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Roboter zu Lande, zu Wasser und in der Luft
Thema zur Sendung "Bedingungslos gehorsam"
Tel Aviv ist ein Zentrum der israelischen Rüstungsindustrie. Hier wird alles gebaut, was das kleine Land zur eigenen braucht - aber auch exportiert. Hier werden Piloten der deutschen Luftwaffe von israelischen Spezialisten an einem Verkaufsschlager ausgebildet: der Aufklärungsdrohne Heron Eins.
Die Bundeswehr hat für 110 Mio. Euro drei israelische Aufklärungsdrohnen für den Afghanistaneinsatz geleast. Die Drohne ist voll gestopft mit Spionage- und Aufklärungstechnik. Der weitgehend automatisch fliegende Roboter soll über Afghanistan Informationen beschaffen. Die Luftwaffenpiloten, die sonst im Cockpit sitzen, lernen die Daten zu interpretieren und weiterzuleiten. Das Ziel: der verbesserte Schutz der eigenen Soldaten.

Man muss kein Pilot sein
Heron Eins zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad aus. Start und Landung und eine vorher eingegebene Flugroute absolviert die Drohne selbst bei schlechtestem Wetter automatisch. So soll der Mensch Zeit gewinnen, die Informationen des Roboters zu interpretieren. Denn die Schwachstelle ist oft nicht die Maschine, sondern der Mensch.

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Man muss kein Pilot sein, um Heron Eins zu fliegen. Manche Streitkräfte setzen auch Bodenpersonal an die Steuerhebel. Denn wegen der weit reichenden Automatisierung lässt sich die Drohne steuern wie ein komplexes Computerspiel. Die Luftwaffe setzt bei Drohnen-Missionen allerdings nur auf erfahrene Piloten. Sie sind zwar für den Job überqualifiziert, aber sie haben ihr Einfühlungsvermögen, im Idealfall, bereits bewiesen. Die Aufklärungsqualität soll so erhöht werden.

Gerade hoch technisierte Militärmächte setzen immer stärker auf unbemannte Kampfsysteme. Zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Kleine Kampfmaschinen begleiten schon heute fast jede amerikanische Patrouille in Afghanistan. Und die Entwicklung geht weiter. Kampfroboter erfüllen ferngesteuert oder autonom ihre Mission. Feinde können aus tausenden Kilometern Entfernung per Mausklick getötet werden. Die eigenen Soldaten sollen so wenig wie möglich Risiken ausgesetzt werden. Wenn die eigenen Soldaten sterben, nimmt für die Regierung demokratischer Staaten der Legitimationsdruck zu. Und die Bereitschaft, überhaupt Krieg zu führen, nimmt ab.

Es gibt keine zuverlässige Freund-Feind-Erkennung
Roboter minimieren nicht nur das Risiko eigener Verluste. Sie reduzieren dramatisch die Chancen des Feindes zu überleben. Schon im Jahr 2015 sollen ein Drittel der Fahrzeuge der US-Armee aus Robotern bestehen. Und das, obwohl die Technologie noch nicht ausgereift ist. Noch immer gibt es keine zuverlässige Freund-Feind-Erkennung. Doch kann eine computergesteuerte Technologie überhaupt jemals ausgereift sein?

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Alle Waffengattungen sind im Visier der Entwickler - überall setzen sie Roboter ein. Noch sind viele von menschlicher Hand ferngesteuert. Doch immer häufiger sollen sie möglichst autonom vom Menschen handeln. In der Entwicklung von Kampfrobotern sind die Amerikaner viel weiter als alle anderen. Und Israel plant schon heute - ebenso wie Südkorea - bewaffnete Roboter an seinen Grenzen einzusetzen. Die israelischen Militärs wissen aber: Reine Feuerkraft ist ohne Informationen wenig wert. Deshalb investiert Israel seit Jahrzehnten auch in Aufklärungstechnologie.

Neue Technologien schaffen aber auch neue Probleme. Mehr als 24 Jahre würde es dauern, wollte man sich das gesamte Videomaterial der US-Drohnen in Afghanistan und im Irak am Stück ansehen. Schon heute braucht eine Predetor Drohne mit einer Kamera 68 Spezialisten, die die Daten auswerten. Die nächste Version soll 12 Kameras tragen. Die übernächste 96 Kameras. Nur Roboter können mit solchen Datenmengen umgehen.

Peter W. Singer:
"Wir werden immer mehr künstliche Intelligenz in die Systeme einbauen. Der Computer wird nicht nur in der Drohne sein und diese autonomer machen. Es wird etwas passieren, was wir heute schon aus der Wirtschaft kennen und Data-Mining nennen. Computer werden die Informationen für uns Menschen durchsuchen und auswerten. Schon heute können die Sensoren an Bord von Drohnen z.B. aus weit über einem Kilometer Höhe eine Auffälligkeit im Bodenstaub ausmachen. Die neueste Version, schließt aus dieser Auffälligkeit im Staub, dass es sich um etwas handelt, das wir Menschen Fußabdruck nennen. Dann verfolgt das System die Fußabdrücke zurück zu dem Haus aus dem der Aufständische gekommen ist. Das macht das System völlig selbstständig. Wir geben Maschinen plötzlich mächtige Fähigkeiten. Die Auswirkungen werden juristisch und ethisch sehr interessant sein."

Roboter sind menschlichen Soldaten oft überlegen. Entscheidend ist, wer die Kontrolle behält. Die Gefahr wächst, Robotern zu viele Entscheidungen zu überlassen. Der Mensch zieht sich scheinbar aus der Verantwortung zurück.

Sendedaten
18.10.2012, 20.15 Uhr

Erstsendung: 03.05.2012
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