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Zukunftstechnologien in der Lichtbranche
Thema zur Sendung "Ausgebrannt"
Im Prüfzentrum Technik in Wilhelmshaven testet Wolfgang Herter nicht nur Energiesparlampen, sondern auch eine deutlich jüngere Licht-Technik, die LEDs. Ein Vorteil der Leuchtdioden ist, dass sie kein Quecksilber zum Leuchten brauchen.
Wolfgang Herter, Elektroingenieur:
"Diese LEDs sind sehr effektiv, verbrauchen also wenig Strom, um Licht zu erzeugen."

Sind die LEDs die Zukunft unserer Innenraumbeleuchtung? Bei Philips in Aachen forschen Wissenschaftler an einer ganz neuen Lampengeneration, der organischen Leuchtdiode: OLED. Massentauglich ist die Technologie noch nicht, wir dürfen aber einen Blick auf die Prototypen werfen. Das Ergebnis wirkt wie leuchtendes Glas.

Kristin Knappstein, Philips:
"Das ist eine OLED, eine organische Licht emittierende Diode. Das ist ein neues Leuchtmittel, dass zur Familie der Halbleiterlichtquellen gehört. Also ganz ähnlich in der Lichterzeugung funktioniert wie eine LED. Das was die OLED von allen anderen Lichtquellen unterscheidet ist, dass sie keine Punktlichtquelle ist. Dadurch dass es eine Fläche ist, wird sowohl das Licht als auch die Hitze sehr schön verteilt und sie ist ideal dafür, um integriert zu werden. Das können Möbel sein, das können Flächen sein, das können Fenster sein."

Umweltfreundlicher als andere Leuchtmittel
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Die Firma Philips gewährt uns auch Einblicke in die Produktion der neuen Technologie. Erstaunlich: Denn über Energiesparlampen wollte dieses Unternehmen nicht mit uns reden. Die Fertigungsstätte ihrer neuesten Lampenentwicklung, mit höchsten Hygiene-Vorschriften, führen sie uns gerne vor.

Wolfgang Dötter, Philips:
"Wenn wir OLEDs herstellen wollen, ist der aller erste Schritt, dass wir mit einem Glas anfangen. Das ist ein Spezialglas, denn es ist ein elektrisches Bauteil, das heißt wir müssen es mit diesem Glas schaffen, sowohl elektrischen Strom leiten zu können, als auch Licht aus dem Bauteil raus kommen zu lassen. Dementsprechend muss es transparent sein."

Wolfgang Dötter hofft, dass die organische Leuchtdiode die Zukunftstechnologie in der Lichtbranche wird. Auch weil mehr umweltfreundliche Materialien genutzt werden können als bei anderen Leuchtmitteln.

Wolfgang Dötter, Philips:
"Wir haben bis zu 20 verschiedene Schichten, die da deponiert werden, die dann diese organische Schicht machen. Das ist ein Team, das zusammen funktionieren muss. Jede Schicht hat ihre eigene Aufgabe. Das ganze ist mehrere 100 Nanometer dick, das ist 10.000-mal so dünn wie ein menschliches Haar. Das ist auch für einen Physiker fast unvorstellbar dünn - eine faszinierende Technologie."

Auch bewegliche OLEDs möglich
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Anders als die gängigen Leuchtmittel, wandeln OLEDs Energie effektiv in Licht um, ohne dabei heiß zu werden. Und verbrauchen dadurch weniger Strom.

Wolfgang Dötter, Philips:
"Die Lebensdauer hat zwischen 20.000 und 40.000 Stunden schon erreicht."

Reporterin:
"Wenn die Lebensdauer einer OLED abgelaufen ist, wie sieht es dann mit dem Recycling aus?"

Wolfgang Dötter, Philips:
"Im Wesentlichen sind die Materialien die hier verbaut sind Glaswertstoffe, so dass sie die ganz einfach entsorgen können. Und die organische Chemie, das sind im wesentlichen Kohlenwasserstoffe, so dass das recycelbare Materialien sind."

Mit dieser Technologie sind auch bewegliche OLEDs möglich. Leuchtende Folien, Lampenschirme, die selbst das Leuchtmittel sind. Oder Fenster und Wände die für sich die Raumbeleuchtung bilden. Leuchtende Aussichten, nur leider für den Hausgebrauch noch unbezahlbar.

Sendedaten
19.04.2012, 20.15 Uhr
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