Petrischale © dpa
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Für eine sichere Diagnose braucht es häufig eine Laboruntersuchung.
Die Macht der Labormediziner
Ein Film von Ingolf Gritschneder
Welche Behandlung ist nötig und wie rasch muss sie eingeleitet werden? Die Antwort darauf kommt nicht selten aus dem Labor.
Doch sind wirklich alle Untersuchungen notwendig, die heute oft flächendeckend veranlasst werden? Und: werden die Laborwerte anschließend auch genau ausgewertet, können Haus- und Fachärzte die Ergebnisse auch interpretieren? Wie sicher und zuverlässig sind die Befunde?

Zwei Drittel aller ärztlichen Diagnosen beruhen zumindest teilweise auf labormedizinischen Untersuchungen oder bestätigen sie. Bei Herzbeschwerden können Aktivitäts- und Konzentrationsmessungen verschiedener Blutbestandteile (Serummarker) einen Infarkt ausschließen oder bestätigen. Auch, ob der Herzmuskel bereits geschädigt ist, lässt sich den Analysen entnehmen. Die Labormedizin unterstützt und berät behandelnde Ärzte bei der Wahl ihrer Therapie, ermöglicht die Kontrolle des Behandlungserfolgs und erlaubt Erkennung und Bewertung von Krankheitsrisiken.

Krankheitsursachen und -zusammenhänge auf molekularer und zunehmend auch atomarer Ebene zu verstehen und zu bewältigen, stellt immer neue Herausforderungen für die Labormedizin dar.

Neben den Standardparametern des kleinen und großen Blutbildes spielt die Präventionsmedizin eine immer wichtigere Rolle, sie macht inzwischen ein Fünftel des Analyse-Kontingents aus. Gerade in der Krebsvorsorge leistet die Labordiagnostik große Dienste. So gelingt es inzwischen mit Hilfe der Liquid-Biopsie, bereits gestreute Tumorzellen im Blut nachzuweisen und aus deren Analyse Rückschlüsse auf das Stadium der Erkrankung zu ziehen.

Vor allem im Bereich der privatärztlichen Leistungen werden allerdings oft unspezifische und damit kostenintensive Untersuchungen in Auftrag gegeben. Beispiele dafür sind die Erhebung eines allgemeinen Hormonstatus bei Frauen oder flächendeckende Test auf alle möglichen Antikörper gegen Bakterien. Auch Analysen wie die Messung des alkalischen Stoffwechsels, die angeblich Ernährungsdefizite sichtbar machen soll, sind umstritten. Hier gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass dadurch schwerwiegenden Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Besonders problematisch: solche Untersuchungen können auch von Heilpraktikern veranlasst werden.

Sendedaten
Erstausstrahlung
Die Macht der Labormediziner
Donnerstag, 20. April 2017
20.15 Uhr in 3sat
Glossar
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Nachlese
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