So gibt es auch das Mittelalter der gotischen Kathedralen und der kultivierten Troubadoure, in deren Minnedichtung die Liebe gleichsam erfunden wurde. Schon im Mittelalter entwickelten sich modernes Denken, Wissenschaft und Technik. Der Scheck und das Girokonto wurden erfunden, der moderne Staat nahm erste Formen an, die Erkundung der Welt und des Universums machten entscheidende Fortschritte. Historiker sprechen gleich vielfach von den "Revolutionen des Mittelalters": von der "Geld- und Handelsrevolution", von der "Agrar- und der Stadtrevolution". Im Zeitalter der Burgen, Klöster und Kathedralen bildete sich das christliche Abendland heraus und die westliche Zivilisation, die die Welt der Mittelmeerantike endgültig hinter sich ließ.
Der Europäer wurde im Mittelalter von "ruheloser Energie beseelt, die äußere Welt zu erforschen und ihre Bestimmung, aber auch sich selbst", befand schon im 19. Jahrhundert der große Kulturhistoriker Jacob Burckhardt. Neugierde und Erfolgshunger sind noch heute für Europa prägend und unterscheiden es von den meisten anderen Kulturkreisen. Um unser Europa zu verstehen, muss man also das Mittelalter verstehen, in dem der Aufbruch in die Moderne begann.
In vier Filmen wird der Zuschauer mit durch die Lebenswelten des Mittelalters genommen. Er erfährt, was der Ritter Don Pacheco, der Mönch Edward, der Gaukler Adam und der Kosmograph Heinrich Schuder erlebt haben und begleitet sie auf ihren Reisen durch ganz Europa.