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Ungebetene Hausgäste
Thema zur Sendung "Ekelhafte Untermieter: Ungeziefer"
Der Körper des Teppichkäfers enthält Enzyme, die Keratin brechen können, das wichtigste Protein im Haar. Für diesen Käfer ist unsere Kleidung eine schmackhafte, ballaststoffreiche Nahrung - sie können sogar Wolle fressen. Aber sie haben auch ihre guten Seiten.
So wie die Milben, die unsere tote Haut beseitigen, kümmern sich Teppichkäfer um die Haare, die wir verlieren. Und sie beseitigen auch tote Insekten.

Asseln atmen durch Kiemen
Asseln sind eine Art Mini-Müllabfuhr. Sie ernähren sich von verrotteten Pflanzen, Schimmel, ihrem eigenen Kot und - zur Not - auch von anderen Asseln. Bis zu sechs Mal im Jahr werfen sie ihren Schuppenpanzer ab und sind dann nackt. Asseln essen ihren eigenen Panzer oder den ihres Nachbarn oder sogar den Nachbarn selbst, wenn sie ihn nackt erwischen.

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Sie atmen durch Kiemen an ihren Bäuchen, die sie feucht halten müssen, um Sauerstoff aus der Luft absorbieren zu können. Flüssigkeit können sie von beiden Enden ihres Körpers aufnehmen. Entweder durch den Mund oder durch Röhren in der Nähe ihres Rektums - ganz flexibel. Was als Flüssigkeit aufgenommen wird, kommt allerdings nicht wieder flüssig raus. Statt Harn, scheiden Asseln Gas aus.

Holzwürmer legen ihre Eier in Ritzen und Spalten, und es kann drei Jahre dauern bis die Larven zu Erwachsenen heranwachsen. Sie nagen, beißen und bauen Tunnel durch das Holz, das ihre Heimat ist. Ihr Tun kann verheerende Auswirkungen auf unser eigenes Heim haben. Alles, was wir von ihnen sehen, sind ihre Visitenkarte, die sie hinterlassen: verräterische Löcher, kleine Staubhaufen, feine Sägespäne und brüchige Möbel.

Silberfische essen sogar Leder
Silberfische knabbern fast alles an. Sie produzieren "Cellulasen", Enzyme, die Zellulose abbauen, das eigentlich unverdauliche Material im Pflanzengewebe. Deshalb können sie sogar Nährstoffe aus Papiergewinnen. So sind weder Bücher vor ihnen sicher, noch der Kleber, der die Bücher zusammenhält. Silberfische essen sogar Leder.

Mit ihrer leuchtenden Farbe warnen Marienkäfer ihre Feinde, denn ihr Blut enthält eine übel riechende und potenziell giftige Substanz. Ein Marienkäfer kann an einem Tag bis zu 100 Blattläuse töten. Aber es gibt ein Schlupfloch für die Läuse: die Honigtopfameise bietet den Blattläusen Schutz in ihren Nestern. Allerdings nicht umsonst. Was die Blattläuse ausscheiden, ist für die Honigtopfameisen der reinste Leckerbissen - klebriger Honigtau. Die Honigtopfameisen schlecken den Honigtau auf, bringen ihn nach Hause, wo sie ihn hoch würgen und viele hungrige Mäuler damit stopfen.

Überlebenskünstler Schaben
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Der wohl am meisten verabscheute Untermieter ist die Kakerlake. Sie sind wahnsinnig schnell und unglaublich hart im Nehmen. Sie bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 Körperlängen pro Sekunde. Übertragen auf uns bedeutet dies, wir würden 100-Meter in gut einer Sekunde laufen und wären mit 360 Kilometer pro Stunde unterwegs - viel schneller als ein Gepard.

Schaben können bis zu 40 Minuten lang die Luft anhalten und sogar einen Monat lang ohne Nahrung leben. 4.000 verschiedene Arten von Schaben gibt es. Auf der Erde kriechen sie bereits seit mehr als 400 Millionen Jahren herum. Damit sie in jede Ritze und jeden Spalt kommen, sind ihre Körper mit Fett beschichtet. Ob Schaben auch einen Atomkrieg überleben könnten sei dahingestellt - eins ist sicher: sie würden sehr viel besser klar kommen als wir Menschen. Etwa die 50fache Strahlendosis, die ausreicht, um uns zu töten - wäre nötig, um einer Schabe ernsthaften Schaden zuzufügen.

Eine Schabe kann eine Explosion in einer Mikrowelle überleben, und sie hat eine geniale eingebaute Alarmanlage. Härchen auf dem Rücken erkennen die kleinsten Veränderungen im Luftstrom. Wie beispielsweise einen Fuß, der die Schabe zertreten will. Doch bei Staubsaugern, geht das Warnsystem nach hinten los. Da die Luft zum Staubsauger strömt, denkt die Schabe, dass sie von vorne angegriffen wird und versucht nach hinten zu fliehen.

Sendedaten
10.03.2013, 17.40 Uhr
11.03.2013, 01.10 Uhr

Erstsendung: 26.04.2012
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