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Dienstag, 20. April
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Stromfresser digitale Welt
wissen aktuell: Strom von morgen
Sabine will im Internet für ihren Sohn Dominik Inline-Skates ersteigern. Tagelang ist sie immer wieder damit beschäftigt und dabei immer online.
Ob Einkäufe über Ebay, Wissen nachschlagen bei Wikipedia, Auswahl des Urlaubs - für viele Internetnutzer gehört all das zum alltäglichen Standardprogramm. Internet-Flatrate-Angebote verführen dazu, ständig im Netz oder stand-by zu bleiben. Die Kosten für den Internet-Provider sind ja pauschal abgegolten.

Jede Einzelaktion zuhause löst Folgeaktionen aus
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Aber der Stromzähler läuft natürlich. Der jährliche Energieverbrauch der privaten Internet-Nutzung wird pro Rechner mit Monitor bei gut 4 Stunden Betriebsdauer täglich auf rund 280 kWh pro Jahr geschätzt. Plus 35 kWh für den Router, der meist rund um die Uhr läuft, sind das Stromkosten von etwa 70 EUR im Jahr. Es wird erwartet, dass der Strombedarf für die private Internetnutzung bis 2020 um ein Viertel steigt, wenn in den Haushalten nicht rascher effizientere neue Geräte angeschafft werden, als bisher.

Doch der größte Teil des Internet-Energieverbrauchs entsteht nicht bei den privaten Nutzern, sondern in den globalen Netzwerken, die aktiviert werden. Jede Einzelaktion zuhause löst weltweite Folgeaktionen aus - und verbraucht dadurch etwa 0,3 Watt.

Denn Google jagt jede einzelne Anfrage durch ein Netzwerk von 32.000 Computern, die jeden Tag 150.000 Kilowattstunden Strom verschlingen.Ähnlich groß ist der Aufwand bei einer Internet-Versteigerung. Die einzelne Auktion kostet kaum Strom, aber die Masse macht’s.

Sammlung von Daten
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Und im Internet werden immer mehr Daten und Publikationen zur Verfügung gestellt, dafür werden sie digitalisiert. Wie etwa die Bestände der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main - sie umfassen alle deutschen Publikationen seit 1945. Diese werden jetzt digital gesichert. Jährliche Stromkosten 40000 EUR.

Ebenso stromintensiv: Die Sammlung von Daten im großen Stil. Wie bei der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung in Wiesbaden. Hier werden sämtliche Informationen der Ministerien, Behörden und Polizeidienststellen des Landes gespeichert.

Martina Böhme, HZD:
"Wir haben hier in unseren Maschinensälen 3.500 Server, zwei Großrechner, die laufen 7x24 Stunden und das an 365 Tagen im Jahr, also da entsteht natürlich sehr sehr viel Wärme, deswegen ist Kühlung ein ganz wichtiges Thema."

Auch die Kühlung der Rechner kostet viel Strom. Deshalb sorgt hier ein Blockheizkraftwerk nicht nur für Strom und Wärme, es nutzt die Wärme mithilfe eines thermisch angetriebenen Kältesystems auch zur Klimatisierung. Dieses Verfahren wird Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung genannt.

Das Bundesumweltamt beziffert den Verbrauch der Netzwerkrechner in den deutschen Rechenzentren auf 11 Terrawattstunden Strom im Jahr. Das ist so viel, wie vier mittelgroße Kohlekraftwerke an Strom erzeugen. Der Stromhunger der digitalen Welt ist unersättlich - doch woher soll nach einem Ausstieg aus der Kernkraft der Strom der Zukunft kommen?

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