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Theatertreffen 2018
Starken Stücke
Sendedaten
Woyzeck
5. Mai, 20:15 Uhr

Die Odyssee – Eine Irrfahrt nach Homer
12. Mai, 20:15 Uhr

Trommeln in der Nacht
19. Mai, 20:15 Uhr
3sat-Preis 2018
Schauspielerin Wiebke Puls für ihre darstellerische Leistung in der Inszenierung "Trommeln in der Nacht" in der Regie von Christopher Rüping an den Münchner Kammerspielen.
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Auch 3sat hatte wieder die Qual der Wahl. Parallel zum Theatertreffen in Mai zeigt 3sat an drei Samstagen seine Starken Stücke:

"Woyzeck" von Ulrich Rasche
© Sandra Then
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Im schwarzen Bühnenraum dreht sich eine Scheibe unaufhörlich. Mit jeder Umdrehung scheint die Verzweiflung Franz Woyzecks unerträglicher zu werden. Regisseur Ulrich Rasche, bekannt für seine spektakulären Bühnenbilder, lässt sein Ensemble auf einer riesigen, dreh- und kippbaren Scheibe marschieren. Wie das Erdenrund, dreht sich die Scheibe und damit auch Woyzecks Schicksal dem tragischen, aber unausweichlichen Ende entgegen. Büchners Sprache wird gedehnt, geradezu seziert, gelegentlich auch chorisch zum eindrücklichen Rhythmus der Musik gesprochen. Ulrich Rasche macht aus Büchners eigentümlichem Fragment ein Sprachkunstwerk. Ein gnadenloser und konsequenter Woyzeck. Ein Woyzeck, der nachhallt.
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Mehr Theater
Theater auf der Fernsehbühne
Heute sind Theateraufzeichnungen die mitunter aufwendigsten Produktionen, die das Fernsehen zu bieten hat. Mit einer Armada von bis zu zwölf Kameras werden mehrere Vorstellungen und oft auch einzelne Szenen oder ganze Durchläufe ohne Publikum mit den Schauspielerinnen und Schauspielern gedreht.

"Die Odyssee – Eine Irrfahrt nach Homer" von Antú Romero Nunes
© smailovic
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Zwei Männer treffen sich am Sarg des Vaters, entdecken aber erst dort, dass sie Brüder sind. Zwei traurige Figuren, die irgendwie an Estragon und Wladimir aus Beckets „Warten auf Godot“ erinnern, nur sind es Telegonos und Telemachos, die Söhne des Odysseus. Das griechische Heldenepos kommt aber bei Regiseur Antú Romero Nunes so gar nicht heroisch daher. Sonst eher ein Mann der großen Geste, entwickelte er dieses Zwei-Personen-Stück mit seinen Schauspielern Thomas Niehaus und Paul Schröder auf der kleinen Bühne des Thalia Theaters in Hamburg. Ein zauberhafter Abend, der mit den einfachsten Mitteln große Magie entfaltet.
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"Trommeln in der Nacht" von Christopher Rüping
© Julian Baumann
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Vier Jahre nach dem Ersten Weltkrieg rechnet keiner mehr mit der Rückkehr des Artilleristen Andreas Kragler, nur Anna, die ihn immer noch liebt. Doch bald bleibt ihr kein anderer Ausweg, als ihren verschollenen Geliebten zu verraten: Sie ist schwanger von Murk und ihre Eltern drängen auf die Verlobung. Als Kragler plötzlich wieder auftaucht, will niemand etwas von ihm wissen, er stört die Idylle, die keine ist. In der Stadt tobt der Spartakusaufstand, dem er sich, jede Hoffnung auf Glück verloren, anschließt. Bei Brecht gesteht Anna schließlich ihre Schwangerschaft, Kragler verzeiht ihr und wendet sich von den Protesten ab, um sein privates Glück zu finden. Ein Ende, das Brecht später selbst als zu rührselig empfand. Christopher Rüping bietet deshalb eine zusätzliche Schlussvariante an: Kragler lässt Anna zurück und schließt sich den Revolutionären an. Er zieht in den Kampf, das Politische siegt über das Private. Bertolt Brecht wäre dieses Jahr 120 Jahre alt geworden.
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