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Sookee, bürgerlich Nora Hantzsch, ist feministische Deutsch-Rapperin aus Berlin. Bei ihr hat Noras Lebenslüge keine Chance! Dazu hat sie eigens für diese Doku den Rap "Lebenslüge ist lebensmüde" komponiert.
Wahnsinnswerke: Nora
Die Klassiker des Theaters sind hochaktuell: "Wahnsinnswerke" zelebriert ihre Zeitlosigkeit. Eines dieser Werke ist "Nora" von Henrik Ibsen. Im norwegischen Original trägt es den Titel "Et dukkehjem", wörtlich übersetzt: ein Puppenheim. Vom beschaulichen Puppenhaus ist dies jedoch weit entfernt, vielmehr steht es für die Enge der Lebenswelt der namensgebenden Protagonistin Nora.
© zdf-martin kobold Freiheit liegt heute darin, Nein zu sagen meint die deutsche Schauspielerin Johanna Wokalek
Freiheit liegt heute darin, Nein zu sagen meint die deutsche Schauspielerin Johanna Wokalek
Das Stück wurde 1879 in Kopenhagen uraufgeführt, bis heute steht es mit ungebrochener Vitalität auf den Spielplänen der Theater, es gilt als das Emanzipations-Stück schlechthin. Nora bricht aus der Enge ihrer zeitgenössischen gesellschaftlichen Konventionen aus, will nicht länger nur als Besitz des Hausherrn betrachtet werden, dem sie zwar kostbar ist, der ihr aber kein eigenes Leben zubilligt.
Nora die "Naschkatze", Nora das "Eichhörnchen" hat aus Liebe zu ihrem Mann gelogen und betrogen. Das hätte ihr niemand zugetraut, bis ein Erpresser auftaucht und die Fassade zum Einsturz bringt - das Puppenheim zerbricht. Nora geht, knallt die Tür hinter sich und lässt Mann und Kinder, ihr gesamtes altes Leben zurück.

"Wahnsinnswerke" ergründet die Klassiker der Theaterliteratur, vergleicht ihre prägendsten Inszenierungen, und spricht unter anderem mit Schauspielerin Johanna Wokalek, Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling und Regisseurin Susanne Kennedy über Freiheit, Patriarchat und die Zukunft des Feminismus. Wie restaurativ sind heute die privaten Glücksvorstellungen im bürgerlichen Mitte-Loft? Wie tief sind die Risse in der Fassade der Puppenheime unserer Zeit, wie sieht das "update" des bürgerlichen Trauerspiels heute aus?

Manche Dramen sind zeitlos, allgemeingültig über Jahrhunderte hinweg und behandeln archaische Konflikte, die sich damals am Königshof ebenso abspielten, wie heute in der Konzernzentrale. Diese Dramen verlieren mit der Zeit nicht an Bedeutung, lassen uns nicht los, überraschen uns immer wieder aufs Neue, sind verhaftet in unseren Köpfen, im kulturellen Gedächtnis, Allgemein- und Kulturgut: Wahnsinnswerke eben.

Sendedaten
Samstag, 13. Oktober 2018
um 20:15 Uhr
Info
Ein Film von Sylvie Kürsten
Redaktion W. Horn/M. Klingenberg
Produktion: Nordendfilm
45 Min.
Deutschland 2018
Stereo, HD, 16:9
Starke Stücke
© zdf-thomas aurinIm Anschluss zeigt 3sat um 21:00 Uhr "Nora oder Ein Puppenhaus" in der Inszenierung von Herbert Fritsch am Theater Oberhausen (2010).
Rückblick
© zdf-catharina kleberAm Samstag, 6. Oktober 2018 um 20:15 Uhr sendete 3sat eine weitere Folge Wahnsinnswerke mit dem Theaterliteratur-Klassiker "Medea" von Euripides. Im Anschluss zeigten wir "Medea" nach einer Inszenierung von Michael Thalheimer.