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Das Wetter ist permanent unter Beobachtung.
Die Wetter-Industrie
Ein Blick auf die Wissenschaft der Meteorologie
Weltweit füttern Satelliten, Wetterwarten und Flugzeuge ständig hunderte von Supercomputern mit Wetterdaten. Doch wie genau sind diese Vorhersagen?
Einerseits werden die Wettermodelle immer genauer. Andererseits scheint es, als hätten die Vorhersagen von Onlineportalen und Smartphone-Apps häufig wenig mit dem tatsächlichen Wetter zu tun. Manche Bauernregel hat sogar eine höhere Trefferquote - wie kann das sein?

Die Genauigkeit für den nächsten Tag war 1968 so gut wie heute für den sechsten Vorhersagetag. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gilt eine Temperatur-Vorhersage für hiesige Klimaverhältnisse als Treffer, wenn sie weniger als 2,5 Grad von der tatsächlich eingetretenen Temperatur abweicht. So erreicht der DWD für den kommenden Tag eine 90 bis 95 prozentige Genauigkeit für die Vorhersage der Temperatur.

Dennoch liegen Vorhersagen immer wieder falsch, genauer gesagt: Sie sind lokal nicht präzise. Die dabei entstehenden Schäden sind immens. Dabei ist das Angebot an Wetter-Apps groß wie nie. 2016 stellte der Deutsche Wetterdienst die "Warnwetter-App" vor, die statt für 400 Landkreise nun gezielte Vorhersagen für 10.000 Gemeinden liefert. Mit einer halben Stunde Vorlauf soll der Nutzer erkennen, welches Wetter ihn erwartet und wie er sich gegebenenfalls schützen kann.

Die Wintersport-Industrie braucht präzise Wettervorhersagen.
Die Wintersport-Industrie braucht präzise Wettervorhersagen.
Großflächigere Warnungen sollen sogar bis zu 120 Stunden im Voraus möglich sein. Doch genügt die Präzision der frei verfügbaren App? Gibt es einen Qualitätsunterschied zwischen Profi-Wetter und Endverbraucheranwendungen? Und kann man anhand einfacher Beobachtungen, wie sie unsere Vorfahren kannten, vielleicht sogar selbst herausfinden, wie das Wetter in den nächsten Stunden wird? Machen wir uns zu abhängig vom Blick aufs Smartphone? Wir treffen Menschen, denen das Wetter täglicher Begleiter im Berufsalltag ist und solche, die ihre Freizeitplanung nach dem Wetter ausrichten. Wie gehen sie mit Wetterprognosen um? Die Wissenschaftsdoku sucht nach Antworten.

Sendedaten
Die Wissenschaftsdoku "Die Wetter-Industrie" am Donnerstag, 6. Juli 2017, 20.15 Uhr in 3sat und in der Mediathek.
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