."

Sind Roboter die besseren Soldaten?
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Treffen Roboter auf dem Schlachtfeld wirklich die richtigen, vielleicht sogar die besseren Entscheidungen? Der Völkerrechtler Claus Kress versucht zu verstehen, welche Faktoren für Fehlentscheidungen von Soldaten verantwortlich sind.

Claus Kress, Völkerrechtler:
"Natürlich ist es so, das lehrt die empirische Forschung auf diesem Gebiet, dass es emotionale Faktoren sind, dass es Fragen sind wie Wut, wie Stress, aber auch schlicht menschliche Unzulänglichkeiten bei der Verarbeitung einer Fülle von Information in einer kritischen Situation, die selbst beim besten Willen des betreffenden Kämpfers dazu führen, dass am Ende konfliktsvölkerrechtliche Regeln nicht beachtet werden."

Könnten Roboter sogar die besseren Soldaten sein? Peter Singer von der Brookings Institution in Washington warnt vor solchen Rückschlüssen.

Peter W. Singer:
"Angesichts des Soldaten, der in Afghanistan durchgedreht ist und Zivilisten getötet hat, denken wir mit dem stimmt was nicht. Er muss durchgedreht sein, wenn er in dieser Weise Kinder tötet. Wir reagieren darauf emotional. Ein Roboter hat keine Gefühle. Für ihn gibt es keinen Unterschied zwischen einer 80 jährigen Frau im Rollstuhl und einem Panzer. Beides sind Nullen und Einsen. Abhängig von seiner Programmierung wird der Roboter beide angreifen oder nur einen von beiden. Gefühle wird er in keinem Fall haben. Wir sollten also nicht glauben dass Roboter immer schlecht sind, oder immer gut. Sie sind ein Werkzeug, ein sehr mächtiges Werkzeug."

Gleiches Recht für alle?
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Schon heute nehmen sich die USA das Recht heraus, auch außerhalb der Kriegsgebiete zu töten. Ohne, dass unmittelbare Gefahr besteht, ohne Transparenz und Kontrolle. Wo liegen die Grenzen dieses Tötens? Gilt hier "gleiches Recht für alle"? Droht uns ein neuer kalter Krieg, ein Wettrüsten von Tötungsrobotern?

Pardiss Kebriaei, Menschenrechtsanwältin:
"Ich glaube es gibt mittlerweile 40 oder 50 Länder auf dieser Welt die Drohnentechnologie bereits besitzen oder sie gerade anschaffen. Und wenn die USA einseitig auf dem Recht bestehen, diese Drohnen außerhalb Afghanistans und in Ländern einzusetzen mit denen sie sich nicht im Krieg befinden, dann muss man sich nur vorstellen was passiert wenn China, Russland oder irgendein anderes Land mit der Technologie sich das gleiche Recht herausnimmt. Dann haben wir Chaos. Dutzende Länder könnten Drohnen in andere Länder schicken und Menschen töten, die sie für eine Bedrohung halten."

Sendedaten
04.06.2013, 21.45 Uhr

Erstsendung: 03.05.2012
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