© Sandra Then
EinführungEinführung
Drei Schwestern
von Simon Stone nach Anton Tschechow
Ein Wochenende mit Freunden und Familie. Der Wunsch nach Harmonie ist groß, die Chancen darauf gering. Ein modernistisches Holzhäuschen ist das Feriendomizil, indem sich die drei Schwestern mit Bruder Andrej, Partnern und Freunden treffen.
Irina, die Jüngste, will ihren Geburtstag feiern. Kein Landgut in den Weiten Russlands, sondern eine großflächig verglaste Holzhütte wird zum Terrarium, in dem sich die Versuchstiere um Kopf und Kragen reden, Lebenslügen entlarven und die profane Hülle, die bisher alles notdürftig zusammengehalten hat, platzen sehen. Ehebruch, Verrat, Gewalt und Sucht verdichtet in einem Setting, das alltäglicher nicht sein könnte.

Regisseur Simon Stone lässt kein Wort von Tschechow übrig, selbst der Sehnsuchtsort Moskau wird zu Berlin, wo aber auch keiner mehr hin will, weil man ohnehin schon alles erlebt hat. Doch Tschechows großes Thema der unerfüllten Liebe bleibt auch im heutigen Gewand erschütternd schmerzhaft. Es endet in einer Katastrophe, die den Verlust des Hauses zu einer Lappalie werden lässt.

Szenenfotos
© Sandra Then
© Sandra Then

Besetzung
Olga Barbara Horvath
Mascha Franziska Hackl
Irina Liliane Amuat
Andrej Nicola Mastroberardino
Natascha Cathrin Störmer
Theodor Michael Wächter
Alexander Elias Eilinghoff
Viktor Simon Zagermann
Nikolai Max Rothbart
Roman Roland Koch
Herbert Florian von Manteuffel

Der Australier mit Basler Wurzeln, Simon Stone, erschafft eine radikal zeitgenössische Version von Tschechows Klassiker. Wie in einer Fernsehserie wechselt die Inszenierung nahtlos von einer Szene zur nächsten. Das kleine Haus scheint auf der Bühne ständig in Bewegung zu sein. Jede Drehung rückt einen neuen Konflikt in den Fokus, die Fenster gewähren neue Einblicke und Einsichten in die verworrenen Gefühle einer zerrütteten Familie. Das Spiel des Baseler Ensembles wird immer mehr zum Furor und lässt Schmerz und Verzweiflung am Ende selbst durch Fensterglas lebhaft spürbar werden.

Public Viewing
Sony Center am Potsdamer Platz, Berlin
12. Mai 2017, 18.00 Uhr

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© Dashuber
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Die Brüder Franz und Karl buhlen um die Liebe ihres Vaters. Dieser bevorzugt von Kindheit an den schönen Karl, doch der ungeliebte Franz intrigiert gegen seinen Bruder und bringt den Vater dazu diesen zu verstoßen.
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Sendedaten
Samstag, 6. Mai 2017,
20.15 Uhr

Erstausstrahlung

Inszenierung: Simon Stone

weitere Starke Stücke auf 3sat:

Traurige Zauberer
Samstag, 13. Mai 2017
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