Petrischale © dpa
Für eine sichere Diagnose braucht es häufig eine Laboruntersuchung.
Für eine sichere Diagnose braucht es häufig eine Laboruntersuchung.
Wissenschaftsdoku: Die Macht der Labormediziner
Labormedizin unterstützt behandelnde Ärzte bei der Wahl ihrer Therapie
Welche Behandlung ist nötig und wie rasch muss sie eingeleitet werden? Die Antwort darauf kommt nicht selten aus dem Labor. Doch sind wirklich alle Untersuchungen notwendig, die heute oft flächendeckend veranlasst werden?
Werden Laborwerte genau ausgewertet, können Haus- und Fachärzte die Ergebnisse auch interpretieren? Wie sicher und zuverlässig sind die Befunde?

Zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen zumindest teilweise auf labormedizinischen Untersuchungen oder bestätigen sie. Bei Herzbeschwerden können Aktivitäts- und Konzentrationsmessungen verschiedener Blutbestandteile (Serummarker) einen Infarkt ausschließen oder bestätigen. Auch, ob der Herzmuskel bereits geschädigt ist, lässt sich den Analysen entnehmen. Die Labormedizin unterstützt und berät behandelnde Ärzte bei der Wahl ihrer Therapie, ermöglicht die Kontrolle des Behandlungserfolgs und erlaubt Erkennung und Bewertung von Krankheitsrisiken. Krankheitsursachen und -zusammenhänge auf molekularer - und zunehmend auch atomarer Ebene - zu verstehen und zu bewältigen, stellt immer neue Herausforderungen für die Labormedizin dar.

Liquid-Biopsie
Neben den Standardparametern des kleinen und großen Blutbildes spielt die Präventionsmedizin eine immer wichtigere Rolle, sie macht inzwischen ein Fünftel des Analyse-Kontingents aus. Gerade in der Krebsvorsorge leistet die Labordiagnostik große Dienste. So gelingt es inzwischen mit Hilfe der Liquid-Biopsie, bereits gestreute Tumorzellen im Blut nachzuweisen und aus deren Analyse Rückschlüsse auf das Stadium der Erkrankung zu ziehen.

Zu viel unnötige Laborunsuchungen?
Vor allem im Bereich der privatärztlichen Leistungen werden allerdings oft unspezifische und damit kostenintensive Untersuchungen in Auftrag gegeben. Beispiele dafür sind die Erhebung eines allgemeinen Hormonstatus bei Frauen oder flächendeckende Test auf alle möglichen Antikörper gegen Bakterien. Auch Analysen wie die Messung des alkalischen Stoffwechsels, die angeblich Ernährungsdefizite sichtbar machen soll, sind umstritten. Hier gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass dadurch schwerwiegenden Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Besonders problematisch: solche Untersuchungen können auch von Heilpraktikern veranlasst werden.

Ein Film von Ingolf Gritschneder
Laboruntersuchungen sind das Rückgrat der Medizin. Die Analyse von Blut, Stuhl oder Urin beschäftigt eine Fachrichtung im Hintergrund und ist gleichzeitig ein Markt mit großem Potential.





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© colourbox.de scobel: Mit Blut gegen Krebs
Liquid Biopsy - die Zukunft der Krebsdiagnose und Krebstherapie?
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Liquid Biopsy
Im Blut nach Tumoren suchen
Durch "Liquid Biopsy" soll Krebs im Blut diagnostiziert werden können. Vollständig ausgereift ist die Technik aber noch nicht.