Zum Bild des "dunklen Mittelalters" haben die Scheiterhaufen der Inquisition beigetragen. Was nicht bekannt ist: Die Inquisitionsprozesse des 14. Jahrhunderts haben das moderne Rechtssystem entscheidend beeinflusst. Denn nicht mehr "Gottesbeweise" entschieden über Schuld oder Unschuld, sondern ein Inquisitor ermittelte, ehe er urteilte. Zum neuen Gerichtsverfahren gehörte die Vereidigung der Angeklagten. Ebenso hatten die Angeklagten das Recht, sich zu verteidigen und Widerspruch einzulegen. Deshalb hatte ein Schreiber alle Aussagen zu protokollieren. Das hatte es zuvor noch nicht gegeben.
Auch Edward gerät vor das Inquisitionstribunal, denn man hat eine Katharerbibel bei ihm gefunden. Im letzten Moment wird er vom Vorwurf der Ketzerei freigesprochen. Nach über zwei Jahren kehrt er reicher an Gnaden und Wissen von seiner Pilgerreise ins Kloster zurück. Er kann seinen Mitbrüdern vom Jakobsweg erzählen, von Toledo und Carcassonne. Aber nicht alles wird er ihnen erzählen, manches ist nur für die Ohren seines Beichtvaters bestimmt. Und wie Anselm von Canterbury war er nun überzeugt davon, dass nicht allein der Glaube, sondern die Vernunft Richter sein müsse über alles, was im Menschen ist. Auch wenn die Kirche vieles für ketzerisch erklärte: Schon im Mittelalter wurde vorgedacht, was das moderne Europa mit Rationalismus, Aufklärung und Materialismus in Verbindung bringt.