© Rolf Arnold
Interview mit Claudia BauerInterview mit Claudia BauerEinführungEinführung
89/90
Nach dem Roman von Peter Richter
Wer hätte gedacht, dass es so kommen würde? Leben, die sich verlaufen, verirrte Biografien. Hinter einer großen Leinwand befindet sich ein Raum, der nur halb einsichtig ist, Projektion und Realität überlagern sich. Zwei Männer lesen immer wieder die gleichen Sätze vor, die schon zu Beginn der Romanadaption "89/90" die Entwicklung der Protagonisten vorweg nehmen.
Erzählt wird von einer Gruppe von Jugendlichen in Ostdeutschland in den Wendejahren, am Übergang von zwei Systemen. Nachts wird das Freibad zum Sehnsuchtsort, zum Treffpunkt für die Clique und alle anderen Jugendlichen der Stadt. Wärme und Geborgenheit, erkämpfte Freiheiten, eine ganz normale Jugend einerseits, in der Schule die Absurdität der politischen Indoktrination, militärischer Drill und Konformität andererseits. Niemand glaubt wirklich an das, woran man vom Staat verordnet glauben soll, bis auf Eine.

Es zeigt sich, für jeden wird der Wechsel von Sozialismus zu Kapitalismus andere Herausforderungen bereithalten. Wer wird Nazi und wer Zecke? Wer schafft es, sich an das neue System anzupassen, wer wird von ihm zerrieben und scheitert.

Szenenfotos:
© Rolf Arnold
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Besetzung:
Wenzel Banneyer, Andreas Dyszewski, Roman Kanonik, Anna Keil, Tilo Krügel, Denis Petkoviæ, Annett Sawallisch, Bettina Schmidt

Chor:
Dirk Fehse, Kornelius Friz, Antje Herbst, Judith Hermann, Berivan Kernich, Meta-Elisabeth Kuritz, Ralf Lichtmann, Martin Lorenz, Jonas Lürig, Teresa Martin, Katie Mc Cann, Hanno Petersen, Elena Rose, Jule Roßberg, Merle Scheiner, Henriette Schreiner, Martin Schulz, Raschid D. Sidgi, Michael Storr, Dominik Triebert, Thea Sophie Ulbricht, Leon Wienhold, Wolf-Georg Winkler, Debora Zitzmann
Chorleitung: Daniel Barke

Regie: Claudia Bauer
Bühne: Andreas Auerbach
Kostüme: Andreas Auerbach & Doreen Winkler
Komposition & musikalische Leitung: Peer Baierlein
Video: Kai Schadeberg
Dramaturgie: Matthias Huber

Regisseurin Claudia Bauer gelingt am Schauspiel Leipzig ein Geniestreich. Neben einem fulminanten Ensemble stemmt, in einem an Marthaler und Viebrock erinnernden Bühnenbild, ein Chor den Großteil des Abends. Von Parteihymne bis Punk bringt er alles auf die Bühne, was die DDR zu bieten hatte. Die Inszenierung blickt liebevoll auf die Wendejahre, die wohl aufregendsten der deutsch-deutschen Geschichte, ebenso wie auf die Protagonisten des Romans von Peter Richter. Mit viel Ernst und dennoch überaus humorvoll zeigt "89/90" Biographien am Scheidepunkt, ohne dabei jemals in Ostalgie abzudriften.

Public Viewing der TV Aufzeichnung:

im Sony Center am Potsdamer Platz Berlin
13.05.2017 16.00 Uhr

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Sendedaten
Samstag, 20. Mai 2017
20:15 Uhr


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