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Peymann legt nach
Nur einen Tag, nachdem sich Mitarbeiter der Berliner Volksbühne in einem offenen Brief besorgt zum bevorstehenden Intendantenwechsel geäußert haben, setzt Claus Peymann, erneut einen drauf.
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Robert Besta © Felix CramerTommy Mann Video
Ausschnitt aus dem Theaterfilm Platonow
PLATONOW
Die Dreharbeiten für den Theaterfilm PLATONOW sind beendet. Nach Motiven von Anton Tschechows gleichnamigen Drama inszeniert Regisseur Andreas Morell nach einem Drehbuch von Katrin Warnstedt und Thomas Wendrich eine zeitgemäße Adaption des Stückes.
Das Projekt wurde mit einer exzellenten Besetzung realisiert, in den Hauptrollen spielen: Robert Besta, Franziska Petri und Stephan Grossmann.

Zum Inhalt: Auf ihrem Hochzeitsfest in einem idyllischen Landhaus trifft die frisch vermählte Sonja unerwartet auf ihren Ex-Geliebten Michael Platonow, mit dem sie einst die Welt verändern wollte. Michael gibt sich als geistreicher und zynischer Unterhalter, und das scheint den Frauen der Hochzeitsgesellschaft zu gefallen, sie erliegen reihenweise seinem Charme. So ergeht es auch Sonja: kaum in seiner Nähe, entfacht ihre Liebe neu. Auf einmal stellt sie alles in Frage, obwohl sie erst am Morgen den ihr treu ergebenen Ralf geehelicht hat. Michael, mittlerweile verheiratet und Vater eines Sohnes, verspricht Sonja erneut ein Leben zu zweit. Er lässt sie einen Moment in dem Glauben, mit ihr durchzubrennen. Neben den emotionalen Verstrickungen spielt das Ökonomische eine wichtige Rolle. Unter der Hochzeitsgesellschaft brodelt es: wer bekommt das Landhaus mit Grundstück, das Ralfs Vater gehörte? Wer investiert, wer verliert, wer gewinnt, wer wird ausgebeutet? Jeder beäugt jeden, Alkohol fließt, Hemmungen fallen.

Das Fest eskaliert und hat unerwartete Folgen.

Fotos:
© Felix CramerTommy MannLupe
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Platonow- eine Gesellschaftskritik
Das frühe Drama von Anton Tschechow aus dem Jahr 1880, handelt von der Ideen- und Prinzipienlosigkeit der russischen Gesellschaft dieser Zeit. Die tschechowschen Figuren kreisen um Themen, die auch heute hoch aktuell sind: das Warten auf bessere Zeiten, auf die Liebe, auf eine neue Gesellschaft, die Sehnsucht, das Spiel - um alles oder nichts. Der Theaterfilm PLATONOW beschreibt eine klassische Beziehungstat in einer Gesellschaft emotionaler und ökonomischer Bankrotteure, deren Welt ohne Ideale und Werte ist.

"Tschechows Figuren sind wir. Wir alle. Deshalb ist dieser Film kein Film über das tragische Schicksal einer Einzelperson. Weder geht es um den zynischen Platonow noch um die in ein neues Leben aufbrechende Sonja, noch um die ironisch aufs Leben blickende Anna oder um den idealistischen Ralf. Es geht ganz allgemein um eine verkommene Gesellschaft, verrottet und verroht, es geht um eine Gesellschaft, die ihre Funktion vergessen hat, in der jeder nur noch für sich selbst existiert, und die vom modernen Turbo-Kapitalismus hinweggefegt werden wird. PLATONOW spielt im vorrevolutionären Russland - und vor-revolutionär, das ist unsere Gesellschaft im Augenblick möglicherweise auch.“, so Regisseur Andreas Morell.

PLATONOW ist nach "Lenz“ der zweite große Theaterfilm für 3sat in der Regie von Andreas Morell. PLATONOW ist eine Zusammenarbeit der ParadiesFILM Produktion GmbH und 3sat, Produzenten sind Maik Plewnia und Michael Wagner. Die Redaktion liegt bei Jule Broda und Meike Klingenberg (3sat).

Mit:
Franziska Petri
Stephan Grossmann
Claudia Mehnert
Robert Besta
Laura Schwickerath
Kida Khodr Ramadan
Roland Kuchenbuch
Michael Kind
Hannes Wegener
Hermann Beyer
Timmi Trinks
Francois Goeske
Florian Bartholomäi
als Gast Axel Werner

Regie: Andreas Morell
Drehbuch: Katrin Warnstedt und Thomas Wendrich
Produktion: Maik Plewnia und Michael Wagner, paradiesFILM Produktion

Sendedaten
Samstag, 12. Dezember 2015
20.15 Uhr
Theaterfilm
© StefanieGredig Solness
Im Februar fanden in Berlin und Alta (Norwegen) die Dreharbeiten für den Theaterfilm SOLNESS statt. Nach Motiven von Henrik Ibsens Drama „Baumeister Solness“ inszeniert Regisseur und Drehbuchautor Michael Klette eine zeitgemäße Adaption des Stückes. In den Hauptrollen sind Thomas Sarbacher und Julia Schacht zu sehen.
Info
©  Jochen RoederTheaterfilme
Liebe, Selbstmord, Verrat und Totschlag – das sind nur einige Dispositionen, die das klassische Drama ausmachen. Die Themen sind zeitlos, die Stoffe ewig, Generationen von Zuschauern und Theaterschaffenden arbeiten sich an den großen Themenkomplexen immer neu, immer aktuell in ihrer jeweiligen Zeit ab – teilweise seit hunderten von Jahren.